Tod im Eichsfeld von Astrid Seehaus

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Dieses Buch wurde mir zu Rezensionszwecken von Blogg Dein Buch zur Verfügung gestellt. Ich wurde gebeten, Blogg Dein Buch und den Verlag zu verlinken. Für diesen Artikel habe ich jedoch keine Bezahlung und auch keine anderen Gegenleistungen erhalten.

 

Tod im Eichsfeld
von Astrid Seehaus
ISBN: 978-3-86680-992-5
192 Seiten
Sutton Verlag


Zum Inhalt:

Kriminalkommissar Frank Rothe, verwitwet, eine Tochter, Jessi, die an einen Rollstuhl gebunden ist, wagt einen Neuanfang und lässt sich von Erfurt nach Heiligenstadt versetzen. Nach dem Umzug muss Jessi an eine neue Schule und lernt gleich am ersten Tag Matthias kennen, dessen Bruder ebenfalls im Rollstuhl sitzt und der sich durch ihre ruppige Art nicht davon abhälten lässt, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden.

Frank Rothe hingegen kommt am ersten Arbeitstag etwas zu spät und trifft auf die Hauptmeisterin Simone Nolte, die ihn völlig distanziert abblitzen lässt. Schnell merkt Rothe, dass zwischen Simone und den anderen Kollegen Eiszeit herrscht und er versucht, herauszufinden, was in der Abteilung vorgefallen ist.

Einige Wochen nach seinem Einstand wird in Georg Stahlmann ermordet in seiner Scheune in Böseckendorf aufgefunden. Stahlmann war im Dorf nicht bei allen beliebt. Er war 1991 aus dem Westen zurück gekehrt und meinte, sich mit Geld alles kaufen zu können. Tatverdächtige gibt es also genügend.

Aber das ist nicht das einzige Problem, mit dem Frank Rothe sich herum schlagen muss. Der Kollege Jonas Schneider, der die Ermittlungen leitete, wird vom Fall abberufen, da er befangen ist, er wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft des Stahlmannschen Anwesens. Der Fall wird Rothe übertragen und sein Vorgesetzter setzt ihn sofort unter Zeitdruck. Doch als dem Auswertigen wird es Rothe von den Einheimischen nicht einfach gemacht. Als dann auch noch sein Team mehr gegen ihn, als mit ihm arbeitet, zieht Rothe alleine los und begibt sich auf eine „Reise“ zurück ins Jahr 1961, als das halb Dorf sich auf den Weg durch das Sperrgebiet machte, um über die Grenze in den Westen zu flüchten.

Wird er auf diese Weise herausfinden, warum Georg Stahlmann sterben musste?


Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit verschiedenen Handlungssträngen, die nach und nach in den beiden oben erzählten Haupthandlungen verschmelzen.

Frank Rothe muss sich einerseits um seine Tochter kümmern, die mitten in der Pubertät steckt und überhaupt nicht damit klar kommt, an den Rollstuhl gebunden zu sein, auf der anderen Seite wird ihm der Fall von allen Seiten schwer gemacht. Beide Haupthandlungen überschneiden sich, was die Geschichte abrundet. Das Ende lässt Potenzial für weitere Krimis um Frank Rothe und seine Tochter Jessi.

Der Leser findet sich schnell zurecht, weil Astrid Seehaus alles erzählt, was dafür notwendig ist. Sie bringt dem Leser das Eichsfeld (einen Landkreis im Westen von Thüringen), seine Menschen und die Landschaft näher.  Darüber hinaus verbindet sie den Krimi mit einem Stück deutsch-deutscher Geschichte:

Am 2. Oktober 1961 kam es zu einer Massenflucht, bei der 16 Familien mit über 50 Personen – das war mehr als die Hälfte aller Einwohner des Dorfes – gemeinsam durch das Sperrgebiet nach Immingerode in den Westen flohen. Dabei handelte es sich um die grösste gemeinschaftliche Flucht über die innerdeutsche Grenze.

Dazu ein Zitat, das auf Seite 171 zu finden ist:

Keiner von uns wird jemals vergessen, was ihn anschließend ein Leben lang geprägt hat. Die Entscheidung, zu gehen, alles zu verlassen, woran das Herz hängt, oder zu bleiben, in einer Art Unfreiheit zu leben, ist eine Entscheidung, die nicht in Minuten gefällt werden sollte. Aber genau das wurde uns abverlangt.

Bei ihrer Erzählung hält sich Astrid Seehaus genau an die Historie und berichtet im Buch auch von Details, wie dem Wall aus Matratzen und Kissen, mit dem sich die Menschen vor den Kugeln schützen wollten.

Kleines Goodie: auf Seite 6 und 7 befindet sich eine Landkarte, so dass sich  auch nicht-ortskundige Leser schnell zurecht finden.

Was mir noch aufgefallen ist: Das erste Kapitel ist überschrieben mit „Erfurt – 26. April“. Da ich im Buch nichts mehr gefunden habe, was darauf hinweist, kann ich nur spekulieren, dass dies eine Erinnerung an den Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt sein soll, dessen Jahrestag sich am 26. April diesen Jahres zum zehnten Mal jährte.

Die Geschichte ist einfach zu lesen und aus meiner Sicht spannend geschrieben.


Fazit:

Tod im Eichsfeld ist seit längerer Zeit der erste Krimi, der mich so gefesselt hat, dass ich bis tief in die Nacht gelesen habe, nicht, weil ich den Kriminallfall so überaus spannend fand, sondern weil mir die Geschichte in seiner Gesamtheit sehr gut gefallen hat – und ich natürlich wissen wollte, wer am Ende als Mörder entlarvt wird. Deshalb vergebe ich  fünf von fünf Sternen für ein Buch, das den Thüringer Krimipreis 2012 – aus meiner Sicht – zurecht erhalten hat.

 Vielen Dank an den Sutton-Verlag und Blogg Dein Buch.

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