Die Schweiz abseits der Fußball-WM

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Im Zuge der Aktion WM-Abseits darf ich Euch heute die Schweiz näher bringen.

 

Team und Trainer

Die Nationalmannschaft der Schweiz wird „Nati“ abgekürzt.

Bundesligaspieler im aktuellen Kader der Nati sind

  • Diego Benaglio, Timm Klose und Ricardo Rodríguez (Wolfsburg)
  • Johan Djourou (Hamburg)
  • Tranquillo Barnetta und Pirmin Schwegler (Frankfurt)
  • Gelson Fernandes und Admir Mehmedi (Freiburg)
  • Xherdan Shaqiri vom FC Bayern
  • Granit Xhaka (Gladbach)
  • Eren Derdiyok von Leverkusen
  • Josip Drmić (Nürnberg)

Die Nati wird seit Juli 2008 von Ottmar Hitzfeld trainiert. Hitzfeld ist in Lörrach, einer Stadt am Hochrhein, direkt an der Grenze zur Schweiz geboren und war als Spieler, vor allem aber als Trainer in Deutschland und in der Schweiz erfolgreich:

  • 2 x Schweizer Meister als Spieler
  • 2 x Schweizer Meister
  • 3 x Pokalsieger
  • 3 x Supercup-Sieger
  • 7 x Deutscher Meister
  • 3 x DFB-Pokal-Sieger
  • 4 x Ligapokal-Sieger
  • 1 x Hallenpokal-Sieger
  • 1 x Weltpokal-Sieger
  • 2 x Champions-League-Sieger
  • 2 x Quali zur Fußball-WM als Trainer, jeweils als Gruppenerster

 

Kuriose Fakten zum schweizer Fußball

  • Die Schweiz gilt als zweites Land nach England, in dem in Europa Fußball gespielt wurde.
  • Der Schweizer Verband gehörte zu den sieben Gründungsmitgliedern der FIFA.
  • In der Schweiz haben sich die englischen Begriffe wie Penalty, Corner oder Goal durchgesetzt.
  • 1924 fuhr die Mannschaft zur Olympiade, der Verband hatte ein Gruppenticket für die Bahn gelöst, das nur 10 Tage gültig war, weil man nicht mit einem Weiterkommen gerechnet hatte. Nach dem Viertelfinale rief eine Zeitung zu einer Spendenaktion auf, um die weiteren Hotelkosten decken zu können. Die Schweiz erreichte das Finale, verlor zwar gegen Uruguay, sicherte sich aber damit den Titel des inoffiziellen Europameisters.
  • Eines der bedeutendsten Spiele absolvierte das Team bei der WM 1938 gegen das Deutsche Reich. Drei Monate zuvor hatte ein Zusammenschluss der beiden Halbfinalisten von 1934, Deutschland und Österreich, stattgefunden, so dass die Mannschaft, die das Deutsche Reich vertrat, Turnierfavorit war, aber von der Schweiz mit 4:2 geschlagen wurde. Dem Nationalsozialismus dürfte geschuldet sein, dass der Sieg über die Deutschen die Spieler zu Identifikationsfiguren machte.
  • Die WM im eigenen Land 1954 zog das torreichste Spiel der WM-Geschichte mit sich, die Schweiz verlor 5:7 gegen Österreich.
  • Ein weiteres historisches Spiel absolvierte die Schweiz im Dezember 1990 gegen Deutschland, als im Team der Deutschen erstmals Spieler aus der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR eingesetzt wurden.
  • 1993 schloss der Verband der Schweiz einen Sponsoringvertrag mit der Credit Suisse, der bis heute Bestand hat und der den Verband verpflichtet, die Hälfte des Sponsoring in Nachwuchsarbeit zu inverstieren.
  • Einer Initiative der Nati von 1996 ist es geschuldet, dass die UEFA jegliche politische Kundgebungen auf Spielfeldern verboten hat, damals protestierte die Nati gegen die von Chirac angeordneten Atomtest und hielt bei der Nationalhymne ein Transparent mit der Botschaft «Stop it Chirac» hoch.
  • In der WM-Geschichte ist die Schweiz die einzige Mannschaft, die ohne einen Gegentreffer in der regulären Spielzeit aus dem Turnier ausschied und das einzige Team, das in einem Elfmeterschiessen keinen Treffer erzielt hat (beides WM 2006 in Deutschland).
  • Bei der WM 2010 gewann die Schweiz als einzige Mannschaft gegen den späteren Weltmeister Spanien, dieses Spiel ist die einzige Niederlage der Spanier bei einer EM oder WM seit 2006.

 

 

Schweiz

Der Grund, warum ich mich bei dieser Aktion für die Schweiz entschieden habe, ist der, dass ich – wie Ottmar Hitzfeld – im Kreis Lörrach aufgewachsen bin und damit die Schweiz für mich immer ein Stück Heimat war. Entsprechend habe ich die Trainerstationen von Ottmar Hitzfeld verfolgt und mich insbesondere über seine Erfolge mit der Nati gefreut.

Im Oktober 2013 erklärte Ottmar Hitzfeld seinen Rücktritt nach der WM 2014. Ich würde ihm wünschen, dass er zum Abschluss seiner Tätigkeit als Nationaltrainer der Schweiz nochmals einen Erfolg verbuchen kann – wobei für die Schweiz schon das Weiterkommen ein Erfolg wäre, also keine Sorge, ich träume hier nicht von einem Fußballweltmeister Schweiz ;-)

 

Die Schweiz

  • 41.285 km² groß
  • etwas mehr als 8 Millionen Einwohner
  • Hauptstadt: Bern
  • Währung: Schweizer Franken.
  • unterteilt in 26 Kantone
  • Sprachen: deutsch, französisch, italienisch und rätoromanisch
  • Berge: Dufourspitze mit 4.634 m, die zwölf höchsten Berge der Schweiz liegen alle in den Walliser Alpen

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  • Grenzen zu Italien im Süden, Frankreich im Westen, Deutschland im Norden und Österreich und Liechtenstein im Osten
  • Rhein- und Rhonequelle
  • der Rheinfall bei Schaffhausen ist der größte Wasserfall Mitteleuropas
  • Seen: Genfersee an der französischen Grenze, Bodensee an der deutsch/österreichischen Grenze und Lago Maggiore an der italienischen Grenze, Neuenburgersee, Vierwaldstättersee und Zürichsee in der Innerschweiz
  • Alpentiere: Gämse, Hirsche und Rehe, sowie Wildschweine und zahlreiche Vogelartenbgehören
  • bekannte Zoos in Basel und Zürich
  • Nationalheld: Wilhelm Tell
  • Firmen: Nestlé und Lindt (Schokolade), Credit Suisse und UBS (Banken), Novartis und Roche (Pharma), Swatch (Schmuck und Uhren)
  • Medien: Neue Zürcher Zeitung, 20 Minuten, Blick, Schweizer Fernsehen
  • Kultur und Brauchtum: Basler Fasnacht, Sechseläuten Zürich
  • Bundesfeiertag: 1. August
  • International bekannte Küche: Rösti, Fondue, Raclette, Birchermüsli, Appenzeller Biber, Aargauer Rueblitorte, Ovomaltine
  • Musik: Alphorn, Céline Dion, Street Parade, DJ Bobo, DJ Antoine, Basel Tatoo, Patrick Nuo, Gotthard
  • Film: Arthur Cohn, Maximilian Schell, Lilo Pulver, Sofia Milos

Mit dem letzten Punkt ende ich dort, wo ich angefangen habe, beim Sport / Fußball in der Schweiz:

  • Bekannte schweizer Sportler: Simon Amann (Skispringen), Fabian Cancellara (Radsport), Sepp Blatter (Präsident der FIFA), Stéphane Chapuisat, Ciriaco Sforza, Jörg Stiel, Alexander Frei, Xherdan Shaqiri, Harkan und Muray Yakin

Letzterer spielte übrigens mal beim 1. FC Kaiserslautern, damit bin ich wieder in meiner Heimat angekommen und beende meinen Ausflug zu den Eidgenossen. Ich hoffe, Ihr habt in diesem Artikel etwas über die Schweiz und die „Nati“ erfahren, was Ihr noch nicht wusstet. Morgen geht es mit dem WM-Abseits weiter bei Mel.

17 Gedanken zu „Die Schweiz abseits der Fußball-WM“

  1. Hallo Daggi,

    das kuriose war natürlich eine Rubrik für mich, hast du sicher schon geahnt. Bei einem Satz musste ich zweimal hinschauen, weil ich mich verlesen hatte.“dass die UEFA jegliche politische Kundgebungen… ich hatte polnische gelesen und mich kurz nach dem Grund gefragt *grins*. Meine Daumen für die Schweiz sind auch gedrückt, auch wegen Pirmin ;-)

    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Ich war bei der Recherche am meisten davon überrascht, dass die Schweiz Fußball technisch immer zu Deutschland gehalten hat und dafür auch das Risiko eingegangen ist, von anderen Nationen boykottiert zu werden.

      A propos Pirmin, Mo postet bei Facebook täglich aus dem Trainingslager von Kamerun ;)

  2. Wow, das ist ein toller Text.

    Man sagt mir nach, dass ich Ahnung von Fußball habe ;-) Bei Dir konnte ich aber noch jede Menge über den Fußball in der Schweiz lernen.

    Ottmar Hitzfeld ist für mich einer der besten Trainer ever, ever, ever – und das nicht nur, weil er lange Jahre Borussia Dortmund trainiert hat. Ich wünsche ihm, dass er in Brasilien mit seinem Team für Furore sorgen kann.

  3. hahaha… die Aktion 1924 find ich ja lustig, mit dem Gruppenticket.. aber jeder fängt mal klein an wa ???

    Ansonsten find ich klasse, dass du so eine Bindung zur Schweiz hast … echt schön.

    Und der Wanderschuh aus Holz, der würde mir auch gefallen ;)

    LG Bibi

  4. Die kuriosen Informationen finde ich besonders toll. Ich drücke der Schweiz (neben einigen anderen Ländern) auch die Daumen, Johan Djourou, Lindt (mmmmh, Nougatpralinen!) und Hitzfeld sind Gründe genug. :-) Hoffentlich wird Djourou rechtzeitig fit, er hat sich ja in der Relegation eine Gehirnerschütterung geholt.

  5. Hallo Daggi,

    Super! Gefällt mir ganz gut.Jetzt weiß ich auch, dass du mal in der Schweiz gelebt hast. (Den Schuh hätte ich auch gerne :-) Danke für deinen Beitrag
    GLG Susanne

  6. Ist schon toll, wenn man über ein Land berichten kann, mit dem so verbunden ist und dann den Bogen zur jetzigen Heimat so perfekt hinbekommt wie du. Sehr schön. :-)

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