Die irische Meerjungfrau von Carolin Römer

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Carolin Römer
Die irische Meerjungfrau
Conte Krimi 24
272 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-941657-25-0
Preis 13,90 €


  • Zum Inhalt

Finbart (Fin) O´Malley, Detective in Dublin, wird von seiner Frau verlassen und mit samt seiner Alkoholprobleme von seinem Chef in ein kleines Nest am Ende der Welt geschickt. Das Örtchen Foley liegt an direkt an der Küste im Nordwesten Irlands. Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist eine Brücke und mit viel Glück ein kleiner Balken auf der Handynetzanzeige, wenn man sich der Brücke nähert.

Der Grund für seine Ermittlungen ist ein Van Gogh, der gestohlen wurde. Am Tatort fand man die Fingerabdrücke von Thomas Keane. Er und sein Bruder haben bis vor 10 Jahren einigen Dinger gedreht und da die beiden in Foley gelebt hatten, liegt es nahe, einen Polizisten undercover dorthin zu schicken. Das Problem ist, dass Thomas Keane vor 10 Jahren auf dem Meer verunglückt ist und für tot erklärt wurde.

In Foley stößt Fin auf mehr oder weniger redselige Iren, eigentlich eher weniger redselig, denn Fin muss feststellen, dass er einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft gegenüber steht. Nur die durchgeknallte Nora tritt ihm offen gegenüber und erzählt ihm von Gnomen und Kobolden und von Meerjungfrauen, die versuchen, die Männer zu sich ins Meer zu locken. Sie warnt ihn vor der Meerjungfrau mit den grünen Augen und den roten Haaren und prompt landet Fin genau bei der Charlie Quinn; zuerst sich übergebend vor ihren Füssen und anschließend in ihrem Bett.

Fin ist von Tag zu Tag mehr fasziniert von der mysteriösen Frau und will ihrem Geheimnis auf die Spur kommen, ohne seinen Fall aus den Augen zu verlieren. Dafür muss er nicht nur nachts auf dem Friedhof umherwandern oder den Tücken von Ebbe und Flut trotzdem. Doch je mehr er in Erfahrung bringt, desto gefährlicher wird es für ihn. Er wird entführt, auf ihn wird geschossen, aber um hinter Charlies Geheimnis zu kommen und zu erfahren, ob O’Malley den Van Gogh und die Diebe findet, müsst Ihr das Buch schon selbst lesen.


  • Meine Meinung

In den ersten Kapiteln wird Fin vorgestellt, der Leser lernt Foley und seine Bewohner kennen, erfährt aber erst nach und nach, was Fin nach Foley verschlagen hat. Das Buch ist daher am Anfang gar nicht spannend und das Gefühl, weiterlesen zu müssen, bleibt erst einmal aus. Dann erfährt der Leser mehr über die Kriminalfälle, in die die Keane-Brüder verwickelt waren, sowie über ein gestohlenes Rennpferd und je offensichtlicher es wird, dass die Fäden in Foley zusammen laufen, desto spannender wird die Geschichte.

Die Autorin präsentiert das Dorf und die Bewohner mit einem ganz eigenen Witz und Charme. Das Buch ist nicht anspruchsvoll und durch den flüssigen Schreibstil von Carolin Römer leicht zu lesen. Sie bringt dem Leser das Land, die Leute und die Natur näher, so dass das Buch durchaus unterhaltsam ist.

Auch die Keane-Brüder, die ja eigentlich Verbrecher sind, waren mir sehr sympatisch. Vielleicht, weil sie immer ein wenig schlauer als die Ermittlungsbeamten dargestellt wurden. Das zeigt auch folgende Geschichte:

Die Keanes hatten durch Geldwäsche eine Million Euro erwirtschaftet. Die Polizei riegelte die Brücke ab und alle Telefone des Dorfes wurden angezapft, um einen Hinweis auf den Aufenthaltsort der Brüder oder den Verbleib des Geldes zu erhalten.

Jack und Thomas hatten es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Herbst den Kartoffelacker der Großmutter umzugraben, aber das musste dieses Jahr wohl ausfallen. Frühmorgens klingelte bei der Großmutter das Telefon und eine Stimme sagte nur einen Satz. Sie möge das Geld bloß im Garten liegenlassen und auf keinen Fall anrühren. Oma Agnes konnte damit wenig anfangen, aber die Polizei, die das Telefon abgehört hatte, pflügte das Gelände innerhalb einer Stunde um.

Fasziniert hat mich, dass die Autorin auf wahre Begebenheiten eingeht. So gibt Fin vor, Journalist zu sein und Nachforschungen anzustellen zu dem oben erwähnten teuren und erfolgreichen Rennpferd, welches in den 80er Jahren in Irland verschwunden ist. Gibt man den Namen „Shergar“ bei google ein, spuckt beispielsweise Wikipedia aus, dass  das Pferd des Aga Khan 1983 von einem Gestüt im County Kildare, Irland, gestohlen wurde und nie mehr aufgetaucht ist. Genau das verwendet Carolin Römer in ihrem Buch.

Das Ende der Geschichte um Charlie und Fin bzw. den verschwundenen Van Gogh ist so nicht vorhersehbar und mir persönlich zu unglaubwürdig. Auf den letzten vier bis fünf Seiten bringt Carolin Römer das Buch aber doch noch zu einem für mich versöhnlichen Abschluss.

Insgesamt konnte mich das Buch aber nicht 100%ig überzeugen, daher vergebe ich 3 von 5 Sternen für das Erstlingswerk und weise darauf hin, dass die Autorin bereits einen weiteren Fin O´Malley Fall in Arbeit hat.

Ich bedanke mich beim Conte-Verlag und Blogg Dein Buch für diesen etwas anderen Krimi.

2 Gedanken zu „Die irische Meerjungfrau von Carolin Römer“

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