An Tagen wie diesen

 

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… kann man nur weinen.

Sonntag 23 Uhr
Mein Kind kommt in mein Bett und weint, weil es Angst hat. Nach einer gefühlten Ewigkeit erklärt sie: „Alle 115 Minuten stirbt jemand an Blutkrebs.“ (Frag mich gerade, ob die DKMS mit diesem Satz wirklich TV- Werbung macht.)

„Schatz nicht alle Menschen sterben, weil sie Krebs haben. Schau mal, der D. hatte Blutkrebs und lebt auch.“

„Heißt das, die S. könnte auch noch leben?“

„Das erste Mal wurde sie gesund. Aber beim 2. Mal hat sie es nicht geschafft.“

„Komme ich als anderer Mensch zurück auf die Welt, wenn ich tot bin.“ und „Kann ich auch als Hund zurück kommen?“ und „Kann es sein, dass die S. schon wieder da ist?“ und „Weinst Du jetzt schon wieder, weil die S. tot ist?“

Nein mein Schatz, in erster Linie weine ich, weil ein 8-jähriges Kind nicht soviel über den Tod nachdenken sollte. Aber ja, ich weine auch, weil S. nun schon über ein halbes Jahr nicht mehr da ist und weil sie gerade heute wieder arg gefehlt hat.

Und ich weine, weil es sich falsch anfühlt, wenn ihre 10-jährige Tochter zu mir kommt und fragt, wie ich den Grabstein finde, den sie für ihre Mama ausgesucht hat.

An Tagen wie diesen könnt ich einfach nur weinen…

7 Gedanken zu „An Tagen wie diesen“

  1. Das ist hart. Aber der natürliche Umgang mit deiner Tochter ist super und wie selbstverständlich du ihr deine Gefühle erklärt hast, auch. Man muss lernen, mit dem Tod umzugehen und das ist nicht so schön, wie Federball lernen.
    Drück dich!
    Sabienes

  2. Selbst Erwachsenen fällt es sehr schwer offen mit dem Thema Tod umzugehen. Ich gestehe, mir selbst geht es da auch so. Wenn ein Leben beendet wird, das erfüllt war, dann ist es Ok, aber wenn junge Menschen, Kinder oder Babys von Krankheit geplagt oder auf tragische Weise diese Erde verlassen müssen berührt mich das sehr. Du hast das gut gemacht. Auch ich drücke dich.

    LG Romy

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