Helga, oder: Mit der Al Qaida nach Sibirien von Rebecca Hohlbein

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Helga, oder: Mit der Al Qaida nach Sibirien
von Rebecca Hohlbein
erschienen am 10. Dezember 2014
im UlrichBurger-Verlag UBV


  • Zum Inhalt

Ich glaube, ich habe mich noch nie so schwer getan, etwas zum Inhalt eines Buches zu schreiben. Bei den ersten Versuchen habe ich entweder zuviel über den Inhalt verraten oder ich habe nicht gespoilert, dann klang es viel zu langweilig. Nun hoffe ich, dass ich eine gute Mischung gefunden habe:

Helga, das ist die selbsternannte Gottkönigin des „Rondell des Grauens“, einer Reihenhaussiedlung, in der die Ich-Erzählerin mit ihrem Kindern lebt – direkt neben ihren Eltern, ihren Geschwistern und natürlich besagter Helga. Helga taucht beispielsweise gerne bei den anderen zuhause auf und schaut ungefragt nach dem Rechten, sie gibt gerne gute Tipps (ungebeten, natürlich) oder sie nimmt auch schon mal die Post für ihre Nachbarn entgegen (um nachzusehen, was drin ist).

Natürlich verfügt Helga auch über die anderen Bewohner, so werden die Ich-Erzählerin und ihre Schwägerin in spe regelmäßig für stundenlange Einkaufstouren in Anspruch genommen und müssen Helga in deren Wagen durch die Gegend kutschieren.

Kein Wunder also, dass die ganze Sippschaft Freudentänze aufführt, als man Helga mitsamt ihren beiden Hunden Franz und Sissi, sowie der Stehlampe (die Hunde schlafen nur bei Dimmer-Beleuchtung), in einen Bus verfrachtet hat. Nach eigener Aussage will sie auf der Al Qaida gen Sibirien schippern. Die Daheimgebliebenen vermuten sie eher auf der Avida Richtung Sizilien. Aber wohin auch immer die Reise geht, der Punkt ist, das Rondell des Grauens muss eine zeitlang ohne ihre Gottkönigin auskommen. Und entgegen aller Erwartungen stehen diese Tage unter keinem guten Stern und es kommt richtig dick für die Bewohner der Reihenhaussiedlung. Da sind ein Hund, der nicht fressen will und eine Hochzeitsgesellschaft in Ballonseide noch die geringsten Übel.


  • Meine Meinung zum Buch

Helga ist jemand, den man eigentlich nicht um sich haben möchte. Nicht nur, dass sie den gewohnten Tagesablauf auf den Kopf stellt, sie weiß alles (besser) und sieht und hört alles. Was Helga sagt, ist Gesetz und wenn Helga ruft, fügen sich alle. Doch erst, als Helga weg ist, wird allen klar, wie sehr sie fehlt. Denn eigentlich ist Helga auch diejenigen, die den ganzen Haufen zusammen hält. Beim Lesen habe ich Helga leibhaftig vor mir gesehen und während die Daheimgebliebenen endlich merken, was sie an ihr haben, hat sich auch mein Eindruck von ihr gewandelt.

Rebecca Hohlbein hat hier eine völlig überspitzte Geschichte erschaffen, über die ich viel Schmunzeln konnte. Im Nachwort schreibt sie, dass sie alle Peinlichkeiten, die ihr und ihrem Umfeld je passiert sind, in dieses Buch gepackt hat. Den Schreibstil würde ich als „frei Schnauze“ bezeichnen, salopp, humorvoll und unterhaltsam.

Zu Beginn hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten, in die Geschichte hinein zu kommen, aber schon nach kurzer Zeit hatte ich das Gefühl, mich im Rondell zu befinden und konnte die Leute und die Situationen direkt vor mir sehen.

Ich vergebe vier von fünf Eulen für ein Buch, das mich gut unterhalten und mir mehrfach ein Lachen ins Gesicht gezaubert hat.

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Vielen Dank an an den Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Ich weise darauf hin, dass dies keinen Einfluss auf meine Beurteilung hat. Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt und habe auch keine andere Gegenleistung erhalten.

 

2 Gedanken zu „Helga, oder: Mit der Al Qaida nach Sibirien von Rebecca Hohlbein“

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