Chiliherzen von Jürgen Schmidt und Sandra Wagner

P1160441

Chiliherzen von Jürgen Schmidt und Sandra Wagner

Das Taschenbuch ist am 04. November 2014 im Verlag Mosenstein und Vannerdat erschienen.

Zum Inhalt:

Zu Beginn des Buches lernt der Leser Mario kennen. Mario ist verheiratet, hat eine Tochter und arbeitet in der „SonderBar“ im Hotel „Größenwahn“ am Bodensee. Mario erzählt, wie er knapp zwei Jahre zuvor Amanda kennengelernt hat, die damals als Rezeptionistin im Größenwahn angefangen hat. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen, doch während Amanda sich sowieso von ihrem Mann trennen will, fühlt Mario sich durch das gemeinsame Kind an seine Frau gebunden.

Monatelang verbringen die beiden viel Zeit miteinander und Mario ist klar, dass Amanda auf eine Entscheidung von ihm wartet. Als er ihr dann gestehen muss, dass er nach wie vor mit seiner Frau schläft – weil es „einfacher“ ist, als sich ihr zu verwehren – und sogar mit ihr und der Tochter in Urlaub fahren will, verschwindet Amanda aus seinem Leben und er hat keine Möglichkeit, mit ihr in Kontakt zu treten.

Im zweiten Teil des Buches wird dem Leser Einblick in das Tagebuch von Amanda gewährt. Der Leser erfährt, wie sehr Amanda sich zunächst danach gesehnt hat, mit Mario zusammen zu kommen und später, nach ihrer Flucht, immer wieder an ihn denken musste. Fast ein Jahr, nachdem Amanda nach Spanien geflüchtet ist, schickt ihre Freundin Carmen Mario Amandas Tagebuch zu und Mario macht sich auf die Reise nach Formentera.

 

Meine Meinung:

Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gelesen habe, bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen Liebesroman handelt. Ja, der Roman erzählt von der Liebe zweier Menschen. Mario war mir nicht unsympathisch, obwohl man sich als Leser wahrscheinlich eher schwer tut, einen „Ehebrecher“ zu tolerieren. Aber Mario macht schnell klar, dass die Liebe zu seiner Frau längst vergangen ist und der einzige Grund, warum er noch mit ihr zusammenlebt, der ist, dass er Angst hat, sein Kind nicht mehr sehen zu dürfen. Amanda wusste von Marios Frau und hat sich deswegen anfänglich auch schwer getan, Gefühle zuzulassen. Ich konnte mich in sie hinein versetzen, habe mit ihr gehofft und gelitten und konnte gut nachvollziehen, warum sie die Flucht ergriffen hat.

Natürlich war es anfangs etwas überraschend, oder auch ungewohnt, die beiden Perspektiven so strikt voneinander getrennt mitzuerleben, aber genau das war es auch, was das Besondere an diesem Roman ausmacht. Im Großen und Ganzen deckt sich die Geschichte von Mario natürlich mit den Tagebucheinträgen von Amanda, aber erst mit dem Tagebuch habe ich beispielsweise gemerkt, wie sehr Amanda doch unter der Situation gelitten hat.

In der Erzählung von Mario wird in einem einzigen Nebensatz darauf hingewiesen, wie die Geschichte endet, doch erst Amandas Tagebuchaufzeichnungen vervollständigen das Gesamtbild und vor allem das doch eher unerwartete Ende (unerwartet deshalb, weil ich am Anfang des Buches mit einigem gerechnet hatte, aber nicht damit). Die Handlung ist absolut schlüssig und vor allem glaubwürdig.

Sonstiges

Im Cover sind verschiedene Dinge eingebunden, die in der Geschichte wiederzufinden sind. Das Cover wäre mir wahrscheinlich nicht aufgefallen in der Masse, dazu ist es zu „unspektakulär“, aber es gefällt mir gut, weil es einfach zum Buch passt.

Zum eBook bleibt zu sagen, dass ich über einen einzigen Fehler gestolpert bin, am Anfang eines Kapitels stand ein Teilsatz doppelt im Text, ansonsten ist es, sowohl was Formatierung als auch Pageturner-Qualität betrifft, toll zu lesen.

Von mir gibt es fünf von fünf Sternen für eine ganz ungewöhnliche Geschichte.

Sub

Check: Lese ein Buch, das von mindestens zwei Autoren (männlich und / oder weiblich) geschrieben wurde.

3 Gedanken zu „Chiliherzen von Jürgen Schmidt und Sandra Wagner“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.