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Das Walmesser von C. R. Neilson

 

  • Das Walmesser
  • Ein Färöer-Krimi von C. R. Neilson
  • Hörbuch
    • 2 mp3-CDs Laufzeit: 12h 52
    • erschienen am 28.12. 2016
    • bei Random House Audio
    • gelesen von Martin Bross

  • Inhalt

John Callum wacht eines Morgens verkatert am Hafen auf. An den vergangenen Abend hat er keine Erinnerung mehr, aber in seiner Tasche findet er ein Grindaknívur, ein blutiges Messer, das üblicherweise zum Schneiden von Walfleisch benutzt wird. Und in der Stadt gibt es nur ein Thema: der Mord, der in dieser Nacht geschehen ist.


  • Protagonist

John Callum lebt er seit kurzer Zeit auf den Färör-Inseln. Er konnte eine kleine Hütte anmieten, hat eine Anstellung in einer Fabrik gefunden und in der Hauptstadt Tórshavn schon einige Menschen kennengelernt. Er ist nicht auf Ärger aus, hat sich aber schon einige Feinde gemacht. Dabei wollte er nur weit weg von seiner Heimat Schottland ein neues Leben beginnen.

  • Meine Gedanken zum Buch

Eine kleine Inselgruppe im Nordatlantik. Dreihundert Tage im Jahr Regen. Die Menschen leben von Fischfang, Schafzucht und der Jagd auf Grindwale. Wer freiwillig hierher kommt, ist anderswo vor etwas geflohen.

Wie der Klappentext des Buches beginnt auch das Hörbuch mit einer ausschweifenden Beschreibung der wunderbaren Landschaft der Färör verpackt in die Ankunft von John Callum. Eigentlich ganz nett, wenn ich nicht nach drei Stunden mühsamer Hörzeit immer noch darauf gewartet hätte, dass etwas Entscheidendes passiert.

Mehr als einmal wollte ich das Hörbuch abbrechen, doch ein Blick auf die Statistik der überwiegend sehr guten Rezensionen hat mich zunächst davon abgehalten. Nach einer weiteren Stunde Hörzeit habe ich mir die Rezensionen ein wenig genauer angesehen und festgestellt, dass beim Hörbuch bereits direkt zu Beginn gekürzt wurde.

Durch Zufall bin ich mit einer Bekannten ins Gespräch gekommen, die das Buch gekauft, es abgebrochen hatte, weil es sie nicht überzeugen konnte. Um einen Vergleich zwischen Hörbuch und Buch ziehen zu können, habe ich mir das Buch von ihr geliehen. Auch hier zogen sich die ersten 250 Seiten, doch ich dachte, wenn ein Buch so gute Bewertungen erhält, muss die zweiten Hälfte des Buches phänomenal sein um die „ersten“ Eindrücke auszubügeln.

„Phänomenal“ war aber auch der zweite Teil des Buches nicht, gut, aber nicht überragend.

Während sich die erste Hälfte darauf beschränkt, zu erzählen, wie John auf den Färör-Inseln angekommen ist, was er seither erlebt und wen er kennengelernt hat, passiert dann (endlich) der Mord, womit dann auch der Untertitel „Krimi“ zu seinem Recht kommt.

Ginge es in dieser Krimi nur um den Mord und die Aufklärung, hätte das Buch möglicherweise sogar vier Eulen von mir bekommen, aber da ich das Buch als Ganzes bewerte, reicht es nur für 2,5 Eulen. Eine halbe Eule lege ich noch für die Covergestaltung (siehe Foto) drauf.

  • Fazit

Nichts für Freunde rasanter Krimis. Um Spaß an diesem Buch zu haben muss man großes Durchhaltevermögen an den Tag legen und ein Faible für die Beschreibung von Land und Leute haben.

Meinen Geschmack hat dieser Krimi leider nicht getroffen. Hätte ich nicht schon so viel Zeit investiert gehabt, hätte ich mit Sicherheit abgebrochen.


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34) ein Buch das 2016 erschienen ist


  • Titel: (Das) Walmesser
  • Stadt: Tórshavn
  • Land: Färör

-> Färör

Die Breznkönigin von Emma Sternberg


Die Breznkönigin von Emma Sternberg
erschienen am 08. Juli 2013
im Verlag Heyne
9,99 EUR

 

 

 

 

  • Inhalt

Fanny ist in der bayerischen Provinz aufgewachsen und hat einen ersten Ausbruch aus der familieneigenen Gastwirtschaft gewagt, als sie in Pforzheim eine Ausbildung zur Goldschmiedin absolviert hat, doch ein Hilferuf des Vaters hat sie vor sieben Jahren zurück geführt und sie hat es nicht mehr geschafft, noch einmal wegzugehen.

Als Quirin, Geschäftsmann aus Berlin, in der Gaststube auftaucht, ist er hin und weg vom Ambiente und vom Essen. Er will die Minghartinger Stuben in der Hauptstadt nachbauen lassen, das Essen nach Omas Rezepten anbieten und Fanny als Geschäftsführerin  nach Berlin holen. Ist das die Chance, von der Fanny immer geträumt hat?

  • Protagonistin

Fanny ist ein Familienmensch und für sie hat sich nie die Frage gestellt, ob sie in der Gastwirtschaft der Oma mitarbeitet oder nicht. Ihr Vater sieht das leider ganz anders, der drückt sich um die Arbeit, wo er kann und auch die Mutter hat nie täglich hinter der Theke oder in der Küche gestanden, sondern arbeitet bei einem größeren Konzern als Sekretärin.

Sie ist ein grundehrlicher Mensch, sehr liebenswert, keine Arbeit ist ihr zu schwer oder zu viel. In Berlin lernt sie nach einiger Zeit Tino und seine Clique kennen und verändert sich. Mal zum Guten, in dem sie aufblüht, mal nicht so gut, als sie von der Arbeit blau macht, was so gar nicht zu ihr passt.

  • Geschichte

Landei trifft auf Großstadt, könnte man meinen. Aber das war hier gar nicht der Fall, denn zuerst einmal geht Fanny in ihrer Arbeit auf und merkt erst nach und nach, dass sie noch nichts von Berlin gesehen hat. Das ändert sich mit der Clique, in die sie hinein rutscht und anschließend Nacht für Nacht um die Häuser zieht. Immer stylisch, immer trendy, aber das ist nicht Fanny, sie möchte sich selbst treu bleiben.

Die Wendungen in der Geschichte waren vorhersehbar, was der Handlung aber keinen Abbruch getan hat.

  • Stil

Vieles, was typisch bayerisch ist, spielt in dem Buch eine Rolle. An aller erster Stelle natürlich das Essen, aber auch Schafkopfen, Dirndl und natürlich der Dialekt. Wer des Dialektes nicht mächtig ist, der kann sich die Übersetzungen auf den letzten Seiten des Buches einholen, aber keine Angst, es sind nur einzelne Sätze oder Wörter im Dialekt, die einfließen.

Der Schreibstil von Emma Sternberg hat mir schon bei Liebe und Marillenknödel gut gefallen, allerdings hatte die Handlung hier einige wenige Längen, so dass es mir leichter gefallen ist, den Reader einfach mal aus der Hand zu legen.

  • Fazit

Das Buch hat mir gefallen, weil es vieles davon aufwirft, was mir auch wichtig ist. Heimat, Familie, zuverlässige Freunde, Ehrlichkeit. Es ist kein typischer Liebesroman, aber sehr unterhaltsam und natürlich mich Happy End. Ich vergebe vier von fünf Eulen.

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Amazing Summer Reads – ich bin sprachlos

Die unverhofften Zutaten des Glücks von Deborah McKinlay

Zutaten

Zum Inhalt:
Die Engländerin Eve Petworth ist Mitte 40, geschieden, hat eine erwachsene Tochter und wurde ihr Leben lang von ihrer kürzlich verstorbenen Mutter dominiert. Aus einer spontanen Idee heraus schreibt sie einen Brief an den amerikanischen Schriftsteller Jackson „Jack“ Cooper.
Überraschenderweise erhält sie Antwort und aus der gemeinsamen Leidenschaft für das Kochen und Essen entwickelt sich ein reger Briefkontakt über den großen Teich hinweg.
Die beiden entwickeln eine Freundschaft, tauschen sich nach und nach über private Dinge aus und eines Tages schlägt Jack ein Treffen in Paris vor…
Meine Meinung:
Eve war mir von Anfang an sympathisch, sie wirkt aber immer zerbrechlich und hat durch den ständigen Einfluss ihrer Mutter überhaupt kein Selbstbewusstsein. Jeder Gang aus dem Haus scheint sie Überwindung zu kosten. Durch den Kontakt mit Jack kriecht sie ein wenig aus ihrem Schneckenhaus heraus.
Jack ist eine erfolgreicher Autor, dessen zweite Ehe gerade gescheitert ist. Er steht kurz vor seinem 50. Geburtstag und ist auf der Suche nach dem Sinn des Lebens bzw. einer Frau, mit der er den Rest seines Lebens teilen kann.
Die Autorin wechselt hier immer geschickt zwischen Eve und Jack hin und her, so dass der Leser automatisch am Leben beider Protagonisten teilnimmt und auch viel von ihrer Vergangenheit erfährt. Die beiden sind so unterschiedlich, dass es an ein Wunder grenzt, dass die beiden überhaupt eine Gemeinsamkeit haben, aber die Liebe zum Kochen verbindet sie tatsächlich.
Auf die großen Gefühle wartet man bei diesem Buch allerdings vergebens, denn wer meint, dass sich die beiden unter dem Eiffelturm in die Arme fallen und für immer zusammen bleiben, der irrt gewaltig. Das hätte auch gar nicht zu diesen beiden Menschen gepasst, finde ich 🙂 Die Autorin hat sie hier ein anderes Ende einfallen lassen und rundet diesen wunderschönen Roman damit perfekt ab.

„Die unverhofften Zutaten des Glücks“ war für mich wieder einmal ein Buch, dass ich verschlungen und mir wieder einemal eine Nacht um die Ohren geschlagen habe, bis ich auch die letzte Seite umschlagen konnte. Der Roman ist tiefgründig und trotzdem kurzweilig und leicht zu lesen. Ich vergebe daher 5 von 5 Eulen und bedanke mich Claudia, die mir das Buch leihweise überlassen hat.

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Die wundersame Geschichte der Faye Archer von Christoph Marzi

Faye

Die wundersame Geschichte der Faye Archer
von Christoph Marzi
Verlag: Heyne
384 Seiten
erschienen im August 2013

 

Zum Inhalt:

Die Musikerin Faye Archer arbeitet in einer Buchhandlung, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eines Tages hört sie einen Kunden, Alex Hobdon, einen Satz sagen, der sie fasziniert: „Manche Geschichten sind wie Melodien“. Faye bekommt ihn zwar nicht zu sehen, aber er hat sein Notizbuch liegen lassen. So macht sie sich bei Facebook auf die Suche nach ihm und sendet ihm eine Nachricht. Die Nachrichten wechseln hin und her und die beiden beschliessen, sich kennen zu lernen. Doch dann geschieht etwas, was die Welt von Faye Archer erschüttert und an Alex zweifeln lässt.

Meine Meinung:

Wer meinen Blog kennt, weiss, das Christoph Marzi mein Lieblingsautor ist. Auf seine Bücher bin ich durch seine Frau Tamara gestossen, die ich zunächst online und später auch im richtigen Leben kennenlernen durfte. Bevor ich mein erstes Buch von Christoh Marzi in Händen hielt, war das Genre Fantasy für mich ein Buch mit sieben Siegeln, zwischenzeitlich sind die Neuerscheinungen dieses Autors auf meiner Wunschliste, sobald ich sie entdeckt habe.

Da ich fast alle seiner Bücher gelesen habe, hat es mich irritiert, dass ich mich anfangs schwer getan habe, in die Geschichte um Faye Archer hinein zu kommen. Doch schon nach den ersten Seiten war ich gefangen vom Zauber der jungen Frau. Sie war mir von Anfang an sympathisch. Dass sie als Sängerin unter dem Namen Holly Go auftritt ist kein Zufall, die meisten werden – wie ich – sicher sofort an Holly Golightly aus „Frühstück bei Tiffany“ denken. Und genau diese Geschichte ist es, die Faye und Alex verbindet, denn Alex will daraus eine Graphic Novel machen. Aber auch die Musik verbindet die beiden Menschen und spielt im Buch eine Rolle.

Wie schon so oft bei seinen Büchern hatte ich zwischendurch das Gefühl, Christoph Marzi schreibt keine Romane, sondern Märchen für Erwachsene. Sein Schreibstil zaubert mir genau so oft lebhafte Bilder vor mein inneres Auge, wie er mich tief berührt.

Das Buch unterscheidet sich nicht nur inhaltlich von den anderen Büchern des Autors, die ich besitze, denn das Cover ist auf den ersten Blick eher schlicht, es dominiert der bunte Schriftzug über der Skizze eines Straßenbildes mit dem die Atmosphäre des Buches ausgedrückt wird. Aber meiner Ansicht nach ist es kein Cover, das in einer Buchhandlung auffällt, wer nicht nach Christoph Marzi sucht, wird es möglicherweise übersehen … und verpasst etwas!

Fazit:

Für die bezaubernde, verzaubernde und zauberhafte Geschichte um Faye Archer vergebe ich fünf von fünf Eulen. Mein nächstes Buch von Christoph Marzi habe ich bereits vorbestellt, es heisst 5 Tage im April und erscheint diesen Monat im Arena Verlag.

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