EM-Abseits #8 – Fußball-Regeln

Den letzten Spieltag ganz oder teilweise verpasst? Mendigo hat es befürchtet und hat deshalb auch den 7. Spieltag für Euch zusammengefasst.


Ohne Osterpause geht es direkt zum achten Spieltag. Die M-Frage wurde noch nicht gestellt, es kristallisiert sich noch nicht einmal ein Favorit heraus. Doch der Kampf um die Meisterschaft nimmt langsam Fahrt auf und so wird es Zeit, sich mit etwas Grundsätzlichem zu beschäftigen:

den Fußball-Regeln

Das Regelwerk des DFB umfasst mehr als 100 Seiten. Die erste Regelung betrifft das Spielfeld. Wer aber denkt, dass beim Spielfeld nur geregelt wird, wie lang und breit das Spielfeld sein darf, wird überrascht sein. Denn in den Fußballregeln ist z.B. auch festgehalten, dass der Spieluntergrund grün sein muss und dass die langen Begrenzungslinien Seitenlinien und die kurzen Begrenzungslinien Torlinien heissen. An diesem kleinen Beispiel wird bereits klar, warum das Regelwerk so umfangreich ist.

Doch das war nicht immer so.

In der vergangenen Woche bin ich beim Thema Fußball in Filmen kurz auf den Film „Der ganz große Traum“ eingegangen, in dem Daniel Brühl den Fußball-Lehrer Konrad Koch spielt. Konrad Koch unterrichtete am Braunschweiger Martino-Katharineum und organisierte dort das erste Fußballspiel auf deutschem Boden. Darüber hinaus setzte er 1875 das erste Fußball-Regelwerk in Deutschland auf:

Fußball. Regeln des Fußball-Vereins der mittleren Classen des Martino-Catharineums zu Braunschweig

Die Regeln waren im Westentaschenformat erhältlich und mit den 4 F´s für „frisch-fromm-fröhlich-frei“ versehen.

Hier regelte Koch, dass der Spielplatz 100 Schritt lang und 75 Schritt breit sein muss. An der Mallinie (Torauslinie) hatten zwei 3,5 Meter hohe Stangen in einem Abstand von 5 Metern zu stehen. Wer den Ball über die drei Meter hohe Querlatte schoß, erzielte ein Mal (Tor). Eine Gespielschaft (Mannschaft) wurde durch einen Fußballkaiser (Spielführer) vertreten.

Schlagen, Treten und Beinstellen war auch damals schon verboten. Bei Regelübertretungen verwarnte der Fußballkaiser, ggf. folgte ein Platzverweis.

Das Abseits erklärte Koch folgendermassen:

Abseits ist ein Spieler, wenn er vor dem Balle ist, und den Ball hinter ihm von einem seiner Genossen getreten oder gehalten wird.

Wer im Abseits stand, durfte weder den Ball berühren, noch den Gegner blockieren, er durfte sich nicht mehr am Spiel beteiligen, bis die Abseitssituation aufgehoben war.

Der erste deutschen Fußball-Lehrer legte auch Wert darauf, dass im deutschen Fußball die deutsche Sprache verwendet wird. Während in der Schweiz heute immer noch Begriffe von „Corner“, „Penalty“ und „Off-Side“ gesprochen wird, hat Koch viele deutsche Fußballbegriffe geschaffen, die bis heute gültig sind, wie beispielsweise „Ecke“, „Abseits“ und „Freistoß“.

Ich habe in den vergangenen Tagen wieder viel über den deutschen Fußball gelernt und bin neugierig auf den Film „Der ganz große Traum“, den ich mir nun unbedingt anschauen möchte.

7 Gedanken zu „EM-Abseits #8 – Fußball-Regeln“

  1. Wow, da hast Du uns aber wieder was gezeigt. Gab es damals wirklich keine klassischen Tore wie heute, sondern eher so wie beim Rugby? Sehr sehr interessant.

    LG Mella

    1. Ich war auch total fasziniert, was ich da alles erfahren habe. Zum einen Dinge, die sich grundlegend geändert haben, zum anderen Regeln, die die Jahre überstanden haben und heute genaue so Bestand haben, wie damals.

  2. Pingback: Timm's Blogwelten

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