Kristine Schröder? Nicht meine Ministerin!

Bei Susanne bin ich eben über den Artikel Die Herdprämie oder doch Emanzipation? gesto?en. Interessanterweise habe ich gerade heute mit meiner Mutter über die „Herdprämie“ gesprochen.

Ich bin überzeugt davon, dass es Frauen gibt, die Willens sind, ihre Kinder daheim zu erziehen und das auch richtig gut machen. Aber ich denke auch, dass es viele gibt, die das Geld einstreichen, sich dafür den täglichen Weg in den Kindergarten sparen und ihr Kind zu Hause vor den Fernseher setzen.

Wir haben nie darüber nachgedacht, unsere Kinder nicht im Kindergarten anzumelden, nicht nur, weil ich bereits wenige Monate nach der Entbindung wieder gearbeitet habe, sondern weil ich überzeugt davon bin, dass meine Kinder in einer Einrichtung ein ganz andere (und meiner Ansicht nach auch bessere) Betreuung erfahren, als ich das zu Hause könnte. Ganz abgesehen davon, dass sie so den ganzen Tag unter vielen Kindern sind und sich so auch ihre Sozialkompetenz weiter entwickeln kann.

Für meinen Teil würde es mir sehr viel weiter helfen, wenn ich als berufstätige Mutter einen bezahlbaren Hortplatz für meine Kinder buchen könnte. Ich bin nicht karrieregeil, sondern ich habe mehrere Jahre in Aus- und Fortbildung investiert, weil mir mein Beruf Spass macht und ich gerne arbeite. Ausserdem wollte ich schon immer meinen Teil zum Familieneinkommen beitragen. Mittlerweile studiert mein Mann und ich bestreite den Lebensunterhalt für unsere Familie alleine. Im August kommt unsere Kleine in die Schule und dann bezahle ich für zwei Kinder 270 Euro im Monat an Hortgebühren (inkl. Mittagessen). Das ist zwar viel Geld für uns, aber wenigstens haben wir einen Betreuungsplatz im Gegensatz zu vielen anderen.

Berufstätige Mütter haben heute genug Probleme. Ich bin der Meinung, wir brauchen keine Ministerin, die das nicht erkennt. Deswegen bin ich auch dem Link von Susanne auf die Seite nichtmeineministerin gefolgt und habe dort einen Offenen Brief an die Ministerin gefunden, den ich unterzeichnet habe.

Besonders angesprochen hat mich dabei diese Passage:

Wir haben großen Respekt vor individuellen Entscheidungen, gerade auch für ein Leben mit Kindern. Aber wir leben in einer Welt, in der Wahlfreiheit noch lange nicht hergestellt ist und in der meistens ein Einkommen nicht reicht, um eine Familie zu ernähren. Wir leben auch in einer Welt, in der Frauen mit Kindern nicht als vollwertige Arbeitnehmerinnen gelten. Im Gegensatz zu Ihnen, Frau Schröder, halten wir die Lösung dieser Probleme aber nicht für eine private Frage des individuellen Verhandlungsgeschicks…

 

Vielleicht möchte ja der / die eine oder andere von Euch den offenen Brief auch unterzeichnen. Mehr als 20.000 Menschen haben es schon getan.

Darüber hinaus hat auch Sabine ihre Gedanken in Worte gefasst und bei isch haben sich die Mittwochs-Blogger diesem Thema angenommen.

3 Gedanken zu „Kristine Schröder? Nicht meine Ministerin!“

  1. Der Frau Schröder müssen ziemlich die Ohren klingeln, weil soviel über sie geredet wird.
    Für mich ist das Problem mit den fehlenden Kiga-Plätzen wichtig, auch die Unterbringung oder Beaufsichtigung von Schulkindern in den Ferien ist ja durchaus nicht geklärt, oder? Wir haben in Bayern 7 Wochen Sommerferien, in dieser Zeit kann man sich schlecht Urlaub nehmen oder sie zu Hause alleine lassen, wenn sie noch nicht ein bestimmtes Alter haben. Es müssten viel mehr Sommercamps, -kurse o.ä. angeboten werden, um diese Zeit zu überbrücken.
    LG
    Sabienes

    1. Das Problem ist bei uns das gleiche. Immerhin kosten die Kindergartenplätze ab 2 Jahren nichts mehr. Aber als die Hortgebühren erhöht wurden, hat unser Sozialdezernent allen Ernstes gemeint, dass man während der Kindergartenzeit die Kosten für den Hort schonmal auf die Seite legen kann.
      1) war das bestimmt nicht Sinn der Sache
      2) war der KiGa noch nicht frei, als meine beiden noch nicht in den Hort gingen, denn da habe ich auch noch gezahlt

      Aber wie gesagt, ich bin froh, dass wir den Betreuungsplatz haben. In der Schule kostet die Nachmittagsbetreuung 40 Euro, zum einen nicht qualifiziertes Personal, zum anderen keine Betreuung während der Schulferien. Wie Du schon sagst, wie soll man das denn umsetzen.

      Und für Ferienaktivitäten hat die Stadt kein Geld …

      Ich bereue nicht, dass wir Kinder bekommen habe, sicher nicht, und man darf das nicht am Geld festmachen. Aber die Welt in Sachen Familie hat sich weiter entwickelt, nur in unserem Land scheint man stehen geblieben zu sein. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in Deutschland ein Fremdwort. Dass es auch anders geht, zeigen vor allem die skandinavischen Länder.

  2. Das Problem in D ist einfach das Kinder nicht willkommen sind. Mein Mann und ich arbeiten jeweils in sehr großen bekannten Firmen ohne Kinderbetreuung. Wir machen jedes Jahr Urlaub in Schweden, dort hat jeder Kleinbetrieb eine „Nanny“ für die Kinder der Angestellten. Hinzu kommt die Knappheit an Kindergartenplätzen und und und … ich bin froh das meine Kinder aus dem gröbsten raus sind, denn was berufstätigen Eltern zugemutet wird ist eine Frechheit.

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