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Wie können Frauen sowas schreiben? – Bloggertalk bei Gmeiner mit Anne Nørdby

In den letzten Monaten sind mir verstärkt Aktionen wie #wirlesenfrauen oder #femtember aufgefallen, in denen weibliche Autoren in den Vordergrund gestellt werden.

Passend dazu durfte ich während der Buchmesse beim Gmeiner Verlag am Bloggertalk mit der Thriller-Autorin Anne Nørdby teilnehmen, der unter dem Thema „Wie können Frauen sowas schreiben?“ ausgeschrieben worden war.


Anne Nørdby ist ein Pseudonym von Anette Strohmeyer, die 1975 in Göttingen geboren wurde, viele Jahre in Skandinavien, Neuseeland und den USA verbracht hat und lebt nun seit 2018 in Kopenhagen. Sie schreibt unter verschiedenen Namen Thriller und Krimis, aber auch Horror und Dark-Fantasy Romane und Hörspiele. Sie ist Mitglied bei den Mörderischen Schwestern, einem Netzwerk von Frauen, deren gemeinsames Ziel die Förderung der von Frauen geschriebenen, deutschsprachigen Kriminalliteratur ist.

Als Anne Nørdby hat sie im März ihren ersten Skandinavien-Krimi mit dem Titel „Kalter Strand“ beim Gmeiner Verlag veröffentlicht.


In diesem Buch lässt  die  Autorin einen Menschen wie Du und ich in besondere Situationen bringen und ihn dann reagieren, denn es geht um das Leben seiner Frau:

Und jetzt zu deiner neuen Aufgabe: Kaufe vier Benzinkanister, gehe zu einem Haus in deiner Nachbarschaft – aber eines, in dem auch Menschen sind! – und schütte das Benzin dort aus. Mit der Fackel zündest du das Haus an! Widersetzt du dich meinem Befehl, bekommst du Stefanies Kopf mit der Post zugeschickt.

Quelle: Klappentext – Gmeiner-Verlag


Eine der ersten Fragen, die Anne Nørdby beim Bloggertalk gestellt wurde, war, ob sie ihre Protagonistin mag. Dazu muss man wissen, dass die Ermittlerin Jette verheiratet und Mutter einer fünfjährigen Tochter ist. Sie ist bei einer Einheit, die über die Staatsgrenzen hinaus ermittelt, weshalb sie oft unterwegs ist und ihr Mann die Tochter betreut. Nicht zum ersten Mal geht Jette ihm fremd und das macht sie für einige Leser unsympathisch.

 Die Autorin meint, wenn die Kommissarin ein Mann wäre, würden alle ihn mögen, auch wenn er fremd geht. Einer Frau und Mutter hingegen gesteht man das nicht zu.

Anne Nørdby mag Jette sehr, weil diese sich Freiheiten nimmt die Frauen sonst als negativ ausgelegt werden, die Autorin hat diesbezüglich keine Bedenken, sie findet es spannend, einer Frau zuzugestehen, dass sie sich nimmt,  was  sie will, insbesondere, weil das etwas ist, was man Männern grundsätzlich zugestehen würde. Sie empfindet es als eine Art Gratwanderung, dass Frauen aufpassen müssen, was sie sagen oder wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten, während Männer sich viel selbstverständlicher bewegen können und bei ihnen nicht darauf geachtet wird, was sie dürfen oder eben nicht dürfen.

Die Autorin hat ihr übrigens auch ein Klischee auf den Kopf gestellt, denn der zweite Protagonist, Tom Skagen, ist als Mann nicht der leitende Ermittler sondern Jette unterstellt.

Anne Nørdby wird von der Gender-Frage generell beschäftigt. Wenn ihr auffällt, dass alle Chefpositionen durch Männer belegt siind, bringt sie Gender-Gerechtigkeit mit ein, weil in der Realität Führungspositionen auch nicht ausschließlich von Männern besetzt werden.

Es gibt in ihren Büchern männliche und weibliche Täter und sie achtet darauf, dass auch die Opfer durchmischt sind, denn während in Büchern gerne junge Frauen die Opferrolle übernehmen müssen, entspricht dies nicht der Realität, in der auch Männer zu Opfern werden.


Als literarische Vorbilder nennt Anne Nørdby unter anderem Douglas Preston und Lincoln Child, den verstorbenen Tony Hillerman, dessen Krimis im Navajo Nation Reservat spielen und die Isländerin Yrsa Sigurðardóttir.


Auf die Frage, ob schwer ist, sich in die Psyche ihrer Charaktere hineinversetzen, antwortet sie ohne Nachzudenken mit NEIN und schränkt das im vorliegenden Buch auf die Opferrolle ein. Es fiel ihr leicht, sich in den Mann hineinzuversetzen, der Verbrechen begehen soll, um seine Frau zu retten. Sie findet es sehr spannend, wenn die Situation kippt und ein Opfer zum Täter wird, Dass sie sich nicht auf eine Ebene mit dem Psychopathen stellen kann, bedauert sie kein bisschen, sondern sieht das als gutes Zeichen.


Die Autorin wird auch auf ihre Grenzen angesprochen und erzählt, dass es von verschiedenen Lesen sehr negativ aufgenommen wurde, dass ein Hund sterben musste. Anne Nørdby hatte damit gerechnet, dass das zu Unstimmigkeiten führen kann. Doch wenn es für eine Story relevant ist,  wird sie den Tod von Tieren auch weiterhin einbinden, den Vorgang allerdings sie lang und breit auswalzen. Sie betont, dass in ihren Büchern niemand stirbt, weil ihr gerade danach ist, sondern weil alles einen tieferen Sinn hat. Außerdem findet sie es auch ein wenig schizophren, dass es Menschen gibt, die sich darüber aufregen, dass Tiere in Büchern getötet werden, sich aber beim Discounter Billigfleisch kaufen.

Anne Nørdby hat aber auch eine Vermutung, warum Menschen so reagieren. Sie geht davon aus, dass Tiere und Kinder per se als unschuldig gelten und ihnen deswegen keine Gewalt angetan werden darf.

Unabhängig davon ist Gewalt an Kindern generell eine Grenze, die sie nicht übersteigen möchte, das gleiche gilt für brutale Vergewaltigungen, hier positioniert sie sich klar: „Das möchte ich nicht lesen, das  möchte ich auch nicht schreiben!“ Weiterhin schließt sie das Zerstückeln von Leichen für sich aus und legt den Fokus weniger auf Effekthascherei sondern auf die Geschehnisse in den Zwischentönen, O-Ton: „Was man nicht sieht, ist spannender als das, was man sieht.“


Im Anschluss an den Bloggertalk hatten wir noch die Möglichkeit, für gemeinsame Fotos zu posieren und unsere Bücher signieren zu lassen. Vielen Dank an Anne Nørdby und die Mitarbeiter des Gmeiner-Verlags, insbesondere Petra Wendler für das Rund-um-Sorglos-Paket, das wir genießen durften. Der Bloggertalk war nicht nur interessant, sondern auch sehr unterhaltsam.

Das Lied der Wächter – Der Gesang – von Thomas Erle

Das Wichtigste in Kürze

Während ich „Das Erwachen“ eher mystisch empfunden habe, hat mich „Der Gesang“ mehr an eine Geschichte erinnert, bei der der Protagonist von einem Abenteuer ins nächste stolpert, wobei das Unergründliche im Hintergrund immer mitschwingt.

Nachdem die Handlung auf den ersten Seiten eher vor sich hin geplätschert ist, hat sie Fahrt aufgenommen und konnte mich erneut faszinieren. Ich bin nicht nur gespannt darauf, wie die vielen offenen Fragen in Band 3 beantwortet werden, sondern auch darauf, wohin Felix Reise noch führen wird.


Von Thomas Erle bereits gelesen


Die Protagonisten und ihre Geschichte 

Felix war gerade ein paar Monate alt, als der Schwarzwald nach einem verheerenden Atomunfall evakuiert und abgesperrt wurde. Angeblich ist die ganze Region unbewohnbar.  An seinem 16. Geburtstag hat er erfahren, dass die Frau, die er bisher für seine Mutter hielt, seine Tante ist und dass seine Eltern sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf einer Wanderung befanden, von der sie nie mehr zurückgekehrt sind.

Es erhält einen Hinweis darauf, dass seine Eltern noch leben und so macht er sich auf Spurensuche in der Sperrzone, wo er auf eine unheimliche Kraft stößt, die alles Lebendige gefährdet.


Meine Gedanken zum Buch

In diesem zweiten Band der Trilogie, der dort beginnt, wo Band 1 geendet hat, dringt Felix immer weiter in den Schwarzwald vor. Erneut trifft er auf Menschen, die ihm gut gesonnen sind, aber auch auf Menschen, von denen Gefahr ausgeht. Auch die unheimliche Kraft, der berauschende Gesang und gefährliche Gewässer sind nach wie vor eine Bedrohung für ihn. Doch Felix kann immer besser damit Gefahren umgehen.

Ich habe diesen zweiten Band als unaufgeregter empfunden, als den ersten Band, was daran liegen könnte, dass mir die Gefahren und die Situation im Schwarzwald nun schon bekannt waren. Dennoch ist der zweite Band nicht weniger packend, schon alleine, weil es noch so viele offene Fragen gibt, die geklärt werden wollen.

Während ich „Das Erwachen“ eher als mystisch wahrgenommen habe, hat mich „Der Gesang“ mehr an eine Geschichte erinnert, bei der der Protagonist von einem Abenteuer ins nächste stolpert -wobei das Unergründliche im Hintergrund immer mitschwingt. Nachdem die Handlung auf den ersten Seiten eher vor sich hin geplätschert ist, hat sie Fahrt aufgenommen und konnte mich erneut mitreissen.

Nach wie vor fasziniert mich diese Trilogie natürlich auch, weil ich im Südschwarzwald aufgewachsen bin. Obwohl ich mir eingebildet habe, dass mir meine Heimat bekannt ist, lerne ich durch Thomas Erle nochmal Ecken kennen, die ich noch nie besucht habe. Hin und wieder google ich Orte oder Plätze und stellte fest, wie nah der Autor an der Realität bleibt. Daher bin ich nicht nur gespannt darauf, wie meine offenen Fragen in Band 3 beantwortet werden, sondern auch darauf, wohin Felix Reise noch führen wird.

Ich ziehe 1/2 Eule ab, weil Band 1 mich noch einen Ticken mehr begeistern konnte.


Bewertung

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Rezensionsexemplar

Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst. Für den Artikel wurde ich außerdem weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.


Eckdaten

Das Lied der Wächter – Der Gesang – von Thomas Erle
Das Lied der Wächter-Reihe Band 2
erschienen am 13. März 2019
Gmeiner Verlag


Weitere Meinungen zum Buch

Wolfsspiel von Christian Jaschinski

Das Wichtigste in Kürze

Das Buch konnte mich fesseln, manchmal hat mich der eine oder andere Charakter ziemlich auf die Palme gebracht, aber noch öfter haben mich die schlagfertigen Dialoge gut unterhalten. Auch ohne einen ausgefeilten Cliffhanger hat Christian Jaschinski mich neugierig gemacht, wie es im Kreis Lippe weiter geht.


Die Protagonisten und ihre Geschichte

Kommissar Florian Dreier ermittelt im Kreis Lippe in einem Mordfall. Auf seinen Partner Bernd Rohde kann er nicht zählen, da dieser aufgrund familiärer Umstände fast täglich zu spät zur Arbeit erscheint oder früher Feierabend macht. Doch Florian hat noch ein viel größeres Problem. Nach dem Tod seines besten Freundes fällt es ihm schwer, wieder regelmäßig in Kontakt zu dessen Witwe Tara zu treten. Auch zuhause fehlt ihm ein fester Halt, denn die Beziehung zu seiner Freundin steht – mal wieder – auf off.

Tara Wolf ist Strafrichterin. Auch nach vielen Jahren kann sie sich nicht damit abfinden, wenn ein Schuldiger auf freien Fuß gesetzt werden muss, deswegen ermittelt sie mit ihrem Nachbarn, dem Paläontologen Peter Falke, und der jungen Hackerin Lou Ritter auf eigene Faust. Der beste Freund ihres verstorbenen Mannes, Florian Dreier, ist davon zwar nicht begeistert, aber für den einen oder anderen Hinweis ist er dankbar. Seit Taras Mann kaltblütig erschossen wurde, arbeitet sie außerdem daran, auch seinen Mörder zu Fall zu bringen und dafür überschreitet sie nicht nur Grenzen, sondern bringt auch sich selbst in Gefahr.


Meine Gedanken zum Buch

Christian Jaschinski hat eine breitgefächerte Palette an Charakteren geschaffen, die von einem sympathischen Ermittlerteam über eine eine toughe Strafrichterin mit verlässlichen Freunden bis zu einem Staatsanwalt reicht, den ich vom ersten Satz an am liebsten auf den Mond geschossen hätte.

Zu Anfang des Buches hatte ich das Gefühl, dass mir Informationen zu Florian, Tara und den Menschen um sie herum fehlen. Nach und nach haben sich mir dann die Zusammenhänge erschlossen. Erst am Ende des Buches habe ich entdeckt, dass es tatsächlich eine Vorgeschichte in Form von elf Kurzgeschichten im Buch „Mörderisches Lipperland“ gibt. Doch keine Sorge, man kann „Wolfsspiel“ auch ohne Vorkenntnisse lesen, es wäre für mich anfangs nur etwas weniger irritierend gewesen, wenn ich von den Kurzgeschichten gewusst hätte.

Obwohl der Verlauf des Krimis eher unaufgeregt ist und ich bereits gegen Mitte des Buches eine Ahnung hatte, wer der Täter ist, hat das der Spannung keinen Abbruch getan. Das mag auch daran liegen, dass der Autor mehrere Handlungsstränge nebeneinander laufen lässt und ich mir trotz meines Verdachts lange Zeit nicht sicher sein konnte, ob ich richtig liege.

Wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, spielt viel Lokalkolorit in die Geschichte mit ein. Da ich das Lipperland nur vom Hören-Sagen kenne, war ich dankbar, dass Christian Jaschinski auf seiner Seite eine Karte der Region zeigt, an der ich mich bei den Schauplätzen orientiert hat.

Das Buch konnte mich fesseln, manchmal hat mich der eine oder andere Charakter ziemlich auf die Palme gebracht, aber noch öfter haben mich die schlagfertigen Dialoge gut unterhalten. Mit dem Ende des Buches ist der Mordfall abgeschlossen; bleibt Taras Lebensgeschichte. Eine kurze Szene am Ende war für mich ein Hinweis darauf, dass hinter dem Mord an Taras Mann noch viel mehr steckt, als sich vermuten lässt und auch ohne einen ausgefeilten Cliffhanger hat Christian Jaschinski mich natürlich neugierig gemacht, wie es im Kreis Lippe weiter geht.


Bewertung

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Rezensionsexemplar

Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst. Für den Artikel wurde ich außerdem weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.


Eckdaten

Wolfsspiel
Band 1 der Reihe Tara Wolf & Co
von Christian Jaschinski
erschienen am 13. Februar 2019
bei Gmeiner


Weitere Meinungen zum Buch

Das Lied der Wächter – Das Erwachen von Thomas Erle

Das Lied der Wächter-Trilogie
Band 1: Das Erwachen
von Thomas Erle
erschienen am 4. Oktober 2018
bei Gmeiner


  • Der Protagonist und seine Geschichte

Felix war gerade ein paar Monate alt, als der Schwarzwald nach einem verheerenden Atomunfall evakuiert und abgesperrt wurde. Angeblich ist die ganze Region unbewohnbar.

Erst an seinem 16. Geburtstag erfährt er, dass seine Eltern sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf einer Wanderung befanden, von der sie nicht mehr zurückgekehrt sind und dass die Frau, die er bisher für seine Mutter hielt, in Wirklichkeit seine Tante ist.

Er macht sich auf Spurensuche und findet heraus, dass die Regierung ein falsches Spiel spielt, denn es gibt sehr wohl noch Menschen hinter dem Zaun. Er muss wissen, ob seine Eltern noch leben und dringt in die Sperrzone ein. Dort stößt er auf eine unheimliche Kraft, die alles Lebendige gefährdet, was sich jenseits des Zaunes befindet.


  • Meine Gedanken zum Buch

Die Geschichte startet mit der Wanderung von Felix Eltern, mit seltsamen Vorkommnissen und Wetterkapriolen, der „Vorspann“ endet mit dem Eintritt der Katastrophe, so dass auch der Leser nicht weiß, wie und ob es mit den beiden weiterging. Es folgt der Sprung zu Felix, der zunächst nur etwas über seine Eltern erfahren möchte und dann immer tiefer hinein gezogen wird in die Recherchen seines Onkels und einer Gruppe, die vor 16 Jahren Menschen hinter dem Zaun verloren haben und fest daran glauben, dass es dort noch Leben gibt

Auf der Buchmesse hatte ich die Möglichkeit, mich mit anderen Lesern auszutauschen und wir haben darüber gesprochen, in welches  Genre wir den Roman einordnen würden.

Es ist für mich kein typischer Fantasy-Roman, eher mystisch und vor allem spannend und zwar so spannend, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen wollte. Die Vorstellung, dass so ein riesiges Gebiet wie der Schwarzwald zur Sperrzone erklärt wird, hat mich bewegt, sicherlich hat dabei eine Rolle gespielt, dass ich die Region kenne, weil ich am Rand des Südschwarzwalds aufgewachsen bin und die Strecke, die Felix in diesem ersten Teil der Trilogie zurücklegt, gedanklich verfolgen konnte.

Das Leben der Menschen, die noch im Schwarzwald leben, wurde um Jahrzehnte zurück gesetzt, sie mussten sich Gedanken darüber machen, wie man kocht und Lebensmittel kühlt, wie macht man Feuer, Licht, was isst man. Das hat dem Schwarzwald etwas Ursprüngliches zurück gegeben. Ich fand das aber so interessant, weil die Menschen zu dem Zeitpunkt die Elektrizität schon kannten und zu diesem Bekannten dann eben Alternativen suchen mussten.

Der Autor erzählt hier eine Geschichte über die Folgen einer Atomkatastrophe, die – so unglaublich sie auch klingen mag – durchaus vorstellbar ist. Natürlich muss man als Leser dieses Buches bereit sein, sich auf das mystische, diese unheimliche Kraft, einzulassen. Sie ist immer wieder da und doch streift Thomas Erle die Thematik nur und klärt nicht auf, was dahinter steckt, so dass ich am Ende fasziniert zurückgeblieben bin und natürlich wissen wollte, wie es weitergeht.

„Das Erwachen“ hat mich aufgewühlt und bewegt und  es hat mich von den Socken gehauen. Ich bin sehr gespannt, was in der Trilogie um „Das Lied der Wächter“ noch passiert und ich hoffe so sehr, dass Thomas Erle das Niveau dieses ersten Teils halten kann.

Keine Frage, ich vergebe fünf von fünf Eulen.

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Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst. Für den Artikel wurde ich außerdem weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.

Eine weitere Meinung zu diesem Buch findet ihr bei

-> Deutschland

Blogger-Event bei Gmeiner #unheimlicheKraft

Eine tolle Einladung von Gmeiner, gedruckt auf Pergament, erreichte mich im September. Werde selbst Teil der Saga… hieß es da.

Dem Klappentext konnte ich entnehmen, dass die Trilogie „Das Lied der Wächter“ im Schwarzwald spielt, der nach einem verheerenden Atomunfall vor 16 Jahren evakuiert und abgesperrt wurde. Angeblich sei das Gebiet unbewohnbar.

Felix war damals gerade ein paar Monate alt. Erst an seinem 16. Geburtstag erfährt er, dass seine Eltern sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf einer Wanderung befanden, von der sie nicht mehr zurückgekehrt sind. Er macht sich auf Spurensuche und findet heraus, dass die Regierung ein falsches Spiel spielt, denn es gibt sehr wohl noch Menschen, die hinter dem Zaun leben. Er muss wissen, ob seine Eltern noch leben und dringt in die Sperrzone ein. Dort stößt er auf eine #unheimlicheKraft, die alles Leben jenseits des Zaunes bedroht.

Beim Blogger-Event wollten Autor Thomas Erle und der Gmeiner-Verlag wissen, wie wir das Buch einordnen würden. Es ist für mich kein typischer Fantasy-Roman, eher mystisch und vor allem spannend. Die Vorstellung, dass so ein riesiges Gebiet zur Sperrzone erklärt wird, hat mich bewegt, sicherlich hat dabei eine Rolle gespielt, dass ich die Region kenne, weil ich am Rand des Südschwarzwalds aufgewachsen bin.

Der Autor erzählt hier eine Geschichte, die – so unglaublich sie auch klingen mag – durchaus vorstellbar ist. Natürlich muss man als Leser bereit sein, sich auf das mystische, diese unheimliche Kraft, einzulassen. Sie ist immer wieder da und doch streift Thomas Erle die Thematik nur und klärt nicht auf, was dahinter steckt, so dass ich am Ende fasziniert zurückgeblieben bin und natürlich wissen wollte, wie es weitergeht.

Der 2. Band erscheint erst im März 2019, aber der Verlag hatte in der Einladung eine „exklusive Preview“ versprochen. Ich hatte mir darunter vorgestellt, dass der Autor einen kleinen Einblick gibt, wie es weiter geht. Aber Gmeiner hat sich etwas ausgedacht, was mich schon fast umgehauen hat, der Verlag hat uns ein Kapitel des zweiten Bandes zur Verfügung gestellt. Allerdings bin ich nun nur noch mehr „angefixt“ und kann Band 2 nicht mehr erwarten!

Meine 5-Sterne-Rezension folgt in Kürze, ihr dürft gespannt sein!

Am Blogger-Event durften wir auch noch etwas testen: Tannenliebe, eine Bio-Limonade, süß-herb, die ganz leicht nach Tanne schmeckt. Hört sich ungewöhnlich an, war aber wirklich lecker, für mich genau die richtige Mischung, nicht zuviel Tanne und nicht zu süß .

Osterfeuer von Ella Danz

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Osterfeuer
von Ella Danz
Band 1 von 9 der Angermüller-Serie

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Hörbuch: RADIOROPA
erschienen am 18. Januar 2008

  • Inhalt

Trude ist vor einigen Jahren aus Berlin nach Ostholstein gezogen und wird über Ostern von ihren besten Freundinnen Betty und Iris besucht. Als die beiden ankommen, stellt Trude fest, dass auch Margot mit an Bord ist, die Frau, mit der sie bereits vor längerer Zeit gebrochen hat.

Margot kommt an keinem Mann vorbei, das war früher schon so und daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch in der Nacht, in der traditionell das Osterfeuer entzündet wird, hat sie viele Verehrer. Als sie am nächsten Morgen ermordet aufgefunden wird, ist die Liste der Verdächtigen daher recht umfangreich und Hauptkommissar Georg Angermüller hat alle Hände voll zu tun, um den wahren Täter zu finden.

  • Meine Meinung zum Buch

Das erste Kapitel war sehr lang und im Grunde eher handlungsarm. Ella Danz lässt eine Figur nach der anderen in die Geschichte einfließen und beschreibt die ostholsteinische Heimat von Trude Kampmann. Ich konnte mir zwar den Mühlenhof, auf dem Trude mit ihrer Familie lebt, gut vorstellen, aber hier hat mir etwas mehr Handlung gefehlt. Zusammenfassend kommen die Freundinnen in Warnstedt an, man geht spazieren, trinkt Kaffee, erinnert sich an alte Zeiten und plant das große Hoffest. Immerhin kommt am Ende des ersten Kapitels zum großen Knall, Margot wird ermordet.

Das zweite Kapitel ist ähnlich aufgebaut. Die Autorin führt die Polizisten in die Handlung ein und beleuchtet ausführlich den familiären Hintergrund ihres Protagonisten. Da Trude Kampmann Erfolg mit dem Schreiben von Kochbüchern hat und der Hauptkommissar ein Freund guter Küche ist, sind Kochen und Essen ebenfalls ein scheinbar unerschöpfliches Thema.

Bis zu diese Zeitpunkt war die Geschichte eher unspektakulär und auch nicht spannend. Ich habe mich vom Hörbuch berieseln lassen, ohne wirklich konzentriert zuzuhören.

Der Kriminalfall selbst ist dann spannend konzipiert und auch wenn ich bereits frühzeitig den richtigen Verdacht hatte, hat mir dieser Teil dann gut gefallen, weil immer wieder neue Verdächtige aufgetaucht sind, die dann wieder entlastet wurden.

Die Stimme der Sprecherin des Hörbuches, Antje Temler, fand ich sehr gewöhnungsbedürftig. Sie konnte mich leider gar nicht überzeugen.

Insgesamt reicht es daher für 3,5 von 5 Eulen.

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Aufgabe 18 – ein Buch rund um das Thema Frühling oder Ostern im Titel oder auf dem Cover

Autor: Danz, Ella
Titel: Osterfeuer
Charakter: Georg
Ort : Warstedt

Verlags-vielfalt-Challenge 2.0

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