Die dreckigen Dreißiger von Helena Baum

Die dreckigen Dreißiger
von Helena Baum
328 Seiten
Independently published
erschienen am 29. September 2017


  • Die Protagonistinnen und ihre Geschichte

Romy, Berta und Flori stammen alle aus einem Ort in der Nähe von Hameln. Der Hauptteil des Buches spielt Mitte / Ende der 1990er Jahre, die drei leben zwischenzeitlich in Berlin und sind in den „dreckigen Dreißigern“.

Romy Wagner ist 35 Jahre alt, geschieden und hat sie eine Tochter namens Nelly, die 11 Jahre alt ist. Sie arbeitet als Psychotherapeutin in einer Tagesklinik.

In ihren Beziehungen hat sie stets davor Angst, verlassen zu werden und flüchtet sich daher gerne in zwanglose Affären. Nach der Trennung von ihrem letzten Freund will sie damit Schluß machen und begegnet Marius.

Roberta, genannt Berta, ist ebenfalls 35 und schon seit 20 Jahren mit ihrem Mann Alex zusammen, mit dem sie die Zwillinge Ben und Max hat.

Sie kommt an einen Wendepunkt ihren Leben und Alex macht einen Fehler, der alles verändert.

Florence „Flori“ Reinhardt ist ebenfalls 35. Nachdem sie vor fünf Jahren ihre Tochter Anna verloren hat, die am Plötzlichen Kindstod starb, stand sie an einem Abgrund und niemand wusste, ob sie fallen würde. Sie ist mit ihrer Mutter Eva zusammengezogen und hat wieder einen Weg zurück ins Leben gefunden. Der Tod ihres Kindes hat sie dazu bewegt, Medizin zu studieren. Nun arbeitet sie an der Charité und lernt über eine Annonce Mirko kennen.


  • Meine Gedanken zum Buch

Es gibt Zeiten, in denen komme ich nicht mit einem Buch klar. „Die dreckigen Dreißiger“ von Helena Baum ist so ein Buch. Aufgeschlagen, vom Plötzlichen Kindstod der kleinen Anna gelesen, mit mir gerungen und beschlossen, dieses Buch kann ich jetzt gerade nicht lesen. Ich habe das Buch ein wenig auf die Seite geräumt, mich den Herz-Schmerz-Weihnachtsgeschichten zugewandt und nochmal einen neuen Versuch unternommen.

Das war die richtige Entscheidung. Denn beim zweiten Versuch habe ich das Buch förmlich verschlungen und es an einem Abend ausgelesen.

Das Buch startet wie erwähnt mit dem Tod von Anna im Jahr 1990 und springt dann ins Jahr 1996 um 2016 abzuschließen.

Alle drei Frauen haben ihre eigenen Vorstellungen von einem glücklichen Leben und arbeiten daran. Den einen gelingt es besser, den anderen schlechter. In den Jahren zwischen 1996 und 2000 werden Freundschaften der Protagonisten und Nebendarsteller auf die Probe gestellt, sie zerbrechen, werden gekittet und neue Freundschaften geschlossen. Doch egal wie widrig die Umstände für die Kinder und die Erwachsenen auch waren, es war immer jemand da, der sich um denjenigen gekümmert hat, der gerade am Boden lag.

Am Ende des Klappentextes heißt es so schön „Suchen – Finden – Verlieren, sich aufrappeln und weitermachen“. Und genau das machen die Protagonistinnen und ihr Anhang.

Mir hat gut gefallen, wie Helena Baum so viele Themen, die einem Menschen in seinem Leben begegnen können, aufnimmt und authentisch umsetzt. Beispielsweise schreibt sie von einer Frau, die darüber nachdenkt, als Mutter versagt zu haben. Die Gefühle, die die Autorin dabei zum Ausdruck bringt, sind so echt, dass ich davon überzeugt bin, dass sich jeder, der dieses Buch liest, irgendwo wieder findet.

Die Geschichte ist eher unaufgeregt, manchmal humorvoll, teils dramatisch, sie zeigt Menschen die völlig aus der Bahn geworfen werden und vor allem zeigt sie, wie kraftvoll Freundschaft ist.

Das Buch war nicht ganz perfekt, weil mir ein paar wenige Fehler oder Ungereimtheiten aufgefallen sind, so stand in einem Absatz, dass ein Mann an diesem Tag keine Brille trug, im nächsten Absatz setzte er jedoch genau diese ab, aber am Ende einer so wunderbaren Geschichte muss man über Kleinigkeiten stehen und deswegen vergebe ich 4,5 von fünf Eulen.

SterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeule

  • Dieses Buch habe ich zu Rezensionszwecken von der Autorin erhalten.
  • Vielen Dank dafür!
  • Die Rezension zeigt meine persönliche und ehrliche Meinung auf.

 

Aufgabe 21) Buch mit einer Zahl auf Cover oder Titel


-> Deutschland


 

Berlin

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