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Leserunde zu invisible von Ursula Poznanski und Arno Strobel

Warum mich das Buch interessiert:

Ich war bei der Vorpremierelesung von „Fremd“ in Frankfurt und war begeistert. Leider konnte das Buch mich dann nicht überzeugen, weswegen ich auf „Anonym“ verzichtet habe.

Allerdings haben Bloggerinnen, die einen ähnlichen Lesegeschmack haben wie ich, mich motiviert, dem Autorenduo nochmals eine Chance zu geben und da ich ihre Bücher, die sie alleine schreiben, sehr mag, habe ich mich für die Leserunde beworben.


Wie gefällt Dir das Cover?

In der Buchhandlung hätte ich nicht danach gegriffen, weil es nichtssagend ist. Nur die Farbe hebt sich von der Masse ab. Auch kann ich noch nicht sagen, was da überhaupt abgebildet ist. Das wird sich hoffentlich beim lesen klären.


Lektüre, Teil I; Seite 1 – 123

Nachdem „Fremd“ mich nicht überzeugen konnte und ich deswegen „Anonym“ nicht gelesen hatte, ist dies mein erstes Buch des Ermittlerduos Nina Salomon und Daniel Buchholz. Möglicherweise fehlen mir hier Vorkenntnisse aus ihrem ersten Fall, denn nach der Lektüre der ersten 120 Seiten habe ich noch nicht besonders viel über die beiden erfahren. Es ist zwar ersichtlich, dass sie ihre Schwierigkeiten miteinander hatten, aber die Hintergründe bleiben im Dunkeln.

Daniel hat ein Verhältnis mit einer Frau namens Isabell, die mir suspekt ist. Nina scheint ihr auch nicht zu trauen. Auf den letzten Seiten von Teil I taucht ein neuer Kollege auf, Philipp, der für mich eine Bereicherung ist. Das mag aber daran liegen, dass mir die Truppe, die sich um die beiden Ermittler gebildet hat, nicht wirklich sympathisch ist, die sind sehr negativ, sind sich nicht grün, arbeiten eher gegeneinander als miteinander. Ich könnte mit diesem Team nicht zusammen arbeiten. Das macht dann auch Nina zu meiner Lieblingsperson in dieser Geschichte.

Der Einstieg in  den Thriller war etwas anspruchsvoll, da mit medizinischem Fachwissen unterlegt, aber das passte natürlich zum Schausplatz des ersten Mordes, einer Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie. Die weiteren Morde sind sehr blutig, das mag nicht jedermanns Sache sein.

Schon beim Lesen des Klappentextes war ich der Meinung, dass hier jemand Menschen so lenkt, dass sie zum Mörder werden. Da ich nun weiß, dass auch die Ermittler diese Schiene verfolgen, bin ich gespannt, wie es weiter geht, denn laut Umschlagtext führt „Die Spur, auf die sie schließlich stoßen“, sie „in eine völlig andere Richtung, als sie vermutet hatten.“


Lektüre, Teil III; Seite 243 bis Ende 

Ich habe meine Meinung zu Philipp geändert, ich mag ihn nicht, irgendwas hat er vor. Ich habe den Eindruck, dass er versucht, das Team gegeneinander auszuspielen. Kollegin Pia könnte Gefühle für Daniel haben und in Nina eine Konkurrenz sehen. Isabell ist als falsch entlarvt, intrigiert aber munter weiter.

Meinem Bauchgefühl zufolge, interveniert der Täter, der über allen Taten steht, auch bei den Ermittlern. Speziell bei Daniel habe ich den Eindruck, dass seine Stimmungswechsel aus dieser Richtung kommen. Bei Nina bin ich mir noch nicht sicher.  Möglicherweise liegt hier auch die Ursache für die schlechten Launen der Teammitglieder.

Kurioserweise sind es diese Nebenhandlungen, die mich das Buch kaum zur Seite legen lassen, wobei der Fall selbst auch sehr spannend ist.


 Lektüre, Teil III; Seite 243 bis Ende 

Meine letzte Meinung über Philipp hat sich bestätigt.

Der Fall an sich hat jetzt zwar keine überraschende Wendung gebracht, schließlich war damit zu rechnen, dass jemand Menschen manipuliert, aber die Zusammenhänge sind gut konstruiert.

Gegen Ende folgt ein Kapitel, aus dem heraus die Motive für verschiedene Taten klar werden. Das war soweit ein runder Abschluss.

Zum Schluss bin ich mir nun auch ziemlich sicher, dass auf dem Cover eine Verstrebung an einer Brücke zu sehen sein dürfte.

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid von Fredrik Backman

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Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid
von Fredrik Backman
erschienen am 22. Juni 2015
bei Fischer Krüger
aus dem Schwedischen von Stefanie Werner


Bisher von diesem Autor gelesen:


  • Inhalt

Oma ist 77 Jahre alt als sie krank wird und stirbt. Für Elsa, 7 Jahre alt, bricht erst einmal eine Welt zusammen, denn Oma war ihr bester und einziger Freund. Aber Oma hat in den sieben Jahren von Elsas Leben eine Märchenwelt für Elsa aufgebaut, in die sich das Mädchen flüchten kann. Doch Oma hat bereits zu Lebzeiten dafür gesorgt, dass Elsa Aufgaben in der realen Welt lösen muss und so macht sich Elsa auf den Weg.


  • Protagonisten

Oma ist 77 Jahre alt, Ärztin und im Grunde ein etwas chaotischer, aber direkter Mensch, was allerdings häufig auf Unmut in ihrer Umgebung stösst. Oma ist bereits zu Beginn des Buches krank und stirbt.

Elsa ist 7 Jahre alt und „altklug“ bezeichnet sie wohl am besten. Sie verbessert Erwachsene, wenn diese sich falsch ausdrücken, ihr Wissen hat sie durch Wikipedia genährt, sie steht auf Apple-Produkte und ich könnte mir vorstellen, dass sie Erwachsene nerven könnte.


  • Cover

Auf dem Cover ist – so vermute ich – Elsa von hinten zu sehen, die einen Brief in der Hand hält. Der Stil ist dem des „Ove-Buches“ sehr ähnlich, so dass es einen Wiedererkennungseffekt hat.


  • Handlung

Die Geschichte spielt in zwei Welten. Da ist zum einen Elsas Phanstasiewelt, in die sie sich schon geflüchtet hat, als Oma noch lebte. Der andere Teil der Handlung spielt sich in der realen Welt ab und das meiste passiert in dem Haus, in dem außer Elsa noch zahlreiche andere Personen wohnen.


  • Meinung zum Buch

Nach „Ein Mann namens Ove“ war ich sehr auf das zweite Buch des Autors gespannt. Da „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ aber etwas ganz anderes ist, war ich anfangs sehr irritiert, denn Fredrick Backman lässt eine Märchenwelt aufleben und damit hatte ich nicht gerechnet.

Das Buch ist witzig, keine Frage, insbesondere so lange Oma noch lebt, weil die schrullige Frau immer genau das macht, was ihr gefällt. Ich bin schon auf den ersten Seiten nicht mehr aus dem Grinsen herausgekommen, weil der Autor so bildhaft beschreibt, was Oma angestellt hat, dass ich sie vor mir gesehen habe.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines altklugen Kindes erzählt, das war am Anfang recht unterhaltsam, hat aber irgendwann gestört. Insbesondere die Beschreibung, wer wie zum wem steht und wo wohnt war eigentlich ganz logisch erklärt, aber am Ende dennoch so verwirrend, weil mir sehr viele Namen um die Ohren geflogen sind, die ich zunächst nicht zuordnen konnte.  Zitat: „Es ist ein bisschen kompliziert.“

Was mir positiv aufgefallen ist, sind die vielen Hinweise auf andere Bücher und Filme, der Schal von Gryffindor, die X-Men … und andere mehr.

Doch ich habe mich sehr sehr schwer getan, in die Geschichte hinein zu kommen. Da ich das Buch in einer Leserunde gelesen habe, habe ich nicht abgebrochen, obwohl mir das Spaß an diesem Buch zwischendurch vergangen ist. Die Märchenpassagen nehmen sehr viel Platz in dieser Geschichte ein, aber nicht nur, dass sie mich fesseln konnten, ich habe begonnen, sie quer zu lesen, weil sie mich nicht an das Buch gebunden haben.

Nach ungefähr einem Viertel des Buches habe ich in der Leserunde gepostet, dass das Buch sehr zäh ist und mir wurde gesagt, es würde sich lohnen, durchzuhalten, weil insbesondere das letzte Drittel sehr ansprechend wäre. Entsprechend habe ich mich regelrecht durch das Buch gequält auf der Suche nach dem Punkt, an dem mich die Handlung begeistern konnte.

Es war ein schwieriges Unterfangen. Zwar hat sich die Märchenwelt nach und nach der Realität angenähert, aber mir hat das gewisse Etwas gefehlt, was mich an ein Buch fesselt. Ich muss meiner Kollegin aus der Leserunde recht geben, tatsächlich konnte mich die Geschichte im letzten Drittel doch noch begeistern, doch bis dahin war es kein Lesevergnügen.


  • Fazit

Wer „Ove 2.0“ erwartet, sollte nicht zu diesem Buch greifen, weil es völlig anders ist, als das Ove-Buch. Oma hat mir viel Spaß gemacht, doch sie musste leider viel zu früh gehen. Sicherlich ist das Buch phantasievoll, es gibt nicht nur humorvolle Passagen, sondern auch nachdenkliche Anstösse und die Wendungen, die die Geschichte nimmt, sind gut konstruiert und teilweise auch spannend, aber überzeugen konnte mich „Oma“ nicht und daher reicht es nur für drei Eulen.

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Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung über dieses Buch wurde dadurch nicht beeinflusst. Für den Artikel wurde ich weder bezahlt, noch habe ich eine andere Gegenleistung erhalten.

Lovelybooks-Leserunde zu Rauhnacht von Tanja Meurer

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Ich habe seit längerer Zeit an keiner Leserunde auf Lovelybooks mehr teilgenommen und als Juliane Seidel mich während der HomBuch, der saarländischen Buchmesse, auf die Leserunde zu diesem Buch ihrer Autorenkollegin Tanja Meurer aufmerksam machte, war ich zunächst skeptisch.

Steampunk, Krimi, Mystery und eine außergewöhnliche, verbotene Liebe

Was bitte ist Steampunk, habe ich mich gefragt.

Im Steampunk werden futuristische Funktionen mit dem viktorianischen Zeitalter verknüpft, man könnte es als Retro-Futurismus bezeichnen, eine Sicht auf die Zukunft, wie sie in der Vergangenheit entstanden sein könnte. Das sagt Wikipedia.

Das geht in eine ganz andere Richtung als die Bücher, die ich normalerweise lese und auch oder gerade mit diesem Wissen war ich mir nicht sicher, ob ich an der Leserunde teilnehmen sollte. Denn was wäre, wenn mir Steampunk gar nicht zusagt? Könnte ich das Buch objektiv bewerten? Wäre es fair gegenüber der Autorin, wenn ich teilnehme?

Am Ende war ein Gespräch mit der Autorin Tanja Meurer selbst, dass meine Neugier geweckt hat. Tanja Meurer hat mir nicht nur von ihren bisherigen Büchern und dem Inhalt von Rauhnacht erzählt, ich durfte mir auch einige Skizzen und Zeichnungen anschauen, die sie und Juliane Seidel angefertigt hatten. Dabei hat die Autorin mich auch auf Details auf dem Cover aufmerksam gemacht. Schaut Euch mal die schwarzen Schatten links und rechts auf dem Cover an. Habt Ihr auf Anhieb gesehen, dass es sich um die Umrisse von zwei Frauen handelt?

Meurer

Rauhnacht ist der Beginn einer Steampunk-Reihe um Anabelle Talleyrand, eine französische Wissenschaftlerin, die nicht mehr viel Menschliches an sich hat, und die angolanischen Magierin „Madame Zaida“. Die beiden Frauen verbindet mehr als nur die Arbeit an unheimlichen Fällen …

Wenn Ihr nun auch neugierig geworden seid, könnt Ihr das eBook zum Preis von 4,99 EUR kaufen. Und wenn Ihr noch nicht ganz überzeugt seid, dann wartet doch einfach meine Rezension ab :)

Der Architekt von Jonas Winner

Zum Inhalt:

Der Stararchitekt Julian Götz ist angeklagt, seine Frau und seine Kinder erschlagen zu haben. Der Drehbuchautor Ben gerät durch Zufall in den Prozess und wird gefesselt von der Geschichte um Julian und seine Familie. Er beschließt, ein Buch zu schreiben und den Fall aufzuarbeiten. Dabei gerät er in eine Spirale aus Psychospielchen und Intrigen.

In einem zweiten Handlungsstrang lernt der Leser die junge Mia kennen, die sich teils freiwillig, teils unfreiwillig in einem Haus befindet, in dem die Menschen zum Schutz ihrer Identität eine Maske tragen, was sie dort tun, bleibt der Phantasie des Einzelnen überlassen.

Vervollständigt wird die Geschichte durch architektonische Details an Privathäusern und öffentlichen Gebäuden und an Selbstversuchen des jungen Julian Götz.


Meine Meinung:

Der Klappentext hatte einen fesselnden Thriller, ein raffiniertes psychologische Puzzle versprochen, die ersten Seiten haben mir das Gefühl gegeben, dass „Der Architekt“ auch genau das bietet, doch leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt:

Aufgebaut ist „Der Architekt“ als Buch im Buch, denn Ben beschließt – wie oben bereits beschrieben – , über den Fall zu schreiben. Der Protagonist wurde mir an keiner Stelle sympathisch. Er baut sich ein Lügengerüst auf, bricht in die Privatsphäre fremder Menschen ein, um an neue Informationen zu kommen und wirkt richtig gehend besessen von dem Buch.  Warum er gegen Ende einer Wahnvorstellung verfällt, kann ich mir nicht erklären.

Auch den anderen Personen konnte ich wenig abgewinnen. Zum größten Teil sind sie unsympathisch, seltsam, oder ihr Verhalten ist völlig unrealistisch (die Familie der ermordeten Frau spielt im Garten des Tatorts „Kinder erschlagen“ – da fehlt mir jegliches Verständnis…). Teilweise musste ich mich zwingen, weiter zu lesen, weil die ganze Geschichte unglaubwürdiger und verwirrender wurde. Das Einzige, was ich an der Story mit dem Begriff „Psycho“ bezeichnen würde, sind die Personen, die in dem Buch mitspielen.

Die Spannung hat mir fast komplett gefehlt. Einzig die Neugier, ob das Buch noch eine Überraschung bereit hält und das Bedürfnis, zu wissen, was aus Mia wird, hat mich zu Ende lesen lassen, aber „Der Architekt“ bietet nicht einmal ein befriedigendes Ende.

Schade, denn Ideen für eine lesenswerte Geschichte waren vorhanden. Sie tauchen im Laufe des Buches immer wieder auf, allerdings meist unstrukturiert und zusammenhangslos, so dass mir am Ende nicht mehr bleibt, als zu sagen, dass ich keine Leseempfehlung aussprechen möchte.


Nr. 44 – Buch in einer Leserunde lesen