Toggle von Florian Felix Weyh

Mella hat vor einiger Zeit Toggle als Wanderbuch freigegeben und so ist das Buch Anfang April auf meinem SuB gelandet.


Mein Eindruck:

Es fällt mir sehr schwer, den Inhalt dieses Buches in wenigen Sätzen zusammen zu fassen, daher eine kleine Ergänzung zum Klappentext:

Im Laufe des Buches erfährt der Leser, dass Toggle (Google) eine Formel entwickelt hat, durch die das Wahlrecht anders gewichtet werden soll. Durch Toggle Democracy hat nicht jeder eine Stimme, sondern duch verschiedene Algorithmen wird festgelegt, wessen Stimme wieviel Gewicht hat. Allerdings wollen mehrere Personen sicher gehen, dass sie der Nabel der Welt sind und ihre Stimme immer zu den mit am höchsten gewichteten gehören wird. Um dieses Ziel zu erreichen, greift man auch zu Gewalt und nimmt den Tod der Deutschlandchefin von Toggle Inc. billigend in Kauf.

Als ob das noch nicht reicht, taucht ein russischer Oligarch auf, der dem Gründer von Myface einen Pachtvertrag für die Nutzung der persönlichen Daten der Nutzer von Myface (eine Mischung aus MySpace und Facebook) anbietet und ebenfalls Interesse an Toggle Democracy zeigt.

Zzum grossen Showdown hin rufen Cage und Grin (Google-Gründer Page und Brin) in der letzten Fernsehshow von Aphra (Oprah Winfrey) zu Toggle Win auf: Sie stellen zehn Aufgaben. Werden diese gelöst, erhält der Gewinner die Stimmrechtsmehrheit und damit das Sagen bei Google, kann niemand die zehn Aufgaben lösen, bleibt alles beim alten. Die Toggle-Gründer sind sich wohl sehr sicher, dass niemand die Antwort finden wird und bei Toggle Win nun einer gewinnen wird, die Firma selbst: Da die Menschen vermuten, dass die Lösung bei Toggle Books zu finden ist, landen sie Buch um Buch herunter, Toggle blendet Werbeanzeige um Werbeanzeige ein und verdient mit der Aktion eine Menge Geld.

Allerdings haben die beiden ihre Rechnung ohne ein Mädchen gemacht, dass die Lösung herausfindet und sie, weil ihr niemand zuhören will, in die Welt hinaus twittert.

Holzwanger,  sein Mitarbeiter Kingfish, die CIA, das Government Communications Headquarter (GCHQ)… am Ende müssen sie alle ihr Bestes geben um die Welt, wie wir sie kennen, zu retten und alles wieder auf Anfang zu setzen.


Meine Meinung:

Wer „Toggle“ lesen möchte, sollte sich zumindest schon einmal etwas intensiver mit dem Internet auseinander gesetzt und sich im besten Fall schon mit Suchmaschinen und Social Media beschäftigt haben.

Je mehr ich gelesen habe, desto mehr wurde ich in den Bann des Buches gezogen. Die Geschichte klingt einerseits ein wenig futuristisch, andererseits weiss man als Internetnutzer, wieviel Wahrheit in diesem Buch steckt. Man erkennt vieles wieder und so bleibt am Ende des Buches auch ein bisschen Bauchweh, weil man sich nicht sicher sein kann, ob das, was man in der heutigen Zeit noch nicht findet, Fiction ist, oder ob es dazu bereits konkrete Pläne gibt.

Wie heisst es so schön: Man weiss nie, was die Zukunft bringt – und das ist vielleicht besser so.


Danke an Mella, die das Wanderbuch zur Verfügung gestellt hat. Das Buch macht sich nun auf die Reise zu Timm.

 

6 Gedanken zu „Toggle von Florian Felix Weyh“

  1. Hallo Daggi,

    hatte schon auf deine Meinung gewartet und es wundert mich gar nicht, dass du andere Aspekte des Buches hervorhebst, als ich es getan hab. Beim Lesen deiner Rezension ist mir im Nachhinein noch aufgefallen, wie vollgestopft der Autor seinen Roman hat, mit allem was Rang und Namen hat in der Medienwelt und sogar der Politik. Das war mir beim Lesen schon ezwas klischeehaft aufgefallen, man wartete sozusagen immer darauf, dass der und der auch noch auftaucht.

    Das unsichere Gefühl, das einen beschleicht, wenn man sieht, was an Realität schon eingetroffen ist und damnach ahnt, was noch auf uns zukommen kann, hast du auch sehr schön beschrieben.

    Jetzt bin ich gespannt, was der nächste Leser so denkt.

    LG Iris

    1. Hallo Iris,

      ich hatte mir heute Nachmittag durchgelesen, was Du bei Mella geschrieben hast und mit ist zB gleich aufgefallen, dass Du die historischen Passagen hervorgehoben hast, während ich sie stellenweise sogar überflogen habe ;)

      Ausserdem habe ich heute Mella schon geschrieben, dass ich kürzlich Imagery gelesen habe, auch ein Buch, bei dem mir klar wurde, dass vieles schon Realität ist und mir das eigentlich Angst machen müsste.

      LG

  2. Tja, wir sind groß im Verdrängen. Man sieht die Anfänge und denkt, es wird schon nicht weitergehen und erledigt sich durch Wegschauen – wie bei einer chronischen Krankheit. Und wer schaut auch schon gerne in eine unangenehme Zukunft?

    Das mit den historischen Passagen erklärt sich aus meinem beruflichen Werdegang. Da hatte ich beim Lesen einige déjà-vus und war froh, dass sich das, was ich im Studium teilweise zwangsweise mitnehmen musste, jetzt mal als sinnvoll erwies und sogar in der Gegenwart Spuren hinterließ.

  3. Tolle Rezension. Mir viel es auch schwer den Inhalt des Buches zu beschreiben, ohne zu viel zu verraten.

    Aber die Zusammenhänge mit den realen Personen fand ich schon auch sehr extrem, jedoch hat mich gerade das Thema Google Books sehr fasziniert. Zu jener Zeit bin ich nämlich tiefer mit der Materie in berührung gekommen.

    LG Mella

    1. Ich habe im Rahmen meiner Fortbildung eine Diplomarbeit schreiben müssen und bin dort schon auf Google Books gestossen. Nun studiert mein Mann und es gibt doch einige Bücher, die bei Google Books zumindest in Ausschnitten hinterlegt sind, auf die er gelegentlich zurück greift.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.