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Oberwasser von Jörg Maurer

Oberwasser von Jörg Maurer
erschienen im Fischer Verlag
9,99 Euro

Bei lovelybooks bin ich schon seit einiger Zeit angemeldet und vor Kurzem habe ich mich für einige Wanderbücher eingetragen und Oberwasser war nun das erst, das ich erhalten habe.

Zum Inhalt:

Kommissar Jenneweins Vorgesetzter, Dr. Rosenberger, bittet das Team, zwei verschwundene BKA-Beamte zu suche , die verschwunden sind. Da die Untersuchung nicht offiziell ist – man vermutet einen Maulwurf beim BKA – fingiert das Team um Jennewein einen Mord, um ermitteln zu können.

In weiteren Handlungssträngen lernt der Leser den Abiturienten Oliver kennen, der während eines Ausland-Urlaubes eine scheinbar wertvolle Münze findet.

Ausserdem erfahren wir von einer Bande um „Wanda“, die im Kurort dubiose Geschäfte abwickelt und auch die Bewohner des Kurortes „mit dem Bindestrich“ spielen mehr oder weniger wichtige Rollen, oder sich zumindest auf. Sie schimpfen über die Polizei, die den Mörder nicht findet, behindern die Ermittlungen, oder unterstützen sie und sie erzählen düstere Geschichten von Kreaturen, die in der Klamm unter Wasser gezogen und in eine Höhle geschwemmt werden.

Jennewein muss graben und den Leuten alles aus der Nase ziehen, aber er und sein Team können nach und nach die Puzzleteile zusammen setzen. Aber werden sie die BKA-Beamten noch rechtzeitig finden, oder sind sie bereits tot?


Meine Meinung:

Ich kenne Jörg Maurer bereits von Hochsaison, den Roman habe ich vor zwei Jahren gelesen und das Hörbuch im vergangenen Jahr gehört. Beides hat mir gut gefallen. Der Schreibstil von Jörg Maurer ist einfach zu lesen und sehr unterhaltsam. Die Beschreibungen der Orte sind sehr bildlich, als Leser fühlte ich mich „mitten drin“.

Der ganze Fall, das Verschwinden der Beamten, der gefakte Mord, die Bewohner des Kurortes, all das wirkt ein wenig unrealistisch, was den Fall aber nicht weniger spannend macht.

Erdbeer Schorsch von Joachim Seidel

Erdbeer Schorsch
von Joachim Seidel
272 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch


Anton „HimbeerToni“ Hornig fällt vor seiner Lebensgefährtin auf die Knie und macht ihr einen Heiratsantrag. Die Antwort fällt ernüchternd aus, Ada KANN ihn nicht heiraten. So beginnt das Buch ErdbeerSchorsch von Joachim Seidel, das ich im Rahmen einer Leserunde bei lovelybooks lesen durfte.

Toni ist ein Chaot, kein Job, dafür eine arbeitende Lebensgefährtin, die ständig an ihm herummäkelt und zwei Kinder, die Zwillinge Anniki und Max. Und in seinem Leben geht schief, was gerade schief gehen kann. Das Mietshaus, in dem sie wohnen, soll verkauft werden, statt eines komfortablen Hotels auf Sylt hat Ada ein Familienzimmer in einer Jugendherberge gebucht, während des Schwimmens verletzt Toni sich so schwer, dass er zunächst ins Krankenhaus und dann seinen Urlaub abbrechen muss, sein kosovarischer Freund Radu soll abgeschoben werden, seine Stammkneipe wird schließen …

Und in diesem ganzen Trubel begegnet Toni seinem alten Freund und Bandkollegen Georg, den er uns seine Band-Kumpels schon lange für tot gehalten haben.


Mein Eindruck:

Die Musik spielt eine zentrale Rolle in Tonis Leben und auch in diesem Buch, beispielsweise hat Joachim Seidel die Kapitel mit Songnamen überschrieben und Textpassagen aus Songs tauchen auf, um die Geschehnisse zu untermauern.

Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben, ich musste sehr oft grinsen und mir auch die eine oder andere Lachfalte aus den Augen wischen. Der Schreibstil ist einfach zu lesen, Probleme hatte ich anfangs nur bei einem Spiel, das Anton mit den Jungs spielt. Als ich begriffen habe, dass „Alaska“ „Alles klar“ heißen soll, war auch diese Passage problemlos zu lesen und zu verstehen.

Allerdings ist die Handlung stellenweise völlig überzogen und unglaubwürdig. Auch habe ich über viele Seiten weg versucht, hinter den Sinn des Buches zu kommen – Stichwort: Was will uns der Autor damit sagen. Auf dem Buchrücken heisst es „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss“, allerdings machen die Männer nicht viel, ausser essen und trinken und sich gegenseitig bedauern, wie schlecht es ihnen geht. Diese Suche nach dem Sinn des Buches hat zwar bewirkt, dass ich die Geschichte verhältnismässig schnell gelesen habe, aber auch das Happy End konnte mich nicht darüber hinweg trösten, dass mir einfach das gewisse Etwas gefehlt hat.

Daher vergebe ich 3,5 Sterne für den ErdbeerSchorsch, nicht vier, weil mich das Buch nicht überzeugen konnte, aber auch nicht drei, weil es dazu einfach zu unterhaltsam war.

Dieses Buch wurde mir zu Rezensionszwecken von lovelbooks zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine Meinung. Für den Artikel habe ich keine Bezahlung und auch keine anderen Gegenleistungen erhalten.

 

Neuzugänge

Auch in den letzten Tagen gab es wieder einige Neuzugänge zu verzeichnen.

Von vorablesen habe ich Die Toten von Sandhamn erhalten.

Der Reiseführer war ein Geburtstagsgeschenk von Freunden, denen ich erzählte hatte, dass ich im Juli einen Abstecher nach Hamburg unternehmen möchte.

Während mein Mann sich im Media Markt die Fernseher angesehen hat, habe ich den Ramschtisch mit preisreduzierten Mängelexemplaren auf links gedreht und mich am Ende für diese beiden Bücher entschieden. Sahnehäubchen hatte ich schon einmal in einem anderen Geschäft in der Hand, hab es dann aber doch wieder weggelegt, weil mein SuB bereits sehr hoch war, aber ein zweites Mal kam ich nicht daran vorbei ;)

Das ist mein erstes Wanderbuch, das ich über lovelybooks erhalten haben.

Bretonische Verhältnisse von JeanLuc Bannalec

Jean-Luc Bannalec
Bretonische Verhältnisse – Ein Fall für Kommissar Dupin
Verlag: Kiepenheuer & Witsch


Text auf der Rückseite des Buches:

Im malerischen Küstendorf Pont Aven wird an einem heißen Julimorgen der Besitzer des berühmtesten Hotels am Platz brutal erstochen aufgefunden. Kommissar Dupin, eingefleischter Pariser und zwangsversetzt ans Ende der Welt, übernimmt den Fall und stößt in der bretonischen Sommeridylle auf ungeahnte Abgründe…

Ein fesselnder Kriminalroman, durchzogen von hintergründigem Humor und so wunderbar stimmungsvoll, dass man sofort selbst durch die engen Gassen des Dorfes flanieren und die salzige Atlantikluft riechen möchte. Eine Krimistunde – nicht nur für Frankreichfans.


Zum Inhalt:

Kommissar Dupin wird wegen des Mordes am 91-jährigen Hotelbesitzer Pierre-Louis Pennac nach Pont Aven gerufen. Das Hotel Central, das dem Verstorbenen gehörte, hat Berühmtheit erlangt, weil sie seit dem 19. Jahrhundert eng verbunden ist mit der Schule von Pont Aven. Gegründet wurde die Schule von Pont-Aven von einer Gruppe Maler, der auch Gauguin angehörte. Die Politik und die Presse wird schnell auf den Mord aufmerksam und so steht Kommissar Dupin innerhalb kürzester Zeit unter Druck.

Dupin recherchiert im näheren Umfeld des Toten, um herauszufinden, was jemanden dazu bewegen könnte, einen 91-jährigen Mann umzubringen, der sowieso nur noch kurze Zeit zu leben hatte. Dabei umgeht er Telefonate mit seinen Vorgesetzten ebenso hemmungslos, wie er seine Mitarbeiter durch die Weltgeschichte schickt, aber kaum in seine Ermittlungsergebnisse einbezieht.

Während seine Mitarbeiter recherchieren, spaziert Dupin durch die Region und versucht, seine Gedanken zu ordnen. Dabei lernt der Leser die Schönheit der Bretagne und die Eigenheiten der Menschen kennen.

Nach und nach kristallisiert sich ein Mordmotiv heraus und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Dupin klar wird, wen aus der überschaubaren Menge der Verdächtigen er verhaften muss.


Cover:

Das Motiv des Covers wäre mir in der Buchhandlung nicht aufgefallen, daher wäre ich an diesem Buch wohl vorbei gegangen.

Der Einband kann vorne und hinten aufgeklappt werden, auf der Innenseite befindet sich eine Karte der Bretagne, wodurch der Leser die Wege von Kommissar Dupin nachvollziehen kann.

Am Anfang haben mich die „Sollknickstellen“ des Buchumschlages begeistert, aber in der Mitte des Buches habe ich festgestellt, dass der Buchrücken dadurch geknickt wird, was am Ende natürlich nicht mehr schön aussieht.


Autor:

Jean-Luc Bannalec wurde 1967 in Brest geboren; sein Vater ist Bretone, seine Mutter Rheinländerin. Er arbeitet in Deutschland und Frankreich und lebt mit seiner Familie in beiden Ländern. »Bretonische Verhältnisse« ist sein erstes Buch; weitere Fälle von Kommissar Dupin folgen. (Quelle: Bucheinband)


Mein Eindruck:

Das Buch ist in vier Kapitel aufgeteilt, wobei jedes Kapitel einen kompletten Tag umfasst.

Der Leser weiß immer genau über den Ermittlungsstand Bescheid, im Gegensatz zum Team des Kommissars. Dupin lässt sein Team im Unklaren über den Stand seiner Ermittlungen, schickt sie teilweise sinnlos durch die Gegend und nimmt Telefonate nur entgegen, wenn ihm gerade danach ist. Es gibt ermittelnde Einzelgänger, die mir wesentlich sympathischer waren, als Dupin. Erst ganz am Ende hatte der Kommissar auch für mich eine Sternstunde. Ein Verdächtiger, der zwar nicht der Mörder war, dessen Weste aber auch nicht rein ist, sollte ungestraft davon kommen und Dupin macht sich Gedanken darüber, wie er diesen Mann trotzdem noch zur Rechenschaft ziehen könnte.

Schwierigkeiten hatte ich zunächst mit den vielen verschiedenen Personen, die innerhalb kürzester Zeit auftreten. Leider wird bis zum Ende des Buches weder klar, warum Dupin Paris verlassen musste, noch, was es mit den diversen Frauengeschichten auf sich hat, von denen der Leser im Laufe des Buches erfährt. Zumindest letzteres hätte sich der Autor dann auch sparen können, denn das spielte gar keine Rolle für diesen Fall.

Spannung ist bei mir bis zur Mitte des Buches kaum aufgekommen und wenn, wurde sie durch einen neuen Vorfall oder eine Teilaufklärung gleich wieder zunichte gemacht. Ungefähr in der Mitte des Buches hat sich ein Spannungsbogen aufgetan, der sich bis zum Ende des Buches gehalten hat. Ich mehrere potentielle Mörder auf meiner Liste und war über den Ausgang der Geschichte doch überrascht. Allerdings hätte die Auflösung etwas ausführlicher sein dürfen.

Ich bin davon ausgegangen, dass das Buch in Richtung Regional-Krimi gehen soll. Allerdings überwiegt in diesem Buch nach meinem Empfinden das Lokalkolorit und die Kriminalhandlung kommt zu kurz. Da ich einen Krimi erwartet habe, habe ich mich dabei erwischt, wie ich ganze Absätze übersprungen habe, in denen Bannalec sich ausschweifend über die herrliche Landschaft ausgelassen hat.

Ein Pluspunkt war für mich, dass der Autor auf die Schule von Pont-Aven eingegangen ist. Einige Hintergrundinformationen waren wichtig, um den Fall in seinem ganzen Ausmass zu verstehen.

Bretonische Verhältnisse ist für mich ein etwas anderer Kriminalroman, der meinen Geschmack nur gestreift, aber nicht getroffen hat. Wer die Bretagne kennt und liebt, wird die Ausführungen über die Region sicherlich mehr zu schätzen wissen und daran das Besondere an diesem Buch festmachen, da die Landschaft tatsächlich sehr stimmungsvoll beschrieben wird. Aber ich wollte von einem Kriminalfall lesen und keine Reiseführer studieren.

Daher von mir nur 3 von 5 Sternen.

Dieses Buch wurde mir zu Rezensionszwecken von lovelybooks zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine Meinung. Für diesen Artikel habe ich jedoch keine Bezahlung und auch keine anderen Gegenleistungen erhalten.