Linna singt von Bettina Belitz

Linna (1)

Zum Inhalt:

Vor fünf Jahren hat sich die Band „Linna sing“ getrennt, weil Linna und nun hat Maggie alle ehemaligen Bandmitglieder eingeladen zu einer Probe-Woche, da die Band nochmal am Ort ihres grössten Erfolges, auf dem Domplatz in Speyer, auftreten soll. Linn, die ehemalige Sängern der Band macht sich auf den Weg, obwohl sie seit dem letzten Auftritt keinen Ton mehr gesungen hat und auch überzeugt davon ist, dass ihre Stimme nicht mehr das ist, was sie einmal war.

Als sie am Elternhaus von Jules, dem Drummer, ankommt, hat sie das Gefühl, dass alle sich zum Negativen verändert haben. Simon macht den Eindruck, als ob er Jura studiert hätte, Maggie ist zickig wie eh und je und Jules, der eigentlich etwas Kreatives machen wollte, ist Vertreter geworden. Mit von der Partie ist auch der 18jährige Tobias, der die Band schon früher beim Auf- und Abbau unterstützt hat. Fehlt nur noch Falk, der einzige Grund, warum Linna überhaupt angereist ist, denn Falk hat ihr die Nacht ihres Lebens beschert und der Gedanke an diese Nacht beherrscht mal mehr, mal weniger, ihr Leben. Als Falk dann ankommt, ist Linna auch hin und weg, denn aus dem zurückhaltenden Jungen ist ein attraktiver junger Mann geworden, der allerdings gar nicht auf die Andeutungen, die sie bezüglich jener Nacht macht, eingeht, was Linna mehr als enttäuscht.

Dann geht es Schlag auf Schlag, Linna erfährt nicht nur, dass ihr bester Freund aus Bandtagen verheiratet ist, sondern auch, dass die Proben auf einer Skihütte stattfinden sollen. Da Linnas Auto nicht anspringt, ist sie gezwungen, bei Falk mitzufahren, was ihr auch alle Fluchtmöglichkeiten nimmt. Als ob das nicht ausreicht, wird die Gruppe auf der Skihütte vom Schnee eingeschlossen und die anderen üben mehr und mehr Druck auf Linna aus und stellen sie als Lügnerin hin. Ob Linna dem gewachsen ist und warum Falk ihr gegenüber so abweisend ist, müsst Ihr allerdings selbst herausfinden.


Meine Meinung:

Die Geschichte ist stark geprägt von der Musik. Linna driftet gedanklich immer wieder in die Vergangenheit ab und erinnert sich an die tolle Zeit, die sie zusammen hatten. Im Gegensatz zu den meisten anderen ist sie ihrer Linie treu geblieben. Auch wenn sie nichts mehr mit der Musik verbindet, so ist sie wenigstens im künstlerischen Bereich tätig. Schnell wird klar, dass sie Probleme mit ihrer Mutter hat, die sie immer klein gehalten und nie etwas zugetraut hat. Obwohl Linna Männern gegenüber sehr zurückhaltend ist, hat ihre Mutter sie immer als ein Mädchen bzw. als junge Frau gesehen, die dem anderen Geschlecht alles andere als abgeneigt ist und sich nimmt, was sie will. Nach aussen hin gibt sich Linna ganz anders, als es in ihr aussieht.

Die Handlung selbst grenzt schon an Psychoterror, hat aber für mich nichts mit einem Psychothriller zu tun. Klar ist, dass die ganze Gruppe sich offensichtlich gegen Linna stellt und diese versuchen muss, zu entwirren, welche Probleme ihre früheren Freunde mit ihr haben. Sie muss Puzzleteil für Puzzleteil zusammen setzen und immer wieder Rückschläge einstecken, bis sie am Ende des Buches ein Bild vor sich hat, das schonungslos zeigt, wie und warum sich die Menschen, die sie früher einmal waren, verändert haben – auch sie selbst, denn alle Protagonisten haben ihre eigene Geschichte, ein Geheimnis, eine Angst oder ein Schicksal, das sie geprägt hat.

Ich kannte die Autorin bisher nicht und auf den ersten rund 50 Seiten war ich auch skeptisch, ob mich die Geschichte mitnehmen kann. Aber das kann sie und zwar in einer solchen Stärke, dass ich das Buch zwischendurch nur widerwillig aus der Hand gelegt habe. Nachdem ich das Buch am Ende zugeschlagen habe, hat mich die Geschichte nicht losgelassen, was nicht sehr oft passiert. Das zeigt mir, wieviel Tiefgang die Handlung für mich hatte. Daher gebe ich fünf von fünf Sternen für „Linna singt“.


Das Cover

Das Cover ist im Gegensatz zur Handlung sehr verspielt und lässt eher auf ein Jugendbuch schliessen, was es aufgrund der Thematik für mich definitiv nicht ist. Nichts desto trotz finde ich das Aussehen des Buches sehr ansprechend.

Linna (2)

Linna (3)

Linna (4)


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Eigentlich wollte ich das Buch für die Buchchallenge extreme heranziehen und damit den Punkt 38 “Buch hat ein festes/eigenes Lesebändchen” abhaken. Aber es ist so schön hellblau, dass ich mit diesem Buch die Regenbogen-Challenge starte :)

Kastanie

7 Gedanken zu „Linna singt von Bettina Belitz“

    1. Ich hab zwei Rezensionen gelesen, die mich etwas skeptisch gemacht haben, ich meine, eine davon war Deine und eine von Miri.
      Deswegen bin ich auch mit Vorbehalten an das Buch heran gegangen ;)

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