Archiv der Kategorie: Romance

Mensch, Paul von Anett Göttlicher

Ich habe vor einigen Tagen bei vorablesen.de die Leseprobe zu „Mensch, Paul“ gelesen und musste doch manches Mal lachen, denn Marie, die Protagonistin, erzählt, wie sich ihr Leben mit der Geburt ihrer Tochter Franziska verändert hat und vermutlich wird jede Mama, die versucht, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, sich und ihre Familie irgendwo wieder erkennen. Die Leseprobe empfand ich als humorvoll und war sehr gespannt auf das Buch.

Das dreht sich hauptsächlich um Paul. Die Geschichte um Paul und Marie ist nicht neu. Anette Göttlicher schrieb »Maries Tagebuch« auf Cosmopolitan.de, daraus entwickelte sie ihren ersten Roman „Wer ist eigentlich Paul?„.

Marie und Paul führten eine mehrjährige Beziehung, aber zwischenzeitlich ist Marie mit Jan liiert und hat mit ihm eine Tochter. An Paul und den guten Sex mit ihm denkt sie nur noch selten. Aber dann zieht ausgerechnet Paul mit seiner Freundin Natalie und deren Sohn Felix im Haus gegenüber ein. Marie freundet sich mit Natalie an, trifft dadurch wieder auf Paul und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Die Nebenhandlung um die kleine Franziska fand ich auch im Buch sehr amüsant und ich habe mich selber mehr als einmal wieder erkannt. Aber die Haupthandlung um Paul hatte ich mir wesentlich interessanter vorgestellt, ich war mir zwischendurch nicht mehr sicher, ob ich wirklich weiter lesen soll, aber dann wollte ich doch wissen, für wen Marie sich am Ende entscheidet und das war der Antrieb, warum ich weiter gelesen habe.

Beim Lesen bin ich einige Male stutzig geworden, weil sich Geschehnisse widersprochen haben. Außerdem habe ich nicht verstanden, warum die Autorin immer wieder die Geschichten mit Maries ehemaligen Freundinnen aufwärmt, die Konflikte mit diesen Frauen aber kaum bis gar keinen Bezug zur Handlung haben. Das hätte man sich sparen können. Und ganz ehrlich, ein wenig weniger Sex wäre vielleicht mehr gewesen.

Fazit: Das Buch ist zum Teil amüsant, aber zum Teil auch anstrengend und langweilig, stellenweise etwas wirr und meines Erachtens kein Muss. Daher vergebe ich drei von fünf Eulen.

Für immer und eh nicht von Heike Wanner

Für immer und eh nicht
von Heike Wanner
Ullstein Taschenbuch Verlag


Im Prolog treffen sich Jesus und Maria, Adam und Eva, sowie Petrus und Gabriel zum wöchentlichen Meeting. Auch im Himmel ist man mit der Zeit gegangen und verfügt bspw. über ein Laptop und Handys. Petrus hat Statistiken ausgewertet und festgestellt, dass seit einiger Zeit mehr Menschen sterben, als geboren werden, wodurch einige Schutzengel bereits arbeitslos geworden sind. Eva ist nicht überrascht davon, dass immer mehr Ehen in die Brüche gehen, daher sie schlägt den Anwesenden eine Wette vor.

Ein Schutzengel soll in einen Traummann verwandelt und auf die Erde geschickt werden. Eva hat drei Wochen Zeit, alles soweit vorzubereiten, dass aus dem Traummann und der Versuchsperson Theresa ein Paar wird „auf immer und ewig“. Adam hält natürlich dagegen: Auf immer und ewig klappt nicht. Es wird nicht einmal eine Woche gutgehen.

Theresa wurde anhand ihres Traumes als Versuchsperson ausgewählt, der Schutzengel Raphael wird nach ihren Träumen modelliert und auf die Erde geschickt, wo die beiden in Kapstadt zusammen treffen und Theresa sich auch sofort von Ihrem Traummann angezogen fühlt. Es stellt sich heraus, dass er geradezu perfekt ist und jedes Klischee eines Traummanns erfüllt, auch wenn er dazu Hilfe per SMS aus dem Himmel erhält. „Ist so ein Mann ein Geschenk des Himmels? Oder ist viel Perfektion eher die Hölle auf Erden?“ (aus dem Klappentext)

Nach der Leseprobe hatte ich geschrieben: Die Idee des Prologs hat mir gut gefallen, die Geschichte ist witzig geschrieben, schon die ersten Seiten sind sehr amüsant. Auch der Rest der Geschichte ist sehr unterhaltsam und flüssig zu lesen. Es gibt keine Passagen, die langweilig erscheinen. Die Autorin zeigt die Personen, Geschehnisse und Dialoge so lebhaft auf, dass ich vor dem inneren Auge immer klare Bilder vom Geschehen hatte.

Bereits zur Mitte des Buches ist im Prinzip klar, wie die Geschichte enden wird. Trotzdem wurde es nicht langweilig, auch, weil ich wissen wollte, ob und wie Theresa erfährt, dass Raphael eigentlich ein Engel ist und wie sie damit umgeht.

Das Cover lässt auf eine Liebesgeschichte schließen, der Klappentext auch. Die Geschehnisse um Eva & Co bleiben bei beidem aussen vor, was ich sehr schade finde, da gerade dieses Zusammenspiel für mich das Tüpfelchen auf dem i ist.

Ansonsten ist das Buch eine rundum gelungen, leichte Urlaubslektüre. Dafür hatte ich es auch vorgesehen. Aber die Leseprobe hatte mich so neugierig gemacht, dass ich nur mal kurz reinschauen wollte und das Buch statt dessen an einem Abend gelesen habe.

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Vielen Dank an an den Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar über vorablesen.de zur Verfügung gestellt hat. Ich weise darauf hin, dass dies keinen Einfluss auf meine Beurteilung hat. Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt und habe auch keine andere Gegenleistung erhalten.

 

Rosa macht blau von Karin Michalke

Rosa macht blau
von Karin Michalke
erschienen am 29. Juni 2009
bei Langen / Müller


  • Klappentext

Rosa steht am Ende der Welt. Am südlichsten Zipfel Italiens. Genauer: Sie steht im Mittelmeer und wartet auf die Flut. Ihr reicht’s endgültig. Ertränken will sie sich. Zum Teufel mit allen Männern! Doch keine Flut in Sicht … Ihr Leben lang hat Rosa auf Wunder gehofft, ist im Heimatort Happing kleben geblieben und hat darauf gewaretet, dass Marco – den sie liebt, seit sie sieben Jahre alt ist – endlich erkennt, dass sie zusammengehören. Doch Marco liebt Marion. Gleichgültig ist ihm Rosa allerdings nicht.

Rosa fällt von einer Krise in die nächste. Helfen können nur ihre beste Freundin Elfie – und Maurizio. Er tritt an Rosas allerschwärzestem Tag in ihr Leben. Er rettet sie und bringt ihr bei, dass man Kaffee ausschließlich schwarz, heiß und stark trinken darf. Die Romanze dauert einen Sommer lang …

Wie Rosa, schlussendlich gestrandet in einem italienischen Dorf, endlich erkennt, dass nur sie selbst sich befreien kann – und wie es ihr gelingt, ihr Glück und die Freiheit zu finden, das erzählt Karin Michalke anrührend, komisch und in einer ganz eigenen, wunderbaren Sprache.


  • Meine Gedanken zum Buch

Ich hab am Abend angefangen zu lesen und morgens um vier konnte ich endlich einschlafen, weil ich das Buch fertig gelesen hatte. Der Roman ist spannend geschrieben, voller Emotionen und fesselnd.

Im Laufe der Geschichte erfährt man von Rosas schwieriger Kindheit, von ihrem Übergewicht, ihrer immer noch andauernden Liebe zu Marco, dessen Hochzeit mit einer anderen, ihrer besten Freundin Elfie … und Maurizio, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.

Die Geschichte endet so ganz anders, also ich es mir vorgestellt hatte. Mehr möchte ich nicht verraten, aber wer sich entschliesst, dieses Buch zu kaufen, der sollte für ein unerwartetes Ende offen sein.

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Der Kuss des Engels von Sarah Lukas

Der Kuss des Engels
von Sarah Lukas
gelesen für vorablesen.de
432 Seiten
EUR 19,95
erschienen im Piper Verlag


  • Klappentext

Sophie glaubt, sie habe eine glückliche Zukunft mit ihrem Verlobten Rafael vor sich – bis zu dem verhängnisvollen Tag, an dem er stirbt. Die junge Frau steht vor dem Nichts. In Paris sucht sie das Vergessen, doch ein Leben ohne ihn hat für sie keinen Wert. Dann erblickt sie am Ufer der Seine eine Gestalt, die Rafael zum Verwechseln ähnlich sieht. Sophie ist überzeugt, dass er zurückgekehrt ist, doch der Fremde erinnert sich nicht an sie. Und bevor Sophie begreift, worauf sie sich einlässt, schweben sie beide in großer Gefahr. Denn er ist ein gefallener Engel, dem eine ganz besondere Mission auf der Erde zuteil wird. Und er kann sie nur mit Sophies Hilfe erfüllen …

  • Meine Gedanken zum Buch

Die Leseprobe besteht aus dem Prolog und dem Anfang der Geschichte. Sie hatte mich sehr fasziniert. Das Buch war dann stellenweise ein wenig langamtig, einiges war zu detailliert, was nicht notwendig gewesen wäre, als Beispiel seien hier die Schauplätze oder verschiedene Nebenfiguren genannt.

Trotzdem ist die Story sehr spannend geschrieben, manches, was man aus anderen Fantasybüchern schon kennt, aber auch neue Ideen. Ein wenig verträumt, stellenweise sehr gefühlvoll. Sarah Lukas beschreibt sehr bildhaft, Fans von Fantasyromamen kommen hier voll auf ihre Kosten, wer mit Fantasy nichts anfangen kann, sollte die Finger davon lassen.