Der Sturm des Mullahs von Tom Young

Das Wichtigste in Kürze

Der Thriller ist äußerst spannend, ein echter Page-Turner, der sich aufgrund verhältnismäßig weniger Seiten nicht mit Belanglosigkeiten aufhält, sondern in dem es Schlag auf Schlag geht, weswegen man kaum zum Durchatmen kommt.


Die Protagonisten und ihre Geschichte 

Ein US-Transportflugzeug mit einem einflussreichen Taliban an Bord wird kurz nach dem Start über Afghanistan abgeschossen. Aufgrund eines Schneesturms ist eine Rettung zunächst nicht möglich. Der Besatzung der Maschine ist klar, dass es um eine Befreiungsaktion geht, weshalb die Aufgabe, den Mullah durch feindliches Gebiet zu bringen und letztendlich seiner Strafe zuzuführen, dem Navigator Major Michael Parson und Master Sergeant Sophia Gold, die als Dolmetscherin mit im Flugzeug war, zufällt.

Michael Parson ist Navigator, er ist darin ausgebildet, Karten zu lesen und Radar zu verwenden, natürlich arbeitet er auch in Flugzeugen über Feindesland, aber der Kampfeinsatz, Mann gegen Mann, das ist nicht sein täglich Brot. In Sophia Gold findet er eine Mitstreiterin, die in jeder Situation einen klaren Kopf behält. Während er sich stellenweise von seinen Gefühlen leiten lässt, ist sie die abgeklärte und vernünftige von beiden. Auf ihrer Flucht ist der Schneesturm ihr kleinstes Problem, den die Aufständischen können hinter jeder Ecke lauern und so kämpfen die beiden ums nackte Überleben.

Meine Gedanken zum Buch

Der Festa-Verlag steht für Horror und harte Thriller, auf der Homepage ist zu lesen, dass niemand härtere Thriller veröffentlicht, als Festa. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man dieses Buch aufschlägt. Einzelne Szenen sind äußerst brutal und bestimmt nichts für zarte Gemüter.

Die beiden Charaktere haben mir gut gefallen. Während Michael sehr präsent ist, nimmt Sophia eine eher begleitende Rolle ein, doch sie wird als sehr starke Frau gezeichnet, die dem Major auch mal über den Mund fahren kann.

Was ich auch sehr gut fand ist, wie Tom Young das Leben der Menschen in Afghanistan mit einfließen lässt, er zeigt auf, wie Menschen in ständiger Gefahr leben und wie sie damit umgehen, er zeigt auch auf, wie die US-Army und die Armee von Afghanistan zusammen arbeiten und vor allem, was Militär-Angehörige in den Kriegsgebieten erleben. Dass diese Nebenhandlungen authentisch erscheinen, dürfte daran liegen, dass der Autor aus erster Hand berichten kann, da er für die Air Force als Flugingenieur auf der ganzen Welt unterwegs war. Was ich ihm hoch anrechne ist, dass er den Nationalstolz der Amerikaner nicht in den Vordergrund stellt, wie das in Filmen gerne der Fall ist. Er zeigt insbesondere die Kehrseite der Medaille und das ist ein Punkt, der diesen Thriller zu etwas Besonderem für mich gemacht hat. Hinzu kommt, dass der Thriller äußerst spannend ist, ein echter Page-Turner, der sich aufgrund verhältnismäßig wenigen Seiten nicht mit Belanglosigkeiten aufhält, sondern in dem es Schlag auf Schlag geht, weswegen man kaum zum Durchatmen kommt.


Bewertung

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Eckdaten

Der Sturm des Mullahs
von Tom Young
erschienen am 24. Oktober 2016
bei Festa
352 Seiten

3 Gedanken zu „Der Sturm des Mullahs von Tom Young“

  1. Liebe Daggi,
    mit dieser Rezi hast du mich sehr neugierig gemacht! Ich habe ja vor ein paar Tagen das Buch Afghanistans verborgene Töchter ausgelesen und da geht es ja um das echte Leben in Afghanistan. Es wird auch aufgezeigt, wie die Taliban das damals noch recht gute Leben zum Schlechten gewandelt haben und viele Träume von Frauen und Mädchen zerschlagen haben.
    Ich bin nicht zimperlich, habe aber noch nie ein Buch vom Festa Verlag gelesen. Horror mag ich nicht, mit harten Thrillern könnte ich umgehen. Meinst du, du könntest mir 2 bis 3 Zitate aus dem Buch mailen, falls du sie hier nicht spoilern möchtest? Dann würde ich mir überlegen, ob ich es lesen will. :-)
    GlG, monerl

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