Sonutarium Labyrinth von Astrid Vehstedt

Im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks darf ich derzeit das Buch Sonutarium Labyrinth von Astrid Vehstedt lesen. Bei dem Buch handelt es sich um einen Krimi aus dem fhl Verlag.

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Die Leserunde beinhaltet auch, nach und nach über das Buch zu schreiben, eine gute Gelegenheit, gleichzeitig Punkt 41 der Buchchallenge extreme abzuarbeiten: „Buch mit Updates in eigener Rezension versehen, wann man es gelesen hat“.


03.12.2012

Als ich das Buch das erste Mal in Händen hielt, hat es mich ein wenig erschlagen. Ich hatte das Gefühl, einen dicken Wälzer zu halten, obwohl das Buch weniger als 50o Seiten hat. Die Schrift ist verhältnismässig klein und mit dem Titel konnte ich gar nichts anfangen. Also habe ich den Begriff Sonutarium bei Google eingegeben, aber es haben sich erstmal nur Ergebnisse in Zusammenhang mit diesem Buch ergeben.

Im ersten Kapitel erfährt der Leser, dass der Straßenarbeiter Alfons Blanc austreten muss und eine Kinderleiche entdeckt. Die hinzugerufene Polizei findet eine weitere Leiche und vernimmt den Arbeiter. Im Anschluss benimmt sich dieser komisch, winkt in die Kameras der Presse und hofft, ab sofort im Scheinwerferlicht zu stehen.

Man vermutet, dass es sich dabei um zwei Mädchen handelt, die ein Jahr zuvor in Köln verschwunden sind. Dort werden Martin Kowalski und Luca Gawriloff mit dem Fall betraut. Beide werden im zweiten Kapitel vorgestellt. Kowalski ist verheiratet, scheint eher gemütlich zu sein, spontan würde ich ihn als sympatischen Chaot bezeichnen. Gawriloff ist mir suspekt. Seine Vergangenheit ist lückenhaft und er scheint beim Polizeichef einen Stein im Brett zu haben.

Das Lesen empfinde ich derzeit als etwas mühsam, das Buch hat mich im ersten Kapitel nur kurz in den Bann ziehen können.


Update 04.12.2012

Ich habe heute die Kapitel 3 bis 9 gelesen.

Alfons Blanc wird verhaftet und der Presse als Täter vorgeführt. Er scheint geistig nicht seinem Alter gemäss entwickelt zu sein. Kowalski und Gawriloff haben ihre Zweifel, die Akte ist sehr dünn, die Obduktion dürftig und der Presse werden falsche Informationen zugespielt. Ein Besuch in Lüttich bestätigt sie in ihrer Meinung.

Gawriloff wird richtig sympathisch, auch wenn der Leser – und auch Kowalski – noch nicht viel über ihn weiss. Kapitel für Kapitel lernt der Leser den Ermittler ein bisschen mehr kennen, was natürlich neugierig macht.

Das Lesen fällt mir immer noch ein wenig schwer. Die Autorin erzählt sehr detailreich, so dass ich geneigt bin, immer wieder Absätze zu überspringen, um schneller voran zu kommen. Der Fall selbst scheint grössere Kreise zu ziehen und hat bereits jetzt eine politische Brisanz.


Update 08.12.2012

Zwischenzeitlich bin ich bei Kapitel 14 angelangt und merke, dass ich nur noch in Stichworten über den Inhalt berichten sollte, um nicht zu viel zu verraten.

  • Die Psychologin Dr. Ilia Ehrenstein, die die Familie eines der verschwundenen / ermordeten Mädchen betreut, wird näher vorgestellt.
  • Luca Gawriloff nimmt den Bauunternehmer Klowiak genauer unter die Lupe, weil er davon ausgeht, dass der in irgendeiner Form Dreck am Stecken hat.
  • Der Leser erfährt, was es mit Lucas Mails an seine Tochter auf sich hat. Warum er seine Familienverhältnisse allerdings verbirgt, ist immer noch nicht klar.

Die Handlung hat an Spannung aufgenommen und ich freue mich schon, aufs Weiterlesen.


Update 12.12.2012

Ich bin bis zu Kapitel 26 vorgestossen.

  • Gawriloff ist zusammengeklappt und der Arzt scheint etwas über den Gesundheitszustand zu wissen, was der Leser noch nicht weiss. Zitat S. 123 „Schon allein wegen Ihrer“ … „Sie wissen schon, was ich meine, damit ist nicht zu spaßen“.
  • Der Polizeichef ist nicht begeistert, dass gegen Klowiak ermittelt wird.
  • Bei der belgischen Polizei liegt wohl auch etwas im Argen, man versucht nach wie vor mit allen Mitteln, Alfons als den Schuldigen hinzustellen.
  • Es scheint eine Spur gegen Klowiak zu geben, aber nachdem die Ermittler in eine Schiesserei geraten, kann Klowiak auch noch den Spieß umdrehen und ist offenbar wieder fein raus aus der Sache.
  • Dr. Ehrenstein hat eine seltsame Patientin, die offensichtlich lügt, ich könnte mir vorstellen, dass die später noch eine Rolle spielen wird.
  • Dr. Kreutzfeld trifft eine Entscheidung, die ihn möglicherweise den Posten als Polizeichef kosten kann. Ob es wirklich so weit kommt?

Die beiden Ermittler sind völlig unterschiedlich, aber zwischenzeitlich beide sehr sympathisch. Wie auch Kowalski musste ich erst lernen, mit Gawriloff klar zu kommen. Es ist sicher ab und zu noch schwer, seinen Gedankengängen zu folgen, aber es wird ersichtlich, dass er mit Leib und Seele Polizist ist und nicht anders kann, als einen nach dem anderen zur Strecke zu bringen.

Die Handlung hat für mich merklich an Fahrt aufgenommen und ich stelle fest, dass es mir zunehmend schwerer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Allerdings frage ich mich, was noch alles passieren kann, denn ich bin noch nicht einmal bei der Hälfte des Buches angelangt.


Update 19.12.2012

Kapitel 27 bis Ende. Die verbliebenen rund 250 Seiten habe ich Anfang der Woche in einer Nacht durchgelesen, einfach weil es nicht mehr aus der Hand legen wollte, ohne zu wissen, wie es endet. Die beiden Ermittler finden Unterstützung in Belgien und selbst Lucas kühnste Vermutungen werden noch übertroffen. Politiker, Notare und Polizeibeamte stecken selbst mitten im Sumpf und ca. 100 Seiten vor Ende des Buches wird einer der Drahtzieher dingfest gemacht, während gleichzeitig einige Opfer gerettet werden können. Der Höhepunkt der Geschichte, könnte man meinen.

Doch während ich mich bei der Hälfte des Buches noch gewundert habe, was noch alles kommen kann in der zweiten Hälfte, ist man als Leser doch gespannt, was noch folgen kann, wenn der Täter nach 3/4 des Buches schon geschnappt wurde.

Ich hatte damit gerechnet, dass man den Männern den Prozess macht, aufzeigt, dass die Kreise sich zwar immer weiter ziehen, wenigstens der eine oder andere zur Rechenschaft gezogen wird und dass die Ausdauer und Risikobereitschaft der Ermittler sich auszahlt.

Doch (und damit komme ich zu den Negativpunkten) das verbleibende ¼ des Buches beschäftigt sich im Großen und Ganzen nur noch mit Luca und Ilja, der Fall wird nur noch am Rande tangiert und Einiges auf diesen letzten 100 Seiten ist in meinen Augen unrealistisch. Sehr schade, denn wenn sich die Autorin das gespart und dafür einen runden und dafür wesentlich kürzeren Abschluss gefunden hätte, hätte ich gerne 5 Sterne vergeben.

Darüber hinaus ist mir bis zum Schluss nicht klar geworden, was es mit dem Wort „Sonutarium“ auf sich hat. Luca verwendet das Wort zwar bei seinen Ermittlungen, die Autorin lässt den Leser aber über die Bedeutung im Unklaren, was ich als „no go“ ansehe, denn es geht immerhin um einen Teil des Buchtitels.

Völlig unpassend finde ich das Cover, wenn ich das Buch in der Buchhandlung entdeckt hätte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass es sich um einen Krimi handelt könnte. Und nach dem Lesen des Buches muss ich sagen, dass ich das Cover überhaupt nicht mit der Geschichte in Verbindung bringen kann.

Mein Fazit: die Geschichte war anfangs ein wenig zäh war, hat Fahrt aufgenommen, wurde richtig spannend und hat mir im letzten ¼ überhaupt nicht zugesagt.

Für drei Sterne ist der Kriminalfall zu spannend, vier Sterne möchte ich aber nicht vergeben, weil es meinen Eindruck vom Ende nicht widerspiegeln würde. Daher vergebe ich 3,5 Sterne für „Sonutarium Labyrinth“ von Astrid Vehstedt.

6 Gedanken zu „Sonutarium Labyrinth von Astrid Vehstedt“

    1. Das Buch hat eigentlich wirklich Potential, aber wie Du schon geschrieben hast, das Cover animiert nicht, es in die Hand zu nehmen, das heisst, es hat schon von vorne herein keine grosse Chance, wenn es nicht mit einem riesen Aufwand beworben wird.

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