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Sehnsucht nach Zimtsternen von Katrin Koppold

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Sehnsucht nach Zimtsternen
von Katrin Koppold
erschienen am 5. Mai 2014
im Aureolus Verlag

  • Reihe

„Sehnsucht nach Zimtsternen“ ist das dritte Buch aus der „Sternschnuppen“-Reihe von Katrin Koppold, die von den vier Schwestern Mia, Fee, Helga und Lilly handelt. Die Bücher sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

  • Inhalt

Lilly ist glücklich mit Torsten verheiratet, bis der ihr eröffnet, dass er eine Andere hat. Sie igelt sich zuhause ein und ernährt sich zunächst von Süßkram, um anschließend ihrer Backwut zu fröhnen. Beim Essen wird sie gelegentlich von ihrem Untermieter Jakob unterstützt, allerdings nur, wenn er gerade keine Frau zum Vernaschen in Reichweite hat. Ausgerechnet jetzt plant ihre Schwester Helga auch noch ihre Hochzeit, zu der Anton eingeladen sein wird – der Anton, der Lilly mit 15 Jahren das Herz gebrochen hat. Als ob das nicht ausreicht, fällt ihr Vater die Treppe herunter und wird mitsamt Opa bei ihr einquartiert. Nur Günter, der neue Nachbar, bringt etwas Ruhe und Wärme in Lillys Herz.

  • Protagonistin

Lilly war für mich zunächst nicht die liebenswerte Protagonistin. Auf mich machte sie eher einen negativen Eindruck: eine Frau, die ihren Job aufgibt, um für Mann und Heim da zu sein, die dem Leser gedanklich auch klar mitteilt, dass sie keine Lust auf frühes Aufstehen, nervige Kollegen und unfreundliche Kunden hat, die vom Geld ihres Mannes und in der Wohnung ihrer Schwiegermutter lebt und im Grunde eher ein unzufriedener Mensch ist.  Das war Lilly, wie ich sie nach den ersten Seiten gesehen habe.

Doch tatsächlich ist Lilly ein herzensguter Mensch, der für die Familie alles geben würde. Sie wurde vom Schicksal bereits mehr als einmal gebeutelt und steht nach der Trennung von Torsten vor einem Trümmerhaufen. Doch da gibt es auch noch den Spruch ihrer Großmutter, an dem sie sich immer wieder aufrichtet; Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Meine Gedanken zur Geschichte

„Sehnsucht nach Zimtsternen“ war für mich ein Wechselbad der Gefühle. Einige Momente haben ein Kribbeln im Bauch verursacht, andere haben mich zum Schmunzeln und Lachen gebracht und wieder andere haben mir die Tränen in die Augen getrieben. Denn Katrin Koppold ist nicht nur eine Meisterin der Romantik und des Wortwitzes, sie bedient sich auch tiefgründiger Themen wie Alkohol- und Tablettenabhängigkeit, Fehlgeburten, Alzheimer und Tod.

Was mir besonders gut gefallen hat war ein Satz von Lilly: Vielleicht braucht man gar nicht immer ein Ziel im Leben. Vielleicht genügt es manchmal einfach nur, den nächsten Schritt zu kennen. (S. 238)

Katrin Koppold lässt in diesem Buch sehr viel Nebenhandlung in den eigentlichen Plot einfließen. Lilly hat mit vier Männern zu kämpfen, mit ihrer eigenen und der Schwieger-Familie, mit dem Versuch, beruflich Fuß zu fassen und wie oben schon beschrieben auch mit Alzheimer und Tod. Nun ist Katrin Koppold aber für mich eine Autorin, deren Bücher ich lese, wenn mir nach einem Happy End ist. Und auch wenn diese Themen nicht nach Happy End klingen, kann ich bestätigen, dadurch, dass Lilly alles Schritt für Schritt angeht, wird jedes einzelne Thema zu einem befriedigenden Ende geführt, was das Buch natürlich viel realistischer wirken lässt, als wenn sich alles in einer rosaroten Wolke auflösen würde.

  • Was mir nicht so gut gefallen hat!

Es gibt auch einige kritische Punkte, die ich anbringen möchte:

Wenn Lilly und Torsten im real existierenden Bio- und Wellnesshotel Stanglwirt Urlaub machen, dann sollte dieses bitte nicht „in Kitzbühel“ stehen, sondern „in Going“ oder gerne auch „bei Kitzbühel“. Da ich die Region aus Urlauben kenne, bin ich an dieser Kleinigkeit genau so hängen geblieben wie an der Postleitzahl von Starnberg auf der Einladung zur Hochzeit. Die beginnt nämlich mit einer 4 und würde somit nach NRW gehören. Über eine Postleitzahl, die mit einer 8 beginnt, hätte ich einfach weg gelesen, denn die 8 gehört für mich nach Bayern.

Auf der Einladungskarte steht nur Lillys Handynummer, die Rückmeldungen erhält sie aber per eMail und nicht über Handy. Und dann wäre da noch Jakob, der denkt, Lilly wäre nicht bei Facebook angemeldet, obwohl er einen Tag zuvor ihre Freundschaftsanfrage angenommen hat.

Das allerdings ist Kritik auf hohem Niveau, denn es sind nur Kleinigkeiten, über die ich beim Lesen gestolpert bin und die durch viele wundervolle Zitate und Sprüche, wie z.B.

Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst (Hans Christian Andersen)

Niemals an die nächste Straße denken, sondern immer nur an den nächsten Schritt. (Momo, Michael Ende)

Das größte Vermächtnis, das wir unseren Kindern hinterlassen können, sind glückliche Erinnerungen. (aus einer Grußkarte)

längst wett gemacht sind.

  • Fazit

„Sehnsucht nach Zimtsternen“ ist ein wunderbares Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand legen wollte und eines der wenigen Bücher, die ich innerhalb weniger Wochen gleich noch einmal gelesen habe – in diesem Fall zwei Mal innerhalb von drei Wochen :)

Ich vergebe 5 von 5 Eulen.

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Aufgabe 58: ein Buch, das schon mindestens ein Jahr auf Deinem SuB liegt (Amazon sagt 06.10.2014)

  • Autor: Koppold, Katrin
  • Charakter: Lilly

Mondscheinblues von Katrin Koppold

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Mondscheinblues
von Katrin Koppold
erschienen am 02. November 2015
im Aureolus Verlag

  • Inhalt

Die Redakteurin Nina ist perfektionistisch veranlagt, ihr Tagesablauf ist getaktet, Reisen werden weit im voraus geplant und die zu sich genommenen Kalorien hat sie ständig im Blick. Tom war ein gefeierter Rockstar und verbringt seine Tage seit dem Absturz der Band überwiegend in Kneipen.

Durch unglückliche Umstände muss Nina eine Reise, die eigentlich eine Kollegin antreten wollte, selbst übernehmen. Da es ihr an einem männlichen Begleiter mangelt, darf sie sich aus der Kartei einer Agentur einen Begleiter aussuchen. Dieser Mann, Tom, entpuppt sich rein äußerlich schon ganz anders, als er sich auf dem Foto dargestellt hatte und auch sonst hat er offensichtlich beschlossen, Nina das Leben schwer zu machen.

Wenn zwei so unterschiedliche Menschen aufeinander treffen, kann eine Woche in Cornwall sehr sehr lange sein…

 

  • Protagonisten

Nina ist Anfang 30 und mit ihrem Hund Puck wieder bei ihrer Mutter eingezogen, nachdem sie aus dem Ausland zurückgekehrt ist. Sie ist Redakteurin im Ressort „Reise“ bei der Frauenzeitschrift Luisa. Ihre Eltern haben sich getrennt, als sie klein war. Zu ihrer Mutter hat sie ein sehr inniges Verhältnis, ihr Vater hat schon immer nur oberflächliches Interesse an ihr gezeigt, was sie aber nicht davon abhält, um seine Anerkennung zu buhlen.

Auch Tom hat ein eher gespanntes Verhältnis zu seinem Elternhaus. Seine Eltern, eine Pianistin und ein Tenor, konnten sich nie damit anfreunden, dass er sein Leben vermeintlich weggeworfen hat, um in einer Band zu spielen. Drei Jahre sind seit dem Karriere-Ende vergangen und Tom schlägt sich als Klavierlehrer durchs Leben.

  • Meine Gedanken zum Buch

Die Kapitel spielen abwechselnd aus der Sicht von Nina und Tom, wobei beide ihre eigenen Passagen in der Ich-Form erzählen und die Kapitel mit dem Namen des jeweils gerade handelnden überschrieben sind. Gut gefallen haben mir die Wortgefechte, die die beiden Protagonisten sich geliefert haben, diese waren meist erheiternd und unterhaltsam.

Eigentlich wollte ich dieses Buch „nur kurz anlesen“, konnte es dann aber nicht mehr aus der Hand legen. Schon der Beginn hat mich mit einem Satz gefangen genommen:

Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn die Kollegin, mit der man sich das Büro teilt, einen direkt beim Eintreten mit den Worten »Du sollst zum Chef kommen« begrüßt.

Genau das passiert Nina und neugierig wie ich bin, wollte ich natürlich sofort wissen, was geschehen ist. Von da an ging es Schlag auf Schlag.

Katrin Koppold hat es geschafft, dass mein Bauch über das ganze Buch hinweg mitgefühlt hat. Wurden die Protagonisten von einander enttäuscht, hat sich der Magen zusammen gezogen und sind sie sich näher gekommen, habe ich das Kribbeln der Schmetterlinge gespürt. Wenn ein Autor / eine Autorin das schafft, hat sie schon gewonnen.

Beim Lesen wurde mir schnell klar, dass Katrin Koppold sich vorab selbst auf den Weg durch Cornwall gemacht haben muss, weil sie die Schauplätze und auch die Eindrücke, die die Touristen von den jeweiligen Orten bekommen, sehr detailliert und bildlich beschrieben hat.

Ganz begeistert war ich von den Songzeilen aus der Feder der Autorin persönlich, die im Laufe des Buches eine Rolle spielen.

  • Fazit

Eine wunderschöne Geschichte mit ganz viel Gefühl, für die ich gerne auf ein paar Stunden Nachtschlaf verzichtet habe und fünf von fünf Eulen vergebe.

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Aussicht auf Sternschnuppen von Katrin Koppold

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Aussicht auf Sternschnuppen
von Katrin Koppold
erschienen 2012
im Aureolus-Verlag


Zum Inhalt:

Helga entdeckt auf dem Handy ihres Freundes Giuseppe eine eindeutige SMS von einer Frau namens Angela, die ihm auf italienisch mitteilt, dass sie es kaum erwarte kann, ihn wieder zu sehen. Da Giuseppe sich am selben Tag auf den Weg nach Italien macht, beschließt Helga, ihm zu folgen. Wegen einer Aschewolke über dem europäischen Flugraum sind jedoch alle Flüge gestrichen. Als sie mit einem anderen Kunden verhandelt, wer von ihnen das Vorrecht auf den letzten Mietwagen hat, stellt sich heraus, dass auch er in die Toskana reisen möchte und so bietet sie ihm an, zusammen nach Italien zu fahren. Was Helga zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Nils ist ein bekannter Schauspieler, Kettenraucher und ziemlich nervtötend. So steht ihr eine turbulente Fahrt bevor, an deren Ende ein überraschendes Wiedersehen auf sie wartet.

Meine Gedanken zum Buch:

Helga ist Mitte 30, bodenständig und immer darauf bedacht, nicht aufzufallen. Sie dachte, endlich ihren Mr. Right gefunden zu haben. Ihre Pläne, eine Großfamilie zu gründen, scheinen sich zu zerschlagen, als sie die SMS einer anderen Frau entdeckt. Nils ist ein gutaussehender Schauspieler, der im ersten Moment etwas oberflächlich erscheint. Während der Fahrt lernt der Leser zusammen mit Helga die Möglichkeit, hinter die Fassade zu blicken und Nils besser kennen zu lernen. Die ungleiche Fahrgemeinschaft gerät unterwegs natürlich immer wieder aneinander, zusammen erleben sie aber auch das eine oder andere Abenteuer.

Gerade die Dialoge der beiden Protagonisten haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Auch darüber hinaus hat Katrin Koppold einen Schreibstil, der ihren  Lesern ein unterhaltsames und kurzweiliges Lesevergnügen bereitet, bei dem auch die Romantik nicht zu kurz kommt. Besonders gut haben mir auch die anschaulichen Beschreibungen von Landschaften und Umgebungen gefallen.

Ich vergebe fünf von fünf Eulen.

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Das Buch lag nun auch schon über ein Jahr auf meinem eBook-SuB, aber auf meiner Suche nach Road-Trips für die Lesechallenge Amazing Summer Reads bin ich wieder darauf gestossen und es hat sich gelohnt :)


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(41) den Debütroman eines Autoren / einer Autorin.

– Ein Buch eines Autors / einer Autorin von dem / der du noch nichts gelesen hast

Hochzeitsküsse und Pistolen von Katrin Koppold

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Hochzeitsküsse und Pistolen
von Katrin Koppold
erschienen am 03. August 2014


Zum Inhalt: 

Wenige Tage vor ihrer Hochzeit mit dem Polizisten Simon Gunn besichtigt Catherine „Cathy“ Walsingham zusammen mit ihrer besten Freundin Janina die Hochzeitsfoto-Location Glenford Castle und stolpert dort über die Leiche der ortsansässigen Postbotin Veronica Finch.

Wilbury on the Woods ist ein kleines Dorf im Südwesten von England und auch wenn es nur 30 km bis Plymouth und Exeter sind, steht kein Ermittler zur Verfügung, der Simon und seinen Kollegen Harry unterstützen kann. Sollte der Fall nicht innerhalb einer Woche gelöst sein, wird Simons Urlaub gestrichen und die Flitterwochen lösen sich in Luft auf.

Cathy will das verhindern und beschließt, Simon unter die Arme zu greifen und zieht Janina mit in die Geschichte hinein. Nicht nur, dass Simon Cathy ständig bei ihren „Ermittlungen“ erwischt, geraten die beiden auch in die Schusslinie des Mörders…


Die Protagonisten:

Cathy hat ihr Studium beendet und versucht, herauszufinden, was sie beruflich machen möchte. Finanzielle Probleme hat sie keine, ihre Eltern sind vermögend und stehen auf dem Standpunkt, dass sie sich nun auch nicht mehr orientieren muss, da sie nach der Hochzeit sowieso bald Mutter werden wird. Das klingt recht oberflächlich, tatsächlich hat Cathy aber ihr Herz am rechten Fleck. Die Geschichte wird aus der ich-Perspektive von Cathy erzählt.

Simon liebt seine Zukünftige. Er macht sich Sorgen, dass ihr durch ihre Ermittlungen etwas zustoßen könnte und versucht sie, von ihren Unternehmungen abzuhalten. Wie sich am Ende herausstellt, waren seine Sorgen berechtigt.


Meine Meinung:

Katrin Koppold lässt ihren Leser in dem Moment in das Buch eintauchen, in dem Cathy und Janina die Tote finden. Dadurch hatte sie mich schon in den Bann der Handlung gezogen. Die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch humorvoll und mit einem Tick Liebe gespickt.

Spannend deshalb, weil die Autorin hier einen Krimi geschafften hat, bei dem ich bis zum Ende keine Ahnung hatte, wer die Postbotin nun tatsächlich umgebracht hat, obwohl ich während der Geschichte mehrere Verdächtige hatte.

Humorvoll, weil Katrin Koppold immer wieder kleine Geschichten einfließen lässt, die einem ein herzhaftes Lachen ins Gesicht zaubern. Und das mit der Liebe, das kann sich ja wohl jeder denken ;-)

Für mich war die Handlung bis hin zum Dorftratsch plausibel und das Ende hat die Geschichte perfekt abgerundet.

Ich vergebe fünf von fünf Eulen für „Hochzeitsküsse und Pistolen“ und bin gespannt auf den nächsten Teil der Reihe, den die Autorin für das kommende Jahr angekündigt hat. Aber nicht nur das, ich werde nun auch endlich den ersten Teil von Katrin Koppolds „Sternschnuppen-Reihe“ aus meinem eBook-SuB befreien, denn der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und auch wenn es sich bei den Sternschnuppen-Büchern um ein ganz anderes Genre handelt, hoffe ich sehr, dass auch diese mich begeistern werden.