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Der Sternenmann von Max von Thun

Der Sternenmann
von Max von Thun
erschienen am 16. Juli 2018
bei ars edition
Illustration: Marta Balmaseda


Weil er viel unterwegs ist, hat der Schauspieler und Musiker Max von Thun für seinen fünfjährigen Sohn einige Gute-Nacht-Lieder geschrieben und aufgenommen. Aus einem dieser Lieder ist das Buch „Der Sternenmann“ entstanden.

Mit kleinen – teils sehr persönlichen – Anekdoten rund um die Entstehung des Buches, einer Lesung und dem dazugehörenden Gute-Nacht-Lied hat der Autor auf der Hombuch sein Kinderbuch vorgestellt.

Ich konnte mich bei der anschließenden Signierstunde kurz mit ihm unterhalten und als er gehört hat, dass ich das Buch meiner Nichte Stella (lateinisch „Stern“) zum Geburtstag schenken möchte, hat er das Buch nicht nur signiert, sondern auch noch eine kleine Widmung geschrieben. Max von Thun hat einen sehr sehr sympathischen Eindruck gemacht und auch wenn ich ihn vorher schon als Schauspieler mochte, hat er nun einen großen Fan mehr.


Meine Gedanken zum Buch:

Schon auf den ersten Blick war ich von den tollen Illustrationen begeistert, doch es sind die Kleinigkeiten, die das Buch für mich zu etwas Besonderem machen. Nicht nur, dass man auch beim zweiten und dritten Lesen auf kleine Details stößt, die zuvor nicht aufgefallen sind, ich fand es auch toll, dass der Sternenmann auf seiner Reise einer Astronautin begegnet. Das hat mich als Mädchen-Mama natürlich angesprochen, typischerweise sind Astronauten doch meist Männer.

Die Geschichte selbst ist ganz zauberhaft und vermittelt, dass auch der kleinste Stern am Himmel eine große Bedeutung hat.

Ich bin auf der Lesung von Max von Thun in den Genuss gekommen, das Lied vom Sternenmann live vom Autor gesungen zu hören und ich muss gestehen, ich hatte eine kleine Gänsehaut. Für euch bleibt nun leider „nur“ die Konserve – das Lied kann man auf der Seite des Verlages anhören – aber ich kann euch auch das ans Herz legen, es ist genauso wundervoll, wie die Geschichte.

Ich vergebe fünf von fünf Eulen.

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Aufgabe 14) ein Kinder- oder Jugendbuch

Sebastian Fitzek auf der HomBuch

Am vergangenen Wochenende fand in Homburg/Saar die HomBuch statt. Im Rahmen von Buchmesse und Lesefest war Sebastian Fitzek zu Gast im Saarland.

Nach seiner unterhaltsamen Lesung (Flugangst 7a plus zahlreiche Anekdoten) und Signierstunde im „Hangar“ (der Aula) des Johanneums fand er sich anschließend im Saalbau ein und erfüllte auch dort die zahlreichen Signier- und Fotowünsche.

Nachdem ich mir „Abgeschnitten“ auf der letzten FBM von Michael Tsokos habe signieren lassen, hat Sebastian Fitzek das nun komplettiert. Nun muss ich das Buch nur noch „schnell“ lesen, bevor die Verfilmung im Oktober in die Kinos kommt.

Premierenlesung zu „Die Flut“ von Arno Strobel

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Am 22. Januar 2016 fand in Homburg / Saar die Premierenlesung zu „Die Flut“ von Arno Strobel statt. Da wir damit gerechnet haben, dass die Veranstaltung ausverkauft sein würde, waren wir pünktlich zum Einlass um 18.30 Uhr in Homburg.

Im Foyer standen dann gleich der Autor mir seiner Familie und zwei Damen vom Fischer-Verlag und am Eingang zum Saal entdeckte ich Ulrich Burger, der mit dem UlrichBurger-Verlag Veranstalter der Lesung war. Uli erklärte, dass die ersten beiden Reihen reserviert seien, da die Aula der Musikschule darüber hinaus noch recht leer war, konnten wir so einen Sitzplatz in der zweiten Reihe ergattern, vor uns saß später die Familie des Autors.

Nach und nach füllte sich der Saal langsam, doch leider hatten sich wohl einige von der Unwetterwarnung abschrecken lassen, denn es sind einige Plätze leer geblieben. Unter denjenigen, die gekommen sind, waren der Autor und Blogger Benjamin Spang, den ich Euch im Rahmen der Buchmesse schon vorgestellt habe und Jenny von Mein Bücherchaos, auf die ich später noch zurück komme.

Am Vortag hatte bei Radio Homburg 89,6 gelesen, dass die Lesung vom Akkordeon-Ensemble der Musikschule begleitet wird, das den Abend dann mit drei Stücken eröffnet hat.  Rüdiger Schneidewind, der Oberbürgermeister der Kreis- und Universitätsstadt Homburg, begrüßte dann die Anwesenden. Wie schon bei der HomBuch, an der er zusammen mit Uli Burger die Preisverleihung geleitet hat, merkte man ihm an, dass er stolz darauf ist, dass Homburg die Saarländische Buchmesse sein eigen nennen kann und natürlich auch, dass Arno Strobel mit seiner Premierenlesung in die Stadt gekommen ist.

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Wir hatten Arno Strobel bereits bei Open Books in Frankfurt erlebt, als er zusammen mit Ursula Poznanski die Vor-Premierenlesung zu ihrem gemeinsamen Buch „Fremd“ gehalten hat und so freuten wir uns auf einen unterhaltsamen Abend, der dann auch begann. Arno Strobel erzählte von seiner Schullaufbahn (er hatte zunächst die Hauptschule und eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker abgeschlossen, bevor er das Abitur nachgemacht und studiert hat), seinem Werdegang vom selbständigen IT-Berater bis zum Jobangebot einer luxemburgischen Bank, das er wahrgenommen hat und natürlich von seiner Entwicklung als Autor.

Obwohl ich der Meinung war, schon vieles über den Autoren gelesen zu haben, wurde ich dennoch überrascht, denn tatsächlich war mir noch einiges nicht bekannt. So wurde seine erste Geschichte dank seiner Deutschlehrerin in der Saarbrücker Zeitung veröffentlicht. Außerdem hat Arno Strobel mit Kurzgeschichten begonnen, die zwischenzeitlich auch in einem Buch veröffentlicht wurden, das Buch ist aber nur bei seinen Lesungen erhältlich und was mich am meisten überrascht hat, der Autor hat bereits zwei Bücher bei dtv veröffentlicht. Dabei handelt es sich um zwei Thriller, die mit dem Vatikan und der katholischen Kirche zu tun haben. Seine Psychothriller wollte dtv allerdings nicht verlegen, weshalb er mit seinen Büchern nun bei Fischer gelandet ist.

Der Autor schaffte es, sein Publikum schon mit wenigen Worten zur unterhalten und in seinen Bann zu ziehen und hatte einige Lacher auf seiner Seite. Dann las er aus dem Prolog und den Einstiegskapiteln aus „Die Flut“, so dass wir Zuhörer uns einen ersten Einblick in sein neuestes Werk verschaffen konnten. Nach einer Pause folgte der zweite Teil, in dem er zwei seiner Kurzgeschichten zum Besten gab, die ebenfalls sehr unterhaltsam waren und er stand für viele Fragen zur Verfügung, die er dann auch ausführlich beantwortete.

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Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, sind seine Ausführungen darüber, wie er sich in seine Charaktere hineinversetzt. Da Jenny dies auf ihrem Blog bereits eindrucksvoll wiedergegeben hat, dürft ihr das gerne bei ihr nachlesen :) Jenny selbst, die ich übrigens nicht kannte, von der ich erst durch ihren Blogartikel erfahren habe, dass sie bei der Lesung war, hat dann auch die Frage gestellte, die mich am meisten interessiert hat: Was liest Arno Strobel? Und es kam wie aus der Pistole geschossen: Stephen King – gut, eigentlich keine wirkliche Überraschung, aber durchaus interessant, denn er erzählte, dass er mit 14 seine Begeisterung zu diesem Autoren entdeckt hat und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich im gleichen Alter war, als ich die Bücher dieses Autoren verschlungen habe.

Ebenfalls interessant waren seine Ausführungen über die Genres, die er liest – fast alles, hauptsächlich Thriller und Krimis, wobei er in den Endphasen seiner Bücher bewusst keine Thriller mehr liest, sondern da beispielsweise auch zu „Frauenromanen“ greift. Überhaupt liest er fast alles, außer Vampir-Bücher und Feuchtgebiete – was aber nicht heißt, dass er nicht auch zu einem erotischen Roman greift, er hat nur genanntes Buch für sich ausgeschlossen.

Mein Fazit: Ein sehr unterhaltsamer Abend, ein toller neuer Psychothriller, witzige Kurzgeschichten und ein offener und sympathischer Autor, der viel von sich preisgegeben hat – absolut empfehlenswert!

Die Lesung war Teil der „Homburger Lesezeit“ der Stadt Homburg in Zusammenarbeit mit der Akademie für Ältere, dem Frauenkulturstammtisch, der HomBuch, der Stadtbibliothek und der städtischen Musikschule, die noch bis April 2016 läuft. (Flyer)

Der UlrichBurger-Verlag ist übrigens noch Veranstalter einer weiteren Lesung, Kerstin Gier kommt Anfang März ins Homburger Rathaus und liest aus Silber 3 – und natürlich habe ich auch dafür schon Tickets :)

Lovelybooks-Leserunde zu Rauhnacht von Tanja Meurer

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Ich habe seit längerer Zeit an keiner Leserunde auf Lovelybooks mehr teilgenommen und als Juliane Seidel mich während der HomBuch, der saarländischen Buchmesse, auf die Leserunde zu diesem Buch ihrer Autorenkollegin Tanja Meurer aufmerksam machte, war ich zunächst skeptisch.

Steampunk, Krimi, Mystery und eine außergewöhnliche, verbotene Liebe

Was bitte ist Steampunk, habe ich mich gefragt.

Im Steampunk werden futuristische Funktionen mit dem viktorianischen Zeitalter verknüpft, man könnte es als Retro-Futurismus bezeichnen, eine Sicht auf die Zukunft, wie sie in der Vergangenheit entstanden sein könnte. Das sagt Wikipedia.

Das geht in eine ganz andere Richtung als die Bücher, die ich normalerweise lese und auch oder gerade mit diesem Wissen war ich mir nicht sicher, ob ich an der Leserunde teilnehmen sollte. Denn was wäre, wenn mir Steampunk gar nicht zusagt? Könnte ich das Buch objektiv bewerten? Wäre es fair gegenüber der Autorin, wenn ich teilnehme?

Am Ende war ein Gespräch mit der Autorin Tanja Meurer selbst, dass meine Neugier geweckt hat. Tanja Meurer hat mir nicht nur von ihren bisherigen Büchern und dem Inhalt von Rauhnacht erzählt, ich durfte mir auch einige Skizzen und Zeichnungen anschauen, die sie und Juliane Seidel angefertigt hatten. Dabei hat die Autorin mich auch auf Details auf dem Cover aufmerksam gemacht. Schaut Euch mal die schwarzen Schatten links und rechts auf dem Cover an. Habt Ihr auf Anhieb gesehen, dass es sich um die Umrisse von zwei Frauen handelt?

Meurer

Rauhnacht ist der Beginn einer Steampunk-Reihe um Anabelle Talleyrand, eine französische Wissenschaftlerin, die nicht mehr viel Menschliches an sich hat, und die angolanischen Magierin „Madame Zaida“. Die beiden Frauen verbindet mehr als nur die Arbeit an unheimlichen Fällen …

Wenn Ihr nun auch neugierig geworden seid, könnt Ihr das eBook zum Preis von 4,99 EUR kaufen. Und wenn Ihr noch nicht ganz überzeugt seid, dann wartet doch einfach meine Rezension ab :)

Daggi trifft … auf der HomBuch

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Am 28. und 29. März 2015 fand in Homburg/Saar die HomBuch, die Saarländische Buchmesse statt. Ich konnte verschiedene Lesungen besuchen, über die ich in den nächsten Tagen auch noch berichten werde, und einige Gespräche mit tollen Autoren führen.

Seidel

Juliane Seidel hat mit 14 Jahren mit dem Schreiben begonnen, um den Stress von Schule und Studium zu kompensieren. Außer zeichnet und illustriert sie zusammen mit Tanja Meurer als Illustratorenteam „Vee-Jas“. Juliane leitete den von ihr gegründeten Zeichnerverein „ARS“ mit teilweise fast 50 Illustratoren und Comiczeichnern. 2007 übergab sie die Leitung des Vereins und organisierte bis 2011 die Messeauftritte für Vee-Jas. Danach rief sie das Lesecafé Wiesbaden in der Coffeebar Anderswo ins Leben.

2008 nahm sie das alte Konzept zu „Assjah“ und überarbeitete die Ursprungsgeschichte zu “Die lebenden Träume” und “Die vergessenen Kinder”. 2012 nahm sich der Bookshouse Verlag der Bücher an.

Am 31. März 2015 erscheint Nachtschatten ~unantastbar~, der erste Band einer Urban Fantasy Trilogie, die sich an die Zielgruppe der 14-16jährigen richtet.

Außerdem nimmt Juliane mit ihrem Blog Like a dream an meiner Buch-Challenge 2015 teil.


Meurer

Tanja Meurer ist gelernte Bauzeichnerin, arbeitet aber seit Jahren nur noch in bauverwandten Berufen. Seit 1997 arbeitet sie nebenberuflich als Autorin und Illustratorin. Sie ist die Tochter einer Graphikerin und Malerin und kam früh mit Kunst in Berührung. Auch sie begann während ihrer Schulzeit mit dem Schreiben. 1997 wurde ihre erste Kurzgeschichte veröffentlicht, zwischen 2007 und 2011 konnte sie sechs Ausschreibungen für Kurzgeschichten für sich entscheiden. Im Januar 2013 erschien dann der erste Band der Mystery-Reihe „Schattengrenzen„.

Ihr aktuelles Buch „Rauhnacht – Ein Anabelle-Talleyrand-Roman“ ist im November 2014 beim Weltenschmiede Verlag erschienen. Tanja Meurer umschreibt das Buch mit den Begriffen Steampunk, Krimi, Mystery und eine außergewöhnliche, verbotene Liebe.

 Baitsch

Monika Baitsch ist an der Bergstraße geboren und lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren Söhnen auch heute noch dort. Sie ist gelernte Arzthelferin, hat sich aber über mehrere Jahre mit dem Gedanken getragen, ein Buch zu schreiben.

Nach zahlreichen Kindernbüchern erschien im vergangenen Sommer ihr Roman Verlieb dich mal wieder … oder: Sex ist auch eine Lösung.

Aufgefallen ist mir Monika Baitsch zum ersten Mal, als Sabine von Daisy and Books im Rahmen der HomBuch-Blogtour einen Gastbeitrag mit dem Titel Ein Landei geht zur Buchmesse gelesen habe. :)


Marek

Ich gestehe, Marek Heindorff war mir bisher gar kein Begriff, aber das hat sich schlagartig geändert, nicht nur, weil  auf der HomBuch geändert, weil Monika Baitsch mir ihren „Stand-Nachbarn“ vorgestellt hat.

Marek Heindorff wurde in Berlin Köpenick geboren und ist in Pankow groß geworden. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie in ­Mettmann und ist als Medienfachwirt in der Druck- und Werbebranche tätig.

Er schreibt, seit er denken kann und nach Gedichten, Geschichten und Kinderbüchern ist vor wenigen Tagen im Rouven-Finn-Verlag sein Roman „Das Leben ist Brosig“ erschienen.


Die aktuellen Bücher dieser vier Autoren werde ich Euch in den nächsten Tagen und Wochen vorstellen!

Mein Treffen mit der selbsternannten Gottkönigin über das Rondell des Grauens

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Auf Einladung von Ulrich Burger vom gleichnamigen Verlag befinde ich mich heute im „Rondell des Grauens“, einer kleinen Reihenhaussiedlung, die Schauplatz des Buches „Helga, oder: Mit der Al Qaida nach Sibirien“ ist.

Gerade kommt Helga, die selbsternannte Gottkönigin der Reihenhaussiedlung, in ihr Wohnzimmer und stellt einen Kaffeepott und Gebäck vor uns auf den Tisch. Wir – die Autorin Rebecca Hohlbein und ich – treffen uns heute hier zu einem Interview im Vorfeld der HomBuch 2015.

Die HomBuch ist die Saarländische Buchmesse, die am 28. und 29. März 2015 in Homburg/Saar stattfinden wird und wer Rebecca Hohlbein live erleben möchte, hat dort am 29. März 2015 um 13.30 Uhr Gelegenheit dazu.

Aber zurück zum „Rondell des Grauens“. Damit Ihr Euch eine Vorstellung von Helga und dem Buch machen könnt, will ich Euch einen Einblick in den Klappentext geben:

Menscheskinners – wie sieht das denn hier schon wieder aus?“ Helga, selbsternannte Gottkönigin über unsere kleine Reihenhaussiedlung, ist im Anmarsch – und damit beginnen viele weitere, schier endlosen Stunden meines ganz alltäglichen Elends zwischen Al Qaida und Kö, ALDI und Australien, Familie, Feuer und Wirbelsturm. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie und lakonischem Humor beschreibt die Ich-Erzählerin ihr Leben im „Rondell des Grauens“. Aber dann verschwindet Alleinherrscherin Helga plötzlich – und auf einmal ist alles noch viel, viel schlimmer …

Rezension

 

Liebe Helga, Rebecca Hohlbein schreibt im Nachwort des Buches, dass es sich um keine Autobiographie, sondern lediglich um eine autobiographisch angehauchte Geschichte handelt. Sie hat jede Peinlichkeit, die ihr und ihrem Umfeld je unterlaufen sind, in eine einzige Figur, nämlich Sie, liebe Helga, komprimiert. Was sagen Sie dazu?

Helga: Bitte, was bin ich? Angehauchte Geschichte? Dir geb ich gleich angehauchte Geschichte! Ich bin ja noch lange nicht von gestern!

Rebecca: Pardon – ich muss da mal was klarstellen: Ich bin nicht die Ich-Erzählerin aus dem Roman. Die Erzählerin ist eine fiktive Figur, dir mir zufällig in einigen Punkten ähnelt und

Helga: Fiktive Gestalt! Jetzt wirst du auch noch obszön! Du weißt aber schon, dass das alles hier morgen in irgendeiner Zeitung steht, oder?

Rebecca: Ja, Helga.


Rebecca, wie haben wir uns die Entstehung der Geschichte vorzustellen? Hast Du jahrelang Buch geführt über das, was in Deiner Familie und Deinem Freundeskreis passiert ist?

Rebecca: Ich habe viele echte Anekdoten aus meinem richtigen Leben in die Geschichte integriert. Ich führe so etwas wie ein Tagebuch, in dem ich außergewöhnliche oder besonders lustige Anekdoten aus meinem Alltag in Kurzgeschichtenform festhalte. Aber ein Großteil des Romans ist erstunken und erlogen.

Helga: Sag ich doch! Die lügt, sobald sie den Mund aufmacht!


Beim Lesen des Buches habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie es hier im Rondell des Grauens aussehen mag. Helga, gibt es Leser und Fans, die hierher pilgern, um sich die Originalschauplätze anzuschauen? Und was hat sich mit der Veröffentlichung des Buches für sie geändert?

Helga: Das Buch, das Buch…! Als ob diese jungen Leute wegen diesem Buch hierherkommen! Nee, die wollen Autogramme von mir. Und dass ich ihnen was vorsinge. Aber ohne Fleiß kein Preis. Ich hab für jeden was zu tun.

Rebecca: Du lässt deine Fans für dich arbeiten, Helga? Blumen gießen, Katzen füttern und solche Sachen?

Helga: Nur, wenn sie mich dafür bezahlen.


Rebecca, viele Autoren pflegen den Kontakt zu ihren Lesern über Facebook, Twitter, einen Blog oder eine Homepage. Du bist ebenfalls im Internet präsent. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern, wie wichtig sind Dir Rezensionen und wie gehst Du ggf. mit Kritik um?

Rebecca: Ich habe eine sehr lebendige FB-Seite und stehe – im Rahmen meiner Möglichkeiten – gern im engen Austausch mit meinen Lesern. Grundsätzlich neige ich zwar dazu, mein eigenes Ding nach meinen persönlichen Vorstellungen durchzuboxen, aber ich lasse mich von den Wünschen und der Kritik der Leser gern inspirieren – von den guten genau so wie von den schlechten.


Helga, wie verläuft ein typischer Tag in Ihrem Leben?

Helga: Ach, da hat sich nicht viel geändert. Wissen Sie: Die vom Fernsehen, vom Radio und von den Zeitungen, das sind ja auch alles ganz normale Menschen wie Sie und ich. Die stinken auch beim Kacken. Ab und zu fahren die Mädchen mich jetzt mal zu einem Interview oder einem Konzert, wo ich dann meine Lieder singe. Eeer gehört zu miiiiir, wie mein Naaame an der Tüüüüür…

Rebecca: Nicht singen, Helga. Bitte nicht singen!

Helga: Aber die jungen Leute finden das schön!

Rebecca: Mag sein. Aber du solltest die Frage beantworten. Was machst du meistens so den ganzen Tag?

Helga: Einkaufen, weißt du doch. Und mich um die Tiere kümmern. Und um den Garten. Das ist ja auch wichtig, wie der Garten aussieht, wissen Sie? Zeig mir deinen Garten, und ich sag dir, wer du bist…


Greifen Sie gelegentlich zu einem Buch oder bleibt dafür keine Zeit?

Helga: Ich les schon lange nix mehr. Das mussten wir ja damals in der Schule schon genug, das kennen Sie bestimmt. Das reicht dann auch für ein ganzes Leben. Aber die „Blumenfee“, die kaufe ich mir immer. Und da lese ich auch die Deko-Tipps. Man lernt ja nie aus.


Rebecca, im Internet ist zu lesen, dass Du als Autorin versuchst, eine Brücke zwischen Jugendbuch und Fantasyroman zu schlagen. Wenn Du selbst zu einem Buch greifst, hast Du ein Lieblingsgenre oder einen Lieblingsautoren? Bevorzugst Du „echte“ Bücher oder eBooks?

Rebecca: Da bin ich sehr altmodisch. Ich muss ein Buch in den Händen halten, mit Eselsohren und Kaffeeflecken verhunzen und neben den Sessel fallenlassen können. Ich will es zu den anderen verranzten Schinken ins Regal stellen und vor mir selbst damit angeben können, darum besitze ich kein einziges ebook. Wahrscheinlich ist es auch sehr unbefriedigend, eine Speicherkarte in einer Vitrine zu drapieren und zu sagen: Das habe ich alles gelesen…! Es muss also schon ein Buch aus Papier mit Druckerschwärze sein – vorzugsweise von Matt Ruff, Christopher Moore oder Terry Pratchett. Aber ich schmökere auch unvoreingenommen und oft mit ähnlicher Begeisterung in vielen anderen, unterschiedlichen Genres; ausgenommen düstere Fantasy und Science Fiction. Das ist nicht so mein Fall. Ich mag es humorvoll und bunt.

Helga: Räum lieber mal deinen Garten auf.


Helga, was steht bei Ihnen in nächster Zukunft an? Möchten Sie weiter im Rampenlicht stehen oder sehnen Sie sich nach Ruhe und Normalität?

Helga: Ach, mal gucken, was der Tag so bringt. Vielleicht mache ich noch so eine CD, aber nur wenn der Jürgen Drews auch mitsingt. Oder was mit Fernsehen. So was wie „Wo Grafen schlafen“, kennen Sie das? Das wäre schön. Aber das geht nur, wenn ich auch meine Hunde immer mitnehmen darf, ohne Sissi und Franz mache ich das nicht.


Rebecca, arbeitest Du aktuell schon an einem neuen Projekt und wenn ja, kannst Du uns schon mehr darüber verraten?

Rebecca: Ja und nein.

Helga: Bisschen verschnupft die Dame, oder was?

Rebecca: Ich muss mal.


Bevor wir uns verabschieden und gehen, beobachte ich, wie Helga den Kaffeetisch abräumt und umständlich die Platzdeckchen zurecht rückt. Sie erinnert mich gerade an eine frühere Nachbarin. Haben wir vielleicht alle eine Helga zuhause? Eine Helga, der nichts entgeht, über die man sich gerne beklagt, die einem aber fehlt, wenn man sie tagelang nicht gesehen hat?

Mein Dank für dieses Interview geht an Rebecca Hohlbein!


Rebecca Hohlbein ist 1977 in Neuss geboren, wo sie noch heute mit ihren beiden Söhnen lebt – Tür an Tür mit ihrer Großfamilie. Schon während des Fachabiturs veröffentlichte sie (teils unter Pseudonym) Kurzgeschichten und Kinderbücher. Ihre anschließend folgenden Jugendbücher und Romane für junge und junggebliebene Erwachsene zeichnen sich vor allem durch den Versuch aus, eine Brücke zwischen Fantasy-Roman und Jugendbuch zu schlagen. Neben ihrer Arbeit als Autorin malt, modelliert und schauspielert sie leidenschaftlich gern im vorwiegend privaten Rahmen.

Quelle: Ulrich Burger Verlag – UBV

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