Archiv der Kategorie: Krimi / Thriller

Sie werden mich noch kennenlernen!

Wir hatten einen sehr unterhaltsamen Abend mit Gina Greifenstein, die ihre Lesung in passenden Kostümen abhielt. „Sie werden mich noch kennenlernen!“ war einer der ersten Sätze, die am Mittwochabend in Thalia in Kaiserslautern fielen.

Wir erlebten zunächst eine kurzweilige Lesung aus dem neuen Pfalzkrimi „Quetschekuche“. In diesem Buch wird eine Frau auf einer Star Trek-Party ermordet, was Kostüm Nr. 1 als Mr. Spock erklärt.

Zum Abschluss durften wir einer sehr lustigen Kurzgeschichte lauschen, die Gina Greifenstein zur Anthologie „Tödlicher Glühwein – 21 Weihnachtskrimis aus der Pfalz“ beigetragen hat. Auch hier trug sie ein passendes Kostüm, nämlich das einer Hausfrau in Kittelschürze, deren Mann das Haus zu Weihnachten mit Lichterketten aufrüstet.

Wir haben Tränen gelacht, der Abend war rundum gelungen!

Wie können Frauen sowas schreiben? – Bloggertalk bei Gmeiner mit Anne Nørdby

In den letzten Monaten sind mir verstärkt Aktionen wie #wirlesenfrauen oder #femtember aufgefallen, in denen weibliche Autoren in den Vordergrund gestellt werden.

Passend dazu durfte ich während der Buchmesse beim Gmeiner Verlag am Bloggertalk mit der Thriller-Autorin Anne Nørdby teilnehmen, der unter dem Thema „Wie können Frauen sowas schreiben?“ ausgeschrieben worden war.


Anne Nørdby ist ein Pseudonym von Anette Strohmeyer, die 1975 in Göttingen geboren wurde, viele Jahre in Skandinavien, Neuseeland und den USA verbracht hat und lebt nun seit 2018 in Kopenhagen. Sie schreibt unter verschiedenen Namen Thriller und Krimis, aber auch Horror und Dark-Fantasy Romane und Hörspiele. Sie ist Mitglied bei den Mörderischen Schwestern, einem Netzwerk von Frauen, deren gemeinsames Ziel die Förderung der von Frauen geschriebenen, deutschsprachigen Kriminalliteratur ist.

Als Anne Nørdby hat sie im März ihren ersten Skandinavien-Krimi mit dem Titel „Kalter Strand“ beim Gmeiner Verlag veröffentlicht.


In diesem Buch lässt  die  Autorin einen Menschen wie Du und ich in besondere Situationen bringen und ihn dann reagieren, denn es geht um das Leben seiner Frau:

Und jetzt zu deiner neuen Aufgabe: Kaufe vier Benzinkanister, gehe zu einem Haus in deiner Nachbarschaft – aber eines, in dem auch Menschen sind! – und schütte das Benzin dort aus. Mit der Fackel zündest du das Haus an! Widersetzt du dich meinem Befehl, bekommst du Stefanies Kopf mit der Post zugeschickt.

Quelle: Klappentext – Gmeiner-Verlag


Eine der ersten Fragen, die Anne Nørdby beim Bloggertalk gestellt wurde, war, ob sie ihre Protagonistin mag. Dazu muss man wissen, dass die Ermittlerin Jette verheiratet und Mutter einer fünfjährigen Tochter ist. Sie ist bei einer Einheit, die über die Staatsgrenzen hinaus ermittelt, weshalb sie oft unterwegs ist und ihr Mann die Tochter betreut. Nicht zum ersten Mal geht Jette ihm fremd und das macht sie für einige Leser unsympathisch.

 Die Autorin meint, wenn die Kommissarin ein Mann wäre, würden alle ihn mögen, auch wenn er fremd geht. Einer Frau und Mutter hingegen gesteht man das nicht zu.

Anne Nørdby mag Jette sehr, weil diese sich Freiheiten nimmt die Frauen sonst als negativ ausgelegt werden, die Autorin hat diesbezüglich keine Bedenken, sie findet es spannend, einer Frau zuzugestehen, dass sie sich nimmt,  was  sie will, insbesondere, weil das etwas ist, was man Männern grundsätzlich zugestehen würde. Sie empfindet es als eine Art Gratwanderung, dass Frauen aufpassen müssen, was sie sagen oder wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten, während Männer sich viel selbstverständlicher bewegen können und bei ihnen nicht darauf geachtet wird, was sie dürfen oder eben nicht dürfen.

Die Autorin hat ihr übrigens auch ein Klischee auf den Kopf gestellt, denn der zweite Protagonist, Tom Skagen, ist als Mann nicht der leitende Ermittler sondern Jette unterstellt.

Anne Nørdby wird von der Gender-Frage generell beschäftigt. Wenn ihr auffällt, dass alle Chefpositionen durch Männer belegt siind, bringt sie Gender-Gerechtigkeit mit ein, weil in der Realität Führungspositionen auch nicht ausschließlich von Männern besetzt werden.

Es gibt in ihren Büchern männliche und weibliche Täter und sie achtet darauf, dass auch die Opfer durchmischt sind, denn während in Büchern gerne junge Frauen die Opferrolle übernehmen müssen, entspricht dies nicht der Realität, in der auch Männer zu Opfern werden.


Als literarische Vorbilder nennt Anne Nørdby unter anderem Douglas Preston und Lincoln Child, den verstorbenen Tony Hillerman, dessen Krimis im Navajo Nation Reservat spielen und die Isländerin Yrsa Sigurðardóttir.


Auf die Frage, ob schwer ist, sich in die Psyche ihrer Charaktere hineinversetzen, antwortet sie ohne Nachzudenken mit NEIN und schränkt das im vorliegenden Buch auf die Opferrolle ein. Es fiel ihr leicht, sich in den Mann hineinzuversetzen, der Verbrechen begehen soll, um seine Frau zu retten. Sie findet es sehr spannend, wenn die Situation kippt und ein Opfer zum Täter wird, Dass sie sich nicht auf eine Ebene mit dem Psychopathen stellen kann, bedauert sie kein bisschen, sondern sieht das als gutes Zeichen.


Die Autorin wird auch auf ihre Grenzen angesprochen und erzählt, dass es von verschiedenen Lesen sehr negativ aufgenommen wurde, dass ein Hund sterben musste. Anne Nørdby hatte damit gerechnet, dass das zu Unstimmigkeiten führen kann. Doch wenn es für eine Story relevant ist,  wird sie den Tod von Tieren auch weiterhin einbinden, den Vorgang allerdings sie lang und breit auswalzen. Sie betont, dass in ihren Büchern niemand stirbt, weil ihr gerade danach ist, sondern weil alles einen tieferen Sinn hat. Außerdem findet sie es auch ein wenig schizophren, dass es Menschen gibt, die sich darüber aufregen, dass Tiere in Büchern getötet werden, sich aber beim Discounter Billigfleisch kaufen.

Anne Nørdby hat aber auch eine Vermutung, warum Menschen so reagieren. Sie geht davon aus, dass Tiere und Kinder per se als unschuldig gelten und ihnen deswegen keine Gewalt angetan werden darf.

Unabhängig davon ist Gewalt an Kindern generell eine Grenze, die sie nicht übersteigen möchte, das gleiche gilt für brutale Vergewaltigungen, hier positioniert sie sich klar: „Das möchte ich nicht lesen, das  möchte ich auch nicht schreiben!“ Weiterhin schließt sie das Zerstückeln von Leichen für sich aus und legt den Fokus weniger auf Effekthascherei sondern auf die Geschehnisse in den Zwischentönen, O-Ton: „Was man nicht sieht, ist spannender als das, was man sieht.“


Im Anschluss an den Bloggertalk hatten wir noch die Möglichkeit, für gemeinsame Fotos zu posieren und unsere Bücher signieren zu lassen. Vielen Dank an Anne Nørdby und die Mitarbeiter des Gmeiner-Verlags, insbesondere Petra Wendler für das Rund-um-Sorglos-Paket, das wir genießen durften. Der Bloggertalk war nicht nur interessant, sondern auch sehr unterhaltsam.

Bloggertreffen mit dem Austrian Writers Club bei Emons

Der Emons-Verlag hatte zum Bloggertreffen mit dem »Austrian Writers Club« geladen. Als österreichische Meister des Crime Noir waren Michaela Kastel, Berhard Hofer und Andrea Nagele angekündigt, die sich im lockeren Wechsel selbst interviewten und über ihr Leben, ihre Schreib- und Lesevorlieben und ihre neuen Bücher erzählten, während wir Gösser-Bier und Mannerschnitten genießen durften.

Wer sind die  Autoren und was haben sie zuletzt veröffentlicht?


Die Wienerin Michaela Kastel schreibt nicht nur Thriller, sie studiert außerdem Germanistik und arbeitet  in einer Buchhandlung. Für ihr 2018 erschienenes Buch „So dunkel der Wald“ erhielt sie im Rahmen des Literaturfestivals „Mord am Hellweg“ den zum ersten mal vergebenen Viktor Crime Award. Preisstifter und Juryvorsitzender war kein geringerer als Sebastian Fitzek. Die Jury bezeichnete sie als neue Klangfarbe und honorierte nicht nur das Buch sondern auch das Potential, das man in ihr sieht. Ihr Wiedererkennungswert sei eindringlich und sie sei eine „junge, mutige Stimme mit einem , der wir noch viel zutrauen.“ Neben Fitzek saßen unter anderem auch Margarete von Schwarzkopf und Elisabeth Herrmann in der Jury.

Ihr neues Buch „Worüber wir schweigen“ ist am 17. Oktober 2019 bei Emons erschienen.


Bernhard Hofer ist in Österreich geboren, lebt aber zwischenzeitlich mit seiner Familie in Potsdam. Sein Roman „Tannenfall. Der erste Schnee“ ist der erste Teil einer Sage. „Vier Schwestern. Vier Perspektiven. Vier Romane.“


Andrea Nagele lebt mit ihrem Mann in Klagenfurt am Wörthersee und in Grado an der Adria. Dort handeln auch ihre Grado-Krimis.  Nach „Grado im Regen“, „Grado im Dunkeln“ und „Grado im Nebel“ ist im Februar 2019 Band 4 um die Ermittlerin  Maddalena Degrassi mit dem Titel „Grado im Sturm“ erschienen.

Bloggertreffen mit Isabella Archan beim Conte-Verlag

Für den Buchmesse-Freitag hatten die Schauspielerin und Autorin Isabella Archan und der Conte-Verlag zum Bloggertreffen eingeladen. Bei Grazer Turmuhr Talern  und Muffins erzählte Isabella Archan zunächst vom Beginn ihrer Karriere am Theater.

Mit 15 Jahren ist sie erstmals am Grazer Schauspielhaus aufgetreten. Ihren Wunsch, Medizin zu studieren hat sie  deshalb  in ihrer Jugend zunächst zurückgestellt. Anschließend wurde sie für das Wiener Volkstheater engagiert, wo sie drei Jahre tätig war. Es folgten Auftritte in Serien und einem Kinofilm, bevor es sie in die Schweiz an das Stadttheater in Luzern gezogen hat. Danach kam sie nach Deutschland, ans Staatstheater Saarbrücken, wo sie  unter anderem das Gretchen in Goethes Faust gab. Den Faust spielte damals übrigens Harald Krassnitzer, weshalb sie schon den Tatort-Ermittler Moritz Eisele geküsst habe, wie Isabella Archan schmunzelnd betonte.

Beim Conte-Verlag ist  ihre Reihe um die Polizistin Willa Stark erschienen. Nachdem die ersten drei Bände in Isabella Archans Heimatstadt Graz und in ihrer Wahlheimat Köln spielten, zieht es Willa Stark in Band 4 ins Saarland, wo auch der Conte-Verlag beheimatet ist.

Außer Willa Starks viertem Fall „Ein reines Wesen“ haben Verlag und Autorin außerdem den kostenlosen Kurzkrimi „Käsekuchen mit Todesküsschen“ sowie die Anthologie „Der unmögliche Mord“ präsentiert. Tanja Karmann, die bei Conte für Presse und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hat diese Kurzgeschichten-Sammlung herausgegeben. Neben Isabella Archan waren auch Markus Heitz und viele weitere Autoren beteiligt, die dafür gesorgt  haben, dass die Genre-Zuordnungen verschwimmen. Abgedeckt wird die Phantastik-Szene, von der „klassischen Fantasy über Urban und Contempory bis hin zu lovecraftschem Horror und Science Fiction“

Vielen Dank an Tanja von nicht ohne Buch, die uns das Gruppenfoto zur Verwendung auf dem Blog und in den sozialen Medien zur Verfügung gestellt hat.

Gewinnspiel „Gier“

Anlässlich meines 10. Bloggerjubiläums verlose ich in nächster Zeit ein paar tolle Buchpakete auf meiner Facebook- und Instagramseite.

Was gibt es diese Woche zu gewinnen?
Buch “ Gier“ (gelesen) von Marc Elsberg
+ Ahoi-Brause
+ Avengers – Becom a legend – Tasse
+ Avengers Pocket Pop! Keychain Hulk
+ Goodies

Zur Teilnahme schaut bitte einfach auf meiner Facebook-Seite oder bei Instagram vorbei.

Spreemörder – Ein Berlin-Krimi von Sandra Hausser

Das Wichtigste in Kürze

Die Idee zum Plot und der Aufbau, der schlussendlich zum Motiv geführt hat, haben mir sehr gut gefallen. Normalerweise bin ich ein großer Fan davon, als Leser mit raten zu  können, wer der Schuldige ist, das war hier nicht möglich, weil alles zu komplex war. Als störend habe ich das aber nicht empfunden, weil das ganze Konstrukt gepasst hat, auch wenn gelegentlich Kommissar Zufall zu Hilfe kam.


Von Sandra Hausser bereits gelesen


Die Protagonisten und ihre Geschichte 

Zwei zerstückelte Frauenleichen werden aus der Spree geborgen und Thilo Franz und Dirk Meister von der Kripo Berlin werden mit dem Fall betraut. Die beiden Ermittler kommen einem Skandal auf die Spur,  der bis in die Zeit des Nationalsozialismus zurückreicht.


Meine Gedanken zum Buch

Neben der Handlung  um die  zerstückelten Leichen gibt es noch weitere Handlungsstränge um eine Privatdetektivin und  ihren neuesten Auftrag und einen Entführungsfall. Nach und nach deckt Sandra Hausser zwar die Zusammenhänge auf, ich  hatte jedoch gerade zu Beginn ein wenig damit zu kämpfen, die  vielen verschiedenen Personen auseinander zu halten.
Die Idee zum Plot und der Aufbau, der schlussendlich zum Motiv geführt hat, haben mir sehr gut gefallen. Normalerweise bin ich ein großer Fan davon, als Leser mit raten zu  können, wer der Schuldige ist, das war hier nicht möglich, weil alles zu komplex war. Als störend habe ich das aber nicht empfunden, weil das ganze Konstrukt gepasst hat, auch wenn gelegentlich Kommissar Zufall zu Hilfe kam.
Den Schreibstil von Sandra Hausser kannte ich bereits aus weiteren Büchern, die aus ihrer Feder stammen. Ich finde ihn sehr angenehm. Die Geschichte hier entwickelt sich langsam, genau dieses Bedächtige hat mir gut gefallen.
Den Spreemörder mit der Krimireihe von Sandra Hausser zu vergleichen ist schwierig, da sie nicht  viel gemein haben. Ich mache es dennoch. Da mir vor allem die beiden letzten Bände der Rhein-Main-Krimis einen Ticken besser gefallen haben, vergebe ich hier vier von fünf Eulen.

Bewertung

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Rezensionsexemplar

Dieses Buch wurde mir vom Verlag über NetGalley als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst. Für den Artikel wurde ich außerdem weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.


Eckdaten

Spreemörder – Ein Berlin-Krimi
von Sandra Hausser
erschienen am 26. Juli 2019
bei Midnight