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Die Marionette von Alex Berg

Die Marionette
von Alex Berg
erschienen im November 2011
Knaur Verlag


Im Mai letzten Jahres habe ich das Buch Machtlos von Alex Berg gelesen und wie ich in der Rezension schon geschrieben habe, hatte ich entdeckt, dass es eine Reihe um die Anwältin Valerie Weymann und den BND-Agenten Eric Mayer geben soll und “Die Marionette” ist nun der zweite Band aus dieser Reihe.


Das Cover

Das Cover zeigt einen gelb-grünen Hintergrund mit einer orangen Mohnblumenblüte. Rechts unten ist der Schatten eines Soldaten zu sehen. Leider habe ich erst zu spät festgestellt, dass der Soldat auf meinem Buch überklebt ist, da war das Foto schon gemacht.


Zum Inhalt

Katja Rittmer, Christian Frank und Eric Mayer waren vor Jahren zusammen beim KSK, während Eric nun beim BND ist, sind Katja und Christian in Afghanistan stationiert.

Sie begleiten am gleichen Tag jeweils einen Konvoi und auf beide Konvois wird ein Anschlag verübt. Während Katja nur angeschossen wird, verliert Chris beide Beine. Im Krankenhaus überreicht der behandelnde Arzt Katja die beiden Projektile aus ihrer Schulter und damit den Beweis, dass die Larenz-Werke in Hamburg die Terroristen mit Waffen versorgen. Bei seinem Besuch im Krankenhaus informiert Katja Eric und nun ist es an der Bundesregierung, aufzudecken, wie die deutschen Waffen in die falschen Hände gelangen konnten.

Der Chef der Larenz-Werke, Gerwin Bender, bittet seinen Freund, den Rechtsanwalt Kurt Meisenberger um Unterstützung und der zieht seine Partnerin, Valerie Weymann hinzu. Zur gleichen Zeit wird Eric damit beauftragt, Nachforschungen in den Larenz-Werken anzustellen und trifft dort auf Valerie.

Während Eric nach Afghanistan fliegt (und dort vor den US-Behörden flüchten muss) und Valerie in Hamburg recherchiert, will Katja die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Zwei weitere Tote im Zusammenhang mit der Rüstungsaffäre verschlimmern ihre posttraumatische Belastungsstörungen und Katja startet ihre privaten Rache-Feldzug.


Mein Fazit

Eigentlich müsste die Inhaltsangabe viel länger sein, um Euch überhaupt einen Überblick darüber zu geben, was alles passiert und wie es zusammenhängt, aber dann verrate ich vielleicht zu viel.

Nach Machtlos ist Alex Berg mit diesem Buch wieder ein spannender Polit-Thriller gelungen, der beispielsweise deshalb so authentisch ist, weil es kein HappyEnd gibt. Der Leser ist von der ersten Seite an mitten im Geschehen und erlebt mit, wie Katjas Leben durch einen Anschlag zerstört wird.

Trotz aller Politik und “Eine Hand wäscht die andere” liegt der Schwerpunkt der Geschichte bei der traumatisierten Soldatin. Schon im Vorwort schreibt Alex Berg über die Traumata, ihre Folgen, die Behandlung – wobei man ganz klar abgrenzen muss, dass nicht jeder traumatisierte Soldat zur Zeitbombe wird, wenn er nach Deutschland zurückkehrt.

Auf der Homepage von Alex Berg ist etwas zu lesen, was meiner Meinung nach auch keiner weitere Wort bedarf:

Ich lebe in einem Zwiespalt.

Mich mit den brisanten und aktuellen Themen des Weltgeschehens auseinanderzusetzen und sie in Form eines Thrillers spannend literarisch zu verpacken, macht einen großen Teil meines Lebens aus, auf den ich nicht verzichten möchte. Ich liebe meinen Beruf. Dennoch wünsche ich mir, dass Romane zu diesen Themen nicht nötig wären.

Alex Berg

Zum Schluss noch eine Anmerkung:

Sowohl “Machtlos”, als auch “Die Marionette” sind eigenständige Geschichten, aber um die Beziehung zwischen Valerie und Eric richtig einordnen zu können, empfehle ich, “Machtlos” zuerst zu lesen.

Ich vergebe fünf von fünf Sternen für eine absolut lesenswerten Polit-Thriller und ich freue mich sehr, dass Alex Berg schon wieder an einer neuen Geschichte mit Valerie Weymann schreibt.

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Weitere Meinung

Machtlos von Alex Berg

“Machtlos” war wieder einmal eine Zufallsentdeckung in unserer Stadtbücherei. Dort gibt es einen Drehständer, in den im wöchentlichen Wechsel Bücher unterschiedlichen Genres aus den letzten zwölf Monaten gepackt werden. Das Cover hat mich nicht unbedingt angesprochen, aber als ich den Klappentext gelesen habe, habe ich es gleich mitgenommen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Das Buch ist von der ersten Minute an spannend. Gleich zu Beginn wird die Anwältin Valerie Weymann, die geschäftlich für einen Tag nach London fliegen wollte, am Flughafen Hamburg aufgehalten und an Beamte von BND und CIA übergeben. Es folgen Verhöre durch die Beamten, in denen Valerie mit angeblichen Attentätern der Al-Qaida in Verbindung gebracht wird, Menschen, denen sie glaubte, sehr nahe zu stehen.

Es folgt ein Attentat in Hamburg, das einem dieser Personen aus ihrem persönlichen Umfeld zugeordnet werden kann. Innerhalb kürzester Zeit wird Valerie nach Osteuropa verschleppt, in ein geheimes Gefängnis der CIA. Ihr Mann glaubt an ihre Unschuld und will kämpfen. Aber er stößt überall auf Mauern und kann erst kleine Erfolge verbuchen, als er sich an ein Menschenrechtsorganisation wendet, deren Mitarbeiterin seinen Erzählungen uneingeschränkt Glauben schenkt.

Als der Leser auch noch erfährt, dass Valeries Wille bricht und sie beginnt, Falschaussagen zu machen, nur um in Ruhe gelassen zu werden, gibt man sie als Leser manchmal auf.

Durch die Spannung, die eben gleich zu Anfang aufgebaut wird, war ich so fasziniert von der Geschichte, dass ich immer weiter und weiter lesen wollte. Es gibt in diesem Buch nichts, was unwichtig erscheint, was man überfliegen könnte. Die Spannung wird bis zum Schluss gehalten.

Das Ausmaß dessen, was Valerie passiert, ist grösser, als man es sich  zu Beginn hätte vorstellen können. Teil I beginnt mit einem Zitat aus der Charta der Menschenrecht der Vereinten Nationen: “Jeder der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld … nicht nachgewiesen ist.” Was Valerie in Rumänien erlebt, ist demnach unvorstellbar und furchtbar. Aber nach allem, was wir in den letzten Jahren über Murat Kurnaz und Guantanamo gehört haben, kann es genau so passieren. Und spätestens nach dem Lesen dieses Buches wird klar, dass es jedem von uns überall passieren könnte.

Ein genial recherchierter Politthriller, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Da ich am Ende des Buches den Eindruck hatte, dass Raum für eine Fortsetzung gelassen wird, habe ich ein wenig gestöbert und entdeckt, dass Machtlos der Auftakt einer Reihe um Valerie Weymann und den BND-Agenten Eric Mayer bilden soll. Das 2. Buch von Stefanie Baumm alias Alex Berg folgt im November 2011 und wird “Die Marionette” heissen.


Weitere Meinung