Imagery von Christoph Marzi

Imagery
von Christoph Marzi
Verlag: Feder & Schwert


  • Zum Inhalt

Richard Elliot erhält eines Morgens einen Anruf von seiner guten Freundin, Betty, die ihm mitteilt, dass ihr Mann Michael (Richards bester Freund seit Studientagen), bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Richard informiert seine Exfrau, die Neurochirurgin Trish, und fährt mit ihr zu Betty, um ihr beizustehen. Dort treffen sie auf den Polizisten John Rifkin, der Richard erklärt, dass Michael unter Alkohol- und Drogeneinfluss mehrere Autos demoliert hat und schließlich frontal in einen Sattelschlepper raste. Für Richard unvorstellbar, Michael verabscheute Alkohol und Drogen. Seltsam auch, dass Michael sich den Begriff „Imagery“ auf die Hand geschrieben hat. Imagery ist das Spezialgebiet von Richard, mit dem Michael im Prinzip gar keine Berührungspunkte hat. Es handelt sich dabei um den Prozess von der Visualisierung einer Werbung, der Aufnahme und der Verarbeitung der Informationen, sowie der Reaktion auf den ganzen Vorgang.

Doch Richard kann sich zunächst keine Gedanken über den Tod seines Freundes machen, denn er wird in der Firma gebraucht. Er ist als Leiter der Abteilung für Verhaltensforschung beim Institute for Consumer Research (ICR) angestellt. Zusammen mit Michael hat er an einem Projekt für Chronos Communication Systems gearbeitet. Das Unternehmen will ein neues All-in-one-Gerät auf den Markt bringen: Tablet + Phone + Reader, zunächst mit der Möglichkeit, das Desktop auf eine Tischfläche zu projizieren, beim Nachfolgemodell sogar mit digitaler Holografie. Die Vertriebsstrategien sollten an diesem Tag von Michael präsentiert werden und natürlich wird man im Institut nervös, weil Michael nicht auftaucht und auch Richard nicht erreichbar ist.

Doch nicht nur das. Die Umweltorganisation Nature´s Health will mit einer Studie an die Öffentlichkeit gehen, die darlegen soll, dass die Nutzung der Chronos-Produkte gesundheitsschädlich sein soll. Das ICR muss sich hier dringend einschalten, um ein Desaster für das Image des Unternehmens abzuwenden.

Richard versucht, allen Problemen gleichzeitig Herr zu werden. Er stellt Nachforschungen zu Michaels Tod an und will bei Chronos retten, was noch zu retten ist. Dabei wird er von Trish und seiner Sekretärin Annie, sowie Tom, einem Mitarbeiter von Michael unterstützt. Doch je tiefer er wühlt, desto gefährlicher wird es für ihn und die Menschen, die er mit in die Geschichte hinein zieht.


  • Klappentext

Der tragische und mysteriöse Unfall eines Wirtschaftswissenschaftlers in Boston. Der Krieg um die Vormachtstellung auf dem Markt für Tablet-PCs. Eine neuartige Technologie, die die Welt verändern kann. Die Klage einer Umweltschutzorganisation, die alles zu Fall bringen kann. Ein Institut mit einem Geheimnis. Der einzige Hinweis: ein Wort, dass der Tote sich auf die Handgeschrieben hat: Imagery.

Richard Elliot, Leiter der Abteilung für Verhaltensforschung beim Institute for Consumer Research in Boston, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Kurz darauf findet er sich gefangen in einem Netz aus Internetspionage, Verdächtigungen und Mord und am Ende ist nicht nur sein Leben bedroht, sondern das aller Menschen.


  • Meine Meinung

Christoph Marzi ist bisher für Fantasy-Bücher bekannt. Dem potentiellen Leser dieses Buches sei gesagt, dass diese Geschichte ein Science-Thriller ist und daher ein ganz anderer „Marzi“ vorliegt.

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich dank Christoph Marzi überhaupt zu Fantasy gefunden habe. Deswegen war für mich natürlich klar, dass ich auch Imagery lesen werde, ich war aber gespannt, ob mir auch dieses Buch gefallen würde.

Die ersten Seiten sind etwas ungewöhnlich, es handelt sich um den Ausschnitt aus einem Verhörprotokoll, das man erst am Ende des Buches richtig einzuordnen weiß.

Doch dann geht es fließend in den Handlungsstrang um den Tod des Wissenschaftlers über und der Leser steckt schon mitten in der Geschichte. Der Protagonist kommt kaum zur Ruhe und wer (vermutlich gefesselt und schon nach wenigen Stunden) beim Nachwort angekommen ist, weiß, was in drei Tagen auf nur 281 Seiten alles passieren kann.

Das Buch war meist flüssig zu lesen, allerdings überschüttet der Autor den Leser stellenweise mit viel Technik- und Marketing-Input, was man a) erst einmal verdauen muss und b) nicht überlesen sollte, da es für die Handlung nicht unwichtig ist. Jemandem, dem Tablets, Smartphones und Social Media ein Greul sind, wird sich mit diesem Buch ein wenig schwer tun. Es geht darin um die technischen Geräte, die wir zum Teil schon nutzen und um Marketingpraktiken, durch die Menschen in ihrem Handeln und Denken beeinflusst werden.

Natürlich hatte ich hier und da bereits eine Vorahnung, warum Michael Conway sterben musste. Aber das Ende hat mich trotzdem verblüfft, denn über ein solches Ausmaß an Eingriffen und Manipulationen meiner Gedanken und Handlungen wollte ich bisher nicht nachdenken. Noch drastischer empfinde ich die Tatsache, dass ich mir das alles vorstellen kann und es aus meiner Sicht überhaupt nicht abwegig ist. Vielleicht wurde es einfach nur Zeit, dass uns jemand so direkt darauf hinweist.

Denn wie ist schon auf dem Umschlag des Buches zu lesen:

„Der atemberaubende Science-Thriller von Bestsellerautor Christoph Marzi wird Ihre Sicht auf moderne Kommunikationsmittel verändern – für immer.“

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