Damals, als ich noch jung war …

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Ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten Tagen und Wochen verstärkt in Kindheits- und Jugenderinnerungen schwelge, vor allem, wenn ich lese, welche Beitrag ich in letzter Zeit verfasst habe. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dass ich Probleme mit dem Alter habe, würde zeitlich passen, jetzt, wo mein Geburtstag vor der Tür steht :D

Passenderweise beschäftigt sich Timm auch gerade mit dem Thema „damals“, allerdings aus einem ganz anderen Grund, denn er wird Papa und macht sich so seine Gedanken. Unter anderem bringt er die dann auch auf seinem Blog „zu Papier“. Mich interessieren Kinder-Themen auf Blogs sehr, beispielsweise bin ich total fasziniert von den DIY-Artikeln der Queen of Home, die mir damit neue Ideen liefert, was man mit Kindern alles basteln kann. Interessant finde ich auch Artikel wie die von Marc und Manni, bei denen es um die Ausrichtung von Kindergeburtstagen geht. Auch interessieren mich Artikel, und Aktionen, bei denen ich neue Ideen für die Freizeitgestaltung meiner Familie finde. Zusammengefasst könnte man sagen, dass ich gerne Artikel und Aktionen bezüglich Kinder verfolge, mit denen ich mich bzw. meine Kinder identifizieren kann.

Aber zurück zum Thema. Damals, als ich noch jung war, waren wir an den Tagen, an denen unsere Mutter gearbeitet hat, bei den Großeltern und ich weiß noch sehr gut, dass Oma und Opa immer mit uns gespielt haben. Sie haben uns verschiedene Brett- und Kartenspiele beigebracht und im Sommer gab es selbst gemachten Eiskaffee, denn mein Bruder und ich haben schon sehr früh unsere Liebe für Kaffee entdeckt :D

Damals, als ich noch jung war, habe ich mich jeden Tag drauߟen mit Freunden getroffen und das klappte, ohne dass wir uns großartig absprechen mussten. Auch der Zeitpunkt, wann wir nach Hause mussten, war festgelegt, denn spätestens, wenn die Strassenlaternen angegangen sind, haben unsere Mütter uns zu Hause erwartet. Heute nennt man unsere Generation auch die“Gassenkinder”. Wir haben im Wald verstecken gespielt, “Ochs am Berg”, “Himmel und Hölle”, Seilspringen, Gummitwist und vieles andere mehr.

Allerdings bietet sich meinen Kindern diese Möglichkeit so nicht, weil wir zum einen in der Stadt wohnen und die beiden unter der Woche nachmittags im Hort sind. Dort sind sie aber auch mit vielen anderen Kindern zusammen, auf einem „geschützten Raum“, der ihnen sehr viele Freiheiten und Möglichkeiten bietet. Unsere Horterzieher bemühen sich sehr darum, unseren Kids dazu vermitteln, was uns früher auf die Strasse getrieben hat. So gibt es beispielsweise Stelzen, Skipping ropes (früher hiessen die Springseil :D), Gummitwist, aber auch einen Bolzplatz, eine Tischtennisplatte und anderes mehr.

Meiner Meinung nach hat sich an den Spielen, die wir damals, als wir noch jung waren gespielt haben und die die Kids heute draußen spielen, nicht viel geändert. Bewegung und Rollenspiele. Anders sieht es bei Spielen für drinnen aus. Natürlich gibt es immer noch die Dauerbrenner wie Mensch ärgere Dich nicht oder Memory und die Kinder spielen Schwimmer, Kniffel oder Mikado. Aber es haben auch viele neue Spiele ihren Weg in unseren Spieleschrank gefunden, die vielleicht ein wenig bunter, ein wenig „spaciger“, aber nicht minderwertiger in der Qualität sind. Ich bin froh, dass ich mich da immer noch auf Das Spiel des Jahres verlassen kann, das uns eigentlich noch nie enttäuscht hat.

A propos Brettspiele. Vor einiger Zeit hat sich mein Mann Die Siedler von Catan gekauft, was wir damals, als wir noch jung waren, also in unserer kinderlosen Zeit, fast exzessiv gespielt haben. Und was soll ich sagen: unsere Mädels lieben es und nach nur wenigen Malen spielen, wissen sie schon, wie man sich gegen den Papa verbündet :D

An dieser Stelle fällt mir der Text eines Liedes von den Prinzen ein, es war nicht alles schlecht. Nein, wirklich nicht, wir hatten weniger Taschengeld und haben trotzdem überlebt. Wer im Sommer nicht weggefahren ist, hat im Garten ein Zelt aufgestellt und Freunde zum übernachten eingeladen. Das Fahrrad hat uns absolut mobil gemacht und Fernsehen brauchten wir höchstens mal bei ganz schlechtem Wetter. Nein, damals, als wir jung waren, war bestimmt nicht alles schlecht. Aber das ist es heute auch nicht, es ist nur anders. Und es ist unsere Aufgabe, zu akzeptieren, dass die „Generation Gassenkinder“ beispielsweise durch das viel höhere Verkehrsaufkommen und Menschen, die Kinder als Freiwild betrachten, überholt ist. Es ist auch unsere Aufgabe, Alternativen für unsere Kinder zu schaffen.

Das haben übrigens unsere Eltern auch geschafft, damals, als wir noch jung waren ;) …

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade Kind-in-Aktion vom Timm und der ersten Aufgabe Wir waren alle einmal jung.

6 Gedanken zu „Damals, als ich noch jung war …“

  1. Hach…ja, Kindheits- und Jugenderinnerungen!
    Ich finde es schön mal so einen Beitrag zu lesen und mich selber zu erinenrn :)
    Spiele sind ja noch nie so meins gewesen…aber ich erinnere mich, dass ich als Kind quasi von morgens bis abends draussen gespielt habe…es gab immer so viel zu entdecken und der Spielplatz war auch genau vor der Haustür :)

  2. Hallo Daggi,
    du hast ein schönes Motto durch den Text laufen lassen. Ich selbst würde mich auch als Gassenkind bezeichnen, denn in meinen Kindertagen war es nicht üblich, nach der Schule in den Hort zu gehen, denn irgendwie haben die Familien die Kinderbetreuung am Nachmittag selbst gestemmt bzw. gab es sowas wie Nachbarschaftshilfe. Aber schon bei meinen eigenen Kindern, die inzwischen erwachsen sind, war Kita und Hort ein normaler Alltagsbestandteil und darum finde ich es gut, dass du das Thema ansprichst.

    Eine Zeit lang habe ich aus Prinzip immer das Spiel des Jahres gekauft, aber es ist mir nicht so recht gelungen, meine Kinder für Brettspiele zu begeistern.

    Ich finde es gut, dass man heute z.B. bei so einer Parade die Möglichkeit hat, sich neue Ideen zu holen. Diesen Austausch hätte ich mir vor 20 Jahren auch gewünscht.
    LG Iris

  3. Hallo Daggi,
    :-) dann grüßt mal Gassenkind das Gassenkind. Ich freue mich, dass Du auch Ochs am Berg genossen hast. Bei uns war die Dämmerung ausschlaggebend nicht die Straßenlaternen. Meist hatte ich noch nicht mal ne Uhr dabei und es ging trotzdem. Ein bisschen Wehmut schwingt da doch mit, wenn man überlegt, dass es heute nur wenigen Kindern möglich ist einen so großen Freiraum zu genießen. Aber Du hast, recht, es müssen eben Alternativen gefunden werden.

    Liebe Grüße
    Sandra

  4. Aloah,

    hehe Gassenkind aber bei uns hieß es Strassenkind , klingt auch nicht besser. Aber wir waren ja auch den ganzen Tag an der frischen Luft und haben uns mit allem Möglichen beschäftigt. Ich weiss noch das bei uns auch eine Zeitlang Jojos ganz hoch im Kurs standen und alle damit rumgelaufen sind :-)
    Manche Spiele sind einfach Zeitlose Klassiker da kann man nichts dran ändern und ich mag auch die Brettspiele die wir schon als Kind hatten, Stapelmännchen, Sagaland, Husch Husch kleine Hexe, Spiel des Lebens, Tabu…. so einfach, simpel und doch so toll

    herzliche Grüße und vielen lieben Dank für dein tolles verlinken, werde mir Mühe geben dir noch viele weitere DIY Sachen präsentieren zu können ;-)

  5. Hallo Daggi,
    erst einmal schön, dass Du mitmachst. :)
    Brett- und Kartenspiele habe ich durch meine Eltern gelernt. Findet das überhaupt noch statt in Zeiten der Elektronik und Überlastung der Eltern?

    Monopoly gehörte zu meinen Lieblingsspielen. Es kommt leider nur noch selten vor, dass ich es spiele. Aber das muss sich wieder ändern. :)
    Das Monopoly von Mc D. es gefällt mir einfach nicht. ;)

    Vielen Dank für den Begriff „Gassenkinder“. Nur weil man draußen auf der Straße spielt?
    Ich finde es schön, wie du deine Kinder umsorgst. :)
    Die Welt ist schon verrückt, wenn aus einem Springseil ein Skipping Rope wird aber wahrscheinlich lässt es sich mit deutschen Namen schwerer verkaufen. ;)

    Hmm. Komisch. sind wir die gleiche Generation? Kniffel, Memory, Mikado und und und …

    Ich finde es schön, lieber in der Natur zu toben oder auf einem Bauernhof seinen Urlaub zu verbringen als immer nur nach Mallorca zu fliegen oder zu Hause am PC zu sitzen.
    Ok. Ich sitze jetzt auch ständig am PC – aber das hat ja seine Gründe … ;)
    LG Timm

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