Memory – Stadt der Träume von Christoph Marzi

Memory – Stadt der Träume
von Christoph Marzi
erschienen am 19. September 2011


  • Zum Inhalt:

Als Jude Finney vor einigen Monaten Miss Rathbone kennengelernt hat, stellte er fest, dass er Geister sehen und mit ihnen kommunizieren kann. Seither verbringt er viel Zeit mit Miss Rathbone und den Geistern vom Highgate Cemetery, einem der ältesten Friedhöfe Londons. Da er seine Mutter nie kennengelernt hat und sein Vater beruflich oft unterwegs ist, vermisst ihn zuhause niemand.

Eines Nachts findet er auf dem Friedhof ein Mädchen, das sich nicht mehr erinnern kann, wer sie ist und wie sie dorthin gekommen ist. Im ersten Moment denkt Jude, sie sei ein Geist, aber da sie sich anders anfühlt, bringt er sie zu seinen Freunden. Die Geister geben ihr den Namen „Story“ und finden heraus, dass Storys menschlicher Körper entführt wurde und im Sterben liegt. Mit jeder Erinnerung, die zurück kommt, nähert sich der Mensch, der zu Story gehört, ein wenig mehr dem Tod.

Um herauszufinden, wie man dem Mädchen helfen kann, machen sich Jude und Story auf den Weg zum Friedhof von Lady Lovelace. Als sie dort ankommen, finden sie die Statue der „Lieblosen“ zerstört vor. Sie werden von gesichtslosen Männern bedroht, die durch die Grabreihen schreiten und die Geister der Toten mit ihren Laternen aufsaugen. Mit viel Glück können Jude und Story entkommen.

Nach einem Streit mit seinem Vater erfährt Jude, was es mit dem dunklen Licht in den Laternen auf sich hat. Doch nun kämpft er an zwei Fronten, zum einen müssen er und Story das Mädchen finden, dass zu Storys Geist gehört und sie müssen die Geister der Friedhöfe Londons vor den Gesichtslosen mit den Laternen retten…


  • Meine Meinung:

Eigentlich müsste man davon ausgehen, dass es dem Leser den Angstschweiss auf die Stirn treibt, wenn ein Friedhof zum Schauplatz einer Geistergeschichte wird. Ganz anders bei Christoph Marzi. Zu Beginn des Buches nimmt der Protagonist Jude den Leser mit auf den Friedhof Highgate Cemetery, wo der Leser erfährt, wann Jude zum ersten Mal einen Geist sah und wessen Geister den Friedhof bevölkern. Zusammen mit Jude lernen wir „Story“ kennen.

Der Autor stellt den Friedhof als einen faszinierenden Ort mit einer ganz eigenen Atmosphäre dar, einen lebendigen Ort, vor dem man sich auch nachts nicht ängstigen muss. Mit den bildhaften Beschreibungen hat es Christoph Marzi schon in der Einführung geschafft, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen.

Aber auch der Angstschweiss-Faktor kommt noch zum Tragen, denn zusammen mit Jude und Story schickt der Autor seine Leser auf eine Reise durch London – auf einen Friedhof, der genau das Gegenteil von Highgate Cemetery darstellt: einen Ort voller Zerstörung und dunkler Gestalten, aber ohne die Geister, die Highgate Cemetery so lebendig machen und von denen jeder seine ganz eigene Geschichte hat.

Mit der Suche nach der Vergangenheit von Story und der Ursache für den Niedergang der Geister auf den Friedhöfen, sorgt Christoph Marzi dafür, dass der Leser nicht nur von der phantasievollen Welt hinter den Friedhofsmauern gefesselt wird, sondern auch von einem spannenden Handlungsstrang, in dem es um das nackte Überleben und viel Geld geht.

Memory – Stadt der Träume ist ein wunderschönes Buch, das in dem London spielt, das wir kennen, erweitert um eine Geisterwelt, die wir nicht sehen. Es zeigt dem Leser auf, wie wichtig Träume sind. Am Ende habe ich Memory aus der Hand gelegt mit dem Wissen, dass es für die Guten zu einem guten Ende gekommen ist und die Menschen auch in Zukunft etwas haben, wofür es sich zu Leben lohnt.

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3 Gedanken zu „Memory – Stadt der Träume von Christoph Marzi“

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