Krähenschrei von Torsten N. Siche

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  • Krähenschrei
  • von Torsten N. Siche
  • erschienen am 08. März 2011
  • im Fischer Verlag

Enzo will seiner Laufpartnerin Inga gestehen, dass er sich in sie verliebt hat, aber ausgerechnet an diesem Tag kommt Inga nicht verabredeten Zeitpunkt. Sie lässt sich verleugnen und ihre Eltern sehen in ihr einen Stalker.

Enzo vermutet, dass diese Verwandlung mit Vesna und ihrer Clique zusammenhängt, für die sich Inga plötzlich interessiert.

Moritz und Arne wollen ihrem alten Freund helfen, doch plötzlich ist ein Mädchen aus Vesnas Clique tot und Inga ist verschwunden…


  • Die Protagonisten:

Enzo läuft seit einigen Wochen mit Inga und hat sich verliebt. In seiner Verliebtheit hat er seine Freunde stark vernachlässigt. Ihm passiert in diesem Buch nicht viel Positives, er hat mir während des Lesens einfach nur leid getan.

Inga umgibt sich mit einer Clique, die gar nicht zu ihr passt. Von Anfang an ist klar, dass das einen guten Grund haben muss. Ihre Person würde ich in diesem Buch am ehesten als farblos bezeichnen. Dass sie sich niemandem anvertraut, ist eine Sache, aber dass sie Enzo an die Polizei ausliefert, anstatt ihn in Schutz zu nehmen, hat sie für mich unsympathisch gemacht.

Moritz und Arne habe ich dafür bewundert, dass sie, obwohl Enzo sie für Inga hat links liegen lassen, sofort wieder für ihn eingetreten sind, als er Hilfe gebraucht hat. Dass beide dafür unterschiedliche Beweggründe hatten, habe ich erst gegen Ende des Buches erkannt.

Vesna und ihre Clique kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen und – ganz Klischee – wandeln nicht gerade auf dem Pfad der Tugend, was ihrer schwierigen Kindheit geschuldet ist.


  • Gesamteindruck:

Die Kapitel werden aus Sicht unterschiedlicher Personen erzählt. Den Schreibstil des Autoren würde ich als modern bezeichnen. Auf jeden Fall eine Sprache, die einem Jugendbuch gerecht wird.

Die Handlung ist anfänglich einfach und leicht verständlich, ein Junge möchte seine Liebe gestehen, das Mädchen ist an die falsche Clique geraten und verleugnet ihn. Was dann folgt ist sehr komplex, denn es wird erörtert, was die Clique alles angestellt hat, wie Inga hineingezogen wurde, welche Kreise die Sache auf einmal zieht.

Das Buch hat mich zwar in seinen Bann gezogen, allerdings bin ich mit dem plötzlichen Umschwung gegen Ende nicht mehr klar gekommen. Die Vorgänge waren zwar nachvollziehbar, aber es war einfach „zuviel des Guten“. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber „es ist nichts, wie es scheint“ trifft die Auflösung des Buches meines Erachtens ganz genau.


  • Cover

Schmetterlinge an einem Stacheldraht, ein Cover, das zeigt, dass etwas Schönes mit etwas Gefährlichem in Berührung kommt. Im weitesten Sinne könnte ich damit das Cover mit der Handlung in Verbindung bringen, aber für mich passt das Cover nicht wirklich zum Buch.


Fazit

Die Idee für diesen Jugendthriller ist gut, denn es wird einiges an Problematik aufgeworfen, Mobbing, Erpressung, das Verhältnis von Jugendlichen zu ihren Eltern und anderes. Die Ideen sind zunächst auch gut umgesetzt, aber die Vorgänge überschlagen sich am Ende förmlich und wie ich oben bereits geschrieben hatte, war das für mich zuviel des Guten.

Da ich schon (wesentlich) bessere Jugendthriller in den Händen hatten, die sich auch mit ähnlichen Themen beschäftigen, vergebe ich drei von fünf Sternen.


  • Lesechallenge

Mit Krähenschrei decke ich den Buchstaben K der A-Z Lesechallenge ab.

Ein Gedanke zu „Krähenschrei von Torsten N. Siche“

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