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Ins Herz gespielt ❤ Blogtour

Gestern ist meine Rezension zum vorerst letzten Teil der Serie um den FC Düsseldorf aus der Feder von Genovefa Adams online gegangen. 35 Romane über den fiktiven Fußballverein hat die Autorin in den letzten sechs Jahren geschrieben, doch nachdem die Resonanz sich rückläufig entwickelt hat, hat Genovefa Adams sich schweren Herzens dazu entschieden, sich in nächster Zeit anderen Schreibprojekten zu widmen. Ich bin schon sehr gespannt, was uns da erwartet.

Aber nun zurück zu „Ins Herz gespielt“, dem zweiten Gay-Romance-Roman dieser Reihe. Ich darf euch heute die Playlist zu diesem Buch vorstellen.


Damit ihr wisst, worum es in dieser Geschichte geht, habe ich hier zunächst den Klappentext für euch:

Sportreporter Daniel schwärmt schon lange für Fußballprofi Raphael. Umso aufgeregter ist er, als Raphael zu dem Verein wechselt, über den Daniel regelmäßig berichtet. Aber er ist überzeugt davon, keine Chance bei dem gutaussehenden und charmanten Sportler zu haben.

Raphael hat nur Ärger. Die Presse und die Fans machen Stimmung gegen den schwulen Fußballprofi. Aber Daniel hält zu ihm, schreibt positive Artikel – und ist dazu noch verdammt süß, findet Raphael.

Als sie gerade dabei sind, sich einander anzunähern, funkt das Schicksal dazwischen. Eine Liebe zwischen einem Journalisten und einem Fußballer – kann das funktionieren oder holt die Realität die beiden ein?


[Raphael] Ich bin zum FC Düsseldorf gewechselt, weil Jonas dort spielt, der ebenfalls offen schwul lebt. Natürlich habe ich gehofft, dass auch ich dort einfach angenommen werde. Leider ist das nicht der Fall. Der Verein steht zwar hinter mir, aber die Fans und die Presse haben sich auf mich eingeschossen. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen. Ich ziehe einfach mein Ding durch!

Whitesnake – Here I go again


[Daniel] Ich schwärme schon ganz lange für Raphael. Jetzt, da er zum FCD gewechselt ist, bin ich ihm endlich persönlich begegnet. Als Sportreporter berichte ich nämlich hauptsächlich über den FCD. Bei unserer ersten Begegnung bin ich feuerrot angelaufen und habe kein Wort herausgebracht. Raphael ist einfach der absolute Traummann! In seiner Gegenwart kann ich überhaupt nicht mehr klar denken.

Sarah Connor – Wie schön Du bist


[Raphael] Mich zu verlieben stand eigentlich nicht auf meiner Agenda. Aber als ich Daniel zum ersten Mal bei einer Pressekonferenz gesehen habe, war es sofort um mich geschehen. Sein süßes Lächeln, die Art, wie er seine Brille hochschiebt … Ich konnte mich kaum darauf konzentrieren, die Fragen der Journalisten zu beantworten, ständig musste ich zu Daniel sehen.

Kylie Minogue – Love at first sight


[Daniel] Mir ist schon klar, dass ich bei jemandem wie Raphael keine Chance habe. Aber ich kann einfach nichts dagegen tun: Je öfter ich ihn sehe, desto mehr verliebe ich mich in ihn. Meine Gefühle für ihn haben mit einer harmlosen Schwärmerei jedenfalls nichts mehr zu tun …

Elvis Presley – Can´t helf falling in love


[Raphael] Natürlich wünsche ich mir nichts mehr, als mit Daniel zusammen zu sein. Aber ich muss mich von ihm fernhalten – ihm zuliebe. Mein Leben ist im Moment das absolute Chaos und ich darf ihn da nicht mit reinziehen. Doch wie soll mir das gelingen? Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, kann ich nur daran denken, wie gern ich ihn küssen würde.

Adam Lambert – Whataya want from me


[Daniel] Ich kann nicht tatenlos zusehen, wie die Klatschpresse Raphael fertigmacht. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, alles zu riskieren – um ihn zu unterstützen. Wenn ich dann meinen Job verliere, ist das eben so.

Die Toten Hosen – Bonnie & Clyde


 

Die Blogtour war gestern zu Gast bei Nikas Lesewahnsinn. Morgen geht es weiter bei Bookswelt of Love, am Donnerstag sind wir bei Bücherparadies zu Gast und am Freitag bei Moris Leseinsel.

[Buchtrailer mit Gewinnspiel] Heimliches Spiel von Genovefa Adams

Als regelmäßige Leser meines Blogs ist euch bestimmt schon aufgefallen, dass ich ein großer Fan von Genovefa Adams und ihrer Reihe „Der FC Düsseldorf und die Liebe“ bin. Die Autorin schreibt darin über ein ganzes Fußball-Team samt Betreuer- und Trainer-Stab sowie Vereinsführung.

Normalerweise arbeitet Genovefa Adams mit starken Protagonistinnen, die mitten im Leben stehen und weder die Absicht hatten, eine Spielerfrau zu werden, noch dem gängigen Klischee einer solchen entsprechen. Ganz nebenbei hat die Autorin auch noch eine Frau an die Vereinsspitze gesetzt.

Das ist im deutschen Fußball ja fast so undenkbar, wie dass sich ein Fußballprofi während seiner aktiven Zeit als schwul outet. Beides wirkt vielleicht unrealistisch, aber die Vorstellung, dass genau das eines Tages passieren könnte, gefällt mir.

Homosexualität ist ein gutes Stichwort, denn Genovefa Adams hat sich erstmals in den Bereich Gay-Romance gewagt und Jonas und Valerio, die zwar immer wieder in ihren Büchern auftauchen, die aber bislang keine eigene Geschichte hatten, genau diese gegeben.

Seht selbst:

Heimliches Spiel
von Genovefa Adams
aus der Reihe Der FCD und die Liebe
Erscheinungsdatum: April 2019

Klappentext:

Seit Fußballprofi Jonas in einem schicken italienischen Restaurant zum ersten Mal Oberkellner Valerio begegnet ist, kann er an nichts anderes mehr denken als an ihn. Dabei steht er doch eigentlich auf Frauen. Aber das ist ja noch nicht alles. Beim nächsten Mal landen die beiden durch einen Zufall zusammen in der Garderobe – und Jonas küsst Vale! Jonas will auf keinen Fall, dass das jemand erfährt. Eines will er aber noch mehr: Vale noch einmal küssen!


Wer nun übrigens Bedenken hat, eine Reihe mittendrin zu beginnen, den kann ich beruhigen. Natürlich tauchen immer wieder Charaktere auf, die man schon aus vorhergehenden Bänden kennt, aber die Geschichten sind alle in sich abgeschlossen. Ich selbst bin „Quereinsteiger“ und habe die Reihe erst entdeckt, als schon mehr als 10 Bücher veröffentlicht waren. Seither lese ich die neuen Bände kurz nach Erscheinen und nach und nach „arbeite“ ich die alten Bände auf. Bisher habe ich mich in jede Geschichte gut einfinden können und hatte nie das Gefühl, dass mir Informationen fehlen.

Wenn ihr nun neugierig auf „Heimliches Spiel“ geworden seid, dann solltet ihr in den nächsten Tagen unsere Blogtour verfolgen:


Natürlich gibt es auch noch ein Gewinnspiel für euch. Genovefa Adams hat ein Goodie-Set zu ihrem Buch gepackt. Jede von uns Blogtour-Teilnehmerinnen veröffentlicht an „ihrem“ Tag ein Gewinnspiel-Post auf Facebook. Mit eurem Kommentar unter diesen Facebook-Posts springt ihr in den Lostopf. Genovefa Adams (12. April 2019 um 23.59 Uhr) schreibt nach Ablauf unserer Tour alle Namen von denjenigen, die kommentiert haben, auf ein Los und zieht den Gewinner, den wir dann wieder bekannt geben.

Viel Glück!

R.I.O.S. Riskanter Verdacht – Cass & Joe

Dieser Artikel ist als Werbung gekennzeichnet.

„Wir sollten aufbrechen, es ist nicht sicher hier.“

„Das hatten wir vor, bevor sie aufgetaucht sind.“ Cass musterte Joe von Kopf bis Fuß.

„Und Sie sind Rock?“

„Nein, Können wir?“ Unsanft schob Joe sie auf den Rücksitz des Wagens.

aus Gefährlicher Einsatz von Michelle Raven


In Gefährlicher Einsatz begegneten sich Joe Spade und Cassandra „Cass“ Tilden bei einem Einsatz in Afghanistan und arbeiteten dort für wenige Stunden zusammen. Ihr Aufeinandertreffen ist beiden trotz der kurzen Zeit in keiner guten Erinnerung geblieben.

Joe Spade war schon damals Agent und arbeitete als Kartograf und Spezialist für den Mittleren Osten bei der NGA, der National Geospatial-Intelligence Agency. Seit seiner ersten Begegnung mit Cass sind einige Jahre vergangen. Er wurde in der Zwischenzeit bei einem Einsatz so schwer am Knie verletzt, dass er nie mehr an einem Außeneinsatz wird teilnehmen können. Der Innendienst befriedigt ihn allerdings nicht, da kommt es ihm gerade recht, dass er in seinem Urlaub die Sicherheitsfirma R.I.O.S. bei einem Fall unterstützen soll. Als Hauptkontakt für die Klientin werden bei ihm alle Fäden der Ermittlungen zusammenlaufen.

Cass Tilden arbeitet auch heute noch für eine Hilfsorganisation in krisengeschüttelten Ländern. Sie ist nur unregelmäßig in den USA, eine eigene Wohnung lohnt sich für sie nicht. Daher lebt sie mit ihrem Bruder Joshua zusammen, der die einzige Familie ist, die sie noch hat, seit ihre Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Schon dass Joshua nicht zuhause auf sie wartet, als sie von einem langen Auslandseinsatz zurückkommt, ist merkwürdig, dass er aber gar nicht auftaucht, beunruhigt sie zutiefst. Sie bittet die Sicherheitsfirma R.I.O.S. um Hilfe.


Wie zum Teufel kam Joe Spade vor ihre Tür? „Was machen Sie denn hier?“

Offenbar hatte er sie inzwischen auch erkannt, denn seine Augen verengten sich.

„Red schickt mich.“ Er wirkte nicht gerade glücklich darüber.

„Allerdings hat er vergessen, mich darauf hinzuweisen, wer die Schwester ist, von der er geredet hat.“

„In diesem Fall hätten sie den Fall nicht angenommen?“ An seinem Gesichtsausdruck konnte sie erkennen, dass sie ins Schwarze getroffen hatte.

aus R.I.O.S. Riskanter Verdacht von Michelle Raven

Dieses Wiedersehen scheint unter keinem guten Stern zu stehen, ob sich die beiden zusammenraufen können, um Joshua zu retten, müsst ihr allerdings selbst nachlesen ;)

R.I.O.S. Riskanter Verdacht von Michelle Raven
Band 1 der Serie R.I.O.S.
erschienen am 8. März 2019
bei Romance Edition
Amazon

R.I.O.S Riskanter Verdacht von Michelle Raven

Wir haben ein tolles Gewinnspiel für euch, bei dem ihr 5 x je ein Print von R.I.O.S. Riskanter Verdacht + Block und Lesezeichen gewinnen könnt.

Um teilzunehmen, kommentiert bitte diesen Beitrag mit der Antwort auf folgende Frage:

Wie lautet der Titel des ersten Romans von Michelle Raven, der 2002 veröffentlicht wurde?

Kleiner Tipp: ein Blick auf die Homepage von Michelle Raven ist bei der Beantwortung der Frage sehr hilfreich. 

Die Teilnahme ist zwischen dem 25. und dem 31. März möglich. Ihr könnt insgesamt fünf Lose sammeln und eure Gewinnchancen erhöhen, indem ihr alle Beiträge dieser Blogtour besucht und die jeweilige Frage beantwortet. Alle teilnehmenden Blogs findet ihr im Tourfahrplan.

Bitte beachtet die Teilnahmebedingungen. Die Gewinner werden am 01. April 2019 bekannt gegeben.

Edit: Die Gewinner stehen fest. 

Der Nachgeschmack von Liebe (mit Verlosung)

Dieser Artikel ist als Werbung gekennzeichnet.

Das Leben als berufstätige Alleinerziehende ist hart. Ich versuche, Kinder, Beruf und Haushalt gerecht zu werden. Oft bleibt dann der Haushalt liegen, denn ein Tag müsste einfach mehr als 24 Stunden haben. Im Idealfall reicht die Zeit am Wochenende, um dem Chaos in den eigenen vier Wänden wieder Herr zu werden.

Glücklicherweise habe ich Freunde, auf deren Unterstützung ich zählen kann, die mich aus  dem Alltagstrott holen und die ein offenes Ohr für mich haben, wenn einfach mal alles raus muss. Das hilft mir dabei, dass ich mich nicht verliere und dadurch möglicherweise auf der Strecke bleibe

Manchmal kommt die Einsamkeit über mich und ich vermisse es, einen Partner an meiner Seite zu haben. Andererseits, wo soll ich den kennenlernen, wenn ich die freie Zeit, die mir bleibt, dazu nutze, dem Rufen meiner Couch nachzukommen? Und überhaupt, wovon soll ich die Zeit abzwacken, die man schlichtweg benötigt, um eine Beziehung aufzubauen und zu leben?

Ähnlich geht es auch Sienna Dickins, der Protagonistin aus „Liebe ist wie Zuckerwatte“ von Emma C. Moore.

Sie war schon sehr jung schwanger. Ihre Tochter Josie ist mittlerweile neun Jahre alt, nach ihr hat sie noch Zwillinge bekommen. Der Vater der Kinder ist vor drei Jahren spurlos verschwunden und Sienna lässt sich von ihrem Chef, einem Galeristen, gegen ein geringes Gehalt ausbeuten. Doch sie ist auf den Job angewiesen. Von Männern will sie sich fernhalten, bis ihre Kinder aus dem Haus sind. Doch dann schneit Ashton Black in die Galerie.

Klappentext

Die liebenswerten Bewohner von Crossville sind zurück und mit ihnen jede Menge Sommerromantik. Nie wieder würde sie einen Mann in ihr Leben lassen, das hat Sienna Dickins sich geschworen. Zumindest nicht, bis ihre drei Kinder nicht aus dem Haus waren. Doch erstens ist sie für so ein Vorhaben noch viel zu jung und zweitens hat sie nicht mit dem Schicksal gerechnet, das ihr den attraktiven Maler Ashton Black ins Haus weht. Und auch Ashton, der nach dem tragischen Verlust seines Bruders fest entschlossen ist, in den nächsten Jahren nur das zu tun, worauf er Lust hat, muss begreifen, dass Liebe sich meistens ungefragt anschleicht und einen nicht so leicht wieder aus ihren Fängen lässt. Dafür schmeckt sie viel zu gut … und sie macht süchtig. Eben genau wie Zuckerwatte. Teil 8 der beliebten Zuckergussgeschichten von Emma C. Moore. Die Kurzromane müssen nicht in der Reihenfolge gelesen werden, wie sie erschienen sind. Einfach ein Buch rauspicken, vernaschen und genießen.

Die Geschichte ist nicht nur romantisch, sondern spielt mit verschiedenen Emotionen. Die Autorin hat ihren Roman beispielsweise mit einer gesunden Dosis Dramatik versehen und es mit ihrem Schreibstil geschafft, dass sich mein Herz an mehr als einer Stelle zusammengezogen hat.  Meine Rezension zu diesem Buch habe ich bereits vor einigen Tagen veröffentlicht.


Eine meiner Lieblingsstellen:

Mit Zuckerwatte ist es wie mit der Liebe … Sie ist süß und so klebrig, dass man sie nur schlecht wieder los wird. Allerdings ist auch der Nachgeschmack immer noch phänomenal, wenn man sich die richtige Sorte ausgesucht hat.


Die Verlosung

Ihr könnt jeden Tag eine Printausgabe des vorgestellten Buches gewinnen, heute also „Liebe ist wie Zuckerwatte„.

Zur Teilnahme hinterlasst bitte einen Kommentar, in dem ihr meine Frage beantwortet:

Was tut ihr für euch, um nicht auf der Strecke zu bleiben?

Das Printexemplar wird unter allen Kommentaren verlost.

Die Teilnahme ist heute, 08. Dezember 2018, von 0.01 bis 23.59 Uhr möglich.

Den Gewinner findet ihr morgen, 09.12.2018, im Tourplan. Dort könnt ihr auch die anderen Stationen nachlesen.

Veranstalter des Gewinnspiels ist die Netzwerk Agentur Bookmark. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden!

Geschichten sind Träume von gelogenen Erinnerungen und wahrhaftigen Wünschen

CM

Geschichten sind Träume von gelogenen Erinnerungen und wahrhaftigen Wünschen

Ein Gastbeitrag von Christoph Marzi

Ich liebe Kurzgeschichten, als Schriftsteller, viel mehr noch als Leser. Kurzgeschichten sind Sterne, die flackernd am Himmel funkeln. Man übersieht sie leicht, denn sie sind klein und zerbrechlich. Man hört sie kaum, denn was sie sagen, ist kaum mehr als ein Flüstern. Aber sie bleiben im Kopf, lange noch, nachdem ihr Ende verklungen ist und der letzte Satz gesprochen wurde, wie eine Sternschnuppe, die am Nachthimmel versinkt.

Kleinen Kindern erzählt man Märchen, die meist kaum mehr sind als kurze Geschichten. Wer erinnert sich nicht daran? Wenn die Eltern das Zimmer verlassen haben, der Wind an den Fensterläden rüttelte und die knorrigen Äste an der Hauswand entlang schabten, wenn es richtig dunkel geworden war, dann kehrten all die Details zurück: das Gesicht der Hexe und die Hitze der Flammen, das ums Feuer tanzende Rumpelstilzchen und die Wölfe in den Wäldern. Kinder denken darüber nach, was ihnen eine Geschichte sagen soll. Sie fragen sich, was sie zu bedeuten hat. Erwachsene haben oftmals vergessen, wie so was geht. Erwachsene analysieren, aber sie haben zu fühlen verlernt. Kinder begreifen instinktiv, um was es in einer Geschichte geht. Für sie ist das alles lebendig, greifbar, wirklich. Und Kurzgeschichten sind länger, als sie scheinen. Manchmal viel länger, als Romane es je sein können. Niemand sollte den Fehler machen, die Länge einer Geschichte an der Anzahl der Wörter zu messen. Die Autoren meiner Kindheit – Wilhelm und Jakob Grimm, Hans Christian Andersen, Edith Nesbit, Rudyard Kipling, Roald Dahl, Astrid Lindgren – sie alle konnten wirklich lange Geschichten mit nur so wenigen Worten erzählen, dass es pure Magie sein musste, was sie da taten. Und am Ende ist man doch noch immer das Kind, das gerne Geschichten hört.

Ich war fünfzehn oder sechzehn Jahre alt, als ich mit dem Schreiben von Geschichten begann. Es waren kurze Geschichten, die ich auf einer alten kleinen Kofferschreibmaschine tippte, damals. Später – schon während der Schulzeit – wurden die Geschichten bereits länger, doch immer wieder kehrte ich zur kurzen Form zurück (die beiden Romane, die ich während der Schulzeit schrieb – den Horror-Roman „Muspilli“ mit knapp 300 einzeilig getippten Manuskriptseiten und den umfangreicheren Roman „Das zweite Gesicht“ mit fast 500 Seiten – kann man heute getrost vergessen, weil es eigenwillige Stilübungen eines Siebzehn- bzw. Neunzehnjährigen waren, nicht mehr, aber auch nicht weniger) . Kurzgeschichten hingegen waren von Anfang an eine Liebe, zu der ich immer wieder zurückgekehrt bin (als Schriftsteller und als Leser – John Steinbeck, Alice Munro, Michael Chabon, Neil Gaiman, T.C. Boyle, Stephen King, Mark Helprin und Shirley Jackson sind nur einige der emsigen Kurzgeschichtentäter, die ich im Lauf des Studiums entdeckt und denen ich treu geblieben bin – zu Hemingway bin ich schon sehr früh nicht mehr zurück gekehrt, weiß der Henker warum …). Kurzgeschichten sind wie eigenwillige Kinder, die zum Leben erwachen und tun, was sie nicht bleiben lassen können. Ich mag sie, weil sie sind, wie sie sind.

Jede Geschichte hat ihren Rhythmus, besitzt eine eigene Stimme. Manchmal gibt es sogar Geschichten, die sich in Essays oder Blog-Artikeln verstecken, weil sie zu schüchtern sind, um an ihrem Platz zu stehen und vor aller Augen auf Applaus zu warten.

Dies hier ist so eine Geschichte. Sie heißt

 

Spiegel, Schloss und Sarg

(hat vorher schon einmal in einer Kurzgeschichtensammlung, die es nun nicht mehr gibt, gelebt) und sie geht so:

Einst lebte ein König in den grünen Landen jenseits der weißen Klippen und dieser König liebte eine heimtückisch herrschsüchtige Frau mit einem Gesicht, so wunderbar schön wie Alabaster. Ihr Lächeln war wie ein Gemälde aus roter Farbe und strahlte wie ein Abbild der Sonne und doch vermochte es niemanden zu verzaubern.

Die Spiegel, die alle Wände des Schlosses bedeckten, waren ihre besten Freunde. Ihnen vertraute sie sich an und das Gift, das ihr wie süße Worte von den Lippen troff, benetzte die Spiegelbilder, die vor ihrer unsagbaren Schönheit beinah leuchteten.

Doch als die Königin älter und ihr Gesicht zu dem Gesicht wurde, das sie wirklich besaß, da wuchs die Missgunst in ihr, wie sie es niemals zuvor getan hatte, und es sah aus, als zerfräßen Maden die einstmals so reine Haut.

Die Spiegel zeigten ihr Falten und Flecken und unstillbare Wut in den schmalen Augen.

Sie hörte das Krächzen der eigenen Stimme und aus der Ferne die lieblichen Gesänge der Mädchen auf den Feldern.

Das war der Moment, in dem sie die Spiegel befragte.

Und die Spiegel, die dumme Wesen sind und feige dazu, gaben ihr einen Rat, den sie dem König zutrug.

Sie weinte und raufte sich die Haare, so verzweifelt und so zornig war sie.

Dem König, der alt und gutmütig war, tat die Königin leid.

So schickte er seine Soldaten aus, auf dass sie der Königin frische Gesichter besorgen sollten.

Scharfe Messer machten der Königin die jungen Gesichter der Mädchen vom Feld und aus den Dörfern zum Geschenk. Mit Nadel und Faden trug die Königin ein Gesicht nach dem anderen auf dem ihren, und wenn eines der neuen Gesichter alt und schäbig wurde, so ließ sie sich gleich ein neues bringen.

So kam es, dass sie wieder jung war und wunderschön und die Gesichter, die sie trug, an Liebreiz gewannen.

Die Menschen im Königreich indes begannen, die hübschen Töchter zu verstecken.

In den Nächten stahlen sich die Menschen aus den Dörfern und suchten das Weite.

Und viele von ihnen fanden ihr Glück im Königreich jenseits des Waldes, wo eine Königin herrschte, die weder Spiegel noch König besaß und glücklich war.

So begab es sich, dass die Soldaten eines Tages mit leeren Händen zur Königin zurückkehren mussten.

Es gab keine neuen Gesichter mehr im Königreich und als das letzte der einstmals hübschen Gesichter auf dem wahren Gesicht der Königin gewelkt war, da lief sie schreiend im Schloss umher und aus allen Spiegeln starrte sie ein Antlitz an, dass noch viel hässlicher war als jenes, das sie einst so verdammt hatte.

Sie starb, lange nach dem König, allein.

Man sagt, die Spiegel hätten ihr bis zuletzt Gesellschaft geleistet. Und die Schreie, die sie ausgestoßen hatte, waren an dem glatten Spiegelglas hinab gelaufen wie Tränen.

Der Sarg, in den man sie bettete, war aus Glas.

Und jeder, der Mutes genug war, konnte das Gesicht sehen, das sie schon immer besessen hatte.

 

Hier endet die Geschichte von der bösen Königin, der jeder schon einmal begegnet ist. Und man sieht, dass Märchen immer in der Wirklichkeit daheim sind (Frauen begegnen der bösen Königin wohl öfter als Männer, das lehrt die Erfahrung – wenn Sie mir nicht glauben, dann fragen Sie ihre Frau oder Freundin).

Wie ich bereits sagte, ich kann die Finger nicht von kurzen Geschichten lassen. Derzeit arbeite ich an einem sehr langen Roman und einem nicht ganz so langen Roman, daneben entstehen aber immer wieder neue Kurzgeschichten. Manche davon sind für eine Veröffentlichung bestimmt (sie werden für „irgendjemanden“ geschrieben, wobei dieser „irgendjemand“ meistens ein Herausgeber ist, der eine Anthologie zu einem bestimmten Thema plant), andere entstehen einfach nur aus einer Idee heraus (Feuerwerke, die spontan in den Himmel geschossen werden und, mit ein wenig Glück, zu kleinen Sternen werden, die länger dort oben funkeln). Am Ende hat sich nicht viel verändert: ich schreibe noch immer die Geschichten, die ich schreiben möchte. Einige davon, wie „Helena und die Ratten in den Schatten“, werden erst lange Zeit nach ihrem Entstehen zu Bilderbüchern, andere, wie „Tick Tack“, sind erst einmal meinen Kindern vorbehalten (und den Besuchern von Lesungen – denn, auch das ist eine Marotte, ich neige dazu, im Rahmen von Lesungen immer öfter unveröffentlichte Geschichten vorzulesen). Wie dem auch sei, sie haben alle eines gemeinsam: sie sind Träume von gelogenen Erinnerungen und wahrhaftigen Wünschen, die zu Geschichten werden. Meine Träume. Immer noch.

 

Ein Gastbeitrag von Christoph Marzi zur Blogtour anlässlich der HomBuch, der Saarländischen Buchmesse, die am 28. und 29. März 2015 in Homburg stattfindet.

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