Die Malfuria Trilogie von Christoph Marzi

Christoph Marzi habe ich zu verdanken, dass ich heute ein großer Fantasy-Fan bin. Das stimmt so zwar nicht ganz, denn eigentlich ist es seiner Frau Tamara zu verdanken. Ich habe Tamara vor einigen Jahren kennengelernt und habe nach und nach erfahren, dass ihr Mann Fantasy-Bücher schreibt. Ich bin neugierig geworden und Tamara hat mir meinen ersten „Marzi“ geschenkt. Das war „Lycidas“. Seither verfolge ich mehr oder weniger regelmäßig die Website von Christoph Marzi um über seine neuesten Werke auf dem Laufenden zu sein.

Die Malfuria-Trilogie ist bereits längere Zeit komplett erschienen, aber ich bin erst jetzt dazu gekommen, auch den 3. Band fertig zu lesen. Daher folgt nun eine späte Rezension.


Malfuria – Das Geheimnis der singenden Stadt

Die Hauptperson Catalina Soleado lebt in Barcelona, allerdings nicht in dem Barcelona, das wir kennen. Ihr Vater ist tot, ihre Mutter ist verschwunden, doch sie lebt trotzdem glücklich bei einem Kartenmacher. Eines Tages erscheint ein fliegendes Schiff und Schatten kommen über die Menschen in Barcelona. Sie bringen das Böse mit sich und Catalina stellt fest, dass sie auf der Suche nach ihr sind. Sie flieht zusammen mit ihrem Freund Jordi und dem Wind El Cuento, nach und nach erfährt immer mehr über sich, ihre Familie und ein ihr gegebenes Talent. Jordi kann die Verfolger schliesslich ablenken.


Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine

Catalina und Jordi werden getrennt. Catalina wird gerettet von Malfuria, dem wandelnden Sturm aus Rabenfedern, dem Herz der Hexenheit. Dort ist sie zunächst in Sicherheit. Catalina wird nun begleitet von der Zigeunerhexe Makris de los Santos. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Catalinas Großmutter Nuria Niebla. Catalina weiß, dass sie die Fähigkeit hat Landkarten und damit die Welt zu verändern, Dinge, die sie zeichnet, werden war. Doch sie weiss auch, dass wenn sie dies tut, immer jemand, den sie liebt, zu Schaden kommen wird.

Jordi hat seine Erinnerungen verloren und befindet sich immer noch in Barcelona. Dort lernt er Kopernikus kennen, von dem er sich nicht sicher ist, ob er ihm vertraut. Er erinnert sich an einen Leuchtturm, zu dem die beiden gehen. Dort findet Jordi einen kleinen Teil seines vergessenen Lebens und die beiden Flüchtigen erhalten Hilfe. Sie treffen auf  Windwanderer, eine Art Vagabunden der Lüfte, die sie ein Stück auf ihrer Reise begleiten.

Catalina und Jordi begegnen sich, doch Jordi hat seine Erinnerung noch nicht wieder gefunden und erkennt Catalina nicht. Diese sieht, wie er ein anderes Mädchen küsst und ist zutiefst enttäuscht, dass er sie nicht erkannt hat. Sie rennt davon, wird von einer Frau angesprochen, die ihren Gemütszustand weiter schürt und so fängt Catalina an zu zeichnen … und zerstört Malfuria. Das Herz der Hexenheit hört auf zu schlagen, die Mephistia hat sich zu erkennen gegeben.


Malfuria – Die Königin der Schattenstadt

Eine Stadt nach der anderen fällt den Schatten zum Opfer. Jordi begegnet Catalinas Großmutter. Aber auch sie kann ihm am Ende nicht helfen. Gemeinsam mit den Windwanderern hofft er, in der Wüste Schutz zu finden. Er entschließt sich, Catalina zu suchen und ist sie schon sicher, wo er sie finden kann. Kopernikus will ihn wieder begleiten.

Catalina befindet sich zwischenzeitlich in Lisboa und begegnet dem Schatten des Kartenmachers, der ihr erzählt, was mit den Menschen und ihren Schatten passiert. Eigentlich sollte Catalina in Lisboa ihre Großmutter treffen. Doch sie verpassen sich und so geht Catalina in die Stadt aus Nichts und Nirgendwo, einer Art Parallelwelt und hofft, dort die Lösung zu finden. Dort trifft sie auf alte Gefährten, die sie unterstützen möchten.

Catalina und Jordi treffen aufeinander. Jordi sollte der Köder sein, um Catalina dazu zu zwingen, die Landkarten und damit die Schattenwelt neu zu zeichnen. Während Catalina noch auf Jordis Hilfe hofft, ist dieser bereits den Schatten verfallen.

Ihre Großmutter und ihre Mutter wollen die mächtigen Gegener töten und sterben jeweils durch die Hand der anderen. Catalina ist ganz auf sich alleine gestellt und damit soll die Zusammenfassung enden.


Die Geschichte endet erst mit dem Dritten Band. Der Leser sollte sich also im Klaren darüber sein, dass der erste und der zweite Teil ein offenes Ende haben.

Jordi und Catalina erleben ihre Abenteuer mal zusammen und mal getrennt. Im dritten Band laufen alle Fäden zusammen, der Leser erfährt, woher die Schatten kommen und welches Ziel sie verfolgen.

Die verschiedenen Charaktere machen die Geschichte bunt. Sie verändern sich im Laufe der Bände, dies gilt vor allem für Kopernikus und Catalinas Mutter Sarita. Am Ende hätte ich mir gewünscht, zu erfahren, wie es mit den anderen wichtigen Charakteren, z.B. Karmino und Cortez weiter geht.

Das besondere für mich war, das der Autor hier über Vorkommnisse in real existierenden Städten schreibt, auch wenn diese phantastisch beschrieben sind. Um die Phantasie anzuregen, sind nicht viele Figuren notwendig. Einige Hexen, Malfuria selbst, aber vor allem viele Bücher, Karten und Buchstaben, die ein Eigenleben entwickelt haben.

Christoph Marzi entführt den Leser mit der Malfuria Trilogie in eine Welt voller Magie und Phantasie, Hoffnung und Verzweiflung, Glück und Pech. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gebannt, die Handlung ist nie langweilig, ständig passiert etwas Neues, neue Personen oder Dinge kommen hinzu, während andere sterben oder zerstört werden.

Der Autor hat einen sehr eigenen Schreibstil, man hat das Gefühl, er liebt Buchstaben und Worte und zaubert nicht nur mit ihnen, sondern auch durch sie eine wunderbare Geschichte.

Von mir gibt es fünf von fünf Eulen für diese Trilogie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.