Schreiben nach Gehör

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An Tag 15 sollte ich die Frage beantworten, wo ich in fünf Jahren sein möchte. Dazu habe ich konkrete Vorstellungen, sowohl beruflich wie auch privat. Doch aus gegebenen Gründen möchte ich darüber nicht schreiben. Daher geht es heute weiter mit Gedanken über Bildung und Ausbildung.


Spontan greife ich da das Thema Rechtschreibung auf. An der Grundschule, die meine Kinder besucht haben, sollten die Kinder Worte so schreiben, wie sie sie verstehen, Fehler wurden in Klasse 1 und 2 nicht verbessert. Dadurch hat sich die falsche Schreibweise der Worte im Gedächtnis festgesetzt. Für Diktate gab es sogenannte „Lernwörter“. Die Kinder haben bspw. 20 Worte auf Karteikarten geschrieben und genau diese Worte gelernt. Das hat auch super funktioniert, denn diese 20 Worte konnten meine Kinder korrekt schreiben, vorausgesetzt, sie hatten sie zuvor auch korrekt auf die Karteikarten geschrieben. Aber die 30, 40, 50 Wörter, die um diese „Lernwörter“ herum zu einem Text gehörten, haben sie nach Gefühl geschrieben.

Am Gymnasium der Großen werden Vergleichsarbeiten über die ganze Klassenstufe geschrieben und bereits in der 5. Klasse hat sich herausgestellt, dass die Schüler eben jener Grundschule mit am schlechtesten abgeschnitten haben.

Seit Jahren liegt es nun an uns Eltern, die Rechtschreibkenntnisse unserer Kinder zu verbessern. Ich muss mich hinsetzen und mit meinen Kindern zum Beispiel Wortstämme lernen, damit sie lernen, Worte von anderen Worten abzuleiten. Glücklicherweise hatten meine Kinder an den weiterführenden Schulen bisher nur Deutschlehrerinnen, die Eltern diesbezüglich unterstützen. Aber wenn ich mich um höre, gibt es kaum Eltern, die nicht nachhelfen müssen. Da habe ich ich noch das Glück, ein gutes Gefühl für die deutsche Sprache zu haben und ein echtes Faible für Rechtschreibung. Und trotzdem frage ich mich immer wieder: Ist das wirklich meine Aufgabe? Und warum interessiert die Grundschule nicht, was sie hier verursacht?


2015 ist in der Welt ein Artikel zu genau diesem Thema erschienen, den ich allen Interessierten ans Herz legen kann.

Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat Ende 2016 einen – aus meiner SIcht korrekten – Vorstoß gewagt und die Lehrmethoden verboten, allerdings sieht sie sich der Kritik der Lehrerverbände ausgesetzt.


Die 30 Tage Challenge ist eine Initiative von Thorsten, der sich als Vater ebenfalls Gedanken um Bildung und Ausbildung macht.

Ein Gedanke zu „Schreiben nach Gehör“

  1. Ich habe ja selber keine Kinder. Aber als ich das erste Mal von dieser Heransgehensweise las, dachte ich mir, dass kann doch nicht wahr sein! Diese Schneeflocken-Eltern … Gut zu lesen, dass es nicht die Eltern sind, sondern allein die Lehrer. Diese Wünschdirwas-Pädagogik wird uns noch alle vor Probleme stellen in der Zukunft.
    Ich habe schon oft von Eltern gehört, die lieber beste Freunde als Eltern ihrer Kinder sein wollten (beste Freunde haben Kinder viele, Eltern nur ein paar …) – dass Lehrer diese Einstellung jetzt auch haben, ist wirklich bedauerlich.

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