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Eine unbeliebte Frau von Nele Neuhaus

Eine unbeliebte Frau
von Nele Neuhaus
erschienen am 01.05.2009
List – Ullstein Buchverlage


  • Inhaltsangabe

„Eine unbeliebte Frau“ ist der erste gemeinsame Fall von Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein.

Pia wird zu einem Selbstmord gerufen. Als sich herausstellt, dass es sich bei dem Toten um den Frankfurter Oberstaatsanwalts Dr. Joachim Hardenbach handelt, zieht sie ihren Chef Oliver hinzu. Kurz darauf gibt es eine weitere Tote. Isabel Kerstner wurde ermordet. Weder ihr Mann, noch jemand aus ihrem Bekanntenkreis scheint um die Tote zu trauern. Isabel liebte den Luxus. Spätestens als ihr Mann sein ganzes Vermögen in eine Tierarztpraxis steckt, war er nicht mehr interessant für sie. Sie begab sich auf die Suche nach Männern mit Geld und nutzte sie aus.

Da praktisch jeder dieser Männer ein potentieller Mörder ist, haben die Ermittler einiges zu tun. Schließlich müssen auch die Alibis der gehörnten Ehefrauen überprüft werden.

Fremdgänger, Betrug mit Turnierpferden, Entführung, Menschenhandel, Prostitution, Drogenschmuggel, Insolvenzverschleppung, ein Mann, der seiner Männlichkeit beraubt wird… Pia und Oliver finden sich in einem wahren Sumpf an Kriminalität wieder. Sie können zwar dem einen oder anderen Verdächtigen eine Straftat nachweisen, aber als Mörder von Isabel Kerstner kommt keiner von ihnen in Frage.


  • Meine Meinung

„Eine unbeliebte Frau“ ist nicht nur der erste Fall von Pia und Oliver, es ist auch das erste Buch, das ich von Nele Neuhaus gelesen habe. Sie scheint eine Pferdenärrin zu sein, den der Hauptteil der Handlung dreht sich um einen Reiterhof, Pia hat eigene Pferde, Olivers Familie hat ebenfalls mit Pferden zu tun.

Jedes Kapitel ist mit einem Datum überschrieben, das Buch beginnt am 28. August 2005 und endet am 11. September 2005. Im ersten Teil kommen immer mehr Personen ins Spiel. Jeder ist verdächtig, wird überprüft und jeder scheint Dreck am Stecken zu haben. Der Schreibstil von Nele Neuhaus ist zwar flüssig, aber durch die vielen Personen und die immer neuen Straftaten, die die Ermittler aufdecken, ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. An einigen Stellen des Buches wurde die Handlung für mich etwas unglaubwürdig, weil es schwer vorstellbar ist, dass die Verbrechen und Verbrecher so geballt aufgetreten.

Trotzdem hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ich möchte auch die folgenden Fälle von Pia und Oliver lesen. Die beiden sind sehr sympathisch. Über Olivers Familie erfährt man bereits einiges, Pia´s Privatleben bietet noch Handlungsspielraum. Bei diesem Buch ist mir bewusst geworden, wie viele Bücher ich in den letzten Monaten gelesen habe, bei denen das Ermittler-Team ein Paar war oder wurde. Das ist hier nicht der Fall, denn Oliver ist glücklich verheiratet und Pia frisch getrennt.

Die Bücher von Nele Neuhaus spielen im Großraum Frankfurt. Ich kenne das Gebiet zwar nicht, wie meine Westentasche, habe aber schon einen gewissen Bezug in diese Gegend, was die Geschichte für mich persönlich einfach noch einen Tick interessanter macht. Allerdings ist es auch bei Nele Neuhaus nicht notwendig, sich in der Region auszukennen, sie beschreibt die Orte so, dass man sie sich auch gut vorstellen kann.

Insgesamt ein sehr spannendes Buch, zwar mit vielen Personen, von denen auch jede eine eigene Geschichte hat, manchmal ein wenig überzogen, aber nie soviel, dass ich nicht hätte weiter lesen wollen. Daher gibt es von mir 4 von 5 Sterne.

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Der Stalker gelesen von Tania Carver

Tania Carver
Der Stalker
480 Seiten
List Verlag, Berlin


  • Zum Inhalt

Phil Brennan und sein Team um Mickey Philips untersucht den Mord an einer jungen Frau, die – teilweise geschunden – aufgefunden wurde. Zeitgleich untersucht die Kollegin Annie Hepburn eine Anzeige von Suzanne Perry, die morgens aufwacht und feststellt, dass nachts jemand in ihrer Wohnung war, sie zum Teil entblösst und dann fotografiert hat. Als kleinen Morgengruss hat er das Foto mit den Worten ICH WACHE ÜBER DICH in ihrem Schlafzimmer hinterlassen.

Nur kurze Zeit später wird Suzannes beste Freundin ermordet in Susannes Wohnung aufgefunden und Suzanne ist verschwunden. Die Ermittler stoßen auf eine weitere Frau, die verschwunden ist und nach und nach wird klar, dass alle Fälle zusammenhängen. Die Polizei steht unter Zeitdruck, denn noch besteht die Hoffnung, dass die Frauen lebend gefunden werden.

Während die Polizei anfangs an einen Serientäter glaubt, nimmt der Fall eine unvorhersehbare Wendung und es  wird klar, dass viel mehr dahinter steckt, als bisher vermutet.


  • Cover

Das Buch ist recht unauffällig, es zeigt eine vermummte Person hinter einem Vorhang, die Farbkombination erinnert ein wenig an Flammen. Das erscheint mir von daher passend, dass am Ende klar wird, dass Feuer eine große Rolle im Leben des Stalker spielt. Der Name der Autorin und der Buchtitel heben sich von der glatten Oberfläche ab. Den Text auf der Rückseite des Buches hat mich etwas irritiert. Dort steht ganze unten

Profilerin Marina glaubt nicht an einen Einzeltäter. Dann gibt es das erste Mordopfer.

Das erste Mordopfer taucht bereits im 2. Kapitel auf Seite 13 auf, während Marina erst in Kapitel 77 auf Seite 334 in den Fall einsteigt.

  • Meine Meinung

Das Buch ist vom ersten Moment an spannend und das ganze 480 Seiten lang. Ich hab wieder einmal viel länger gelesen, als ich das eigentlich vor hatte und so bin ich heute morgen um 2 Uhr endlich zum Finale gekommen ;)

In meiner ersten Lesenacht hatte ich schon Bedenken, ob ich je wieder allein in einem dunklen Zimmer schlafen kann. Die Handlung erscheint absolut realistisch. Man braucht nicht darüber nachdenken, ob das auch mir selbst passieren kann, denn beim Lesen wird dem Leser klar, dass es genau so geschehen kann.

Das tolle an der Geschichte ist, dass am Ende ersichtlich wird, dass dieser Stalker eben nicht „jedem“ begegnet, sondern dass es einen guten Grund für jedes einzelne Opfer gab. Also doch wieder beruhigt das Licht ausdrehen und versuchen, einzuschlafen ;)

Das schon einmal ein kleiner Hinweis darauf, dass am Ende alles anders ist, als man es sich als Leser eigentlich dachte … aber auch viel schlimmer. Dabei verzichtet die Autorin im Großen und Ganzen auf blutrünstige Details, wobei sie durchaus Einfluss darauf nimmt, was sich beim Lesen im Kopf des Lesers abspielt.

Tania Carver wechselt die Perspektiven, sie erzählt die Handlung aus Sicht der Polizei, aus Sicht der Opfer und des Täters. Genau so springt sie zwischen den Handlungssträngen hin und her, dies aber sehr strukturiert. Der Leser weiß immer genau, um welche Person es gerade geht und in welchem Handlungsstrang er sich befindet. Es gibt keine „echte“ Hauptperson. Einmal steht das Ermittlerteam um Phil im Mittelpunkt, einmal einzelne Ermittler, oder auch der Täter.

Dabei lässt Tania Carver dem Leser keine Chance, Sympathien oder Antipathien selbst zu bilden, sie weist durch kleine Spitzen immer wieder darauf hin, wer im Ermittlerteam die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind.

Auf eine Lieblingspassage verzichte ich heute, denn es gibt zu viele Passagen, die erwähnenswert wären, weil fast jede Person eine eigene Geschichte zu erzählen hat.

Ich hatte mich bereits vorab über das Buch „Der Stalker“ von Tania Carver informiert und habe dabei mehrfach entdeckt, dass die Leser Bezug auf „Entrissen“ nehmen, das Buch, in dem die Geschichte von Phil und Marina wohl beginnt. Ich kann aber sagen, dass es nicht notwendig ist, dass man „Entrissen“ gelesen hat, um der Handlung bei „Der Stalker“ folgen zu können.

5 von 5 Sternen für einen sensationellen Thriller.

Dieses Buch wurde mir zu Rezensionszwecken vom Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine Meinung. Für diesen Artikel habe ich keine Bezahlung und auch keine anderen Gegenleistungen erhalten.

 


Corinna hat dieses Buch ebenfalls rezensiert und 3,5 von 5 Sternen vergeben, wer also noch gerne eine „zweite Meinung“ einholen möchte, kann die Rezension nachlesen.