#LitCamp18 in Heidelberg – Teil 1

  • Das LitCamp und wie alles begann

Ich weiß nicht mehr, wie und wann ich auf die Idee kam, zu einem LitCamp zu fahren, angefixt hat mich auf jeden Fall Stephanie von Kleiner Komet mit ihrem Getwitter und Geblogge vom LitCamp in Bonn. Als ich dann gelesen habe, dass es für Heidelberg noch Karten gibt, habe ich direkt zugeschlagen und habe mich total gefreut, dass ich die Tickets ergattern konnte.


  • Das LitCamp und warum ich dann doch nicht mehr wollte

Und dann wurde es irgendwie seltsam. Ich wurde für ein Seminar angemeldet, das in den vier Tagen vor dem LitCamp stattfand, ich wurde zu einem Seminar angemeldet, dass in der Woche nach dem LitCamp stattfinden sollte, ich habe Freikarten fürs Theater am Abend des ersten LitCamp-Tages erhalten, es flatterte eine Einladung zu einem Schuljubiläum für den ersten LitCamp-Tag und eine Geburtstagseinladung für den zweiten LitCamp-Tag ins Haus, ich war überarbeitet, völlig überfordert und zu guter Letzt hat das Getwitter über das LitCamp mir zu schaffen gemacht, weil das alles nach einem großen Klassentreffen klang, bei dem ich als einzige niemanden kennen würde. Kurzum, ich stand ungefähr zwölfunddreißig Mal davor, einen Tweet abzusetzen, in dem ich mein Ticket weitergeben wollte. Gemacht habe ich es aber nicht. Im Gegenteil, ich hab mich am Samstagmorgen um 7 Uhr in den Zug gesetzt und mich von der allgemeinen Euphorie auf Twitter anstecken lassen.


  • Das LitCamp und Sex

Im Zug habe ich die Anzeige mit den Fahrtzeiten fotografiert und getwittert, dass ich unterwegs bin. Aber dann wurde mir doch mulmig, weil ich es nicht mag, wenn ich irgendwo alleine irgendwo ankomme. Im gleichen Augenblick vibriert mein Handy, weil Annika von Travlin´ Bone mir schreibt, dass sie im gleichen Zug sitzt – Fotos ausgetauscht und für Heidelberg Hauptbahnhof verabredet. Ich weiß jetzt nicht, wie Annika es fand, dass ich ihr direkt um den Hals gefallen bin, obwohl wir uns nie zuvor gesehen haben, aber ich habe mich einfach total gefreut.

An der ersten Ampel haben wir uns über BDSM unterhalten, weil das Thema im Vorfeld zum Unmut bei einem Teilnehmer geführt hat. Nun könnte man ja denken, dass wenn zwei Menschen auf offener Straße über BDSM sprechen, sie schief angeschaut werden, doch mitnichten, man kann auch einfach gefragt werden, ob man auch unterwegs ist zum LitCamp und ob man sich anschließen darf. Frau durfte und so kamen wir schließlich zu dritt im Dezernat 16 an.


  • Das LitCamp und die Unsicherheit

Die Tische waren schon gut besetzt, alle frühstückten und wieder hatte ich den Eindruck, dass jeder jeden kennt. Annika hat dann auch alte Bekannte begrüßt und ich hab mich mit einer Tasse Kaffee (doppelte Krankenhausdosis von der Literatouristin, den ich erstmal verdünnen musste) in ein Eck verzogen und mich unwohl gefühlt.

Bei der Einführung haben wir „Newbies“, als die BarCamp-Neulinge, erfahren, dass wir auf dem LitCamp aufeinander achten, uns auf Augenhöhe begegnen, einander duzen und jeder so sein darf, wie er ist. Aber dann wurde jeder gebeten, aufzustehen und sich kurz vorzustellen. Name, Twittername, drei Hashtags, die man sich vorher überlegt hat. Vor mir waren geschätzt 150 Leute dran und während die sich vorgestellt haben, habe ich gefühlt 50 mal Name, Twittername, drei Hashtags in Gedanken aufgesagt. Unsicherheit , Dein Name ist Daggi. Als ich an der Reihe war, hat Annika sich zu mir umgedreht und mich angelächelt, ich hatte jemanden, den ich anschauen konnte, hab die anderen rund 200 Leute, die sich möglicherweise zu mir umgedreht haben, ausblenden können und im Nachhinein war die Vorstellungsrunde auch gar nicht so schlimm, aber die Erfahrung muss man ja auch erstmal machen.


  • Das LitCamp und die Sessionplanung

Ein BarCamp ist eine Unkonferenz, laut Wiki eine offene Tagung mit offenen Workshops. Die Teilnehmer bieten also selbst Workshops und Vorträge an, die zum diskutieren einladen. Wer mag, stellt eine solche Session vor und fragt, ob Interesse besteht. Das eine oder andere Thema fand ich total spannend, aber da mehrere Sessions zur gleichen Zeit stattfinden, plant man selbst, wann man sich welcher Gruppe anschließt. Daniela  begann ihre Sessionvorstellung mit dem Satz „ich habe euch Syphilis mitgebracht“, zur Erklärung, Syphilis ist ein Plüschi und in der Session selbst sollte es um Safer Sex in Büchern gehen. Ein Thema, über das ich bereits vor einiger Zeit gelesen habe und seither achte ich beim Lesen entsprechender Lektüre auch darauf, ob die Protagonisten Safer Sex praktizieren. Ich kann sagen, dass die von mir gelesenen Autorinnen das tatsächlich umsetzen.

Überrascht war ich von einem Tweet von Anna, die nach ihrer Session-Vorstellung getwittert hat, dass sie aufgeregt war. Ich bin ihr später im Treppenhaus begegnet und habe ihr gesagt, dass sie auf mich sehr selbstsicher gewirkt habe, ich denke, sie hat sich darüber gefreut.

Gelandet bin ich schlussendlich bei Babsi, Marcel, Luise und Rachel. Dazu gibt es aber einen separaten Blogpost, damit das hier nicht zu lange wird.

 

6 Gedanken zu „#LitCamp18 in Heidelberg – Teil 1“

  1. Hallo Daggi,
    das hört sich so schön an und macht Mut! Ich habe schon jetzt ähnliche Gefühle, wie du sie schilderst, wenn ich an das LitCampHH denke. Aber, ich will mich überwinden und es wenigstens mal versuchen. Danke fürs Mut machen mit deinem Beitrag!
    LG
    Yvonne

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