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Das Rosenholzzimmer von Anna Romer

Rosenholzzimmer

Das Rosenholzzimmer
von Anna Romer
DHV – Der Hörverlag
Erscheinungsdatum: 25.08.2014


  • Zum Inhalt

Nachdem Tony, der Ex-Freund von Audrey, sich das Leben genommen hat, erfährt die alleinerziehende Mutter, dass er ihr und der gemeinsamen Tochter Bronwyn ein Haus auf dem Land hinterlassen hat. Audrey fährt von Melbourne nach Queensland, um sich anzusehen, was alles erledigt werden muss, damit das Haus verkauft werden kann.

Dort angekommen, verlieben sich Audrey und Bronwyn in das Anwesen und beschließen, von der Großstadt aufs Land zu ziehen. Das Haus ist immer noch eingerichtet, obwohl es viele Jahre leer stand und so entdeckt Audrey ein Foto von Samuel, Tonys Großvater, der nach dem zweiten Weltkrieg beschuldigt worden war, Aylish, die Frau, die er liebte, ermordet zu haben. Außer dem Foto stößt Audrey auch auf Briefe und ein Tagebuch. Sie erfährt, dass nicht nur Tonys Großmutter keines natürlichen Todes starb, auch seine Schwester und sein Vater starben auf mysteriöse Art. Durch ihre Recherchen taucht Audrey immer weiter ein in die Vergangenheit und gerät plötzlich selbst in Gefahr.


  • Meine Mei­nung zum Hörbuch

Das tolle Cover hat mich magisch angezogen, wobei ich ursprünglich davon ausgegangen bin, dass es sich um eine romantische Geschichte handeln muss. Tatsächlich ist es aber eine Mischung aus Familien- und Kriminalgeschichte, gewürzt mit Freundschaft und Romantik.

Der Schauplatz der Geschichte im Outback von Queensland, Australien in einer Region, wo jeder jeden kennt und man sich gegenseitig unterstützt. Das Thornwood House, dass Audrey und Bronwyn erben, ist umgeben von Land und Wald. Im Rosenholzzimmer findet Audrey Zugang zur Familiengeschichte von Tony, der Familie, über die er während seiner Beziehung nie gesprochen hat. Sie fühlt sich verbunden mit seinen Großeltern und versucht herauszufinden, was damals wirklich passiert ist.

Neben Audrey und Bronwyn lernt der Leser auch noch Tonys Jugendfreunde, die Geschwister Corey und Danny, sowie zahlreiche weitere Bekannte und Nachbarn kennen. Bronwyn habe ich direkt in mein Herz geschlossen und auch Corey und Danny waren mir von Anfang an sympathisch. Mit Audrey hatte ich hin und wieder meine Probleme, weil sie sich stellenweise absurd verhalten hat. Die Autorin bedient sich der Briefe und Tagebucheinträge, um die Vergangenheit zu erzählen und lässt so neben den noch lebenden Personen auch die Toten zu Wort kommen. Das Land und die Leute beschreibt sie sehr anschaulich, so dass sie jeder Figur ein Gesicht gibt.

Die Stimme von Jessica Schwarz ist sehr ruhig und angenehm, dennoch mächtig und ausdrucksvoll. Eva Gosciejewicz und Jacob Weigert lesen die Zeilen, die Aylish und Samuel sich während des Krieges geschrieben haben. Die Mischung hat mir sehr gut gefallen.

Was mich gestört hat, waren eigentlich nur Kleinigkeiten, die sich stellenweise aber ein wenig summiert haben. Wenn man der Geschichte glauben darf, hat Audrey innerhalb weniger Tage das Lesen der Gebärdensprache erlernt, das finde ich unrealistisch. Einige Vorfälle wirken überzogen und stark konstruiert. Auch die Tagträume, die Audrey heimgesucht haben, waren teilweise grotesk, es hätte mich am Ende nicht einmal überrascht, wenn Aylish in Audrey wiedergeboren wäre.

Als Fazit bleibt, dass die Geschichte sehr spannend konstruiert ist. Ich habe mich vom ersten Moment an wohl gefühlt und es kam zu keiner Zeit Langeweile auf. Jessica Schwarz konnte mit zu 100% überzeugen. Da darf man dann auch über die eine oder andere Abwegigkeit getrost hinweg sehen.
Ich vergebe vier von fünf Eulen.

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Vielen Dank an an den Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Ich weise darauf hin, dass dies keinen Einfluss auf meine Beurteilung hat, wer meine Rezensionen kennt, weiß, dass es bei mir keine „Gefälligkeits-Rezensionen“ gibt, sondern meine ehrlichen Leseeindrücke wiedergegeben werden.


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(15) Lese ein Buch das in der Vergangenheit oder in der Zukunft spielt.

Ein Buch, das Du geschenkt bekommen hast

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Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson

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Nachdem Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand zu meinen Lesehighlights 2013 gehörte, konnte ich mir auch das neue Buch von Jonas Jonasson nicht entgehen lassen.


Meine Meinung:

Beim Hundertjährigen habe ich geschrieben, dass ich jedes anderen Buch nach 20/30 Seiten zugeklappt und als völlig unrealistisch abgestempelt hätte, genau so war es auch bei Nombeko, der jugendlichen Südafrikanerin, die es aus der Latrinenverwaltung bis zur Herstellung einer Atombombe bringt, die sie dann gegen Mossad verteidigt, nach Schweden flüchtet und dort auf eine weitere Menge von Unwegbarkeiten stösst.

Hatte ich etwas anderes erwartet? Nein. Jonas Jonasson ist seinem Stil treu geblieben, er unterhält seinen Leser mit unglaubwürdigen Geschichten, die er widerum mit historischen Ereignissen und “echten” Personen verbindet. Er setzt mit jedem Kapitel noch eine Übertreibung drauf, auch das hatte ich bereits in der Vorgängerrezension geschrieben.

Das Buch wird zu keiner Zeit langatmig, schliesslich stolpern die Protagonisten von einem Missgeschick ins nächste. Jonas Jonasson hat erneut einen spritzigen und witzigen Roman geschaffen, der mich von der ersten bis zur letzten Minute unterhalten hat.

Sicherlich war sein Stil und seine an den Haaren herbei gezogenen Geschichten beim Hundertjährigen etwas Neues und dieses Mal war ich schon darauf vorbereitet, was mich erwarten könnte, trotzdem wäre ich enttäuscht gewesen, wenn Nombekos Erlebnisse nicht so weit her gegriffen gewesen wären. Schlussendlich ist Nombekos Lebensgeschichte nämlich eine ganz andere, als die vom Hundertjährigen, genau deshalb hat mich auch die Analphabetin gut unterhalten und darauf kam es mir bei diesem Hörbuch an. Deshalb vergebe ich erneut 5 von 5 Sternen.

Schleichendes Gift von Val McDermid

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  • Schleichendes Gift
  • von Val McDermid

Zum Inhalt:

Der Star des Erstliga-Clubs Bradfield Victoria wird vergiftet und Carol Jordan weiß, dass es ein Fall wird, der in der Öffentlichkeit auf großes Interesse stoßen wird. Als im Stadion eine Bombe hoch geht, steht sie zwar für Hilfe zur Verfügung, allerdings wird eine Anti-Terror-Abteilung eingeschalten, der sie zusätzlich zu den Ermittlungen im Fall des Sportlers noch Unterstützung gewähren soll. Ausgerechnet jetzt liegt ihr Profiler Dr. Tony Hill verletzt im Krankenhaus. Als ein Überlebender der Stadtionbombe ebenfalls an einer Vergiftung stirbt, scheinen die Fälle zusammen zu hängen.


Kurzfazit zum Hörbuch:

Schleichendes Gift war mein erster Roman um Tony Hill und Carol Jordan, trotzdem bin ich völlig problemlos in die Geschichte hinein gekommen. Die beiden Handlungsstränge aus Vergiftung und Bombenattentat laufen am Ende zusammen und die Idee dahinter hat einmal mehr die Klasse dieses Romanes herausgestellt. Die Geschichte war von Anfang bis zum Ende spannend und somit hat „Schleichendes Gift“ fünf von fünf Sternen verdient.