Das Ende der Sommerferien naht…

Die Sommerferien neigen sich dem Ende entgegen und für uns steht damit ein Schulwechsel an. Da ich zugezogen bin, kannte ich zwar die ganzen weiterführenden Schulen namentlich, aber ich hatte keine Ahnung, welche Schule als „gut“ oder „weniger gut“ zu betrachten ist.

Unsere Tochter hatte im Laufe der 3. Klasse einmal gefragt, ob sie sich die Schule selbst aussuchen darf. Meine Grundbedingung dafür war, dass wir uns an den Tagen der offenen Tür alle Schulen ansehen und wenn sie sich selbst ein Bild von allen Schulen gemacht hat, dürfe sie selbst entscheiden. Im Hinterkopf hatte ich dabei immer, dass sie so nie kommen kann mit „Ihr wolltet, dass ich dort hin gehe“, im Gegensatz dazu hatte ich das Druckmittel „Es war Deine Entscheidung und nun ziehst Du es durch“.

Im Herbst letzten Jahres hatten wir dann über vier Samstage hinweg die Möglichkeit, die Schulen anzuschauen. Das Entscheidungskriterium unserer Tochter war, sich zu erkundigen, welche Freundin wohin geht, wofür ich aber auch Verständnis hatte.

Wie sollte es anders sein, wir hatten natürlich eine ganz andere Schule ins Auge gefasst als sie. Als ich dann in einer Infoveranstaltung für Eltern saß und der Orientierungsstufenleiter sagte, dass wir nicht davon ausgehen, dass der gesamte Stoff in der Schule vermittelt werden kann, sondern, dass dies auch Aufgabe der Eltern wäre, sich nachmittags hinzusetzen und dies zu unterstützen, habe ich abgeschalten und diese Schule auf meiner Liste gestrichen. Versteht mich nicht falsch. Ich werde mein Kind natürlich unterstützen, aber vorauszusetzen, dass es auch an den Eltern liegt, Teile des Unterrichtsstoffes zu vermitteln, nein, das kann nicht meine Aufgabe sein. Natürlich kam mir der Gedanken, dass das überall so ist, aber ich habe mit befreundeten Lehrern gesprochen, die mir alle bestätigt haben, Unterstützung natürlich, je nach Kind auch zeitlich aufwendiger, aber vermittelt wird der Stoff in der Schule, gefestigt, durch Hausaufgaben.

Es gab zwei Schulen, die ich von Anfang an für mich selbst ausgeschlossen hatte, eine reine Mädchenschule und eine Schule, deren Außenbild etwas überheblich wirkte. Kurioserweise war es genau diese „überhebliche“ Schule, die am Tag der offenen Tür den besten Eindruck auf mich gemacht hat. Die Projekte der Schüler haben dort ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ein Miteinander vermittelt, wie ich es an keiner anderen Schule gesehen habe.

Am Ende hat sich unsere Tochter weder für ihre ursprüngliche erste Wahl entschieden, weil kein Mädchen aus ihrer Klasse dorthin gewechselt ist, noch für meine erste Wahl. Sie hat sich für eine Schule entschieden, die sie und ich nach der Besichtigung eher neutral beurteilt haben und die nach Besichtigung aller Schulen bei mir im oberen Mittelfeld lag, deren Orientierungsstufenleitung mir am sympathischsten von allen war, deren Schüler auch Nachteile der Schule aufgezeigt haben und die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. Sie ist mit der Wahl zufrieden, ich kann mit der Wahl gut leben und erfreulicherweise erfahren wir durch Gespräche im Bekanntenkreis von immer mehr ehemaligen Schülern, die sich dort gut aufgehoben gefühlt haben, auch wenn das schon 20/25 Jahre her ist.

Nun beginnt also der nächste Lebensabschnitt und einmal mehr muss ich sagen, die Zeit rast nur noch an uns vorbei. Vermutlich werde ich auch beim Abschlussfest dieser Schule sagen: „Sie ist doch gerade erst in den Kindergarten gekommen.“ Ja, sie werden viel zu schnell groß und wir sollten versuchen, so viel wie möglich davon in unserem Herzen festzuhalten.

Ein Gedanke zu „Das Ende der Sommerferien naht…“

  1. Das mit der Wahl der weiterführenden Schule ist immer eine heikle Sache. Ich war damals froh, dass sich die Wahl für meine Kinder extrem durch das Neigungsfächerangebot der Schulen eingegrenzt hat. Da sie beide unbedingt Sport machen wollten, gab es im Grunde nur eine Möglichkeit, zu der wir dann nur noch zwei Alternativen suchen mussten für den Fall, dass es an der Wunschschule nicht klappt. Zum Glück hat es geklappt.

    Fälschlicher Weise gehen viele Eltern davon aus, dass sie den Kindern Stoff vermitteln müssen, was natürlich Unsinn ist und den Lehrern manchmal wirklich das Leben schwer macht, wenn Kinder dann mit Hausaufgaben oder anderen Werken in der Schule aufschlagen, die sie selbst nicht verstehen und wo man dann nur noch sagen kann: „Kannst deinen Eltern ausrichten, dass sie dafür die und die Note bekommen.“

    LG Iris

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