Heiß, heiß Baby

Auch in dieser Woche hat Sunny wieder vier Fragen:

  • Was war dein heißestes Erlebnis (und ich rede hier von heißen Temperaturen ) ? Wo oder wobei hast du den meisten Schweiß gelassen?

Ich vermute, das war 1996 in Ägypten. Wir sind zu viert geflogen, haben es aber aus beruflichen Gründen nicht geschafft, länger als acht Tage zusammen Urlaub zu haben, so dass wir nur eine Woche Zeit hatten. Deswegen haben wir einen Erholungsurlaub am Strand geplant, der von einem Tagesausflug nach Kairo unterbrochen werden sollte, und uns vorgenommen, ein Jahr später eine Nilkreuzfahrt zu unternehmen.

Wir sind dann an einem Tag um 4.30 Uhr morgens in einen klimatisierten Bus gestiegen und fünf Stunden von Hurghada nach Kairo getuckert, wo wir uns z.B. Tutenchamun im Nationalmuseum und die Pyramiden von Gizeh angesehen haben.

Was wir nicht wussten war, dass es sich eigentlich um einen 2-Tages-Trip handelte. Der Bus blieb mit dem Großteil der Reisegruppe in Kairo und wir sind zu sechst in ein Großraumtaxi verfrachtet worden, das uns wieder zurück nach Hurghada bringen sollte.  Es war später Abend, es war immer noch tierisch heiß, die Klimaanlage im Taxi war eher mau, dafür war es ziemlich voll besetzt und damit auch sehr eng. Aber nicht nur wir waren ein wenig überhitzt, auch der Motor hat nicht mitgespielt, so dass wir mitten in der Nacht an einer „Raststätte“ – einer Bretterbude mit Sitzgelegenheiten und einem Cola-Automat“ anhalten mussten, bis der Motor sich abgekühlt hatte. Wir waren dann fast genau 24 Stunden nach unserer Abholung wieder zurück im Hotel. Wobei ich sagen muss, egal, wie es gelaufen ist, es hat sich auf jeden Fall gelohnt :)

  • Was war dein kältestes Erlebnis? Wo haben deine Zähne nicht mehr aufgehört zu klappern?

Da gibt es nicht DAS Erlebnis, so geht es mir praktisch jedes Mal, wenn ich ins Schwimmbad gehe und ins Wasser steige ;)

  • Ein Ereignis bei dem Regen eine Rolle spielte, und an das du dich gut erinnern kannst?

Das gibt es natürlich auch und es war auch wieder ein Urlaub und zwar 1999 in Gambia. Wir wurden damals von den sogenannten „Bumstern“ gewarnt, jungen Männer, die sich durch die Ansprache von Touristen – hauptsächlich der Frauen – erhoffen, nach Europa zu kommen. Vor unserem Hotel lungerten immer einige einheimische junge Männer herum, die uns ansprachen, wir liessen sie natürlich immer stehen in der Annahme, dass es sich um eben diese „Bumster“ handelt. Nach drei Tagen allerdings haben wir uns dann mal mit einem der jungen Männer unterhalten und es stellte sich heraus, dass sie sich lediglich als Reisebegleiter anbieten wollten und zwar egal, ob wir unbehelligt einkaufen oder einen Tagesausflug unternehmen wollten, sie würden uns begleiten.

Wohlgemerkt, wir waren zu viert unterwegs, zwei Männer, zwei Frauen, daher haben wir es auf einen Versuch angekommen lassen und einen Ausflug gebucht. Es war Regenzeit und auf der Rückfahrt hatte sich ein kleines Bächlein in einen reißenden Ministrom verwandelt. Leider wusste unser Fahrer nicht, ob er den Wagen durch das Wasser bringt ohne umzukippen und so sind wir ausgestiegen und von den herbei gerufenen Einheimischen durchs Wasser getragen worden. Das Auto hat es auch überlebt und weiter gings. Kurz vor dem Ort, in dem unser Hotel war, sind wir mit dem Jeep im Schlamm stecken geblieben. Die Einheimischen haben uns geholfen und den Jeep rausgezogen.

Auch eine Reisegruppe, die über den offiziellen Veranstalter FTI gebucht hatte, war stecken geblieben, allerdings half denen niemand, sie kamen mitten in der Nacht total verdreckt und sauer zurück ;)

Meine Erfahrungen in Gambia habe ich übrigens bereits vor über 10 Jahren bei ciao veröffentlicht, die Beantwortung der Frage sind Auszüge daraus.

  • Und eines im Schnee und oder Eis fällt dir sicher auch ein?

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Eis und Schnee verbinde ich zum einen mit meiner Heimat, dem Südschwarzwald, vielen Eisdisco-Besuchen und den Orten, in denen ich und zwischenzeitlich auch meine Kinder, das erste Mal auf Skiern gestanden sind.

Ich verbinde Schnee und Eis aber auch mit meiner Kindheit, mit Familienurlauben in Sedrun, Graubünden. Wir durften damals die Skischule besuchen und am Ende jeder Woche wurde ein Rennen veranstaltet. In einem Jahr musste ich in der gleichen Altersklasse wie mein Bruder fahren und war stolz, ihn besiegen zu können. Ich wurde Erster, er Zweiter ;) Im Jahr darauf hatte mein Vater am Abend vor dem Rennen extra nochmals meine Ski gewachst. Ich weiß noch, ich stand aufgeregt am Start, erhielt das Startsignal, hab mich mit den Stöcken abgestoßen und bin keine fünf Meter weit gekommen, weil ich weggerutscht bin, mich gefühlte 20 mal überschlagen habe und im Tiefschnee gelandet bin. Mein Vater kam natürlich direkt zu mir gerannt, nein, mir war nix passiert, ich stand auch schon wieder … vor Wut heulend, mit den Händen in den Hüften und hab meinen Vater angefaucht, dass er es nie wieder wagen soll, meine Skier am Tag vor dem Rennen neu zu wachsen – so bin ich :D

Einige Jahre später, ich war rund 15 Jahre älter und viele viele Kilo schwerer, hat mein Arbeitgeber eine Skiausfahrt angeboten. Ich war bereits einige Jahre nicht mehr gefahren und hatte mir beim ortsansässigen Sportgeschäft neue Skiklamotten gekauft. Dafür hat der Inhaber mir angeboten, Carvingski zu testen. Wir sind mit dem Bus nach Grindelwald gefahren, haben uns die Skier untergeschnallt, danach ging es mit dem Sessellift hoch und oben angekommen hat mich eine Panik überfallen, weil ich zum einen seit Jahren nicht mehr gefahren war und zum anderen mit der Ausrüstung keine Erfahrungen hatte. Das Ende vom Lied war, ich bin einmal mehr schlecht als recht bis zur Mittelstation gerutscht, hab da den ganzen Tag in der Sonne gesessen und gewunken, wenn mal wieder Kollegen vorbei gekommen sind und habe am Abend mit den anderen zusammen die Talabfahrt absolviert. Kurz vor der Talstation hat es mich aus einer Kurve getragen und ich bin in ein Bachbett gesegelt, was glücklicherweise zugefroren war, so dass ich mir lediglich blaue Flecken zugezogen habe, aber im Großen und Ganzen trocken geblieben bin.

Aus reinem Trotz habe ich die Skier später gekauft – so bin ich dann auch :D – und mein Bruder hat sie viele Jahre gefahren. Als meine Kinder nun bereit für ihren ersten Skikurs waren, habe ich mir die selben Carver geschnappt. Damit ich aber nicht wieder oben am Berg stehen würde, weil mich der Mumm verlassen hat, habe ich Auffrischungsstunden genommen und fahre nun wieder mit Begeisterung.

4 Gedanken zu „Heiß, heiß Baby“

  1. Hallo Daggi,

    das sind herrliche Antworten in dieser Woche von dir. Deine Gambiabeschreibungen muss ich mir nachher dann auch noch mal in Ruhe ansehen. Wir haben in Kenia mal eine Tour mit einem Jungen Mann namens Raphael gemacht, der in unserem Hotel arbeitetet. Er hat uns heimlich angesprochen, weil das für Angestellte verboten war. und was soll ich sagen, er zeigte uns bei einem Tagesausflug ganz tolle Ecken (und auch erschreckend hässliche) vom Mombasa, die wir sonst sicher nicht gesehen hätte. Über deinen Bericht im Schnee musste ich schwer grinsen. Ich bin nun seit etwas 30 Jahren nicht mehr auf Skier gestanden und würde sicher auch alles andere als mutig sein. Umso erfreulicher, dass du über deinen Schatten gesprungen bist ;-).

    Liebe Grüße
    Sandra

  2. Du magst kein (kaltes) Wasser, fährst aber Ski? Das erstaunt mich jetzt :-D
    Das Erlebnis in Ägypten ist… ohne Worte. Ich bin im Urlaub immer relaxed, aber ich glaube da wäre ich verrückt geworden. Ich bin damals beide Strecken mit dem Bus gefahren, und das war auch gut so. Ist ohnehin anstrengend genug
    Liebe Grüße
    Tanja

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