EM-Abseits #3 – Tierischer Fußball

Mendigo ist mit seiner Zusammenfassung des ersten und des zweiten Spieltags ein sensationellen Start ins EM-Abseits gelungen und wenn das Trainerteam um Mella und Susanne in der Tabelle geführt werden würden, hätte Mendigo möglicherweise die Tabellenführung übernommen.

Aber nur möglicherweise, denn auch die Soccer-Blogger und die Fußball-Schocker konnten einnetzen und bislang gibt es keinen Blogger, dem man die rote Laterne zuschreiben müsste.

Für das dritte Vorrundenspiel wurden wir vor die Aufgabe gestellt, Fußball und Tiere in Einklang zu bringen.

Wie schon in den beiden Wochen zuvor, saß ich zunächst vor einem leeren Blatt Papier, doch schon nach kurzer Zeit spudelten die Ideen.

  • Das Fußballspiel der Tiere
  • die Krake Paul
  • Katzen, Hunde, Eichhörnchen, Vögel, die den Spielbetrieb stören
  • Sepp Maier, wie er versucht, eine Ente einzufangen
  • Hundetötung in der Ukraine im Vorfeld der EM
  • tierische Spitznamen

Umgesetzt habe das Thema Tierischer Fußball mit einem ABC, in dem ich zum Teil Fakten aufgegriffen habe, die mir vor meiner Recherche unbekannt waren:

Tierisches Fußball-ABC

A wie Adler

Der deutsche Torwart Rene Adler war während seiner Zeit in den Jugend-Nationalmannschaften Stammtorhüter und Mannschaftskapitän. Für die U-21-EM 2006, sowie für die WM 2010 war er ebenfalls als Nummer 1 gesetzt und musste die Teilnahme an beiden Turnieren wegen Verletzungen absagen. Seither ist er – zusammen mit Tim Wiese – nur noch die Nr. 2 hinter Manuel Neuer.

B wie Bulle

Weltpokal, Europapokal, DFB-Pokal, Deutsche Meisterschaft, es gibt nicht viel, was Franz „Bulle“ Roth in seinen zwölf Jahren beim FC Bayern München nicht gewonnen hat.

C wie Clownfisch

Ich gebe zu, hier muss ich ein bisschen schummeln, aber welchen Namen verbinden wir mit einem Clownfisch? Vermutlich werden nun die meisten von Euch „Nemo“ sagen. Nemo, der kleine Clownfisch mit den grossen Augen. Und genau diese Augen sind der Grund, warum Mesut Özil, der deutsche Nationalspieler in Diensten von Real Madrid, von seinen Mannschaftskollegen „Nemo“ genannt wird.

D wie Drossel

Im 19. Jahrhundert wurde die Mannschaft von West Bromwich Albions (Premiere League) als „The Throstles“ (Die Drosseln) bezeichnet, weil im Logo des Vereins eine Drossel abgebildet ist. Später nannte man sie aufgrund ihrer unmodischen Hosen „Baggies“.

E wie Ente

Der Niederländer Willi Lippens spielte insgesamt 13 Jahre für Rot-Weiss Essen und wurde aufgrund seines Watschelgangs als „Ente“ betitelt.

F wie Fohlen

Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach wird als „Fohlenelf“ oder „Fohlen“ bezeichnet, seit in den erfolgreichen Jahren zwischen 1970 und 1980 viele junge Spieler zur Stammelf gehörten, die locker und unbekümmert spielten.

G wie Geißbock

Der 1. FC Köln wird auch die „Geißböcke“ genannt. Vor ca. 60 Jahren bekam der damalige Vereinspräsident einen Geißbock namens Hennes als Glücksbringer geschenkt, wodurch der Geißbock zum Maskottchen wurde und seit vielen Jahren auch das Vereinswappen ziert. Wie alle Geißböcke vor ihm, wurde auch der amtierende Geißbock, Hennes VIII., nach Hennes Weisweiler benannt.

H wie Hai

Miroslav Klose war bis zu seinem Wechsel vom „Betze“ zu Werder Bremen lange Zeit der Liebling der Fans und ist bis heute immer noch beliebt. Nachdem der FC Bayern ihn praktisch ausgemustert hat, kann Miro seit dem letzten Sommer nochmal auftrumpfen, in Italien bei Lazio Rom. Die Presse feiert ihn als „Mythos“, „Il panzer“ und nicht zuletzt bezeichnet ihn der Corriere dello Sport als „Tor-Hai“.

I wie Ihle 

Wolfgang Ihle bestritt mit 18 Jahren sein erstes Spiel in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse im Fußballverband der DDR. Zwischen 1973 und 1985 lief er mehr als 170 mal in der Oberliga auf, obwohl er zwischenzeitlich sogar seinen Militärdienst absolvieren musste. Seine Karriere beendete er 1990.

Ihle nennt man übrigens den Hering nach dem Ablaichen.

J wie Jaguar

Ein Jaguar verbindet Günter Netzer, Franz Beckenbauer und Wolfgang Overath. 269 PS, 240 km/h, 26.000 DM (Quelle: Autobild) Günter Netzer kaufte sich das Cabrio und war solange begeistert, bis er auf der Autobahn von einem Ferrari überholt wurde. Er verkaufte ihn an Franz Beckenbauer und der verkaufte ihn später an Wolfgang Overath.

K wie Kobra

Der ehemalige Profi Jürgen Wegmann äußerte in einem Interview, dass er giftiger sei, als die giftigste Schlange. Das brachte ihm den Beinamen „Kobra“ ein.

Bekannter dürfte wohl folgender Spruch von ihm sein: „Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu“.

L wie Lama

Die Bezeichnung Lama erlangte in Deutschland traurige Aufmerksamkeit, als Frank Rijkaard beim Achtelfinalspiel der WM 1990 in Italien Rudi Völler zwei Mal anspuckte. Seither wird Rijkaard (überwiegend in Deutschland) als „Lama“ bezeichnet.

M wie Maus

Ratinho, noch ein früherer Publikumsliebling auf dem Betze, ist mitverantwortlich für dieses ABC. Als er mir vor einigen Tagen vor die Füße gelaufen ist, fiel mir sofort sein Spitzname „Zaubermaus“ ein. Das kleine Nagetier hat er schon im Namen (rato, portugisisch für Maus).

N wie Nashorn

Das geflügelte Nashorn ist das Wappentier des Dortmunder Konzerthauses. Aus Anlass der WM 2006 hat die Stadt Dortmund Nashörner anfertigen lassen, die mit den Flaggen der Nationen versehen waren, die im Westfalenstadion (Signal Iduna Park) spielten.

O wie Onze

Die Onze de l’indépendance „Unabhängigkeitself“ trug im Auftrag der algerischen Unabhängigkeitsbewegung Front de Libération Nationale als „Botschafter der algerischen Nation“ während des Algerienkrieges Spiele aus, um gegen die franzsösische Kolonialherrschaft zu demonstrieren.

Nach dem Erlangen der Unabhängigkeit waren viele Spieler und Trainer im algerischen Verband tätig. Die Mannschaft gilt als Vorgäger der offiziellen Nationalmannschaft von Algerien.

Die Onze ist ein Raubtier und gehört zu den Pantherkatzen.

Q wie Quetzal

Der Quetzal ist der Nationalvogel von Guatemala und soll schon vor Jahrhunderten im Gebiet um Tikal beheimatet gewesen sein. Die Stadt wurde zwischenzeitlich wieder ausgegraben und in der Nähe des Tempels ist man auf eine Art Ballspielplatz gefunden. Wenn man der Überlieferung glauben schenken darf, wurden dort fußball-ähnliche Spiele ausgetragen: ein Kautschukball, zwei gegen zwei und das Verliererteam wurde geköpft.

R wie Ratte

Wegen seiner großen Nase wurde Jürgen Klinsmann in Italien La Pantegana bionda (Die blonde Ratte) genannt. Eine Gruppe von Moderatoren schloss ihre Berichterstattung über den jeweiligen Spieltag zu dieser Zeit mit den Worten „Was für eine schöne Woche für die blonde Ratte“).

S wie Schwein

Der Kampfgeist war sein Markenzeichen: mehr als fünf Jahre spielte „Willi, das Kampfschwein“ beim FC Schalke 04. Seit 2009 ist Marc Wilmots in seiner belgischen Heimat Co-Trainer der Nationalmannschaft.

T wie Terrier

Der ehemalige deutsche Nationaltrainer Berti Vogts wurde während der aktiven Zeit als Spieler aufgrund seines Kampfgeistes und seiner Attacken als „Der Terrier“ betitelt.

U wie Uhu

Vor der Wende war die Direktion Seeverkehr und Hafenwirtschaft Trägerbetrieb für Hansa Rostock. Nach der Wiedervereinigung schloss Hansa Rostock seinen ersten Sponsorenvertrag ab – mit mit Klebstoffhersteller UHU.

V wie Vogel

Für mich liegt nichts näher, als an dieser Stelle über Heiko Vogel zu schreiben. Heiko Vogel ist 35 km von Kaiserslautern, in Bad Dürkheim, geboren. Er wurde nach seinem Sportstudium Assistenztrainer und später Trainer im Jugendbereich von Bayern München. Zu seinen Schützlingen zählten Spieler wie Thomas Müller und Philipp Lahm.Während seiner Trainerausbildung freundete er sich mit Thorsten Fink an und folgte ihm als Co-Trainer nach Ingolstadt und Basel. Fink ging, Vogel blieb.

Da ich an der schweizer Grenze aufgewachsen bin, habe ich schon immer auch den schweizerischen Fußball, insbesondere den des FCB und vom FC Zürich verfolgt und war natürlich schon im „Joggeli“, dem St. Jakob-Park in Basel. Patriotismus hin oder her, am 22. Februar 2012 besiegte die Mannschaft von Heiko Vogel im Achtelfinalhinspiel den FC Bayern München mit 1:0 und ich habe mich sehr darüber gefreut.

W wie Wölfe

„Die Wölfe“ ist die übliche Bezeichnung für die Mannschaft des VfL Wolfsburg.

X wie X…

Y wie Yak

Zum Yak lieferte die schweizer Boulevardzeitung Blick eine Vorlage, die ich direkt verwandeln muss: Yak-in oder Yak-out. Besagter Artikel von Anfang Januar dreht sich um die Frage, ob der verletzte Hakan Yakin spielen kann oder nicht.

Hakan Yakin war bis zum 31. Dezember 2011 schweizer Nationalspieler. Er hat – nach eigener Aussage – seinen Platz für jüngere Spieler geräumt. Von 2004 bis 2005 spielte Hakan Yakin beim VfB Stuttgart. Sein Bruder Murat war kurze Zeit Spieler beim „Betze“.

Z wie Zecke

Der deutsche Profi Andreas Neuendorf war wegen eines Zeckenbisses behandelt worden und wurde danach von seinen Kollegen „Zecke“ genannt. Neuendorf versteigerte ein von ihm angefertigtes Gemälde, wodurch er berechtigt war, einen Künstlernamen zu tragen. Er liess sich die Bezeichnung „Zecke“ als Künstlername in den Ausweis eintragen. Erst diese Eintragung ermöglichte es ihm, den Spitznamen als Spielernamen zu verwenden und seine Trikots mit dem Namen „Zecke“ beflocken zu lassen.

Bei meinen Recherchen bin ich auf einen Bericht über das Making of eines Werbespots des SF Schweizer Fernsehens anlässlich der Fußball WM 2010 in Südafrika gestossen, den ich Euch nicht vorenthalten wollte.

In dem Spot wird die „rasante Fußballreise vom Matterhorn bis Soccer City“ aufgezeigt, an dessen Ende der Showdown im Stadion mit Löwe, Giraffe, Nashorn, Zebra und Elefent steht.

12 Gedanken zu „EM-Abseits #3 – Tierischer Fußball“

  1. Einfach Genial!
    Hut ab – ich verneige mich vor Dir!
    Eine sehr schöne Idee .mit dem ABC.
    Ich habe mir die alte Hexe aus dem Regal geholt und das Fußballspiel der Tiere zu geschnitten, auf Youtube hochgeladen und darüber geschrieben. Das Video war für ich eine sehr schöne Erinnerung. :)

    Aber auf Yak-in oder Yak-out wäre ich nie gekommen. :)

    Beste Grüße aus Berlin
    Timm

  2. Daggi, Hut ab, Du legst ja mal wieder mächtig vor! Du willst wohl das Spiel allein gewinnen ;-)

    Wieder mal ein wunderbarer Artikel und ich glaube ohne EM-Abseits hätten wir alle wieder mal viel weniger gelernt.

    LG Mella

    1. Danke, ich gebe zu, ich bin jede Woche wieder begeistert, was man durch das EM-Abseits alles erfährt. Das betrifft die Artikel, die ich lese, genauso wie meine eigenen Recherchen. Eine tolle Aktion, die Ihr Euch da ausgedacht habt :)

  3. Quetzal und Onze – kannte ich vorher nicht, zumindest nicht als Tiere. Ein ABC ist ja auch eine wirklich kreative Idee, sodass man sich nicht wundern muss, wenn aus der 11 eine Raubkattze wird. Prima Artikel!

  4. Pingback: RätselTiB

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