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In all den Jahren von Barbara Leciejewski

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In all den Jahren
von Barbara Leciejewski
erschienen am 28. September 2015
im acabus Verlag


Von dieser Autorin habe ich gelesen:


  • Inhalt

Die Geschichte beginnt im Jahr 1990 als Elsa und Finn sich im Treppenhaus kennen lernen. Nach und nach werden sie zu besten Freunden und verbringen die nächsten zwanzig Jahre miteinander. Manchmal sehen sie sich öfters, manchmal weniger oft, manchmal sind sie Single, manchmal liiert, manchmal wohnen sie Tür an Tür, manchmal sind sie durch einen Ozean getrennt, meist sind sie ein Herz und eine Seele, manchmal zoffen sie sich aber auch ordentlich.

Sie lieben sich – als Freunde – und nicht einmal die eine Nacht, die sie in all den Jahren miteinander verbringen, kann das zerstören, denn als sie am Morgen aufwachen, steht fest, es soll alles bleiben, wie es ist. Aber wie viel Liebe verträgt eine Freundschaft?


  • Die Protagonisten und ihre Geschichte

Als Elsa und Finn sich kennenlernen, ist Elsa Mitte 20 und Finn fast 30. Sie ist eine recht unbekannte Synchronsprecherin mit Schauspielausbildung, Finn hat sich als Künstler einen kleinen Namen gemacht.

Ich mochte die beiden vom ersten Moment an sehr gerne, weil sie als absolut liebenswerte Menschen gezeichnet sind. Da die beide eine Entwicklung über einen Zeitraum von zwanzig Jahren durchmachen und über der Leser sie begleitet, hatte ich am Ende das Gefühl, dass nicht nur die beiden Protagonisten sich in- und auswendig kennen, sondern dass sie auch mir sehr vertraut sind

Das Buch lebt natürlich auch von den unterschiedlichen Nebenfiguren: den Freunden David und Maria, Finns Mutter und seinem Bruder mit Familie, Edda, die ältere Dame, die so gern aus ihrem Leben erzählt, Norbert, Elsas väterlicher Freund, aber auch von Elsas Eltern, die sich schon seit Jahren mehr für Freunde und Reisen begeistern können, als für das Leben ihrer Kinder.

Der Leser begleitet die beiden Protagonisten über einen Zeitraum von 1990 bis 2010. Das Buch ist so aufgebaut, dass jedes Kapitel einen Zeitraum von einem Jahr einnimmt. Es gibt Jahre, in denen passiert viel, dann sind die Kapitel etwas länger, oder es passiert weniger, dann sind die Kapitel ein wenig kürzer und die Handlung etwas komprimierter.

Im Laufe der zwanzig Jahre lernt der Leser Finns Familie und seine Freunde genauso kennen wie Elsas Familie und Freunde und natürlich erleben wir mit, wie die beiden sich einen gemeinsamen Freundeskreis aufbauen, neue Leute kennen lernen, in Beziehungen hinein- und auch wieder hinausschlittern. Elsa und Finn verstehen sich blind und wissen, was der andere denkt und begleiten sich gegenseitig durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens.

Die Geschichte spielt hauptsächlich in München, aber Elsas Wurzeln liegen in Mannheim, Finns in Schottland und beruflich verschlägt es Elsa durch Deutschland und Finn bis in die USA, so dass auch andere Schauplätze eine Rolle in diesem Buch spielen.


  • Meine Meinung zum Buch

Barbara Leciejewski hat mich mitgenommen auf eine Reise, die nicht nur für die Protagonisten eine Berg- und Talfahrt war, sondern auch für mich als Leser. Ich habe mich über so viele wunderbare Momente im Leben von Finn und Elsa gefreut, hatte Tränen in den Augen als jemand starb, der Elsa so wichtig war und habe gelitten, wann immer die beiden Protagonisten sich gestritten haben.

Die Autorin hat es geschafft, ihre beiden Hauptfiguren getreu ihrem Alter weiterzuentwickeln, hat Zeiten übersprungen, wann immer es notwendig war und hat wichtige Zeitpunkte in beider Leben ausführlich beschrieben, ohne, dass ich je das Gefühl hatte, dass die Geschichte langatmig wird.

Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass die Autorin “echte” Geschehnisse aus diesen zwanzig Jahren hat in die Geschichte einfließen lassen. Dies fällt gleich zu Beginn auf, als Elsa ihren Lohn in DM berechnet oder als Deutschland 1990 Fußballweltmeister wird, behandelt aber beispielsweise auch den Brandanschlag von Solingen in den 90er Jahren und die Terroranschläge von 2001, sowie weitere Erlebnisse, wie z.B. die WM 2006 in Deutschland.

Ich habe einige Seiten gebraucht, bis ich mich in die Geschichte eingelesen habe, aber danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, bis ich um 2 Uhr morgens auf der letzten Seite angekommen bin. Dann habe ich es mit einem tiefen Seufzer zur Seite gelegt und war traurig, dass es schon zu Ende war – und das, wo ich doch nach der Hälfte des Buches kurz darüber nachgedacht habe, was noch alles passieren kann und womit man die kommenden 200 Seiten noch füllen soll.


  • Fazit

“In all den Jahren” ist ein ganz außergewöhnliches Buch mit tollen Figuren, das alles anspricht, was einem Menschen im Laufe eines Lebens begegnen kann, Freundschaft, Liebe, Erfolg, Misserfolg, Krankheit, Tod, Fremdenhass, Alzheimer, sogar eine nervige Nachbarin trägt ihren Teil zum Gelingen der Geschichte bei. Ich konnte Schmunzeln, ich habe geweint, ich habe gelitten und ich wurde auf die Folter gespannt. Der Schreibstil von Barbara Leciejewski hat mir das Gefühl gegeben, dass ich noch ewig weiterlesen könnte. Mehr kann man von einem Buch nicht erwarten. “In all den Jahren” ist auf jeden Fall schon im Januar ein Lesehighlight des Jahres und ich vergebe natürlich fünf von fünf Eulen.

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Eine weitere Meinung zu diesem Buch findet ihr bei Ina.

Dieses Buch wurde mir von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst. Für den Artikel wurde ich außerdem weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.

Ich brauche Eure Meinung

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Mir fehlen noch drei Aufgaben, damit ich meine eigene Challenge mit 100% abschließen kann.

  • Aufgabe 21: ein Buch aus dem Verlag Ullstein
  • Aufgabe 47: ein Buch aus einer Wanderbuchkiste
  • Aufgabe 60: ein Buch, das jemand für Dich bestimmt hat

Und hier kommt Ihr ins Spiel:

Für die Aufgabe Nr. 60 wählst Du fünf Bücher aus, fotografierst oder stellst sie anderweitig auf Deinem Blog vor und lässt Deine Leser abstimmen, welches Du als nächstes lesen sollst.

Hier meine Auswahl:

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Buch 1) Das Steiner Prinzip von Matthias Steiner – Vom Schwergewicht zum Wohlfühl-Ich
Der frühere Gewichtheber Matthias Steiner hat ohne Diät und Tabletten 45 kg abgenommen. Das Wichtigste für ihn war es, die Motivation hochzuhalten, Ziele setzen und den eigenen Körper kennenlernen. Aber er wollte auch weiter das Leben genießen. Es geht hier nicht um Kalorien oder Enthaltsamkeit, sondern um das eigene Bewusstsein, Lebensfreude und Ausstrahlung.

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Buch 2) In all den Jahren von Barbara Leciejewski
Elsa und Finn sind Nachbarn und die besten Freunde und wollen das auch bleiben. Eine Liebesbeziehung kommt für sie daher nicht in Frage. Das Buch schildert die Freundschaft über zwanzig Jahre hinweg mit allen komischen, glücklichen und dramatischen Momenten und stellt immer wieder die entscheidende Frage: Wie viel Liebe verträgt eine Freundschaft?

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Buch 3) Sex and the Dorf von Julia Kaufhold
Simon teilt Caro nach acht Jahren mit, dass der Sex mit ihr langweilig ist und verlässt sie. Caro zieht von Hamburg aufs Land. Dort lernt sie Saranya, Karrierefrau in Stilettos, und Landei Nelly kennen, sie sind alle über 30 und Single und so bleibt es nicht nur bei Gespräche über Männer, Sex und Liebe, es braucht Taten. Und ganz nebenbei müssen die drei auch noch um “ihr” Dorf kämpfen und dafür greifen sie zu pikanten Waffen.

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Buch 4) Der Büro-Ninja von Lars Berge
Ein Buch, das ich eigentlich im schwedischen Original lesen wollte, aber das traue ich mir leider immer noch nicht zu, daher nun Satire und schwarzer Humor auf deutsch ;)
Jens Jansen arbeitet in einem mittelständischen Unternehmen, hat ein ansehnliches Gehalt, eine Wohnung, eine Freundin. Aber innerlich fühlt er sich leer. Er hat sich daran gewöhnt, sich im Büro nicht zu überarbeiten und als eine Beförderung ansteht, versteckt er sich in einem Abstellraum. Zur Tarnung verkleidet er sich als Ninja. Doch dann stellt er fest, dass er nicht der Einzige ist, der sich versteckt. Es gibt eine Organisation innerhalb der Firma, die den Plan hat, Menschen von ihrem Arbeitswahn zu befreien.

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Buch 5) In der Liebe und beim Bügeln ist alles erlaubt von Sabine Zett
Ein Klassentreffen steht an und Victoria hat gar keine Lust darauf, dort hinzugehen und sich ständig rechtfertigen zu müssen. Doch ausgerechnet an diesem Tag verlangt ihre Mutter nach ihr und schon am Bahnhof läuft sie einer alten Freundin über den Weg. Womit Victoria aber nicht gerechnet hat, ist das Kribbeln, das sie verspürt, als sie ihrer Jugendliebe Michael begegnet.

Bitte nennt mir in den Kommentaren das Buch, das ich Eurer Meinung nach in diesem Monat noch lesen sollte! Eure Entscheidung dürft ihr bis 18. Dezember 2015 kundtun, ich hoffe, dass ich bis dahin genug Stimmen zusammen bekomme ;)

Und wenn Ihr gerade dabei seid, dann dürft Ihr auch gleich noch bei Heike und Ela abstimmen, die müssen nämlich auch noch Aufgabe 60 erledigen :)

Update 17. Dezember 2015 / 20 Uhr:

In der Liebe und beim Bügeln ist alles erlaubt     4

Der Büro-Ninja     3

Das Steiner-Prinzip     2

In all den Jahren     2

Sex and the Dorf     1

Vergiss nicht, dass wir uns lieben von Barbara Leciejewski

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Vergiss nicht, dass wir uns lieben
von Barbara Leciejewski
erschienen am 01. Oktober 2015
im FeuerWerke Verlag


  • Inhalt

Auf der Seite des FeuerWerke Verlages habe ich einen Satz gelesen, der die Geschichte in wenigen Worten wiedergibt:

Der Roman, der wie ein Krimi beginnt, wird zu einer bewegenden Liebesgeschichte in der sich alle Fragen letztlich auf die eine Frage reduzieren: Wie groß ist die Macht der Liebe wirklich?

Ohne von einander zu wissen, wachen eine Frau und ein Mann an verschiedenen Stellen eines Waldes auf. Sie können sich beide nicht daran erinnern, wie sie dort hin gekommen sind, sie wissen nicht einmal, wer sie sind. Nach dem ersten Schock beginnen sie beide die Gegend zu erkunden und gelangen zu einem Haus, wo sie aufeinander treffen.

Sie werden zunächst zu einer Zweckgemeinschaft, geben sich Namen, erkunden das Haus und die Umgebung und müssen feststellen, dass sie weder Kontakt zur Außenwelt aufnehmen, noch auf Hilfe hoffen können. Paula und Johannes, wie sie sich nun nennen, finden mit der Zeit zueinander und leben ihre Liebe in ihrem kleinen Paradies. Doch eines Tages tauchen Menschen auf und wollen ihnen die Antworten auf die Fragen geben, die sie sich vor vielen Monaten, bei ihrem ersten Aufeinandertreffen gestellt haben, für die sie sich nun aber gar nicht mehr interessieren. Doch es gibt kein Entkommen, schonungslos erfahren sie die ganze Geschichte und stehen vor den Trümmern ihres so kurzen gemeinsamen Lebens.


  • Protagonisten

“Sie” und “Er” wachen unabhängig von einander auf einer Insel auf und Treffen sich nach einiger Zeit, um festzustellen, dass sie das gleiche Schicksal teilen. Sie geben sich die Namen Paula und Johannes.

Die beiden sind schwer zu charakterisieren, da sie sich in einer Ausnahmesituation befinden. Sie müssen sich arrangieren, entdecken sich, entdecken den anderen, sind fernab von Zivilisation.

Die beiden Protagonisten wissen zu Beginn genau so wenig über sich, wie der Leser. In den Monaten ihres Zusammenlebens geschieht hin und wieder etwas, was sie auf ihr früheres Leben schließt lässt. Beispielsweise entdeckt Johannes seine Liebe zum Schreiben und Paula stellt fest, dass sie ärztliche Versorgung leisten kann. Im Nachhinein erfahren die beiden, dass sie damit sehr nah an der Wahrheit lagen.


  • Handlung

Ich fand den Einstieg in die Geschichte sehr schwer. Für mich hatte das eher weniger von einem Krimi, als vielmehr von einem Fantasy-Roman, denn welchen Grund sollte es auch geben, dass die beiden Protagonisten sich nicht mehr daran erinnern konnten, wer sie waren und woher sie kamen, wie sie aussahen und wie ihre Stimme klang.

Das hat mir auf den ersten Seiten viele Längen beschert. Doch das Durchhalten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Liebesgeschichte, die sich langsam zwischen den beiden entwickelt, ist wunderbar geschrieben. Die Macht der Liebe zeigt sich darin, dass die beiden sich zuerst an ihr kleines Paradies gewöhnen und sich später nicht mehr vorstellen können, in eine Zivilisation zurückzukehren, bzw. sogar Angst davor haben.

Die Auflösung über den Gedächtnisverlust fand ich sehr spannend konstruiert. Ich möchte nicht zuviel verraten, denn dieser Teil ist maßgeblich für die ganze Geschichte.


  • Schreibstil

Den Schreibstil von Barbara Leciejewski habe ich mehrfach unterschiedlich aufgenommen. Am Anfang war er etwas kühl, die Liebesgeschichte eher zart, während die Auflösung um die Vergangenheit etwas härter und manchmal sogar schonungslos war. Die Beschreibungen der Umgebung sind bildhaft, so dass man als Leser vor dem inneren Auge sehen konnte, was die beiden Protagonisten so fasziniert hat.


  • Fazit

“Vergiss nicht, dass wir uns lieben” von Barbara Leciejewski ist ein etwas anderes Buch, an das man keine Erwartungen stecken darf. Damit meine ich nicht die Wertung des Buches, sondern, dass man keine Liebesgeschichte erwarten darf und auch keinen Krimi. Als Leser muss man sich auf das Buch einlassen können.

Hier hat sich das Durchhalten ganz eindeutig gelohnt, denn obwohl ich anfangs einige Absätze nur quergelesen habe, hat mich die Handlung dann gepackt, mir eine zarte Liebesgeschichte und danach ein Thema beschert, über das man ruhig einmal nachdenken darf.

Daher vergebe ich vier von fünf Eulen.

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Dieses Buch wurde mir von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst. Für den Artikel wurde ich außerdem weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.

 

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr bei Tanja.