Rotes Gold von Tom Hillenbrand

Rotes Gold
von Tom Hillenbrand
Kiepenheuer & Witsch


  • Zum Inhalt

Der luxemburgische Koch Xavier ist mit seiner Freundin Valerie, der Guide Gabin-Erbin, zu einem Dinner des Bürgermeisters von Paris, Francois Allegret,  im Louvre eingeladen. DerSushimeister Mifune bricht tot zusammen und die Polizei geht davon aus, dass dem Sushimeister ein Fehler unterlaufen ist, wodurch er mit Gift in Berührung gekommen ist.

Der Bürgermeister weiss, dass Xavier schon einmal einen Mord aufgeklärt hat und bittet ihn um Hilfe. Geld spielt dabei keine Rolle. Xavier ist selbst nicht davon überzeugt, dass Mifune einen Fehler gemacht hat, nachdem er mit dem befreundeten Sushi-Koch Hashimoto gesprochen hat, ist er sich sicher, dass Mifune einem Anschlag zum Opfer gefallen ist und schon steckt er mitten in den Ermittlungen.

Je weiter er in den Fall einsteigt, desto mehr gerät er selbst in Gefahr. Denn erlegt sich nicht nur mit der Yakuza an, sondern trifft auch auf die Cosa Nostra und jede Menge kleinere Kriminelle, denen er gewaltig auf die Füße tritt.


Meine Meinung:
Rotes Gold war mein erster Roman von Tom Hillenbrand. Aufgrund des Zusatzes im Titel des Buches („Ein kulinarischer Krimi“) und der Leseprobe bei vorablesen.de bin ich davon ausgegangen, hier auf einen Krimi zu stossen. Doch der Mord an Mifune ist nur eine Nebenhandlung.
Dank Tom Hillenbrand weiss ich nun vieles über den Roten Thun, was mir bisher unbekannt war. Das fängt damit an, dass Thunfische gefangen und in Käfigen gemästet werden, damit sie fetter werden und geht weiter mit der Überfischung des Roten Thuns, der Nichteinhaltung von Fangquoten und der Mattanaza („Abschlachten“), der traditionellen Thunfischjagd vor Sizilien.Ganz zu schweigen davon, dass wir alle kein Sushi essen sollten, weil 80% des gefangenen Thun für Sushi verwendet wird und zu befürchten ist, dass der Rote Thun im Mittelmeer bald gar nicht mehr zu finden sein wird.
Klingt nicht wie ein Krimi? Ich weiss. Aber obwohl ich etwas völlig anderes erwartet hatte, hat mich das Buch in seinen Bann gezogen.
Auf einige Details hätte ich aber auch gerne verzichtet, wie z.B. auf die ausführlichen Beschreibungen des Essens, zum dem Francois Allegret Xavier bittet: Austern, Stopfleber, Kapaun (kastrierter Hahn), Ortolan … Gut, dass Xavier sich hinterher erbrochen hat, sonst hätte ich es tun müssen. Kleine Kostprobe:

Er nahm sein Messer und trennte den kleinen Kopf des Vogels von dessen aufgedunsenem Leib … Er wusste, dass der Koch den Ortolan nicht ausgenommen hatte … Als er mit der Zunge etwas mehr Druck auf  den weichen warmen Fleischbrocken ausübte, spürte er, wie sich ein starker Armagnacgeschmack in seinem Mund breit machte. Der Druck hatte dazu geführt, dass die winzigen Organe des Ortolans, die sich während seines Todeskampfs mit dem Weinbrand vollgesogen hatten, nun barsten – sein Magen, seine Lunge, sein kleines Herz. Der Vogel glitt leicht nach hinten, in Richtung Rachen. Kieffer musste einen Würgereflex unterdrücken.

Auszug aus „Rotes Gold“ von Tom Hillenbrand, Kapitel 6, Seite 62

Nichts für zwarte Gemüter also, aber die Stellen, die mir zu heftig wurden, habe ich einfach überflogen.

  • Mein Fazit
Für diesen ungewöhnlichen Krimi vergebe ich 3,5 von 5 Punkten. Warum 3,5? 3 Sterne sind zu wenig, denn „Rotes Gold“ ist ein aussergewöhnliches Buch. 4 Sterne empfinde ich als zuviel, denn ich hatte einen spannenden Krimi erwartet und etwas ganz anderes bekommen.
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Vielen Dank an an den Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar über vorablesen.de zur Verfügung gestellt hat. Ich weise darauf hin, dass dies keinen Einfluss auf meine Beurteilung hat. Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt und habe auch keine andere Gegenleistung erhalten.

 

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