Mondscheinblues von Katrin Koppold

P1190865

Mondscheinblues
von Katrin Koppold
erschienen am 02. November 2015
im Aureolus Verlag

  • Inhalt

Die Redakteurin Nina ist perfektionistisch veranlagt, ihr Tagesablauf ist getaktet, Reisen werden weit im voraus geplant und die zu sich genommenen Kalorien hat sie ständig im Blick. Tom war ein gefeierter Rockstar und verbringt seine Tage seit dem Absturz der Band überwiegend in Kneipen.

Durch unglückliche Umstände muss Nina eine Reise, die eigentlich eine Kollegin antreten wollte, selbst übernehmen. Da es ihr an einem männlichen Begleiter mangelt, darf sie sich aus der Kartei einer Agentur einen Begleiter aussuchen. Dieser Mann, Tom, entpuppt sich rein äußerlich schon ganz anders, als er sich auf dem Foto dargestellt hatte und auch sonst hat er offensichtlich beschlossen, Nina das Leben schwer zu machen.

Wenn zwei so unterschiedliche Menschen aufeinander treffen, kann eine Woche in Cornwall sehr sehr lange sein…

 

  • Protagonisten

Nina ist Anfang 30 und mit ihrem Hund Puck wieder bei ihrer Mutter eingezogen, nachdem sie aus dem Ausland zurückgekehrt ist. Sie ist Redakteurin im Ressort „Reise“ bei der Frauenzeitschrift Luisa. Ihre Eltern haben sich getrennt, als sie klein war. Zu ihrer Mutter hat sie ein sehr inniges Verhältnis, ihr Vater hat schon immer nur oberflächliches Interesse an ihr gezeigt, was sie aber nicht davon abhält, um seine Anerkennung zu buhlen.

Auch Tom hat ein eher gespanntes Verhältnis zu seinem Elternhaus. Seine Eltern, eine Pianistin und ein Tenor, konnten sich nie damit anfreunden, dass er sein Leben vermeintlich weggeworfen hat, um in einer Band zu spielen. Drei Jahre sind seit dem Karriere-Ende vergangen und Tom schlägt sich als Klavierlehrer durchs Leben.

  • Meine Gedanken zum Buch

Die Kapitel spielen abwechselnd aus der Sicht von Nina und Tom, wobei beide ihre eigenen Passagen in der Ich-Form erzählen und die Kapitel mit dem Namen des jeweils gerade handelnden überschrieben sind. Gut gefallen haben mir die Wortgefechte, die die beiden Protagonisten sich geliefert haben, diese waren meist erheiternd und unterhaltsam.

Eigentlich wollte ich dieses Buch „nur kurz anlesen“, konnte es dann aber nicht mehr aus der Hand legen. Schon der Beginn hat mich mit einem Satz gefangen genommen:

Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn die Kollegin, mit der man sich das Büro teilt, einen direkt beim Eintreten mit den Worten »Du sollst zum Chef kommen« begrüßt.

Genau das passiert Nina und neugierig wie ich bin, wollte ich natürlich sofort wissen, was geschehen ist. Von da an ging es Schlag auf Schlag.

Katrin Koppold hat es geschafft, dass mein Bauch über das ganze Buch hinweg mitgefühlt hat. Wurden die Protagonisten von einander enttäuscht, hat sich der Magen zusammen gezogen und sind sie sich näher gekommen, habe ich das Kribbeln der Schmetterlinge gespürt. Wenn ein Autor / eine Autorin das schafft, hat sie schon gewonnen.

Beim Lesen wurde mir schnell klar, dass Katrin Koppold sich vorab selbst auf den Weg durch Cornwall gemacht haben muss, weil sie die Schauplätze und auch die Eindrücke, die die Touristen von den jeweiligen Orten bekommen, sehr detailliert und bildlich beschrieben hat.

Ganz begeistert war ich von den Songzeilen aus der Feder der Autorin persönlich, die im Laufe des Buches eine Rolle spielen.

  • Fazit

Eine wunderschöne Geschichte mit ganz viel Gefühl, für die ich gerne auf ein paar Stunden Nachtschlaf verzichtet habe und fünf von fünf Eulen vergebe.

SterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeule

Verlags-vielfalt-Challenge 2.0

Ein Gedanke zu „Mondscheinblues von Katrin Koppold“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.