Zerbrochen am beruflichen und privaten Stress

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Einige von Euch kennen den Blog von Marc und haben sicher auch schon seine Lesenswerten Links entdeckt, die er jede Woche online stellt. Vor einigen Tagen ist mir dabei der Beitrag von Marco mit dem Titel Adios Burnout. Hallo Leben aufgefallen, ein Thema das mich schon längere Zeit beschäftigt und über das ich bereits einen Artikel angefangen habe, den ich nun auch zu Ende geschrieben habe.

Ich selbst habe den Burnout einer mir nahestehenden Person miterlebt und ihre Geschichte deckt sich zu einem grossen Teil mit dem, was ich von Marco gelesen habe. Vor allem, dass man gerne 110% gibt und keine Schwächen eingestehen kann. Ich habe gesehen, wie aus einer selbstbewussten und erfolgreichen jungen Frau jemand wurde, der Angst hatte, je wieder in den Beruf zurück kehren zu müssen. Ich habe aber auch gesehen, wie sie wieder zurück gefunden hat ins Leben. Genau wie Marco, den ich nicht persönlich kenne und auf dessen Blog ich mich bisher noch nicht verirrt hatte, trotzdem es hat mich sehr gefreut, zu lesen, dass es Marco zwischenzeitlich wieder sehr gut geht.

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Im Nachhinein muss ich sagen, zum Glück habe ich das erlebt, denn ich konnte in meinem eigenen Leben die Reissleine ziehen. Ich habe festgestellt, dass ich auf dem besten Weg bin, in die gleiche Richtung zu gehen, beruflicher Stress, Überstunden, Hausarbeit, mit den Kinder lernen, privater Stress, mein Perfektionismus, mein Ehrgeiz, das Helfersyndrom, Angst, weil ich durch das Studium meines Mannes plötzlich für das Familieneinkommen zuständig war, fehlende Anerkennung, es kam eines zum anderen. Ich war niedergeschlagen, erschöpft, ausgelaugt, schnell reizbar, bin nicht mehr zu Ruhe gekommen, hatte das Gefühl, mein Ruhepuls liegt bei 160, nachts konnte ich nicht mehr schlafen und habe gegrübelt.

Weil ich durch die mir nahe stehende junge Frau gesehen habe, wie sich diese Situation weiter entwickeln kann, habe ich mir Hilfe geholt, mir zeigen lassen, wo meine „Schwachstellen“ liegen und wie ich daran arbeiten kann. Darüber hinaus hat mir eine Mutter-Kind-Kur tatsächlich sehr geholfen, denn ich bin wieder „runter gekommen“ und habe herausgefunden, wie ich mich entspannen kann. Dazu gehört nicht nur, dass ich jetzt regelmässig zwei bis drei Mal die Woche laufen gehe und einfach abschalten kann, dazu gehört auch, dass ich mich ins Bett lege, wenn ich mich „fertig“ fühle oder auch mal eine Stunde länger schlafe. Leider habe ich auch Menschen in meinem engsten Umfeld, die kein Verständnis dafür haben, dass ich mir diese Auszeiten nehmen muss, aber darüber kann ich stehen und hoffe für diese Menschen einfach nur, dass sie nie in meine oder eine schlimmere Situation kommen.

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Heute geht es mir besser, weil ich mehr auf mich achte und nicht das Wohl aller anderen vor mein Eigenes stelle. Nicht falsch verstehen, meine Kinder sind mir wichtig, aber ich muss ihnen nicht „die Hand aus der Sonne legen“. Und mein sonstiges Umfeld ist durchaus in der Lage, ohne mich zu atmen, zu essen und zu schlafen, so dass ich getrost auch mal NEIN sagen oder selbst um Hilfe bitten kann. Allerdings muss ich gelegentlich, vor allem im Job, darauf achten, nicht in alte Verhaltensweisen zurück zu fallen.

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Nach Dr. med Vinzenz Mansmann gibt es 12 Burnout Phasen der Erschöpfung. Ich hatte zu Beginn des Artikels schon geschrieben, dass ich „auf dem besten Weg“ war, während Marco in seinem Artikel deutlich macht, dass er sich bereits im zweistelligen Bereich dieser Phasen befunden hat. Doch egal, wie weit jemand ist, Burnout darf man nicht unterschätzen und sollte sich Hilfe holen.

5 Gedanken zu „Zerbrochen am beruflichen und privaten Stress“

      1. Guten Morgen, Daggi, das freut mich! Ich denke, es gehört auch eine große Portion Mut dazu, zuzugeben, wenn es einem zu viel wird. Und sich dann auch durchzusetzen und seine Rechte einzufordern.
        Ich denk an dich. Du machst das genau richtig. ♥
        Liebe Grüße
        Claudia

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