Galgenmann von Aline Kiner

Galgenmann
von Aline Kine
Erscheinungsdatum: 10.08.2012


  • Zum Inhalt:

Ein Mord im Jahr 1944, der junge Johann wird an Heiligabend von seiner Frau Mathilde erhängt an einem Baum auf dem Friedhof von Varange aufgefunden. Am Baumstamm liegt ein Schild mit der Aufschrift “Der Strick für Kollaborateure”.

60 Jahre später wird die 17-jährige Nathalie ermordet, ihr Körper wurde mit einem Strick umwickelt und in eine Felsspalte gedrückt. Hier kommt Kommissar Simon Dreemer ins Spiel, der nach Lothringen strafversetzt wurde und nun mit seinen neuen Team um seine Partnerin Jeanne Modover ermittelt. Jeanne erinnert sich an einen ähnlich gelagerten Fall, als 11 Jahre zuvor die damals ebenfalls 17-jährige Alice in einer Felsspalte aufgefunden wurde. Die Ermittler sind von einem Unfall ausgegangen, wobei auch der Vater im Verdacht stand, ein inzestuöses Verhältnis mit seiner Tochter gehabt zu haben.

Schon auf dem Buchrücken steht „Denn keiner ist ohne Schuld“ und so haben viele der Bewohner etwas zu verbergen. Die Polizei ermittelt in verschiedene Richtungen, Verdächtige werden verhört und müssen wieder laufen gelassen werden. Dann geschieht ein weiterer Mord: ein junges Mädchen, das Nathalie und Alice sehr ähnlich sah. Etwa zur gleichen Zeit erfahren die Beamten, dass bei den beiden letzten Morden Stöckchen in der Nähe des Tatorts gefunden wurden, Stöckchen in Form von Buchstaben im Sinne des Spieles „Galgenmännchen“.

Ob die Buchstaben bei der Suche nach dem Mörder helfen und was es mit der seltsamen Statue auf dem Friedhof auf sich hat, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten.


  • Meine Meinung:

Die Autorin ist Tochter eines Minenarbeiters aus Lothringen und zeigt im Buch vieles von der Geschichte Lothringens auf. Ich werde mich aber hüten, den Begriff Lokalkolorit verwenden, denn dieser Begriff ist für mich mit Fröhlichkeit verbunden, aber Fröhlichkeit hat in diesem Buch nichts verloren. Es handelt von Deportation und Kollaboration, von Minen und Arbeitern, von den Bedingungen, unter den die Menschen leben und arbeiten.

Die Schauplätze werden sehr düster dargestellt, das mag daran liegen, dass die Autorin auf die Problematik der Minenschliessungen in Lothringen eingeht. Zum einen hat die Montanindustrie ihre Bedeutung verloren. Da keine neuen Branchen angesiedelt wurden, herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und zum anderen – und das nimmt Aline Kiner auch als Nebenhandlung in ihrem Buch auf, läuft Wasser durch die Bergwerksgänge und verursacht Erdrutsche und Absenkungen.

Die Autorin zeigt aber auch die Schicksale und Geheimnisse auf, die die Menschen in dem kleinen Dorf mit sich herum tragen und die schlussendlich die Ursache für die Morde sind.

Während ich bei der Leseprobe ob der vielen Namen, die auf den ersten Seiten genannt werden, noch etwas überfordert war, habe mich sehr schnell in die Geschichte eingelesen. Interessant fand ich, dass zwar in der Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken auf die Strafversetzung von Simon Dreemer eingegangen wird, diese Versetzung aber nur angerissen und nie zum Handlungsstrang wird, genauso wenig, wie das Privatleben der Ermittler. Alles, was der Leser über das Team erfährt, macht die Menschen dahinter verständlicher und vielleicht auch sympatischer.

Mit ihrem Schreibstil schaffte die Autorin es, dass ich die Schauplätze vor mir sehen konnte. Sie versteht es, die Morde miteinander zu verknüpfen und die Leser immer wieder auf die falsche Spur zu führen. Das Ende ist überraschend, vielleicht ein wenig überzogen. Trotzdem vergebe ich für diesen Krimi fünf Sterne.

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Vielen Dank an an den Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Ich weise darauf hin, dass dies keinen Einfluss auf meine Beurteilung hat. Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt und habe auch keine andere Gegenleistung erhalten.

 

3 Gedanken zu „Galgenmann von Aline Kiner“

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