Internetaktion gegen Deutschland sucht den Superstar

Es ist vorbei. Mehrzad Marashi ist also Deutschlands neuer Superstar und gut, ja, damit kann ich leben. Er ist kein schlechter Sänger und wenn es in dieser Staffel keinen Menowin Fröhlich gegeben hätte, wäre er bestimmt von vorne herein der Geheimfavorit gewesen. So musste er sich nicht nur gegen Menowin durchkämpfen, sondern musste auch ertragen, dass die Jury seine tollen Leistungen nur verhalten anerkannt hat. Das ist meine persönliche Meinung und wer ehrlich ist, muss zugeben, dass Menowin Fröhlich von RTL, Dieter Bohlen, der Jury von Anfang an protegiert worden ist.

Die Sendung DSDS wird von vielen Kindern und Jugendlichen gesehen, die Sänger werden verehrt, die Platten gekauft und die „Idole“ begleiten die Zuschauer ein Stück ihres Lebens. Als erwachsener Mensch, der möglicherweise selbst Kinder hat, muss man doch den Kopf schütteln und sich fragen, wie so ein Anti-Vorbild wie Menowin so gefördert werden kann. Auch meine persönliche Meinung, aber seid auch hier mal ehrlich, Menowin hat nichts was als Vorbildfunktion taugen würde. Im Gegenteil.

Es gibt aber auch Menschen, denen ist es egal, ob Mehrzad oder Menowin gewonnen hat. Die finden DSDS generell scheisse nicht wirklich interessant.

Und für diese Leute gibt es nun eine Aktion zum Boykott des Siegertitels von DSDS. Seit einigen Tagen wird dazu aufgerufen, den Titel Boomerang von Blümchen zu kaufen oder zu downloaden, damit dieser in den Charts auf Platz 1 geht. Die älteren unter uns erinnern sich an Blümchen ;) für meine jüngeren Leser:

Jasmin Wagner („Blümchen“) wurde 1980 in Hamburg geboren und veröffentlichte mit 15 Jahren ihren ersten Titel. 1996 folgte dann Boomerang, mit dem sie es bis auf Platz 11 der Singlecharts schaffte.

Die Downloads zählen bereits, da es auch den Song von DSDS als Download gibt. Boomerang steht bei Amazon zum Preis von 0,77 Euro zur Verfügung und belegt momentan Platz 3 der Single-Charts hinter Lena Meyer-Landruth (Siegerin von USFO) mit Satellite und Mehrzad Marashi. Mit seinem Sieger-Titel Don´t Belive hat er es seit kurz nach Mitternacht bereits geschafft, die Nr. 1 zu werden.

Das so eine Aktion funktionieren kann, zeigen uns die Engländer. Im vergangenen Winter kauften sie 500.000 mal den 15 Jahre alten Hit „Killing in the Name“  von Rage against the Machine. Der Song erreichte Platz 1 der Single-Charts und verwehrte dies dem Siegerlied des aktuellen Gewinner von „The X-Factor“.

3 Gedanken zu „Internetaktion gegen Deutschland sucht den Superstar“

  1. Dieses DSDS – Finale hat mal wieder gezeigt, das mit verbaler Manipulation durch die Presse alles möglich ist, auch das Küren eines Siegers, der nicht der eigentliche Sieger ist. Aufgestachelt durch die Presse, Mitkandidaten und den Moralaposteln der Nation ist der eigentliche Zweite zum Sieger von DSDS gekürt worden, weil der sich ein Saubermann – Image anhaften ließ. Opfer war ein 22jahriger, junger Outlaw, der es auf die andere Seite schaffen wollte und eindeutig ein klasse Sänger und Performer ist. Aber Deutschland sucht ja Handwerker. Muss eigentlich jemand der Musik machen will, zwangsläufig eine Vorbildfunktion erfüllen? Hat Kunst, also auch die Musik nicht eine ganz andere Rolle? Wenn Kunst und Künstler immer moralischen Ansprüchen einer Gesellschaft genügen müsste, gäbe es nur Volkskunst a la 3. Reich. Der „Outlaw“ Menowin hätte eine Schicht repräsentiert, die zwischenzeitlich in Agonie versunken ist und sich mit Hartz 4 abgefunden hat. Vielen Jugendlichen aus der Unterschicht hätte dieser Sieg einen Schimmer Hoffnung gegeben, dass man es doch schaffen kann. Vertan die Chance auf ein wenig Gerechtigkeit. Menowin hat bis auf das Finale alle Staffeln prozentual als Sieger gewonnen. Nur mit vereinten Kräften moralisierenden Menowin – Hassern konnte Mehrzad gewinnen. Ein vager Sieg auf den er in seinen ruhigen Stunden sein lebenlang mit gespaltenen Gefühlen zurückschauen wird.

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