#LitCamp18 in Heidelberg – Teil 2

LitCamp Teil 1 mit folgenden Themen

  • Das LitCamp und wie alles begann
  • Das LitCamp und warum ich dann doch nicht mehr wollte
  • Das LitCamp und Sex
  • Das LitCamp und die Unsicherheit
  • Das LitCamp und die Sessionplanung

findet ihr hier.


  • Psycho oder was? Psychologie in der Literatur. Ist der Schizophrene immer der Serienmörder?

Babsi BlueSiren hat Psychologie studiert. In ihrer Session hat sie unter anderem über die differenzierten Krankheitsbilder, Dissoziation und Selbstgefährdung und Fremdgefährdung erzählt. Sie hat aber auch von Stabilisierungsphasen gesprochen und von „Medikamentenbingo“, der Suche nach dem passenden Medikament. Eine wichtige Aussage war, dass Menschen mehr sind als ihre Krankheit. Aber, und auch das war ein Thema in ihrer Session, viele Menschen haben – wahrscheinlich zurecht – Hemmungen, über ihre Erkrankung zu sprechen, weil sie negative Reaktionen befürchten, nicht nur von Freunden und Bekannten, auch vom Arbeitgeber. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Aussage „Depression? Ich bewältige doch meinen Alltag!“, ganz einfach, weil ich vor einigen Jahren  ausgebrannt war und mich geweigert habe, mir Hilfe zu suche, gerade weil ich eben meinen Alltag noch bewältigt habe. Diese Hilfe dann doch in Anspruch zu nehmen, war vermutlich eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens, weil ich seither  bewusst auf mich achte und nicht ausschließlich auf andere.


  • Mittagspause mit der Autorin Alizee Korte

In der anschließenden Pause kam Alizee Korte, die ich bis dahin nicht „kannte“, auf mich zu und setzte sich zu mir. Wir haben uns von der jeweils ersten Session erzählt, die wir besucht haben und ich sagte ihr, dass ich ganz fasziniert davon war, mit welcher Offenheit die Teilnehmer bei Babsi über ihre Erkrankung oder ihre Probleme gesprochen haben. Alizee war wie ich der Meinung, dass das eher ungewöhnlich ist, da man sich ja doch oft fremd ist, aber dass das wohl etwas ist, was das Litcamp ausmacht.

Uns beiden ging es nicht anders. Innerhalb von Minuten kannte sie meine aktuelle Lebenssituation und umgekehrt hat sie mir von ihrem Leben erzählt. Wir haben über Dinge gesprochen, die man einem „Fremden“ normalerweise wohl nicht so schnell anvertrauen würde. Das hat mich auch im Nachhinein noch beeindruckt.


  • Instagram-Session

Nach dem Mittagessen habe ich mich der Gruppe um Marcel angeschlossen, der den Instagram-Account des LitCamps betreut. In dieser Session habe ich verschiedene Apps kennengelernt, die das instagrammen vereinfachen, sei es beispielsweise zum Thema Bildbearbeitung, aber auch, was die Veröffentlichung von Fotos betrifft. Außerdem haben wir über Bot-Kommentare gesprochen, Hashtags, die man nicht nutzen sollte und Ideen zum Content für den Instagram-Account des LitCamps für die nächsten zwölf Monate diskutiert. Bei dieser Session habe ich Luise kennengelernt, die mich zu ihrer eigenen Session eingeladen hat.


  • Die Zusammenarbeit von Bibliotheken und Bloggern

Luise hat ein Thema angesprochen, mit dem ich mich noch gar nicht befasst habe. Dass es Blogger gibt, die in Buchhandlungen ihre Empfehlungen präsentieren dürfen, darüber habe ich schon gelesen, aber wie ist das mit Bibliotheken?

Auf Twitter sind mir die Buchhallen in Hamburg aufgefallen, die eine Hinter-den-Kulissen-Tour für Blogger angeboten haben. Luise hat außerdem von einer Bloggerin in München erzählt und von Düsseldorf, wo ein #Blogsofa eingerichtet wurde. Unter diesem Hashtag sind auch erfolgreiche Kooperationen sichtbar geworden.

Luise hat uns auf die Idee gebracht, dass auch Bibliotheken eine Ecke einrichten könnten, in der ortsansässige Blogger ihre Buchempfehlungen zeigen. Kia hat das Thema bereits aufgegriffen und einen sehr informativen und gelungen Artikel dazu veröffentlicht, auf den ich an dieser Stelle gerne verweise.


  • Emotionaler Missbrauch als Love Trope

Leider musste ich wieder zeitig aufbrechen, aber den Beitrag von Rachel wollte ich mir nicht entgehen lassen.  Ihr Wunsch ist es, dass die Romantisierung von emotionalem Missbrauch aufhört, weil gerade jungen Menschen ein völlig falsches Idealbild einer Beziehung vermittelt wird. „Scheiß egal wie er dich behandelt, er sieht gut aus.“ Rachel hat einen Blogartikel zu ihrem Vortrag online gestellt, den ich euch ans Herz legen möchte.

Das war der zweite Teil meiner Berichte zum LitCamp, einer folgt noch, ihr dürft gespannt sein.

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