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Nylons – Das französische Mädchen von Nora Schwarz

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Auf der Suche nach einem Buch, das mit dem Buchstaben N beginnt – für die ABC-Challenge – kam dieses eBook genau richtig. Erhalten habe ich es über den Adventskalender von dotbooks auf BloggDeinBuch. Mittlerweile habe ich mich mit erotischen Romanen anfreunden können und so war ich gespannt, was mich erwartet:

Die Nylons-Bücher sind eine Serie aus sechs Büchern, die sich mit einem Fetisch für Nylons befassen. Gleich zu Beginn der Geschichte dachte ich, mich in einer modernen Fassung von Aschenputtel wiederzufinden. Emilias Mutter ist gestorben, ihr Vater hat wieder geheiratet und Emilias Stiefmutter lebt mit ihren beiden Töchtern im Haus von Emilias Vater. Der ist selten zuhause, weil beruflich sehr eingespannt. Wie im Märchen benimmt sich die Stieffamilie sehr gemein zu dem jungen Mädchen. Emilia beendet die Schule und zieht für ein Studium nach Paris. Fünf Jahre später kommt sie einige Tage nach Hause, um dem Begräbnis ihrer Großmutter beizuwohnen. Ihr Vater hat eine Einladung für sie: Ein reicher Unternehmers hat Bedenken, dass sein Sohn sich zu Männern hingezogen fühlen könnte, da er bisher noch nie mit einem Mädchen an seiner Seite gesehen wurde. Aus diesem Grund richtet er eine protzige Geburtstagsfeier für ihn aus. Für Emilia ist klar, dass sie dieser Einladung nicht Folge leisten wird, doch ihre beste Freundin möchte unbedingt hingehen. Nun habe ich schon genug erzählt, die Geschichte von Aschenputtel kennt Ihr ja bestimmt und könnt Euch Euren Teil denken.

Nora Schwarz hat hier die Story eines Märchens aufgenommen und eine erotische Erzählung daraus gemacht, die schlussendlich nur noch wenig mit dem Märchen gemeinsam hat. Die erotischen Sequenzen sind sehr niveauvoll gehalten. „Nylons“ kann nicht mit den SM-Romanen verglichen werden, die ich in den letzten Monaten gelesen habe, ich würde sie eher in Richtung der Geschichten von Laura Lay einordnen, wobei mir diese Erzählung von Nora Schwarz besser gefallen hat, weil sie auch Romantik untergebracht hat.

MAMMON – Für deine Sünden wirst du büßen von Matthias Jösch

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MAMMON – Für deine Sünden wirst du büßen von Matthias Jösch
Verlag: dotbooks Verlag, E-Book
erschienen am 1. März 2013


Zum Inhalt:

Das Buch beginnt sehr geheimnisvoll, mit einem Mann, der kurz vor seiner Hinrichtung sechs Worte in einen Stein ritzt.

Gleich darauf wird der Leser in die Berliner Oper der Gegenwart versetzt. Dort wird der Vorstandsvorsitzende einer Bank mit einem spanischen Dolch aus dem 15. Jahrhundert ermordert.

Adrian von Zollern, sein Freund Sebastian und dessen Schwester Violetta unterstützen die deutschen Behörden bei den Ermittlungen. Der Leser reist einmal quer durch Europa und danach um den ganzen Globus, denn was als einzelner Mord in Deutschland zu beginnen scheint, entwickelt sich zu einem globalen Endzeitszenario und mitten drin unsere drei Freunde, die sich mit ihren Nachforschungen selbst in Gefahr bringen.


Meine Meinung:

Der Autor hat zu Beginn mehrere Eisen im Feuer. Da ist zunächst der Gefangene, der hingerichtet werden soll. Bereits im Prolog ist erkennbar, dass die Hinrichtung bereits vor vielen Jahren geschehen sein muss. Kurz darauf erfährt der Leser die Hintergründe und erlebt ab diesem Zeitpunkt mit, wie der Tod dieses einen Mannes sich über Generationen vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart auswirkt.

In einem weiteren Handlungsstrang lernt der Leser Adrian von Zollern und seine Freunde kennen und begleitet sie auf ihren Nachforschungen, die sie von einem Punkt zum nächsten führen. Kaum haben sie ein Rätsel gelöst, tut sich bereits das nächste auf und verwickelt sie immer weiter in ein Netz, das sich erst ganz am Ende entwirren lässt.

Dazu gehören auch Vorgänge, die sich in den USA abspielen und die der Leser zunächst gar nicht zuordnen kann. Aber natürlich lässt Matthias Jösch die drei Handlungsstränge nach und nach zusammen laufen und die Zusammenhänge für den Leser ersichtlich werden.

Der Spannungsbogen ist direkt zu Beginn vorhanden und zieht sich auch durch das komplette Buch. Der Autor springt dabei immer zwischen den Handlungssträngen, meist sind die Sprünge ersichtlich, weil die jeweiligen Episoden mit dem jeweiligen Ort der Handlung überschrieben sind.

Der Autor spinnt die Geschichte immer weiter, setzt noch eins drauf und noch eins drauf und am Ende steht dann tatsächlich das genannte globale Endzeitszenario mit einem furiosen Finale. Was mir gut gefallen hat, ist, dass am Ende alles aufgeklärt wird, es bleiben aus meiner Sicht keine offenen Fragen.

Das Buch ist stellenweise sehr brutal. Normalerweise kann ich mit der Brutalität in Thrillern sehr gut umgehen, aber hier musste ich mehrfach schlucken. Mein Eindruck ist, dass der Autor sehr detailiert beschreibt, wodurch die Bilder im Kopf auch sehr detailiert entstehen.

Was mich gestört hat, war, dass viele Vorgänge sehr unglaubwürdig sind, alleine schon, dass ein Universitätsdozent alleine (gut, mit zwei Freunden, aber ohne profesionelle Ermittler) im Auftrag des BND ermittelt, seine Ermittlungsmethoden sind fragwürdig, Zufälle, die den Guten oder den Bösen in die Hände spielen, das Auftauchen von Spezialeinheiten, die später mit einer kompletten Mannschaft in eine Falle laufen, da war mir vieles zu viel und das hätte ich mir in dieser Intensität nicht einmal in einem amerikanischen Actionfilm gefallen lassen.

Das Ebook selber hat für mich auch mehrere Mängel aufgewiesen. Zunächst waren die Episoden immer mit dem Handlungsort überschrieben, so dass ich als Leser problemlos zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin und her springen konnte, leider fehlten diese Überschriften zwischendurch und ich war mehr als einmal irritiert und musste nochmals nachlesen, was gerade passiert, um mich wieder zurecht zu finden.

Generell war auch die Formatierung nicht ideal, Sätze, teilweise einzelne Worte werden durch einen Absatz getrennt. Diese Problematik ist mir erst aufgefallen, als ich die Schriftgröße umgestellt habe, das könnte evtl. der Grund dafür sein.

Beide Punkte haben nichts mit der Geschichte an sich zu tun, aber es hat mich in meinem Lesefluß gestört und deswegen möchte ich es nicht unerwähnt lassen.


Mein Fazit:

Die Idee hat mir sehr sehr gut gefallen und sie war im Grunde auch wahnsinnig gut umgesetzt.

Einige historische Begebenheiten waren mir zu ausführlich, da bin ich gerne mal einige Zeilen gesprungen – wobei ich noch nie ein Fan historischer Romane war und dieser Punkt daher grundsätzlich begründet ist und nichts mit dem Buch an sich zu tun hat. Leser, die Gefallen an historischen Romanen finden, werden dies mit Sicherheit ganz anders auffassen.

Manches erschien mir übertrieben, einmal habe ich deswegen sogar darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen, weil der Spaß an der Handlung auf der Strecke geblieben ist.

Ich war ein wenig unentschlossen, wieviele Sterne ich für meine Kritik abziehen soll, aber ich bin der Meinung, dass drei oder dreieinhalb Sterne die wirklich sehr gute Idee und ihre brilliante Umsetzung nicht ausreichend würdigen und deswegen vergebe ich vier von fünf Sternen.

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Vielen Dank an den Autor, der mir dieses Buch für eine Rezension zur Verfügung gestellt hat. Ich weise darauf hin, dass dies keinen Einfluss auf meine Beurteilung hat. Für den Artikel wurde ich aber weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.