FanFiction

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Viele von Euch kennen sicher schon die „Vorabendserie im Buchformat“ um Markus Neumann und Janna Berg. Die Autorin hat sich durch die TV-Serie Agentin mit Herz, die in meiner Jugendzeit zu meinen Lieblingsserien gehörte, inspirieren lassen.

Im Oktober hat Mila Roth zu einer FanFiction aufgerufen:

Fragestellung: Markus Neumann ist Geheimagent. Sein Beruf macht es notwendig, hin und wieder auch zu Einsätzen ins Ausland geschickt zu werden. In der Zeit, die zwischen Operation Maulwurf und Katzenfische verstrichen ist, hat er sich auf einen solchen Auslandseinsatz begeben – nach Südamerika, um einem Schmugglerring den Garaus zu machen. Allerdings ist er von dort mit einem kleinen Handicap zurückgekehrt. Janna ahnt davon nichts … bis sie ihn in Boxershorts sieht! Wer jetzt eine Idee hat, was in Südamerika geschehen sein könnte, der sollte sich sofort auf seine vier Buchstaben setzen und eine FanFiction dazu verfassen.

Mein Beitrag wurde aus dem Lostopf gezogen und bald bin ich stolzer Besitzer von insgesamt 12 Folgen der Serie. Ich erhalte jetzt alle bereits veröffentlichten Folgen, wobei ich 1 und 2 schon besitze, und alle anderen direkt nach Erscheinen. Ist das nicht klasse?

Und hier ist mein Beitrag:

Als der Himmel schwarz wurde

Markus Neumann hat Glück, sein Koffer ist einer der ersten, der über das Gepäckband am Frankfurter Flughafen zu den Wartenden transportiert wird. Um in den Genuss eines Direktfluges nach São Paulo zu kommen, war er einige Tage zuvor mit dem Auto nach Frankfurt gefahren und hatte seinen Z3 direkt am Abflug-Terminal an den „Platzhirsch“ übergeben. Der Parkhausservice ist bereits über seine Rückkehr informiert, so dass das Auto vor dem Ankunfts-Terminal wieder für ihn bereit steht, als er mit seinem Koffer aus dem Terminal tritt.

Als der Agent in seinen Wagen steigt, verspürt er ein Ziehen in der rechten Wade, dass ihn seit einigen Tagen begleitet. Allerdings hat er keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, denn Walter Bernstein wartet im Institut bereits auf seine Rückkehr. In zwei Stunden findet das Debriefing statt, dann ist sein Einsatz in Südamerika abgeschlossen und kann zu den Akten gelegt werden.

Während der Fahrt von Frankfurt zum Institut hat Markus Neumann ausreichend Zeit, seine Reise nach Brasilien noch einmal Revue passieren zu lassen. Er war einer Schmugglerbande auf der Spur, die ihre Ware mit Containerschiffen von Hamburg aus zu einem der größten Containerhäfen in Brasilien, nach São Francisco do Sul transportiert. Deshalb hatte er sich auf den Weg nach Brasilien gemacht. Nach seiner Ankunft am Flughafen von São Paulo war er von den brasilianischen Kollegen in Empfang genommen worden. Für den Einsatz in São Francisco do Sul war alles vorbereitet. Die Zusammenarbeit funktionierte problemlos, bereits zwei Tage später konnten sie die ganze Bande einschließlich der Hintermänner verhaften. Doch dann passierte das, womit niemand rechnen konnte, diese verflixte Halle explodierte …

Markus erschrickt, als er merkt, dass er das Institut schon fast erreicht hat. Er war so in Gedanken versunken gewesen, dass er sich kaum an die Autofahrt erinnern kann. Als er auf die Uhr sieht, stellt er fest, dass er die Strecke zu allem Überfluss auch noch in Rekordgeschwindigkeit zurückgelegt hat. Er war also nicht nur unkonzentriert, sondern auch noch viel zu schnell unterwegs. Er realisiert, wie leichtsinnig er war, das Erlebnis in Südamerika setzt ihm scheinbar doch mehr zu, als er vermutet hatte.

Einige Stunden später bedauert Walter Bernstein, dass er Markus auch nach dem umfangreichen Debriefing nicht die Möglichkeit bieten kann, sich auszuruhen. Der nächste Fall wartet bereits auf ihn und dieses Mal ist das Institut wieder auf die Hilfe von Janna Berg angewiesen. Deshalb bittet Walter Bernstein seinen Agenten, der jungen Frau die notwendigen Unterlagen vorbei zu bringen, damit sie sich vorab einen Überblick verschaffen kann.

Auf dem Weg zu Janna merkt Markus, dass seine Gedanken schon wieder in Richtung Südamerika abschweifen, aber dieses Mal zwingt er sich, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Ihm wird klar, dass er so schnell nicht mit dem Erlebten abschließen kann und eine schlaflose Nacht vor sich hat.

Bei Janna Berg angekommen, führt diese ihn in ihr Wohnzimmer und bietet ihm etwas zu trinken an. Sie lässt sich ihre Verwunderung nicht anmerken, als Markus nach einem Glas Wein fragt. Das ist für ihn ungewöhnlich, aber dann hatte sich Janna wohl nicht getäuscht, als sie vorhin an der Tür den Eindruck hatte, dass es ihm nicht besonders gut geht. Sie muss allerdings davon ausgehen, dass er ihr sowieso nicht erzählen würde, was mit ihm los ist, schließlich redet er nur selten über Einsätze, an denen sie nicht beteiligt ist. Deshalb fragt sie gar nicht erst nach. Die beiden gehen die Unterlagen, die Walter Bernstein seinem Agenten mitgegeben hat, durch und besprechen, wie sie vorgehen wollen. Auch jetzt fällt Janna auf, dass Markus nicht zu 100 Prozent bei der Sache ist.

Nachdem sie ihre Arbeit beendet haben, merkt Markus, dass er zwischenzeitlich doch müde geworden ist. Er könnte zwar trotz des einen Glases Wein noch fahren, aber sich unter Alkoholeinfluss an Steuer zu setzen, steht seinen Prinzipien entgegen, ganz zu schweigen davon, dass er auf der Stelle einschlafen könnte. Er fragt Janna nach der Telefonnummer eines örtlichen Taxiunternehmens. Nachdem sie mit der Visitenkarte des Fahrservices in ihr Wohnzimmer zurückkommt, findet sie Markus Neumann schlafend auf ihrer Couch. Janna muss nicht lange darüber nachdenken, ob sie ihn schlafen lassen oder wecken soll. Er sah schon die ganze Zeit so erschöpft aus, dass sie davon ausgeht, dass es ihm gut tut, wenn er sich einige Stunden ausschlafen kann.

Sie holt eine Decke aus ihrem Schlafzimmer und zieht ihm seine Schuhe aus. Danach zögert sie kurz und überlegt, ob es vielleicht zu intim ist, ihm auch die Hose auszuziehen, entscheidet dann aber, dass die Jeans zu unbequem ist. Gerade, als sie ihm die Decke über seinen nur noch mit T-Shirt und Boxershorts bekleideten Körper werfen will, dreht Markus sich auf die Seite und schmiegt sich in die Sofakissen. Janna erschrickt, als sie in diesem Moment eine Verletzung an seiner rechten Wade entdeckt.
Noch bevor sie ihn zudecken kann, schlägt Markus die Augen auf und als er den Schrecken in ihrem Gesicht sieht, weiß er, dass er ihr eine Erklärung schuldet. Er berichtet ihr von seinem Einsatz in São Francisco do Sul, von der Festnahme der Schmugglerbande und davon, dass einer der Schmuggler sich der Festnahme zunächst entziehen und eine Explosion einer Düngermittelhalle herbeiführen konnte. Zwar war die betroffene Halle zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen, aber durch die umher fliegenden Trümmerteile wurden Markus, einige der anderen Beamten und auch ein paar Festgenommene verletzt.

Janna erinnert sich daran, dass einige Tage zuvor in den Nachrichten von einer Explosion in Brasilien gesprochen wurde. Die Bilder sind ihr in Erinnerung geblieben, weil auf den Fernsehbildern eine riesige schwarze Rauchwolke zu sehen war. Außerdem hatte der Nachrichtensprecher von vielen tausend Evakuierten und von mehr als 100 Verletzten mit Rauchvergiftung berichtet. Ihr wird klar, wie viel Glück Markus und seine brasilianischen Kollegen gehabt haben, denn das hätte viel Schlimmer für sie ausgehen können. Die Verletzung an seinem Bein erscheint auf den ersten Blick schwerwiegend, aber der Agent versichert Janna, dass alles verhältnismäßig glimpflich abgelaufen ist und die Ärzte in Brasilien ihm prognostiziert haben, dass er außer einer Narbe keine Schäden zurück behalten wird.

Als Markus Neumann später im Bett liegt, geht es ihm schon besser. Es hat gut getan, über das Erlebte zu sprechen und Janna Berg ist eine tolle Zuhörerin. Ihre Einladung auf ein weiteres Glas Wein und ein Gästebett hätte er nur zu gerne angenommen. Er war nach wie vor müde und hätte am liebsten sofort die Augen geschlossen und geschlafen, aber wie hätte Janna den Kindern erklären sollen, wer er ist und woher sie sich kennen. Also hat er sie gebeten, ein Taxi zu rufen und hat sich nach Hause bringen lassen, wo er endlich in einen tiefen und traumlosen Schlaf fällt.

© Daggi

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