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Weinrache von Susanne Kronenberg

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Weinrache
von Susanne Kronenberg
277 Seiten
erschienen am 01. Juli 2007
im Gmeiner Verlag


  • Inhalt

Die frühere Polizistin Norma Tann und ihr Mann Arthur gehen seit geraumer Zeit getrennte Wege. Während einer Autofahrt geraten die beiden in Streit, Arthur steigt aus und verschwindet, keiner weiß, wo er abgeblieben ist.

Nur wenig später wird ein guter Bekannter von Arthur, Moritz Fischer, an einem Stand auf der „Rheingauer Weinwoche“ in Wiesbaden erschossen. Norma kann den mutmaßlichen Schützen zwar verfolgen, verliert ihn aber.

Während die ehemaligen Kollegen Norma zunächst als Zeugin im Mordfall vernehmen, gerät sie wegen des Verschwindens ihres Mannes ins Fadenkreuz der Ermittler. Da ist es nicht gerade zuträglich, dass Norma von einem Traum verfolgt wird, in der Arthur vor ihrem Wagen steht und sie aufs Gaspedal drückt – hat sie Arthur womöglich überfahren und verdrängt die Tat nun?


  • Protagonistin

Norma Tann hat ihren Mann Arthur vor rund einem Jahr nach Kolumbien begleitet, wo die beiden entführt worden waren. In der Folge hat sie ihren Polizeiberuf an den Nagel gehängt und schlägt sich nun als private Ermittlerin durch. Auf dem Weinfest hilft sie im Verkauf, um finanziell besser über die Runden zu kommen.

Was in Kolumbien alles passiert ist, erfährt der Leser erst nach und nach. Die Tatsache, dass Norma den Dienst quittiert hat und die Kollegen nicht wissen, was wirklich passiert ist, trägt dazu bei, dass die Kollegen ihr nicht unvoreingenommen gegenüber treten.


  • Schauplatz

Da es sich um einen Regionalkrimi handelt, spielt hier die Stadt Wiesbaden und der Rheingau eine wesentliche Rolle. Susanne Kronenberg lässt den Mord auf der Weinwoche passieren, einem Weinfest, dass tatsächlich Jahr für Jahr viele Menschen anzieht.

Auch sollte man wissen, dass Wiesbaden eine große architektonische Vielfalt bietet, denn auch diese spielt eine große Rolle in diesem Buch.


  • Meine Gedanken zum Buch

Wenn ich alleine den Spannungsbogen bewerten müsste, würde ich dem Buch vier bis fünf Sterne geben, denn gefesselt hat mich die Handlung schon von Anfang an.

Allerdings bin ich mit den Charakteren nicht warm geworden. Dies betrifft sowohl die Protagonistin, wie auch ihre Ex-Kollegen, den Schwiegervater oder die Bekannten ihres Mannes.

Was mir gar nicht gefallen hat, war die Auflösung der Geschichte. Sie war zwar gut konstruiert, aber hätte ruhig etwas ausführlicher ausfallen dürfen. So hatte ich den Eindruck, dass es eine Maximal-Seitenzahl gab, die die Autorin durch Streichungen am Ende einzuhalten versucht hatte.


  • Fazit

Ein Krimi sollte spannend sein. Das trifft hier zu. Ein Kriminalfall sollte gut konstruiert sein, auch das trifft hier zu. Im besten Fall hat man als Leser eine Ahnung, wer der Täter sein könnte und am Ende liegt man völlig falsch. Das trifft hier nicht zu, allerdings hatte ich die Beweggründe des Täters so nicht erwartet, was mich dann wieder positiv überrascht hat.

Insgesamt würde ich sagen, dass Susanne Kronenberg mit diesem Buch nicht an andere Regionalkrimi-Autoren, die ich gerne lese, herankommt. Daher vergebe ich 3,5 von 5 Eulen.

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Endlich! von Ildikó von Kürthy

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Endlich! von Ildikó von Kürthy

  • Inhalt

Die 40-jährige Vera, in Stade angesehen, gut situiert, eigenes Haus, erfolgreicher Ehemann, gelegentliche Aufträge als Freiberuflerin, ereilt ein Hilferuf von Johanna Zucker, ihres Zeichens Freundin und Mutter von Veras Patenkind Sammy. Johanna möchte sich unters Messer legen und bittet Vera für einige Wochen nach Berlin zu kommen und sich um Sammy zu kümmern.

In Berlin angekommen findet Vera heraus, dass ihr Mann Marcus, mit dem sie seit acht Jahren verheiratet ist, sie betrügt. Mit Hilfe von Johanna und neuen Freunden nimmt sie den Kampf um ihren Mann auf…

  • Protagonisten

Vera wird als Frau dargestellt, die sich in der Rolle einer Unternehmersgattin, in die sie hineingepresst wurde, gar nicht wohl fühlt. So flüchtet sie gelegentlich zu ihren Freundinnen, von denen eine fremd geht und die andere eher etwas durchgeknallt wirkt. Der Ehemann blieb für mich recht farblos, gleiches gilt für die Freunde. Eine Ausnahme bildet hier lediglich der schwule Türke Erdal, der auf mich aber schon wieder zu überzogen wirkte.

  • Gedanken zum Buch

Der Schreibstil von Ildikó von Kürthy hat mir grundsätzlich gefallen. Was mir eher gelangweilt hat, war, dass die Protagonistin mit ihren Gedanken immer wieder abdriftet und in Erinnerungen schwelgt, so dass ich mich mehrfach dabei ertappt habe, wie ich ganze Absätze übersprungen habe, weil mich nur die gegenwärtige Handlung fesseln konnte. Das Ende hatte ich so nicht erwartet, was mich positiv überrascht hat, allerdings hat sich das befriedigende Gefühl nicht eingestellt, das ich erwarte, wenn ich ein Buch zuklappe.

Gut gefallen haben mir die Zitate von bekannten Persönlichkeiten, mit denen die Autorin jedes Kapitel beginnt, genau wie die Illustrationen, die immer passend zur entsprechenden Handlung gestaltet sind.

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Die Idee zur Handlung hat mich überzeugt, gleiches gilt im Großen und Ganzen auch für die Umsetzung der Idee. Allerdings spricht es weder für ein Buch, dass ich dazu verleitet werde, Abschnitte zu überspringen, noch, dass ich ein Buch unbefriedigt zuklappe. Daher reicht es nur für 3,5 von 5 Eulen.

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Verlags-vielfalt-Challenge 2.0

Wunderlich Verlag

Ein Hardcover mit Schutzumschlag

Inselzauber von Gabriella Engelmann

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Inselzauber – Gabriella Engelmann

Zum Inhalt:

Lissys Tante Bea will auf Weltreise gehen und braucht eine Vertretung in ihrer Buchhandlung. Das Angebot kommt Lissy, die – was ihre Beziehung betrifft – vor einem Scherbenhaufen steht, gerade recht und so begibt sie sich für drei Monate nach Sylt, wo sie recht schnell einige Bekannte ihrer Tante kennen lernt. Unter anderem gerät sie mit Nele aneinander, die neben der Buchhandlung ein Café betreibt. Es ist eine Abneigung auf den ersten Blick, aber Lissy freundet sich wider Erwartens mit Nele an und will ihr helfen, an ihrem Traum festzuhalten. Und auch die Männerwelt auf Sylt lässt Lissys Herz höher schlagen.

Meine Gedanken zum Buch:

Die beiden Protagonistinnen könnten unterschiedlicher nicht sein, während Lissy ein sehr organisierter Typ ist, der nach vorne blickt und sich um ihre Mitmenschen kümmert, wirkt Nele eher chaotisch, und handelt stellenweise unüberlegt. Sie war mir zwar nicht unsympathisch, aber Lissy war mir „näher“ als Nele.

Gabriella Engelmann hat in diesem Buch die Landschaft auf Sylt und besonders die unterschiedlichen Gegenden sehr anschaulich beschrieben und auch von der Buchhandlung konnte ich mir nach und nach eine konkrete Vorstellung machen.

Ein Teil der Geschichte wird eingenommen von dem Handlungsstrang um Neles großen Traum vom Cafe, den sie weiterleben möchte und bei dem sie viel Unterstützung findet. Darüber hinaus geht es natürlich auch darum, dass Lissy nach der enttäuschten Liebe ihren Traummann finden könnte. Den Handlungsstrang, der sich um die beiden Männer in Lissys Leben dreht, fand ich gut konstruiert, was mir gefehlt hat, war das Prickeln beim Lesen. Im Hinblick darauf, dass sich dieser Part durch das ganze Buch zieht, war mir das Zusammenkommen des Paares dann zu überstürzt.

Nach „Nur Liebe ist schöner„, für das ich nur drei Eulen vergeben habe, ist das mein zweites Buch von Gabriella Engelmann und „Inselzauber“ hat mir wesentlich besser gefallen, so dass ich im Vergleich der beiden Bücher hier vier Eulen vergebe – allerdings mit der Einschränkung, dass dieses Buch dem Vergleich mit Büchern anderer Autorinnen, die ich ebenfalls mit vier Eulen bewertet habe, nicht zwangsläufig standhalten kann.

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Ein Buch, dessen Titel genau so viele Buchstaben enthält wie Dein Name (Vor- und / oder Nachname).

SommerAlarm

Ein Buch das sich gezogen hat, ich habe es drei Mal in die Hand nehmen müssen, bevor mich in die Geschichte hinein gelesen hatte.

2007 – Knaur Verlag
2011 – Weltbild Ausgabe

 

 

Im Sommerhaus von Inga Lindström (Sammelband: Schärenglück)

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Zum Inhalt:

Christina Lund hat ihr Jura-Studium beendet und plant, in die Kanzlei ihres Vaters, der sich auf Scheidungen spezialisiert hat, einzusteigen und dessen Kanzlei-Partner Thorsten zu heiraten. Doch zuvor bittet ihr Vater sie, das Ferienhaus in Sandviken aufzulösen, das sie nach dem Tod der Ehefrau und Mutter fünf Jahre zuvor nicht mehr betreten haben.

Christina rechnet damit, das Haus in zwei bis drei Tagen ausgeräumt zu haben, doch als sie ankommt, ändert sich alles. Nicht nur, dass ihre Freundin sie bedrängt, darüber nachzudenken, ob es wirklich ihre eigenen Träume sind, die sie gerade in die Tat umsetzt, verliebt sie sich auch noch in den Pianisten Patrick, der für einige Tage im Nachbarhaus wohnt und sich um die pubertierende Tochter seines Bruders Carl kümmert, der im Krankenhaus liegt.


Kurzmeinung:

Inga Lindström hat einen bildhaften Schreibstil, der sofort falunrote und hellgelbe Häuser auf den Schären vor dem inneren Auge entstehen lässt.

Die Geschichte hat mir ein paar angenehme Lesestunden bereitet, sie ist nicht anspruchsvoll, hin und wieder etwas kitschig, vermag aber den Leser zu fesseln.

„Im Sommerhaus“ wurde bereits 2005 für das ZDF verfilmt, die Geschichte wurde 2010 von Bastei Lübbe im Sammelband Schärenglück  veröffentlicht.

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Der Prediger von Fjällbacka von Camilla Läckberg

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Der Prediger von Fjällbacka ist ein weiterer Roman, den ich sowohl als eBook, wie auch als Hörbuch besitze. Ursprünglich ist der Krimi bereits 2006 / 2007 im Aufbau-Verlag erschienen, wurde zwischenzeitlich aber von den Ullstein Buchverlagen neu aufgelegt.


Zum Inhalt:

In Fjällbacka wird eine deutsche Rucksacktouristin tot in einer Schlucht gefunden. Neben ihrer Leiche findet man zwei weitere, wesentlich ältere Leichen. Patrik Hedström wird aus dem Urlaub geholt und beginnt mit seinem Team mit den Ermittlungen. Er erinnert sich an zwei Mädchen, die vor vielen Jahren verschwunden sind und tatsächlich handelt es sich bei den beiden Leichen um diese Mädchen. Das Mädchen, das nun getötet wurde, weißt die gleichen Verletzungen auf. Als ein weiteres Mädchen verschwindet, gerät die Polizei unter Zeitdruck.

Meine Meinung zum Buch:

Der Prediger von Fjällbacka ist mein erster Krimi dieser Autorin. Ich wusste aber, dass es sich um eine Reihe um Erica Falck und Patrik Hedström handelt und dass dieses Buch das zweite dieser Reihe ist. Ich hatte kein Problem, mich in die Reihe einzufinden, denn gleich zu Beginn wird deutlich, dass es sich bei Erica Falck und Patrik Hedström um ein Paar handelt und Erica im 8. Monat schwanger ist. Auch erfährt der neue Leser dieser Reihe, dass Patrik Heldström Polizist und Erica Falck Journalistin ist. In diesem Band zumindest spielt Erica Falck nur eine untergeordnete Rolle, sie kommt nur selten „zum Einsatz“.

Die Mitglieder von Patriks Team sind jeweils mit einem eigenen Charakter versehen, spielen aber nur Nebenrollen in diesem Krimi. Mit der Familie Hult, die in Verdacht gerät, hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, denn ich konnte die einzelnen Familienmitglieder nicht auseinander halten und hatte Probleme damit, sie einer bestimmten Generation zuzuordnen. Das hat sich aber nach und nach gelegt.

Zwischendurch dachte ich, die Lösung des Falles zu kennen, aber durch verschiedene Wendungen und kleine Kniffe hat Camilla Läckberg den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht erhalten. Einer dieser Kniffe ist es, Telefonate nur einseitig darzustellen, z.B. bei einem Anruf bei den Ermittlern erfährt man zunächst nur die Reaktion der Polizei, weiß aber nicht, zu welchen neuen Erkenntnissen diese gelangt ist, das wird erst später vermittelt.

Der Fall selbst war sehr gut konstruiert und logisch, so dass es Freude gemacht hat, den Fortgang der Geschichte zu verfolgen.

Ich vergebe fünf von fünf Eulen.

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11) einen Krimi oder Thriller

Ein Buch eines bekannten Autors / einer bekannten Autorin

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Juli 2015

Vergiss es, Baby von Claudia Sanders

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Vergiss es, Baby von Claudia Sanders

Marlene ist mit ihren Eltern nach Las Vegas gereist und wacht morgens im Bett neben einem Mann auf, den sie offensichtlich in der Nacht zuvor geheiratet hat. Valentin folgt ihr nach München und macht sich bei ihr breit, während sie versucht, ihn wieder loszuwerden, bevor Familie und Freunde bemerken, auf was sie sich da eingelassen hat.


Im Mittelteil ist eine nette Liebesgeschichte zu entdecken, aus die man durchaus einen guten Frauenroman hätte zaubern können.

Leider spricht aber einiges dagegen:

  • Ein Liebesroman, in dem es darum geht, das eine Frau unter starkem Alkoholeinfluss steht und einen Wildfremden heiratet, die Idee ist schon mehrfach umgesetzt, aber in diesem Fall sehr sehr aufgesetzt und zwanghaft herbeigeführt.
  • Fakten, die im Buch genannt werden, sind an den Haaren herbei gezogen.
  • Handlungsstränge werden aufgegriffen und wieder fallen gelassen oder alternativ nicht zu Ende erzählt. Zum Beispiel wacht Marlene zu Beginn des Buches im Bett neben Valentin auf, dann kommt es zu einem Rückblick, der nur Sinn machen würde, wenn der Leser erfährt, was sie nun tatsächlich dazu bewogen hat, nach Las Vegas zu reisen – man kann es zwar erahnen, mehr aber auch nicht. Oder aber Valentin, dem kurz durch den Kopf geht, dass er sich mit der Heirat ein Aufenthaltsrecht in Deutschland sichert, das hätte ordentlich Potenzial gehabt, leider wird darauf nie wieder eingegangen. Ganz interessant auch die Nacht, die Valentin nicht in der gemeinsamen Wohnung verbringt und über die Marlene sich so viele Gedanken macht. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie ihn je danach gefragt hat, wo er war. Gut, der Leser weiß es immerhin, ist ja auch schon etwas wert.
  • Eine 25jährige ohne Fußballkenntnisse mausert sich zur knallharten Beraterin eines Profi-Fußballers – mittels Leitfaden für Telefonmarketing? Sie bekommt eine Chance bei einem deutschen Verein, weil sie den Präsidenten über Fertigsaucen aufklärt? Unrealistischer geht es nicht mehr.
  • Die Autorin hat es nicht einmal geschafft, den Personen in ihrem Buch selbst erdachte Namen zu geben. Marlene Dittrich, statt Marlene Dietrich, gut, damit spielt sie immerhin noch in der Geschichte, aber der Bundestrainer Löwe statt Löw. Auch die Ähnlichkeit von Klaus Allert, Bremen, zum Klaus Allofs dürfte kein Zufall sein und dass Valentin heißt – mit Nachname Balakev – nicht Krasimir heisst, ist wahrscheinlich dem Umstand geschuldet, dass er aus der Ukraine stammt und nicht aus Bulgarien.

Ich könnte noch viel mehr aufzählen, aber wie man mit Sicherheit schon erkennen kann, gab es in diesem Buch so viele Absätze, an denen ich innerlich aufgestöhnt habe. Mehr als zwei Eulen kann ich für dieses Buch nicht vergeben.

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(4) ein Buch mit einem überwiegend grünen Cover

– ein Buch, das über ein Jahr auf dem SuB liegt

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Diana Verlag

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