Archiv der Kategorie: Krimi / Thriller

Das eiserne Haus von John Hart

Das eiserne Haus
von John Hart
Bertelsmann Verlag
Erscheinungsdatum: 5. März 2012


  • Zum Inhalt:

Zu Beginn des Buches lernt der Leser Michael und Elena kennen und erfährt, dass Michael aus seinem Job als Profikiller aussteigen will, weil er Elena liebt und sie heiraten möchte. In einem Rückblick erzählt der Autor aus der Kindheit von Michael und seinem Bruder Julian. Michael war 10 Monate alt, sein Bruder gerade geboren, als sie von zwei Jägern völlig unterkühlt aufgefunden und ins Kinderheim Iron House gebracht werden, wo Julian, der Schwächere, über Jahre hinweg von den anderen Kindern gequält wird und Michael nicht immer da sein kann, um ihn zu beschützen. In einem Rückblick erfährt der Leser von Abigail, der Ehefrau eines Senators, die genau diese beiden Jungen adoptieren möchte. An dem Tag, an dem Abigail nach Iron House kommt, verliert Julian die Kontrolle und ersticht einen anderen Jungen. Michael redet ihm ein, dass er selbst es war, der den Jungen aus Notwehr getötet habe und verschwindet aus Iron House. Abigail nimmt Julian mit.

Im weiteren Verlauf des Buches erlebt der Leser mit, wie Michael nach New York geflohen und irgendwann in der Obhut des „Alten“ gelandet ist. Nach vielen Jahren will er nun aussteigen. Für den „Alten“ ist er wie ein Sohn und der sterbende Mann will ihm seinen Wunsch erfüllen. Aber Michael weiss, sobald der „Alte“ tot ist, gibt es keinen mehr, der seine schützende Hand über ihn hält, der Clan wird ihn töten. Er will die schwangere Elena in Sicherheit bringen, als sich Stevan, der leibliche Sohn des Alten, und Jimmy, der beste Mann, auf den Weg machen, um Michael aus dem Weg zu räumen. Doch sie bedrohen nicht nur Michael und Elena, sie benutzen Julian, um Michael heraus zu locken. Und so muss Michael nicht nur versuchen, Elena zu retten, sondern auch seinen Bruder, den er in all den Jahren nie mehr gesehen hat.

Als auch noch die Geister der Vergangenheit auftauchen, fährt Michael dorthin zurück, wo alles für ihn angefangen hat, nach Iron House.


Inhaltsangabe des Verlages:

Zwei kleine Kinder werden an einem eisigen Bach ausgesetzt. Zwei Jungen müssen kämpfen, um zu überleben. Zwei Männer führen ganz unterschiedliche Leben. Und doch sind beide unlösbar miteinander verbunden.

Als der zwölfjährige Julian im Waisenhaus seinen brutalen Peiniger umbringt, nimmt sein älterer Bruder die Schuld auf sich und flieht nach New York – mitten ins Herz des organisierten Verbrechens. Zwei Jahrzehnte später kehrt Michael nach North Carolina zurück, mit skrupellosen Killern auf den Fersen; sein lange verloren geglaubter Bruder kämpft dagegen mit ganz eigenen Dämonen. Doch die beiden Brüder werden das Rätsel ihrer Vergangenheit nur gemeinsam lösen können.


  • Meine Meinung:

Mir ist gleich nach den ersten Seiten aufgefallen, dass John Hart sehr genau beschreibt, was wann und wie passiert. Der Film zur Geschichte läuft vor dem inneren Auge mit. Diese Detailtreue zieht sich durch das ganze Buch, auch die Foltermethoden und die Morde werden sehr plastisch beschrieben, dies vielleicht als Warnung an zarte Seelen.

Doch wer nun denkt, dass es einfach nur ein blutrünstiges Buch ist, in dem es um töten und getötet werden geht, dem muss ich widersprechen. Denn John Hart befördert auch das Innerste der Hauptfiguren nach Außen. So zeigt die Geschichte beispielsweise auch, wie tief oder wie oberflächlich eine Beziehung zwischen Mann und Frau, zwischen Mutter und Kind, zwischen Geschwistern sein kann.

Bei der Hälfte des Buches habe ich mich kurz gefragt, was denn auf den restlichen 250 Seiten noch passieren soll, schliesslich war fast alles gesagt, aber ich habe schnell gemerkt, dass ich immer und immer wieder auf eine falsche Fährte geschickt wurde und so waren in vielen Kapiteln weitere Überraschungen versteckt.

Während ich die ersten 100 Seiten noch über drei Tage hinweg gelesen habe, hat mich das Buch irgendwann so in den Bann gezogen, dass ich die restlichen 400 Seiten in einer Nacht verschlungen habe. Wobei ich nicht einmal sagen kann, warum ich mir anfangs mit dem Lesen Zeit gelassen habe, denn das Buch ist an keiner Stelle langatmig, ich bin mit dem Schreibstil des Autors sofort zurecht gekommen und auch die Sprünge von einem Protagonisten zum nächsten oder aus der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück sind klar strukturiert. Es lag also vermutlich eher an mir selbst.

„Das eiserne Haus“ erhält fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.

Vielen Dank an an den Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar über vorablesen.de zur Verfügung gestellt hat. Ich weise darauf hin, dass dies keinen Einfluss auf meine Beurteilung hat. Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt und habe auch keine andere Gegenleistung erhalten.

 

Bullen und Schweine von Josef Kelnberger

  • Zum Inhalt

Der Kommissar Konrad Wolf aus München mischt sich aus privaten Gründen in eine Mordermittlung in Niederbayern ein. Der Ehemann seiner Jugendfreundin Klara wurde ermordet. Der ortsansässige Ermittler Hubert Hartmann bringt ihm die Ermittlungen näher, aber so recht verstehen wollen sich die beiden nicht.

Verdächtig sind für Wolf einige. Das Ehepaar Bergmüller, dass seine Tochter durch einen Autounfall verloren hat, die Witwe und ihr Liebhaber, die osteuropäische Futtermittelmafia, eine komplette Metzger-Familie.

Außer dem Mord geschehen aber noch weitere unerklärliche Dinge: Katzen werden entführt, ein Vollernter wird aus einer Ausstellung entwendet und als ob das nicht schon genug wäre, kämpft Wolf mit den Schatten seiner Vergangenheit, denn er ist in der Nähe aufgewachsen und erst mit Ende 20 in die große Stadt gezogen.

Der Kommissar aus München steht vor einer großen Aufgabe und das, obwohl er offiziell nicht einmal ermittelt. Er findet Verbündete und stellt fest, dass man ihn hintergangen hat, er trifft auf Leute, die mit einer Waffe auf ihn zielen, die ihm aber im Grunde genommen wohlgesonnen sind.

Nach und nach lösen sich alle Rätsel auf und ganz am Ende steht der große Knall.

Der Klappentext:
Ein wenig eine Pietät hat auch die tote Sau verdient», spricht Mastbauer Bergmüller. Betreten steht der Münchner Kommissar Konrad Wolf vor einem Schweinesarg. Allerdings wurde darin keine Sau, sondern ein toter Mensch gefunden. Ein erstochener niederbayerischer Unternehmer, der Mann von Wolfs Jugendfreundin Klara außerdem.

Deswegen hat sich Wolf am Morgen auf den Weg gemacht in die Provinz. Bald stellt sich heraus: Hätte er es bloß gelassen. Während ein hasserfüllter Mörder die niederbayerische Bevölkerung dezimiert, wird der Kommissar von Dämonen aus der Vergangenheit heimgesucht. Der Fall: reiner Sprengstoff!

  • Meine Meinung

Als ich die Leseprobe gelesen habe, habe ich bereits gemerkt, dass Josef Kelnberger manchmal ein wenig von der Geschichte abschweift. Nach dem Lesen des Buches muss ich sagen, dass er sehr oft abschweift und dass ich einige Male einen Kampf mit mir selbst ausgetragen haben, ob ich die Geschichte zu Ende lesen soll, oder nicht.

Diese Abschweifungen befassen sich mit den wirren Gedanken des Kommissar Wolf, denen ich stellenweise nicht folgen konnte. Als ich angefangen habe, diese Passagen zu überlesen, konnte ich die Geschichte auch flüssiger Lesen und der Handlung besser folgen. Allerdings liefen da zu viele verschiedene Stränge gleichzeitig ab, die sich zwar am Ende vereint haben, aber es war mir persönlich „zu viel“, was da vor sich ging.

Aufgeben wollte ich, weil mich der Spannungsbogen erst nach mindestens 1/3 des Buches erfasst. Als es dann aber soweit war, habe ich das Buch in wenigen Stunden ausgelesen. Allerdings auch hier wieder eine Einschränkung, die ganzen Vorgänge rund um den Showdown waren zuviel des Guten und haben die Geschichte unglaubwürdig gemacht.

  • Mein Fazit

Die Gedanken und Rückblicke von Wolf haben mich verwirrt, die Story war zu viel des Guten, ich denke, ich würde das Buch eher nicht weiter empfehlen, weil es einfach nicht das war, was ich mir erhofft hatte.

Bullen und Schweine von Josef Kelnberger
352 Seiten
erscheint am 09. März 2012
14, 95 Euro
Rowohlt Verlag GmbH

Mein wirst Du bleiben von Petra Busch

Mein wirst Du bleiben
von Petra Busch
Verlag: Knaur
Erschienen: 10/2011


  • Klappentext

Miriam will ihre Mutter Thea ganz für sich, schon immer, um jeden Preis. Als diese bei einem schweren Unfall das Gedächtnis verliert, geht Miriam ganz in der Pflege auf. Auch wenn Thea von ihrer Tochter nichts mehr weiß. Hauptsache, Thea bleibt immer bei ihr in der Wohnung, dann kann nichts passieren.

Dann wird Miriam nicht verlassen. Doch zwei Morde in der Nachbarschaft zerstören das erzwungene Idyll. Dass Hauptkommissar Ehrlinspiel das Leben der Opfer und Nachbarn durchleuchtet, macht Miriam ganz nervös. Als Thea aus ihrem goldenen Käfig ausbricht und in brütender Hitze durch Freiburg irrt, ahnt sie nicht, dass sie in großer Gefahr schwebt…


  • Inhaltsangabe

Hauptkommissar Moritz Ehrlinspiel und sein Kollege und Freund Paul Freitag werden zu einem Mord in ein Mehrfamilienhaus gerufen. In der Milchtüte im Kühlschrank des verstorbenen Martin Gärtner findet die Polizei Spuren von Nußöl, auf das der Tote hochgradig allergisch war. Doch wer hatte einen Grund, den zurückgezogen lebenden Frührentner zu töten? Und warum hatte der Mann Lachs und Sekt im Kühlschrank, obwohl er sich über Jahre weg nur von Wurst und Brot ernährt hat und augenscheinlich auch nie viel Geld zur Verfügung hatte.

Die Ermittler tappen im Dunkeln, als eine weitere Bewohnerin des gleichen Hauses getötet. Doch auch dieser Mord ergibt keinen Sinn.

Die Nachbarin, Miriam, benimmt sich sehr seltsam. Auch ihre Mutter, die sie pflegt, scheint ein Geheimnis zu haben. Außerdem erfährt der Leser von einem Mann, der genau dieses Mehrfamilienhaus und seine Bewohner seit längerer Zeit durch ein Teleskop beobachtet und alle Vorgänge genau auf Fotos dokumentiert.

Als die Journalistin Hanna Brock auftaucht, mit der Moritz schon in seinem ersten Fall zu tun hatte, wird der Hauptkommissar ein wenig von seinen Problemen – die Polizei tappt immer noch im Dunkeln – abgelenkt. Doch Hannah kann sich nicht zurückhalten, sie mischt sich in die Ermittlungen ein und nach einem weiteren Mordversuch gerät sie sogar selbst in Gefahr.


  • Cover

Auf dem Cover ist eine Wand mit einem Schlüsselhaken und einem Schlüssel zu sehen. Ausser dem Buch habe ich auch noch einen Schlüsselanhänger mit dem Schriftzug des Buchtitels erhalten. :)

Spätestens am Ende des Buches wird klar, warum das Motiv des Covers 100%ig passt.


  • Fazit

Zum einen hat mich dieser Roman fasziniert, weil ich Freiburg und die Region um die Stadt gut kenne und es bereitet mir immer Freude, wenn ich ein Buch lesen kann, in dem ich die Gegend wiedererkenne.

Darüber hinaus bin ich vom Schreibstil von Petra Busch total begeistert. Das Buch ist flüssig zu lesen. Die Personen werden vorgestellt und der Leser erfährt über jede Person in der Handlung soviel, wie er wissen muss. Die etwas ausschweifenderen Erzählungen, z.B. über Moritz, sind, auch wenn sie nicht unbedingt notwendig sind, keineswegs langweilig, sondern spannend wie das ganze Buch.

Die Protagonisten sind sehr sympathisch, weil sie ihre guten, aber auch ihre schlechten Tage haben, wirken sie authentisch.

Die Kapitel sind zum größten Teil klar strukturiert, der Leser weiß immer genau, wer gerade „die Hauptrolle“ spielt. In mehreren Passagen lässt die Autorin Personen zu Wort kommen, die man nicht sofort identifizieren kann und die entweder etwas verbotenes tun (z.B. Stalken) oder an die Ausführung eines Verbrechens denken.

Natürlich denkt man beim Lesen darüber nach, wer der Mörder sein könnte bzw. die Mörder sein könnten. Petra Busch schafft es aber, den Leser immer wieder in die Irre zu führen, so dass nicht nur die Polizei, sondern auch der Leser wieder bei „null“ anfangen muss. Genau das ist für mich das Besondere an diesem Buch.

Wer Kriminalromane liebt, sollte „Mein wirst Du bleiben“ lesen. Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

Auch wenn ich damit möglicherweise ein wenig zuviel verrate, wie es mit Moritz und Hanna weiter geht, bleibt am Ende offen. Ich hoffe daher darauf, dass Petra Busch Moritz Ehrlinspiel noch weiter ermitteln lässt. Ich wäre auf jeden Fall wieder dabei.

Autoren-Lesechallenge: 8/26

Auf der Frankfurter Buchmesse 2011 hat Leser-Welt die Autorin Petra Busch getroffen und interviewt. Petra Busch hat aus diesem Anlass eine Ausgabe ihres damals neu erschienenen Buches Mein wirst Du bleiben signiert und ich hatte das große Glück, dass ich dieses Buch von Leser-Welt erhalten habe.

Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt, ich habe auch keine Gegenleistung dafür erhalten.

 

Mädchenfänger von Jilliane Hoffman (mit Gastrezension)

Vor zwei Wochen hat mir eine Kollegin von diesem Buch erzählt und hat mich sehr neugierig darauf gemacht. Kurz danach legte sie es auf meinen Schreibtisch im Büro :)

Genau zwei Tage später bin ich bei nasch auf die Rezension des Buches gestoßen und auch nasch hat es als „Top Buch“ bewertet.

Leider bin ich nicht gleich zum Lesen gekommen, aber als wir vergangenen Samstag nachts um halb eins von einem Geburtstag zurückkamen, konnte ich nicht gleich einschlafen und wollte zumindest mal die ersten 50 Seiten lesen.

Aber ans Aufhören war nicht mehr zu denken und als ich das Buch zugeschlagen habe, war sechs Uhr morgens :D

Und zu diesem absolut spannenden Buch gibt es nun ein Novum auf meinem Blog: eine Gastrezension.

Vielen Dank an nasch.

Da ich zum Geburtstag den Ebook Reader bekommen habe, muss ich mir natürlich gleich auch ein Ebook zu legen, was gar nicht so einfach war, denn ein paar Wochen zuvor hatte ich mir 5 Bücher gekauft die für mich einfach ein muss waren. Also stöberte ich durch die TOP 10 der aktuellen Ebooks und landete bei Jilliane Hoffman, ich habe schon viel von ihr gehört und da eines ihrer Bücher nun mal dort vertreten war und sie auch auf meinem Zettel stand, das ich mal ein Buch von ihr lesen muss – war das genau der richtige Zeitpunkt damit anzufangen.

Das Buch ging richtig unter die Haut, gerade weil man selbst im Internet viel unterwegs ist und man mal wieder damit konfrontiert wurde, was alles passieren kann. Ich war von Anfang gefesselt und konnte es nur schwer aus der Hand legen, es war Spannung pur. Das Buch besteht aus kleinen Kapitel, meiner Meinung nach genau die richtige Länge. Nach jedem Kapitel erfährt man mehr von der Story aus der Sicht einer anderen Person, sei es die entführte Lainey, den Ermittler Bobby Dees oder den Entführer selbst. Erst wirklich zum Ende des Buches kommt es zum Showdown, aber alles andere als erwartet und ich war mehr als überrascht, denn damit hätte ich nicht gerechnet. Für mich ein Top Buch und somit nicht das letzte Buch von Jilliane Hoffman das ich lesen werden. (Rezension von nasch, 14. Januar 2012)

Ich.darf.nicht.schlafen von S.J. Watson

Ich. Darf. Nicht. Schlafen.
von S.J. Watson


  •  Inhalt

Christine Lucas wacht neben einem Mann im Bett auf und kann sich nicht mehr an die letzte Nacht erinnern. Schlimmer noch, als sie in den Spiegel schaut, sieht sie eine Frau von Mitte 40  und das, obwohl sie doch erst um die 20 ist. Da helfen auch die Fotos von ihr, die um den Spiegel herum angebracht sind, nicht weiter. Der Mann im Bett, ihr Mann, wie sie erfährt, erklärt ihr, dass sie an einer besonderen Form der Amnesie leidet. Sie kann sich nur an die ersten Jahre ihres Lebens erinnern, manchmal nur an die Kindheit, manchmal, bis sie ca. 20 ist, manchmal bis zu einem Zeitpunkt dazwischen.

Schuld ist ein Autounfall vor vielen Jahren. Seither speichert sie nur noch die Ereignisse eines Tages und auch die verliert sie, sobald sie eine Tiefschlafphase durchlaufen hat. Christine wird jeden Tag klar, wie sehr ihr Mann sie lieben muss und welches Glück sie damit hat.

Als an diesem Morgen das Telefon klingelt, erklärt ein ihr unbekannter Mann, dass sie seit einigen Tagen ein Tagebuch führt und wer weiß auch, wo sie dieses Buch finden kann. So liest Christine die Geschichte ihres Lebens und fügt jeden Tag neue Erfahrung und Erinnerungen hinzu. Manches davon ist positiv, einiges traurig und einiges sehr beunruhigend. Das Tagebuch hilft Christine auch, denn gelegentlich sieht sie vor ihrem inneren Auge Situationen die sie erlebt hat und Menschen, mit denen sie einmal Kontakt hatte. Erinnerungen werden wach. Doch nun bemerkt Christine Widersprüche in den Erzählungen der Menschen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen. Und sie muss sich Tag für Tag aufs Neues die Frage stellen, wem sie vertrauen kann und wem nicht.


Meine Meinung:

Nach den ersten Minuten fühlte ich mich an „50 erste Dates“ erinnert. Lucy wacht jeden Morgen neben einem Mann auf und kann sich an nichts erinnern. Henry kommt auf die Idee, eine DVD zusammen zu stellen, die ihr alles erklärt. Das Prinzip ist in dieser Geschichte erst einmal das Gleiche, ein unbekannter Mann, Fotos, Erzählungen des Mannes. Aber mit dem Anruf und dem Auffinden des Tagebuches geht es in eine ganz andere Richtung. Indem Christine ihr Tagebuch liest, erfährt der Leser immer mehr Details aus ihrem „alten“ Leben und auch zu den Geschehnissen seit dem Unfall.

Der Leser weiß aber nur das, was Christine zusammen trägt. Wie Christine hat er keine Ahnung, wem man vertrauen kann und wem man nicht. Auch wenn sich manche Vorfälle oder Teile des Tagesablaufes wiederholen, wird das Buch nie langweilig, sondern bleibt immer spannend. Ich hatte irgendwann eine Vorahnung, was wirklich passiert ist. Und auch Christine kann irgendwann die Puzzleteile zusammen setzen. Im Gegensatz zu ihr, konnte ich mir aber sicher sein, dass ich es auch am nächsten Morgen noch wusste…

Ich gebe zu, ich habe mich mit dieser Rezension sehr schwer getan, denn ich hatte Bedenken, dass ich zu viel verrate. Wem das oben gelesen zu wenig aussagekräftig ist, dem sei gesagt, dass ich absolut begeistert bin von diesem Thriller. Dadurch, dass ich nie mehr wusste, als Christine, steckte ich mitten drin und habe das Buch in wenigen Stunden gelesen. Daher gibt es von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Sunny hat das Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen und hatte mich bereits neugierig gemacht, weil sie gelesen hatte, dass ich Ich.darf.nicht.schlafen. aus der Weihnachtsaktion von Blogg Dein Buch erhalten habe. Nun würde ich gerne auf die Rezension von Sunny verweisen. Allerdings kann ich Euch gleich sagen, dass Ihr Fazit genauso positiv ist, wie meines ;)

Eine unbeliebte Frau von Nele Neuhaus

Eine unbeliebte Frau
von Nele Neuhaus
erschienen am 01.05.2009
List – Ullstein Buchverlage


  • Inhaltsangabe

„Eine unbeliebte Frau“ ist der erste gemeinsame Fall von Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein.

Pia wird zu einem Selbstmord gerufen. Als sich herausstellt, dass es sich bei dem Toten um den Frankfurter Oberstaatsanwalts Dr. Joachim Hardenbach handelt, zieht sie ihren Chef Oliver hinzu. Kurz darauf gibt es eine weitere Tote. Isabel Kerstner wurde ermordet. Weder ihr Mann, noch jemand aus ihrem Bekanntenkreis scheint um die Tote zu trauern. Isabel liebte den Luxus. Spätestens als ihr Mann sein ganzes Vermögen in eine Tierarztpraxis steckt, war er nicht mehr interessant für sie. Sie begab sich auf die Suche nach Männern mit Geld und nutzte sie aus.

Da praktisch jeder dieser Männer ein potentieller Mörder ist, haben die Ermittler einiges zu tun. Schließlich müssen auch die Alibis der gehörnten Ehefrauen überprüft werden.

Fremdgänger, Betrug mit Turnierpferden, Entführung, Menschenhandel, Prostitution, Drogenschmuggel, Insolvenzverschleppung, ein Mann, der seiner Männlichkeit beraubt wird… Pia und Oliver finden sich in einem wahren Sumpf an Kriminalität wieder. Sie können zwar dem einen oder anderen Verdächtigen eine Straftat nachweisen, aber als Mörder von Isabel Kerstner kommt keiner von ihnen in Frage.


  • Meine Meinung

„Eine unbeliebte Frau“ ist nicht nur der erste Fall von Pia und Oliver, es ist auch das erste Buch, das ich von Nele Neuhaus gelesen habe. Sie scheint eine Pferdenärrin zu sein, den der Hauptteil der Handlung dreht sich um einen Reiterhof, Pia hat eigene Pferde, Olivers Familie hat ebenfalls mit Pferden zu tun.

Jedes Kapitel ist mit einem Datum überschrieben, das Buch beginnt am 28. August 2005 und endet am 11. September 2005. Im ersten Teil kommen immer mehr Personen ins Spiel. Jeder ist verdächtig, wird überprüft und jeder scheint Dreck am Stecken zu haben. Der Schreibstil von Nele Neuhaus ist zwar flüssig, aber durch die vielen Personen und die immer neuen Straftaten, die die Ermittler aufdecken, ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. An einigen Stellen des Buches wurde die Handlung für mich etwas unglaubwürdig, weil es schwer vorstellbar ist, dass die Verbrechen und Verbrecher so geballt aufgetreten.

Trotzdem hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ich möchte auch die folgenden Fälle von Pia und Oliver lesen. Die beiden sind sehr sympathisch. Über Olivers Familie erfährt man bereits einiges, Pia´s Privatleben bietet noch Handlungsspielraum. Bei diesem Buch ist mir bewusst geworden, wie viele Bücher ich in den letzten Monaten gelesen habe, bei denen das Ermittler-Team ein Paar war oder wurde. Das ist hier nicht der Fall, denn Oliver ist glücklich verheiratet und Pia frisch getrennt.

Die Bücher von Nele Neuhaus spielen im Großraum Frankfurt. Ich kenne das Gebiet zwar nicht, wie meine Westentasche, habe aber schon einen gewissen Bezug in diese Gegend, was die Geschichte für mich persönlich einfach noch einen Tick interessanter macht. Allerdings ist es auch bei Nele Neuhaus nicht notwendig, sich in der Region auszukennen, sie beschreibt die Orte so, dass man sie sich auch gut vorstellen kann.

Insgesamt ein sehr spannendes Buch, zwar mit vielen Personen, von denen auch jede eine eigene Geschichte hat, manchmal ein wenig überzogen, aber nie soviel, dass ich nicht hätte weiter lesen wollen. Daher gibt es von mir 4 von 5 Sterne.

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