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Der Altweibersommer kommt

Altweibersommer, so nennt man die Zeit, die nun langsam naht. Das Wort „Weiben“ ist übrigens ein altdeutscher Ausdruck und bezeichnet das Knüpfen von Spinnweben. Wenn es nun langsam kühler wird nachts, dann setzt sich schon gelegentlich Tau auf den Spinnweben ab. Habt ihr euch die glitzernden Spinnfäden mal angesehen, wenn die Sonne darauf scheint? Ein bisschen wirken sie doch dann wie die angegrauten Haare von älteren Frauen. Ein bisschen was hat der Altweibersommer dann wohl doch mit alten Weiber zu tun.  Und genau die Suche ich heute!


Meine Fragen an euch:

Welche Bücher in denen der Protagonist / die Protagonistin jenseits der 40 ist, habt ihr in letzter Zeit gelesen? Welche Bücher in eurem Regal haben ein passendes Cover? In welchem Buchtitel in eurem Regal ist ein passender Begriff zu finden?

Eure Antworten dürft ihr gerne in den Kommentaren posten.

Stellt uns die Bücher kurz vor und sofern ihr Rezensionen zu diesen Büchern veröffentlicht habt, freuen wir uns über die Links.

Ihr habt nun zwei Möglichkeiten. Entweder postet ihr eure Antworten unter diesem Artikel in den Kommentaren

oder

  • ihr bloggt bis zum 20. September 2018 zu dieser Frage
  • verlinkt meinen Artikel
  • postet euren Link hier in den Kommentaren
  • und erhaltet ein Los für die Challenge
  • wenn ihr den Beitrag in den sozialen Medien teilt, freue ich mich, wenn ihr den #buechersommer verwendet

Mein Vorschlag zu diesem Thema ist

Versuchen wir das Glück von Barbara Leciejewski

Helene „Lene“ Thomas ist Ende 40, verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Ihr Mann, ein Unternehmensberater, betrügt sie mit seiner wesentlich jüngeren Assistentin.

Ludwig Breuer ist ein Jahr älter als Helene. Er hat seinen Traum, Journalist zu werden und aus den Krisengebieten der Welt zu berichten, verwirklicht.

Als Helene auf dem Münchner Hauptbahnhof auf ihre Jugendliebe Ludwig trifft, ist die Magie zwischen ihnen sofort wieder spürbar, zaghaft zwar noch, aber ausreichend genug, um sich nicht direkt wieder zu trennen sondern zusammen einen Kaffee trinken zu gehen. Sie erzählen sich, was in den letzten 25 Jahren passiert ist, erinnern sich daran, wie unzertrennlich sie waren und wie es trotzdem zum Scheitern ihrer Beziehung kam. Sie blicken sich in die Augen, sie berühren sich – zunächst schüchtern  – und am Ende des Nachmittags steht die Frage „Versuchen wir das Glück“.


Landeierforschung von Karin Spieker

Die Autorin hat (überwiegend) sehr liebenswürdige Haupt- und Nebencharaktere gezeichnet und insbesondere Anne die Möglichkeit gegeben, sich neu zu entdecken. Die Handlung selbst ist sehr humorvoll gestaltet. Wenn ich etwas bemängeln müsste, wäre es, dass ich es nicht authentisch finde, dass Anne und Mike überall schnell Anschluss finden. Ich bin selbst auf dem Dorf groß geworden und habe die Erfahrung gemacht, dass Fremde erstmal mit Abstand genossen werden. Im Urlaub wiederum bin ich auch auf dem Land auf Offenheit und Herzlichkeit gestossen, aber dann doch eher in Regionen, in denen Tourismus vorherrscht. Aber das ist, wie oben erwähnt, ein schon fast erzwungener Kritikpunkt.


Memories of your Smile- Ein Song für Jessica von Tamara Leonhard

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Die Britin Jessica Preston ist 43 und arbeitet als Professorin an der Uni in Berlin. Auf die Ausschreibung ihrer Assistenz-Stellte hat sich unter anderem Tim beworben, der nicht nur zu spät zum Vorstellungsgespräch kommt, sondern auch ein lockeres Mundwerk an den Tag legt. Der 29-jährige hat einige Jahre in Großbritannien gelebt und gearbeitet, was für ihn spricht. Allerdings hat Tim eher eine Karriere als Singer-Songwriter anvisiert, als den Rest seines Lebens im Vorzimmer einer Professorin zu verbringen.

Doch Jessica fasziniert ihn und auch umgekehrt kehren Jessicas Gedanken immer wieder zu dem Bewerber zurück, der offenbar versucht hat, mit ihr zu flirten. Nachdem Tim sich von ihrer Erwartungshaltung an seine künftigen Aufgaben nicht abschrecken lässt, erhält er eine Zusage. Jessica ist gefesselt von seiner kessen Art, doch die Tatsache, dass sie langsam Gefühle für den so viel jüngeren Mann entwickelt, schiebt sie genauso weit von sich, wie den vagen Eindruck, dass auch er möglicherweise mehr für sie empfinden könnte. Tim hingegen ist sich absolut im Klaren darüber, dass er sich verliebt hat, zweifelt aber daran, dass sich seine Chefin wirklich für ihn interessieren könnte. Er schreibt einen Song für sie, in dem er seine Gefühle zum Ausdruck bringt.

Tamara Leonhard hat sich intensiv mit dem Altersunterschied der beiden Protagonisten auseinandergesetzt. Aus meiner Sicht hat sie die Bedenken und Vorbehalte authentisch herausgearbeitet, denn sie hat die Themen aufgegriffen, die auch mich, die ich in Jessicas Alter bin, an deren Stelle beschäftigt hätten. Trotz dieser etwas schweren Thematik ist dem Roman die Leichtheit nicht abhanden gekommen.


Ein Sixpack zum Verlieben war mein erstes Buch von Rike Stienen und was habe ich es geliebt.

Laura soll ihren 42. Geburtstag mit dem Schwiegermonster und deren Freundinnen verbringen.

Kurzerhand fährt sie nach Köln und landet bei den Sixpackboys auf der Bühne. Humorvoll, romantisch, kitschig, schön….

Landeierforschung von Karin Spieker

Landeierforschung
von Karin Spieker
erschienen am 1. Juni 2018
bei Piper


  • Die Protagonisten und ihre Geschichte

Anne ist 40, geschieden und arbeitet in einer Werbeagentur in Köln, in der auch ihr Ex-Mann tätig ist. Unter Alkoholeinfluss und durch Kollegen provoziert verkündet sie, ihren Urlaub heimatnah auf dem Land zu verbringen. Am nächsten Morgen bereut die Großstadtpflanze ihre Ansage und denkt darüber nach, einen Rückzieher zu machen. Doch dann würde sie ihr Gesicht gegenüber den Kollegen, vor allem aber gegenüber ihrem Ex und seiner „neuen superhübschen, superjungen und supernervigen Gespielin“ verlieren und das will sie sich nicht antun.

Annes Cousin Mike ist im gleichen Alter, freischaffender Künstler und sofort Feuer und Flamme von der Idee, Anne auf ihre Tour ins Landleben zu begleiten.

Schon bei ihrer ersten Station, einem 300-Seelen-Dorf, finden die beiden schnell Anschluss bei den Einheimischen und wider Erwartens fühlt auch Anne sich wohl. Als sich dann noch der Reitlehrer Ben und die Gymnasiallehrerin Nicki in ihrer beiden Gedanken schleichen und sie auf ihren Entdeckungstouren feststellen, dass auch das Leben auf dem Dorf seine schönen Seiten haben kann, haben sie es gar nicht mehr so eilig damit, zurück nach Köln zu kommen.


  • Meine Gedanken zum Buch

Die Ankündigung, ihren Urlaub im Niemandsland zu verbringen, gehört nicht gerade zu Annes Glanzleistungen, aber ich kann gut nachvollziehen, wie sie sich in diese Situation hineinmanövriert hat, nachdem ich gelesen habe, wie ihr Ex-Mann Oliver sie auf die Palme bringen kann. Eigentlich ist Anne nicht auf den Mund gefallen, aber gegen Olivers dumme Kommentare kommt sie scheinbar nicht an. Das macht diesen dann für mich auch zum unbeliebtesten Charakter des Buches, wobei Anne – und ich hoffe, ich verrate damit nicht zu viel – noch die Möglichkeit bekommt, ihm die Meinung zu geigen.

Karin Spieker lässt ihre Protagonisten auf ihrer Tour schnell Anschluss finden und vor allem beschränkt sie deren Erlebnisse nicht auf das Durchwandern von Kuhweiden oder das Besichtigen von Dorfkapellen. Tatsächliche entdecken Anne und Mike, dass auch auf dem Land interessante Menschen leben und Anne verabschiedet sich nach und nach von ihren Vorurteilen.

Die Autorin hat (überwiegend) sehr liebenswürdige Haupt- und Nebencharaktere gezeichnet und insbesondere Anne die Möglichkeit gegeben, sich neu zu entdecken. Die Handlung selbst ist sehr humorvoll gestaltet. Wenn ich etwas bemängeln müsste, wäre es, dass ich es nicht authentisch finde, dass Anne und Mike überall schnell Anschluss finden. Ich bin selbst auf dem Dorf groß geworden und habe die Erfahrung gemacht, dass Fremde erstmal mit Abstand genossen werden. Im Urlaub wiederum bin ich auch auf dem Land auf Offenheit und Herzlichkeit gestossen, aber dann doch eher in Regionen, in denen Tourismus vorherrscht. Aber das ist, wie oben erwähnt, ein schon fast erzwungener Kritikpunkt.

Was mir tatsächlich nicht gefallen hat, ist das Cover. Es ist sehr einfach gehalten und erinnert mich ein wenig an die selbst entworfenen Cover aus den Anfangszeiten der Selfpublisher. Aufgefallen wäre es mir im Buchladen auf jeden Fall nicht.

Für den unterhaltsamen und kurzweiligen Roman über eine Großstädterin, die Landluft schnuppert und sich neu entdeckt vergebe ich vier Eulen.

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Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst. Für den Artikel wurde ich außerdem weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.

 

Eine weitere Meinung zu diesem Buch findet ihr bei Celina von bookscuppatea. 


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