Schlagwort-Archive: Simon Jäger

Into the water von Paula Hawkins

Into the watervon Paula Hawkins

Das Wichtigste in Kürze

Die Idee zum Plot gefällt mir gut und nach einiger Zeit ist das Potential hinter dieser Idee auch aufgeblitzt, aber die Umsetzung hat meine Erwartungen insgesamt nicht vollständig erfüllen können.


Die Protagonisten und ihre Geschichte 

Beckford ist eine kleine Stadt in England. Seit vielen hundert Jahren ertrinken dort immer wieder Frauen an einer bestimmten Stelle im Fluss, die passenderweise „Drowning Pool“ genannt wird. 

Danielle „Nel“ Abbott war schon immer fasziniert, nicht nur von den Geschichten, die man sich über diese Frauen erzählt, sondern auch vom Wasser selbst. Ihre Faszination ging soweit, dass sie an einem Buch über den Drowning Pool und dessen Vergangenheit geschrieben hat.

Ihre kleine Schwester Julia genannt Jules hat den Kontakt zu Nel vor Jahren abgebrochen, sie reagiert nicht auf Nels Anrufe und hatte auch nie vor, noch einmal nach Beckford zurückzukehren. Das hat sie durchgehalten bis zu dem Tag, an dem die Polizei ihr mitteilt, dass Nel im Drowning Pool ertrunken ist. Angeblich sei sie freiwillig ins Wasser gegangen.


Meine Gedanken zum Buch

Dieser Roman ist sehr vielschichtig und das meine ich wörtlich. Paula Hawkins lässt eine Vielzahl von Charaktere in ihre Geschichte eintreten, erzählt die Kapitel im Wechsel aus der Perspektive mehrerer Personen und arbeitet auf verschiedenen Zeitebenen.

Dabei beleuchtet sie nicht nur den Tod von Nel Abbott, sondern auch die Umstände, unter denen viele andere Frauen ums Leben gekommen sind, die Vergangenheit mehrerer Charaktere, die Familiengeschichten, berufliche Entwicklungen und anderes mehr. Dadurch hat sich die Geschichte unnötig in die Länge gezogen, weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen.

Einzig die Lobeshymnen die ich über diese Autorin gelesen habe, haben mich dazu veranlasst, das Hörbuch nicht abzubrechen. Ich habe darauf gehofft, dass mich die Geschichte irgendwann abholen kann. Und tatsächlich, wenn man bereit ist, sich auf die oben dargestellten vielen Schichten einzulassen, kam bei mir der Punkt, ab dem ich das Hörbuch nicht mehr ausschalten wollte, weil ich wissen musste, was wem tatsächlich passiert ist und wie alles zusammen hängt.

Die Idee zum Plot gefällt mir gut und nach einiger Zeit ist das Potential hinter dieser Idee auch aufgeblitzt, aber die Umsetzung hat meine Erwartungen insgesamt nicht vollständig erfüllen können.


Bewertung

SterneeuleSterneeuleSterneeule


Eckdaten

Into the water – Traue keinem. Auch nicht Dir selbst
von Paula Hawkins
Hörbuch
Sprecher: Britta Steffenhagen, Simon Jäger, Marie Bierstedt
erschienen am 24. Mai 2017
Random House Audio


Weitere Meinungen zum Buch

HELIX. Sie werden uns ersetzen von Marc Elsberg

p1210668
Das Wichtigste in Kürze

Der Roman ist überaus spannend und der Sprecher Simon Jäger hat seinen Teil dazu beigetragen, dass ich mich dem Bann der Handlung nicht entziehen konnte. Hinzu kommen die tiefen Recherchen des Autors und ein Plot, den man nur zu gerne als Fiktion betrachten würde, anstatt sich Gedanken darüber zu machen, was noch alles auf uns oder unsere Kinder und Enkelkinder zukommen wird.


Von Marc Elsberg habe ich bisher gelesen:


  • Zum Inhalt:

Auf den US-Außenminister Jack Dunbraith wird während der Münchner Sicherheitskonferenz ein Anschlag verübt, an dessen Folgen er stirbt. Die Obduktion und erste Ermittlungen ergeben, dass der Politiker einem Grippevirus zum Opfer fiel, das – so unmöglich das auch klingen mag – so personalisiert wurde, dass es nur ihn getötet hat. Dr. Jessica Roberts vom US National Security Advisor’s Team wird nach ihrer Rückkehr aus München mit der Ermittlung betraut, ihr zur Seite gestellt wird ein Team aus Wissenschaftlern, insbesondere Genetikern.


  • Meine Meinung zum Buch

So weit, so gut. Das klingt bisher so, als ob Jessica Roberts damit beauftragt wird, den Fall um die Ermordung eines Politikers aufzuklären. Doch gleich zu Beginn starten weitere Handlungsstränge:

Da wäre zunächst Jill Pierce, eine 15jährigen MIT-Studentin, die sich, kurz nach dem sie vom Anschlag auf den Politiker hört, der Kontrolle ihrer Bodyguards entzieht und spurlos verschwindet.

Fast gleichzeitig entdeckt der Feldtechniker Jegor Melnikow in Afrika einen kleinen Flecken Erde mit blühendem Mais, während alle Felder drum herum von einem Schädling und der anhaltenden Dürre betroffen sind. Auf Interesse stößt dieser Fund vor allem bei der Firma Santira, einem der größten Chemie- und Biotechkonzerne der Welt, wo man bereits genetisch veränderte Sojabohnen aus Brasilien und einer Ziege in Indien, der eine Pest, die alle anderen Tiere dahin gerafft hat, nichts anhaben konnte.

Währenddessen wird dem kinderlosen Paar Helen und Greg in einer Kinderwunschklinik die Möglichkeit offeriert, sich ein Baby nach eigenen Wünschen zusammen zu stellen.

Marc Elsberg lässt all das auf den ersten 40/50 Seiten einfließen und führt somit die verschiedenen Handlungsstränge und Personen ein, was im ersten Moment eine große Flut an Informationen bedeutet. Bereits zu diesem Zeitpunkt schießt mir hin und wieder ein Gedanke durch den Kopf: Wie realistisch ist das?

Eine Frage, die ich mir im Laufe der Geschichte noch öfter stellen werde, obwohl ich die Antwort bereits kenne. Den spätestens, nachdem ich „Zero“ von Marc Elsberg gelesen habe, war mir klar, dass dieser Autor ganz eng an der Realität schreibt und auch bei diesem Buch habe ich wieder das Gefühl, dass der Autor einen riesen Recherche-Aufwand betrieben haben muss. Marc Elsberg hat mir schon damals das Gefühl gegeben, mir Zukunftsvisionen vorzugaukeln, doch schon mit wenig Wissen und einer kurzen Abfrage nach „CRISPR/Cas“ bei Google wird klar: DNA-Bausteine werden verwendet, um das Erbgut zu verändern, das ist die Realität, genau so, wie der Autor es beschreibt, kann es schon irgendwo auf der Welt ablaufen.

Wie soll es anders sein, am Ende laufen natürlich alle Handlungsstränge zusammen und es kommt zum Showdown, wobei dieser Begriff ein Ende suggestiert, doch das lässt der Autor bewusst offen und regt seine Leser / Hörer damit zum Nachdenken an.

Der Roman ist überaus spannend und der Sprecher Simon Jäger, der beispielsweise die deutsche Stimme von Matt Damon und Heath Ledger ist und bereits mehrere Hörbücher von Sebastian Fitzek eingelesen hat, hat seinen Teil dazu beigetragen, dass ich mich dem Bann der Handlung nicht entziehen konnte. Hinzu kommen die tiefen Recherchen des Autors und ein Plot, den man nur zu gerne als Fiktion betrachten würde, anstatt sich Gedanken darüber zu machen, was noch alles auf uns oder unsere Kinder und Enkelkinder zukommen wird.

Von mir gibt es fünf von fünf Eulen für einen weiteren brillanten Roman aus der Feder von Marc Elsberg.

SterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeule

Eckdaten

HELIX. Sie werden uns ersetzen
von Marc Elsberg
gelesen von Simon Jäger
Hörbuch, MP3, 2 CDs
erschienen am 31. Oktober 2016


Weitere Meinungen: 

Passagier 23 von Sebastian Fitzek

PicsArt_07-17-10.42.40

Passagier 23
von Sebastian Fitzek
Sprecher Simon Jäger
Jubiläumsedition , erschienen am 13. Mai 2016
bei Lübbe Audio

 

Inhalt:

Der Polizist Martin Schwartz war verheiratet und hatte einen kleinen Sohn. Vor fünf Jahren waren die beiden auf einer Kreuzfahrt auf der „Sultan of the Seas“ und sind seither verschwunden.

Schwartz gilt seither als seelisches Wrack, wird aber dennoch als verdeckter Ermittler eingesetzt, weil er oftmals der Einzige ist, der sich für besonders riskante Einsätze meldet.

Völlig unerwartet meldet sich eine Passagierin der „Sultan of the Seas“ bei ihm und erklärt ihm, dass einige Wochen zuvor ein Mädchen auf dem Schiff auf unerklärliche Weise verschwunden und plötzlich wieder aufgetaucht ist – und es trug den Teddy seines Sohnes im Arm…

 

  • Meine Gedanken zum Buch

Auf Kreuzfahrtschiffen verschwinden jährlich mehrere Duzend Menschen, Sebastian Fitzek beschäftigt sich in diesem Buch mit der Frage, was mit ihnen passiert ist. Insbesondere geht es hier um ein Mädchen, das wieder auftaucht, der Frage, wo sie war und vor allem, wo ihre Mutter abgeblieben ist und wie das Verschwinden von Passagieren zusammen hängt.

Über Sebastian Fitzek habe ich schon so viel gehört und gelesen und einige seiner Bücher liegen teilweise seit Jahren auf meinem SuB, aber tatsächlich war Passagier 23 das erste Buch, das ich von ihm gelesen / gehört habe und was soll ich sagen: ich bin angefixt.

Insbesondere hat mich die Ideenvielfalt, die der Autor in dieses Buch eingebunden hat, fasziniert. Die Handelnden entwickeln Ideen, wie und warum Passagiere verschwunden sein könnten, als Leser denkt man, man hat die Lösung gefunden und sofort passiert wieder etwas, was alle anderen Vermutungen – hier im wahrsten Sinne des Wortes – über Bord wirft. Die Handlung verläuft Schlag auf Schlag, so dass die Spannung ständig auf höchster Linie gehalten wird.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich gestaltet. Martin Schwartz lebt und arbeitet so, wie er sich fühlt, als Mann, der nichts mehr zu verlieren hat. Einerseits wirkt er etwas lebensmüde, andererseits lebt er seinen Beruf und ist bereit, alles dafür zu geben, wenn er jemanden retten kann.

Gerlinde Dobkowitz ist die exzentrische ältere Dame, die Martin über das Auftauchen des Teddys seines Sohnes informiert hat. Sie hat sich dauerhaft auf dem Kreuzfahrtschiff eingemietet und gibt ihre Verschwörungstheorien zum Besten. Wobei – über ihre Hirngespinste darf man sich schon so seine Gedanken machen, frei nach dem Motto: Nichts ist unmöglich.

Daniel Bonhoeffer war bereits Kapitän der „Sultan“,  Martins Frau Nadja und sein Sohn Timmy verschwanden, er macht den Eindruck, als ob er etwas zu verbergen hat und wirkt dadurch nicht sonderlich sympathisch. Elena Beck, seine Verlobte und Bord-Ärztin unterstützt Martin hingegen, wo sie nur kann.

Daneben gibt es noch eine Handvoll weitere Passagiere und Crew-Mitglieder mit mehr oder weniger umfangreichen Rollen, ansonsten beschränkt sich Sebastian Fitzek aber sehr auf einen ausgewählten Personenkreis und hat es auch gar nicht nötig, auf die weiteren zahlreichen Passagiere oder Besatzungsmitglieder zurück zu greifen. Das liegt insbesondere daran, dass jeder Haupt- oder Nebendarsteller dieses Thrillers eine eigene Lebensgeschichte zu erzählen weiß und Sebastian Fitzek die Schicksale dieser Personen miteinander verwebt. Gut, eigentlich müsste man sich fragen, wie so wenigen Personen so viel widerfahren kann, aber ganz ehrlich: das Hörbuch hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich mir keine Gedanken darüber gemacht habe, ob die Geschehnisse in dieser Form überhaupt noch realistisch sind.

Mich konnte Sebastian Fitzek auf jeden Fall zu 100% überzeugen und ich bin mir sicher, dass Fitzek meine persönliche Messlatte weiter nach oben verschoben hat. Von mir gibt es fünf von fünf Eulen.

SterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeule

hoerbuch_challenge_2016

Autor: Fitzek, Sebastian

Blinder Instinkt von Andreas Winkelmann

PicsArt_04-21-06.22.47

PicsArt_04-21-06.34.09

Blinder Instinkt
von Andreas Winkelmann

Wieder mal ein Thriller, den ich sowohl als Buch, wie auch als Hörbuch besitze und den ich parallel gehört und gelesen habe.

Das Hörbuch wurde vom Weltbild-Verlag herausgegeben, das Buch ist am 17. Januar 2011 bei Goldmann erschienen.

  • Inhalt

Ein kleines Mädchen sitzt auf einer Schaukel, weil sie blind ist, kann sie die Umgebung nicht sehen, aber sie spürt genau, dass sich ihr jemand nähert. Kurz darauf ist sie verschwunden.

Jahre später verschwindet wieder ein blindes Mädchen. Die Kommissarin Franziska Gottlob sieht einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und nimmt Verbindung auf mit Max Ungemach, dem Bruder des ersten verschwundenen Kindes. Der ist über das Verschwinden der Schwester nie hinweg gekommen und beginnt mit eigenen Nachforschungen, die ihn und sein ganzes Umfeld in Gefahr bringen und Opfer fordern.

  • Meine Meinung zum Buch

Der Schreibstil des Autors ist absolut fesselnd und hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Während meines Arbeitsweges habe ich das Hörbuch gehört, um dann nachts „nur noch ein Kapitel“ im Buch zu lesen.

Er hat es geschafft, bereits zu Beginn zahlreiche Personen in die Geschichte einzuführen, ohne den Leser zu verwirren. So kannte ich bereits nach kurzer Zeit nicht nur Franziska Gottlob, ihre Eltern und die Familiengeschichte, sondern auch den Boxprofi Max Ungemach und sein komplettes Leben von der Kindheit bis zur Gegenwart.

Andreas Winkelmann führt seine Leser immer wieder auf Fährten, die sich dann wieder zerschlagen, um für einen neuen Verdächtigen Platz zu machen.

Paul Adamek, der Partner von Franziska Gottlob ist für mich eher blass geblieben und wenn ich die Kommissarin und den Boxer Max Ungemach nebeneinander stelle, muss ich sagen, dass Max für mich der wesentlich stärkere Protagonist war.

Der Plot selbst geht durchaus an die Substanz, denn das Handeln des Täters hat starke negative Gefühle in mir ausgelöst, was aber zu erwarten war, wenn es sich bei dem Opfer um ein Kind und dazu noch ein blindes Kind handelt. Dass der Autor auch noch allerlei Getier mit einfließen lässt, dass ich nicht um mich haben möchte, hat sein Übriges dazu beigetragen.

Was mir gut gefallen hat, ist, dass die Blindheit des Kindes nicht zur Verstärkung der Opferrolle beigetragen hat. Der Autor hat es geschafft, aufzuzeigen, dass Blinde mit anderen Instinkten reagieren als Sehende und dass sie, auch wenn sie durch das fehlende Augenlicht im Nachteil sind, Vorteile haben, mit denen Sehende eben nicht aufwarten können.

Ich vergebe fünf von fünf Eulen.

SterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeuleSterneeule

IMG_20151027_203801

Hier kann man es nachlesen, dieses Buch liegt tatsächlich seit März 2013 auf meinem SuB und ich hatte es in einem öffentlichen Bücherregal getauscht.

Aufgabe 51. Lese ein Wanderbuch, ein Buch, das Du einer Wanderbuchkiste entnommen hast, ein Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank oder ein Buch, das über Bookcrossing zu Dir gefunden hat

Verlags-vielfalt-Challenge 2.0

hoerbuch_challenge_2016

randomhouseChallenge 2016