Ins Herz gespielt von Genovefa Adams

Das Wichtigste in Kürze

Auch in diesem Band hat Genovefa Adams es geschafft, überzeugend auf die Homophobie im Profisport einzugehen. Neben diesem schweren Thema ist ihr eine unterhaltsame Geschichte gelungen, die an die gewohnte Qualität anknüpft. 


Von Genovefa Adams bereits gelesen


Die Protagonisten und ihre Geschichte 

Daniel ist Sportreporter beim Tageblatt. Im Gegensatz zu vielen anderen Journalisten berichtet er immer fair und genießt daher das Vertrauen der Vereinsführung und der Spieler des FC Düsseldorf. Die Trennung von seinem Ex-Freund hat er noch nicht ganz verarbeitet, was ihn aber nicht davon abhält, für Fußballprofi Raphael zu schwärmen.

Durch dessen Wechsel zum FCD lernt Daniel ihn nun auch persönlich kennen, wobei er sich keine Chancen bei ihm ausrechnet. Doch schon bei der ersten Pressekonferenz wird Raphael auf Daniel aufmerksam. Es bedarf zwar noch der Einmischung von Raphaels Opa Manfred, bis die beiden zusammenkommen, doch das, was da zwischen ihnen ist, scheint etwas ganz Besonderes zu sein.

Aber ein Reporter und ein Profisportler, kann das gut gehen? Das fragen sich nicht nur Raphaels Eltern und die Vereinsführung…


Meine Gedanken zum Buch

Ich bin ein großer Fan von Genovefa Adams und ihrer Reihe „Der FC Düsseldorf und die Liebe“ bin. Die Autorin schreibt darin über ein ganzes Fußball-Team samt Betreuer- und Trainer-Stab sowie Vereinsführung. Mit Vivi hat die Autorin eine junge Frau an die Vereinsspitze gesetzt. Das ist im Profi-Fußball fast so undenkbar, wie dass sich ein Fußballprofi während seiner aktiven Zeit als schwul outet. Doch genau das ist – wenn auch eher unfreiwillig – in einem Spin off geschehen, das im April diesen Jahres erschienen ist.

„Ins Herz gespielt“ ist nun der zweite Gay-Romance-Band dieser Reihe und nach dem unfreiwilligen Outing von Jonas hat Raphael sich dazu entschieden, offen zu seiner Homosexualität zu stehen. Auch in diesem Band hat Genovefa Adams es geschafft, überzeugend auf die Homophobie im Profisport einzugehen. So souverän, wie man in Düsseldorf auf Jonas Coming out reagiert hat, war man in Magdeburg nicht. Raphael wurde das Leben vor seinem Wechsel zum FCD zur Hölle gemacht. Die Autorin berichtet von Anfeindungen durch Mitspieler, Presse und Fans bis hin zu zerstochenen Autoreifen. Das erscheint mir auch in der realen Welt durchaus  im Bereich des Möglichen.

Die Presse spielt in Band 35 erneut eine große Rolle und auch das halte ich für realistisch, denn die eine oder andere reißerische Schlagzeile aus dem Buch könnte ich mir genau so bei einer großen auflagestarken deutschen Tageszeitung vorstellen.

Die beiden Protagonisten waren mir sehr sympathisch, doch am meisten ans Herz gewachsen ist mir Raphaels Opa Manfred, der mit seinen über 80 Jahren sehr Internet-affin ist und durchaus Stalker-Qualitäten an den Tag legt. Manfred hat mich zum Lachen gebracht und auch wenn ich die Reihe von Genovefa Adams immer sehr unterhaltsam fand, hat die Autorin mit Manni eine Schippe Humor drauf gelegt.

Leider endet die Reihe vorerst. Einerseits bin ich traurig, denn ich bin überzeugt davon, dass noch Potential für viele weitere Geschichten vorhanden gewesen wäre, andererseits bin ich sehr gespannt auf das neue Roman-Projekt von Genovefa Adams, über das sie bisher aber leider noch nichts verraten hat. Dieser Roman jedenfalls knüpft an die gewohnte Qualität an, daher vergebe ich fünf von fünf Eulen.


Bewertung

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Eckdaten

Ins Herz gespielt
Der FCD und die Liebe – Band 35
von Genovefa Adams
erschienen am 13. Juli 2019

Ein Gedanke zu „Ins Herz gespielt von Genovefa Adams“

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