Bretonische Verhältnisse von JeanLuc Bannalec

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In den letzten Tagen durfte ich erstmals an einer Leserunde teilnehmen. Gelesen wurde bei lovelybooks das Buch „Bretonische Verhältnisse – Ein Fall für Kommissar Dupin“ von Jean-Luc Bannalec.

Jean-Luc Bannalec
Bretonische Verhältnisse – Ein Fall für Kommissar Dupin
ISBN: 978-3-462-04406-5
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
304 Seiten
14,99 Euro

Text auf der Rückseite des Buches:

Im malerischen Küstendorf Pont Aven wird an einem heißen Julimorgen der Besitzer des berühmtesten Hotels am Platz brutal erstochen aufgefunden. Kommissar Dupin, eingefleischter Pariser und zwangsversetzt ans Ende der Welt, übernimmt den Fall und stößt in der bretonischen Sommeridylle auf ungeahnte Abgründe…

Ein fesselnder Kriminalroman, durchzogen von hintergründigem Humor und so wunderbar stimmungsvoll, dass man sofort selbst durch die engen Gassen des Dorfes flanieren und die salzige Atlantikluft riechen möchte. Eine Krimistunde – nicht nur für Frankreichfans.


Zum Inhalt:

Kommissar Dupin wird wegen des Mordes am 91-jährigen Hotelbesitzer Pierre-Louis Pennac nach Pont Aven gerufen. Das Hotel Central, das dem Verstorbenen gehörte, hat Berühmtheit erlangt, weil sie seit dem 19. Jahrhundert eng verbunden ist mit der Schule von Pont Aven. Gegründet wurde die Schule von Pont-Aven von einer Gruppe Maler, der auch Gauguin angehörte. Die Politik und die Presse wird schnell auf den Mord aufmerksam und so steht Kommissar Dupin innerhalb kürzester Zeit unter Druck.

Dupin recherchiert im näheren Umfeld des Toten, um herauszufinden, was jemanden dazu bewegen könnte, einen 91-jährigen Mann umzubringen, der sowieso nur noch kurze Zeit zu leben hatte. Dabei umgeht er Telefonate mit seinen Vorgesetzten ebenso hemmungslos, wie er seine Mitarbeiter durch die Weltgeschichte schickt, aber kaum in seine Ermittlungsergebnisse einbezieht.

Während seine Mitarbeiter recherchieren, spaziert Dupin durch die Region und versucht, seine Gedanken zu ordnen. Dabei lernt der Leser die Schönheit der Bretagne und die Eigenheiten der Menschen kennen.

Nach und nach kristallisiert sich ein Mordmotiv heraus und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Dupin klar wird, wen aus der überschaubaren Menge der Verdächtigen er verhaften muss.


Cover:

Das Motiv des Covers wäre mir in der Buchhandlung nicht aufgefallen, daher wäre ich an diesem Buch wohl vorbei gegangen.

Der Einband kann vorne und hinten aufgeklappt werden, auf der Innenseite befindet sich eine Karte der Bretagne, wodurch der Leser die Wege von Kommissar Dupin nachvollziehen kann.

Am Anfang haben mich die „Sollknickstellen“ des Buchumschlages begeistert, aber in der Mitte des Buches habe ich festgestellt, dass der Buchrücken dadurch geknickt wird, was am Ende natürlich nicht mehr schön aussieht.


Autor:

Jean-Luc Bannalec wurde 1967 in Brest geboren; sein Vater ist Bretone, seine Mutter Rheinländerin. Er arbeitet in Deutschland und Frankreich und lebt mit seiner Familie in beiden Ländern. »Bretonische Verhältnisse« ist sein erstes Buch; weitere Fälle von Kommissar Dupin folgen. (Quelle: Bucheinband)


Mein Eindruck:

Das Buch ist in vier Kapitel aufgeteilt, wobei jedes Kapitel einen kompletten Tag umfasst.

Der Leser weiß immer genau über den Ermittlungsstand Bescheid, im Gegensatz zum Team des Kommissars. Dupin lässt sein Team im Unklaren über den Stand seiner Ermittlungen, schickt sie teilweise sinnlos durch die Gegend und nimmt Telefonate nur entgegen, wenn ihm gerade danach ist. Es gibt ermittelnde Einzelgänger, die mir wesentlich sympathischer waren, als Dupin. Erst ganz am Ende hatte der Kommissar auch für mich eine Sternstunde. Ein Verdächtiger, der zwar nicht der Mörder war, dessen Weste aber auch nicht rein ist, sollte ungestraft davon kommen und Dupin macht sich Gedanken darüber, wie er diesen Mann trotzdem noch zur Rechenschaft ziehen könnte.

Schwierigkeiten hatte ich zunächst mit den vielen verschiedenen Personen, die innerhalb kürzester Zeit auftreten. Leider wird bis zum Ende des Buches weder klar, warum Dupin Paris verlassen musste, noch, was es mit den diversen Frauengeschichten auf sich hat, von denen der Leser im Laufe des Buches erfährt. Zumindest letzteres hätte sich der Autor dann auch sparen können, denn das spielte gar keine Rolle für diesen Fall.

Spannung ist bei mir bis zur Mitte des Buches kaum aufgekommen und wenn, wurde sie durch einen neuen Vorfall oder eine Teilaufklärung gleich wieder zunichte gemacht. Ungefähr in der Mitte des Buches hat sich ein Spannungsbogen aufgetan, der sich bis zum Ende des Buches gehalten hat. Ich mehrere potentielle Mörder auf meiner Liste und war über den Ausgang der Geschichte doch überrascht. Allerdings hätte die Auflösung etwas ausführlicher sein dürfen.

Ich bin davon ausgegangen, dass das Buch in Richtung Regional-Krimi gehen soll. Allerdings überwiegt in diesem Buch nach meinem Empfinden das Lokalkolorit und die Kriminalhandlung kommt zu kurz. Da ich einen Krimi erwartet habe, habe ich mich dabei erwischt, wie ich ganze Absätze übersprungen habe, in denen Bannalec sich ausschweifend über die herrliche Landschaft ausgelassen hat.

Ein Pluspunkt war für mich, dass der Autor auf die Schule von Pont-Aven eingegangen ist. Einige Hintergrundinformationen waren wichtig, um den Fall in seinem ganzen Ausmass zu verstehen.

Bretonische Verhältnisse ist für mich ein etwas anderer Kriminalroman, der meinen Geschmack nur gestreift, aber nicht getroffen hat. Wer die Bretagne kennt und liebt, wird die Ausführungen über die Region sicherlich mehr zu schätzen wissen und daran das Besondere an diesem Buch festmachen, da die Landschaft tatsächlich sehr stimmungsvoll beschrieben wird. Aber ich wollte von einem Kriminalfall lesen und keine Reiseführer studieren.

Daher von mir nur 3 von 5 Sternen.

Ein Gedanke zu „Bretonische Verhältnisse von JeanLuc Bannalec“

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